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BMW, MAN, Flughafen – Wie Tausende in München um Jobs bangen

Von Patrick Mayer

Aktualisiert am 17.05.2021Lesedauer: 3 Min.
Logo und Schriftzug von MAN an der Fassade des Bürogebäudes in München (Archivbild): Der Konzern will Stellen abbauen.
Logo und Schriftzug von MAN an der Fassade des Bürogebäudes in München (Archivbild): Der Konzern will Stellen abbauen. (Quelle: Fotostand/imago-images-bilder)
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Weltbekannte Konzerne planen in der Corona-Krise in und rund um München rigorose Job-Streichungen. Plötzlich machen sich in der wohlhabenden Großstadt unbekannte Sorgen breit. Auch das Umland ist betroffen.

München wird weiterwachsen. Von 1,56 Millionen Einwohner auf 1,85 Millionen. Und das bis 2035. Das prognostizierte die Stadt im Frühsommer 2019. Das Umland ausgeklammert, wo Pläne für eine deutliche Ausdehnung des S-Bahn-Netzes bis an den Tegernsee in den Voralpen und nach Landshut in Niederbayern in den Schubladen liegen.

Tausende Jobs in und um München in Gefahr

Vor der Corona-Krise galten die guten bis sehr guten Jobaussichten in und rund um die Isar-Metropole als Antrieb für den Bevölkerungswachstum. Wie sich die Coronavirus-Pandemie langfristig auswirkt, ist noch Gegenstand von Studien.

Fakt ist: MAN, der Flughafen, die Messe – große Arbeitgeber wollen tausende Stellen streichen. Der Automobil-Riese BMW plant einen Job-Abbau von 6.000 Stellen. Wie viele davon am riesigen Stammwerk in München, wurde bislang nicht kommuniziert. t-online erklärt, welche großen Arbeitgeber die Covid-19-Krise wie schwer trifft und um wie viele Jobs es geht.

Flughafen in der Corona-Krise: Nur acht Prozent der Passagiere

Nicht zuletzt leidet der Flughafen München wirtschaftlich schwer unter der Corona-Pandemie. 2020 waren es 11,1 Millionen statt 37 Millionen Passagiere wie im Jahr zuvor. Es gab 65 Prozent weniger Starts und Landungen. Und: Im ersten Quartal 2021 erreichte das Passagieraufkommen nur acht Prozent des Vorjahresniveaus.

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Geparkte Flugzeuge am Münchner Flughafen (Archivbild): Noch immer bleiben viele Flieger am Boden.
Geparkte Flugzeuge am Münchner Flughafen (Archivbild): Noch immer bleiben viele Flieger am Boden. (Quelle: Action Pictures/imago-images-bilder)

"Alle Anstrengungen sind darauf ausgerichtet, die Zukunftsfähigkeit des Münchner Flughafens langfristig zu sichern und zu stärken. In diesem Zusammenhang ist ein sozialverträglicher Stellenabbau vorgesehen", erklärt Ingo Anspach, Leiter der Pressestelle, t-online. Um wie viele Jobs es gehe, könne aktuell nicht prognostiziert werden. Der Bayerische Rundfunk berichtet von einem Abbau von 10.000 auf 8.000 Stellen beim Bodenpersonal. Anspach erzählt von Freiwilligenprogrammen, die bereits angelaufen sind.

Der Stellenabbau sei ausschließlich auf den Corona-bedingten Verkehrseinbruch im Flugverkehr zurückzuführen. "Die Corona-Pandemie hat die weltweite Luftfahrt in eine der schwersten Krisen ihrer Geschichte gestürzt", erklärt der Flughafen-Sprecher: "Durch die Pandemie-bedingten Reisebeschränkungen ist das Verkehrsaufkommen in München wie in der gesamten internationalen Luftfahrtbranche dramatisch zurückgegangen. Aus heutiger Sicht wird das Vorkrisen-Niveau frühestens 2024 wieder erreicht."

MAN: Corona verschärft Ertragssituation

Im Westen Münchens produziert MAN im Stadtteil Ludwigsfeld LKW und Busse. Das Unternehmen bestätigte auf Anfrage einen Abbau von etwa 1.500 Stellen bis Ende 2022 auf "7.500 unbefristete Stammmitarbeiter*innen am Standort".

Befristete Beschäftigungsverhältnisse sollen nicht verlängert, Leiharbeitnehmer nicht weiter beschäftigt und freiwillige Abfindungsangebote gemacht werden. Die Transportbranche befinde sich "in einem tiefgreifenden Wandel getrieben durch die Megatrends Automatisierung, Digitalisierung und emissionsfreie Antriebe", heißt es auf Nachfrage. Corona habe die Ertragssituation nochmal verschärft.

"Einbußen im dreistelligen Millionenbereich" bei der Messe

Maßgeblich trifft die Covid-19-Pandemie die Messe München. 170 Stellen werden gestrichen, "ausschließlich bedingt durch die Corona-Krise", erklärt Sprecherin Stephanie Schuler t-online. "Das Jahr vor der Krise, 2019, war das beste Jahr der Geschichte der Messe München mit einem Rekord beim Konzernumsatz von rund 480 Millionen Euro. Ein Stellenabbau zeichnete sich nicht ab."

Doch jetzt müssen "aufgrund der anhaltenden Umsatzverluste leider die Personalkosten gesenkt werden", erzählt Schuler. Eine Transfergesellschaft wird dafür eingerichtet, Gespräche mit Mitarbeitern geführt, die in den Vorruhestand gehen sollen.

Bereits 2020 gingen wegen Corona-bedingter Absagen "70 Prozent des geplanten Umsatzes verloren. Dies entspricht über 200 Millionen Euro", erzählt Schuler. Für 2021 sei die Situation nicht verlässlich abschätzbar, sagt sie, "wir rechnen aber bereits jetzt mit Einbußen im dreistelligen Millionenbereich".

Therme Erding: Mitarbeiter orientieren sich in der Krise um

Vom "schwersten Jahr in der Thermengeschichte", spricht derweil Jörg Wund, Geschäftsführer der Therme Erding knapp 35 Kilometer östlich von München. "Die größte Therme der Welt über Monate hinweg leer zu sehen, war in den letzten 20 Jahren unvorstellbar", sagt Wund t-online.

Bis Mitte Mai seien der Therme 50 Millionen Euro an Umsatz entgangen. "Wir hoffen, dass die versprochenen Hilfen bald eintreffen, denn bisher überstehen wir diese Krise nur dank unserer Rücklagen aus vielen Jahren", erzählt Wund von der schwierigen Lage. Etliche Mitarbeiter hätten sich mittlerweile umorientiert und neue Jobs gesucht, Dienstleister wie Gastronomen oder Masseure könnten schlicht nicht beauftragt werden.

Von der bayerischen Landesregierung erwartet Wund "noch im Mai eine konkrete Aussage", wann es wie für die Bäder weitergehe. "Auch dieses Mal öffnet unser Nachbarland Österreich wesentlich eher. Daher hoffen wir, dass Markus Söder nachziehen wird", meint Wund und verweist darauf, dass "sämtliche Untersuchungen zu Aerosolen" zum Ergebnis gekommen seien: "Thermen und Schwimmbäder sind besonders sichere Orte".

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Ein Kommentar von Jennifer Lichnau, München
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