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München: Unternehmer wird nach Vergewaltigung in Stadtbus angefeindet


"Als perverses Schwein beleidigt" – Busunternehmer im Visier

Von t-online, cgo

Aktualisiert am 20.10.2023Lesedauer: 3 Min.
imago images 0304788261Vergrößern des BildesBus der MVV (Symbolbild): In München soll es zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein. (Quelle: IMAGO/Manfred Segerer/imago)
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In einem Stadtbus soll sich ein Fahrer an einer jungen Frau vergangen haben – zuvor hatte er alle anderen Gäste des Busses verwiesen. Nun wird offenbar das ganze Unternehmen Ziel von Angriffen.

Ein Busfahrer der Linie 820 soll sich in Fürstenfeldbruck bei München an einer jungen Passagierin sexuell vergangen haben. Nach Angaben von Zeugen habe der 50-Jährige zuvor alle anderen Fahrgäste aufgefordert, den Bus zu verlassen und auf einen anderen Bus zu warten. Anschließend soll er ein Sexualdelikt an der 19 Jahre alten Frau begangen haben. Das teilte die Münchner Polizei am Montag mit.

Nach Angaben der Ermittler ereignete sich der Vorfall bereits vor einigen Monaten, in den frühen Morgenstunden des 6. Juli 2023. Die mutmaßlich betroffene Frau habe den Verdächtigen erst einige Wochen später angezeigt, sagte ein Polizeisprecher.

Seit der Vorfall vor einigen Tagen in den Medien publik wurde, sehen sich die Betreiber der "Amper-Bus GmbH" massiven Anfeindungen ausgesetzt. "Bei uns im Büro rufen Leute an und beleidigen mich als perverses Schwein. Auch via Social Media erhalten wir Hassnachrichten und werden verbal angegriffen. Natürlich ist es schrecklich was passiert ist, aber man kann solchen Leuten nun mal leider nicht in den Kopf schauen", bedauert der Inhaber gegenüber t-online.

Mutmaßlicher Täter in Haft – Tathergang noch unklar

Bei dem Täter handelt es sich mutmaßlich um einen 50 Jahre alten Busfahrer. Laut Polizeiinspektion Oberbayern Nord sitzt der Mann bereits seit einigen Wochen in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

Laut den Beamten sei der genaue Tathergang nach wie vor nicht geklärt. "Ob der Übergriff im Bus oder an einem anderen Ort stattgefunden hat, ist noch nicht ganz klar", berichtet ein Sprecher der Polizei gegenüber t-online. Derzeit versuche man, Angaben von möglichen Zeugen aufzunehmen und deren Aussagen zu verifizieren. Videomaterial von Überwachungskameras im Bus gibt es laut Polizei nicht.

Nach wie vor bittet die Kripo Fahrgäste des Busses, die der Fahrer damals zum Aussteigen aufgefordert haben soll, sich als Zeugen zu melden. Da der Vorfall schon viele Wochen zurückliegt, sei die umfassende Aufklärung der Tat ein komplexes Unterfangen.

Ermittlungsverfahren läuft – MVV schweigt

Während die Polizei an der Aufklärung arbeitet, möchte sich der Münchner Verkehrsverbund nicht zu dem Fall äußern. Auf Anfrage von t-online heißt es via Mail: "Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir vom MVV uns zu einem laufenden Ermittlungsverfahren nicht äußern und Ihnen daher auch keine Informationen geben können."

Bezüglich der fehlenden Aufnahmen der Überwachungskamera schreibt die MVV-Pressestelle: "Wir vom MVV schreiben eine Videoüberwachung in den Regionalbussen nicht vor, lassen sie jedoch zu. Ob in dem Fahrzeug Videokameras installiert und Aufnahmen gemacht worden sind, dazu kann nur das zuständige Busunternehmen etwas sagen."

Busunternehmer: "Werde als perverses Schwein beleidigt"

Verantwortlich für die Beschäftigung des Busfahrer ist das Unternehmen "Amper-Bus". Im Gespräch mit t-online gibt sich der Betreiber betroffen: "Hätte ich gewusst, dass der Fahrer zu so etwas fähig ist, hätte ich ihn natürlich niemals eingestellt. Er arbeitet schon seit längerer Zeit für uns, er hat sich nie etwas zu Schulden kommen lassen und war immer unauffällig." Auch das erweiterte polizeiliche Führungszeugnis des Beschuldigten, das alle Fahrer bei ihrer Einstellung vorzeigen müssen, sei einwandfrei gewesen.

Ende September seien im Büro in Fürstenfeldbruck dann plötzlich die Beamten aufgetaucht und hätten sich nach dem Aufenthaltsort des Fahrers erkundigt. Der Beschuldigte sei unmittelbar nach Dienstschluss direkt vom Busbahnhof aus abgeführt worden.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa
  • Recherche der Redaktion
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