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SPD bei Bundestagswahl in Niedersachsen stärkste Kraft

Hannover  

SPD bei Bundestagswahl in Niedersachsen stärkste Kraft

26.09.2021, 21:00 Uhr | dpa

SPD bei Bundestagswahl in Niedersachsen stärkste Kraft. Stephan Weil (SPD)

Stephan Weil (SPD) spricht. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild (Quelle: dpa)

In Niedersachsen ist die SPD bei der Bundestagswahl nach einem von Infratest dimap erhobenen Trend klar zur stärksten Kraft geworden. In der Erhebung für den NDR lagen die Sozialdemokraten am Sonntagabend bei 31,9 Prozent - und damit weit vor der CDU mit 24,8 Prozent. Der Abstand in dem Bundesland war deutlich größer als bundesweit. Im Vergleich zu 2017 verliert die CDU in Niedersachsen demnach mehr als zehn Punkte. Die SPD gewinnt 4,5 Punkte hinzu.

Die Grünen kommen nach dem Niedersachsen-Trend mit 16,2 Prozent auf den dritten Platz (+7,5 Prozentpunkte). Die FDP liegt mit 11,3 Prozent (+2) auf Platz vier. Die AfD käme auf 7,0 Prozent (-2,1). Die Linken landete bei nur noch 3,3 Prozent (-3,7).

In Niedersachsen gab es außerdem Stichwahlen um acht Landratsposten und acht Oberbürgermeister-Posten in großen Städten: In Lüneburg lag dabei am Abend die Grünen-Kandidatin Claudia Johanna Kalisch vorn. Sie könnte neben Belit Onay in Hannover die zweite grüne Oberbürgermeisterin in Niedersachsen werden.

In Niedersachsens zweitgrößter Stadt Braunschweig lag bei der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt der SPD-Politiker Thorsten Kornblum vorne. In Oldenburg hatte Amtsinhaber Jürgen Krogmann von der SPD die Nase vorn, auch in Göttingen lag die SPD-Bewerberin Petra Broistedt vorn. In Osnabrück lief es bei der Oberbürgermeisterwahl auf einen Sieg für Katharina Pötter von der CDU hinaus, auch in Wolfsburg lag mit Dennis Weilmann der CDU-Kandidat vorne.

Gut sechs Millionen Menschen waren in Niedersachsen am Sonntag zur Bundestagswahl aufgerufen. Es zeichnete sich eine ähnliche Wahlbeteiligung wie 2017 ab. Damals lag sie bei 76,4 Prozent.

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) zeigte sich mit den ersten Hochrechnungen zur Bundestagswahl hochzufrieden. "Olaf Scholz und mehr als 400.000 Mitglieder haben es geschafft, eine Aufholjagd hinzulegen, wie es sie wahrscheinlich in dieser Weise kaum jemals gegeben haben wird." Zu Koalitionsoptionen äußerte Weil sich noch nicht. Dafür müsse man belastbare Zahlen abwarten. Mit Blick auf die Landtagswahl in kommenden Jahr sagte der SPD-Landeschef: "Wir werden als niedersächsische Sozialdemokraten auf dem Teppich bleiben und unsere Arbeit weiter ebenso fortsetzen."

CDU-Landeschef Bernd Althusmann ging nicht von einer Neuauflage einer großen Koalition im Bund aus. Weder die CDU noch die SPD wollten ein solches Bündnis fortsetzen, sagte Althusmann. Sowohl eine Jamaika-Koalition mit CDU, FDP und Grünen als auch ein Ampel-Bündnis von SPD, FDP und Grünen seien denkbar. "Die CDU bleibt eine starke Kraft, wenn auch mit schmerzlichen Verlusten", sagte Althusmann.

Grünen-Landeschefin Anne Kura sieht mehr Chancen für eine Ampel-Koalition als für eine Jamaika-Regierung. "Es ist unser Auftrag jetzt, für starken Klimaschutz zu sorgen und für soziale Gerechtigkeit. Und da sind wir der SPD deutlich näher als der Union." Ziel für die Landtagswahl 2022 sei, mit Rückenwind aus Bundestags- und Kommunalwahlen zu einem deutlich stärkeren Ergebnis und wieder in Regierungsbeteiligung zu kommen.

FDP-Landeschef Stefan Birkner sagte, er habe auf Bundesebene noch keine Präferenz für ein bestimmtes Bündnis. "Wir haben eine Agenda, haben programmatische Aussagen getroffen, und da werden wir jetzt eben schauen, mit wem das am besten umzusetzen ist." AfD-Landeschef Jens Kestner sagte: "Für uns ist das ein ganz herausragendes Ergebnis. Wir sind stabil geblieben, wir haben eine Stammwählerschaft." Die Linken-Landesvorsitzende Heidi Reichinnek meinte: "Das ist ein herber Verlust, das müssen wir nicht schön reden."

Im Bundesland Bremen zeigte sich Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) sehr zufrieden. "Die SPD hat eine gute Chance, stärkste Kraft zu werden." Die SPD werde nun für ihren Kampf belohnt. Anspruch sei, den neuen Bundeskanzler zu stellen. Die Bremer CDU zeigte sich enttäuscht von den ersten Hochrechnungen. Die Partei habe ihr Wahlziel, klar stärkste Kraft zu werden, nicht erreicht, sagte Landeschef Carsten Meyer-Heder.

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