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Nach Debakel in Hoffenheim: Kölner wüten gegen sich selbst

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Erschütternde Leistung  

Kölner rechnen mit sich selbst ab

01.04.2018, 10:52 Uhr | sid

Nach Debakel in Hoffenheim: Kölner wüten gegen sich selbst. Timo Horn: Erst kassierte er sechs Tore bei der TSG Hoffenheim, dann sprach er Klartext. (Quelle: imago/Jan Huebner)

Timo Horn: Erst kassierte er sechs Tore bei der TSG Hoffenheim, dann sprach er Klartext. (Quelle: Jan Huebner/imago)

Was für ein katastrophaler Auftritt! Der 1. FC Köln steht nach dem 0:6 in Hoffenheim am Abgrund. Torwart Horn und Manager Veh sprechen Klartext.

Nachdem Timo Horn sechs faule Eier aus seinem Nest geholt hatte, verlor der Torhüter den Glauben an die sportliche Wiederauferstehung des 1. FC Köln. "Das kam einer Aufgabe gleich", kommentierte der Keeper das niederschmetternde 0:6 (0:1) des Bundesliga-Vorletzten bei 1899 Hoffenheim: "Mir tut es für jeden Kölner leid, der hier war. Eigentlich müsste jeder sein Geld zurückbekommen. Unsere Leistung war keinen Cent wert."

"So schwach, dass man es nicht analysieren kann"

Damit traf Horn den Nagel auf den Kopf. Bei der zweithöchsten Pleite der Kölner Bundesliga-Geschichte präsentierten sich die Rheinländer in allen Belangen wie ein Absteiger. Die Leistung des FC am 28. Spieltag war derart unterirdisch, dass der Sportdirektor keine sportliche Betätigung seiner Profis erkannt hatte. "Das war so schwach, dass man es nicht einmal ansatzweise analysieren kann", äußerte Armin Veh.

Tatsächlich wurden die Rheinländer vor 30.150 Zuschauern in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena von den Hoffenheimern vorgeführt – das Ergebnis hätte noch weitaus höher ausfallen können. Serge Gnabry (22. und 47.), der gebürtiger Kölner Mark Uth (56. und 65.), Lukas Rupp (61.) sowie Steven Zuber (72.) erzielten die Treffer für die TSG.

"Was wir abgeliefert haben, war eine Frechheit"

Die Kraichgauer sind nach dem höchsten Bundesligasieg ihrer Historie seit fünf Partien ungeschlagen und haben einen großen Schritt in Richtung erneuter Europacup-Teilnahme gemacht hat. Die Fans quittierten den furiosen Auftritt der Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann mit La Ola und "Oh, wie ist das schön"-Gesängen.

Ganz anders ist die Lage beim FC, der am Samstag im Kellerduell gegen den FSV Mainz 05 nach dem letzten Strohhalm greift. "Was wir abgeliefert haben, war eine Frechheit. So bleiben wir natürlich nicht in der Liga. Hoffenheim war zwei, drei Klassen besser", sagte Horn: "Bei uns war das auf allen Positionen zu wenig. Wir hatten null Chance. Das war ein extrem herber Rückschlag. Es wird ein, zwei Tage dauern, um das zu verdauen."

"Wir waren schon öfter totgesagt"

Das gilt wohl auch für die Fans. Die Anhänger waren derart konsterniert, dass sie ihre Lieblinge nicht einmal beschimpften. Die Fans, die auch noch einen Banner-Klau durch Gladbacher Anhänger erdulden mussten, schlichen ähnlich lethargisch aus dem Block wie die Profis zuvor über den Rasen.

"Wir stehen in der Schuld der Fans, dafür müssen wir in den nächsten Spielen alles geben", sagte Horn, dessen Mimik und Gestik verriet, dass er selbst nicht mehr von seinen Durchhalteparolen überzeugt ist: "Wir waren schon öfter totgesagt und sind dann zurückgekommen. Darauf müssen wir jetzt auch bauen. Wir müssen das Spiel aus den Köpfen streichen und dann gegen Mainz ganz anders auftreten."

Gute Laune war Ruthebeck ein Dorn im Auge

Immerhin besteht nach dem Spiel in Sinsheim nicht die Gefahr, dass die Kölner überheblich in die Partie gegen Mainz gehen. Für Trainer Stefan Ruthenbeck ist das entscheidend. Die gute Laune in Köln nach dem Derbysieg gegen Bayer Leverkusen (2:0) war dem Coach ein Dorn im Auge. "In den letzten 14 Tagen war mir alles viel zu positiv. Es wurde vergessen, dass wir gegen Leverkusen lange Zeit in Überzahl gespielt haben", sagte Ruthenbeck: "Jetzt sind wir wieder auf dem Boden angekommen. Und das heißt, dass wir wieder mehr Dreck fressen müssen."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur sid

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