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FC Bayern: Oberpfaffenhofen – Hier wickeln die Bosse die heißesten Deals ab


Dieser Flughafen spielt eine Schlüsselrolle im Kane-Deal


Aktualisiert am 02.08.2023Lesedauer: 4 Min.
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Der Flughafen Oberpfaffenhofen: Ein besonderer Ort für den FC Bayern.Vergrößern des Bildes
Der Flughafen Oberpfaffenhofen: Ein besonderer Ort für den FC Bayern.

Unter Hochdruck arbeitet der FC Bayern am Transfer von Harry Kane. Von einem Flughafen südlich von München aus reisen die Bosse für den Poker nach London.

Ein Marktplatz für einen Maibaum. Ein Sportplatz. Eine Pfarrkirche. Auf den ersten Eindruck unterscheidet sich Oberpfaffenhofen mit seinen rund 1.300 Einwohnern nicht groß von einer typisch oberbayerischen Gemeinde.

Und doch: Ein uriges Wirtshaus samt Mittagstisch fehlt. Damit nicht genug: Wer im Landkreis Starnberg von der Autobahn A96 etwa 20 Kilometer südwestlich von München nach Oberpfaffenhofen abbiegt, zuckt kurz zusammen, wenn plötzlich ein Passagierflugzeug im Tiefflug über das Auto hinwegschwebt.

Bayern-Bosse fliegen von Oberpfaffenhofen nach London

Denn: In Oberpfaffenhofen befindet sich der zweitgrößte Verkehrsknotenpunkt für Flieger nahe der bayerischen Landeshauptstadt. Natürlich deutlich nach dem Flughafen München, der eigentlich viel näher bei Erding steht. Es handelt sich um den Sonderflughafen Oberpfaffenhofen.

Von hier aus wickelt nicht zuletzt der FC Bayern seine heißesten Deals ab. Auch beim Transfer-Poker um England-Torjäger Harry Kane (30, Tottenham Hotspur) ist Oberpfaffenhofen das Drehkreuz zwischen Isarmetropole und London. t-online erklärt die Besonderheiten des Sonderflughafens – und die bemerkenswerte Geschichte des Geländes.

Diese begann 1936 während der Naziherrschaft, als die Firma Dornier dort einen Werksflughafen errichtete. Die deutsche Luftwaffe stationierte hier Dornier- und Messerschmitt-Kampfflugzeuge, welche im März 1944 von amerikanischen Bombern angegriffen wurden. 1945 übernahmen die USA den damaligen Militärflugplatz, in den 1950er-Jahren folgte die Bundeswehr. Erst 2002 stiegen EDMO und Airbus aus der freien Wirtschaft ein.

Oberpfaffenhofen: Geheimer Flughafen für den FC Bayern

Der spezielle Charakter des Flughafens samt der riesigen Start- und Landebahn, die beinahe parallel zur A96 (in Richtung Allgäu und Bodensee) verläuft, liegt seither in der Bezeichnung als Sonderflughafen begründet. Denn der Flugplatz kann bei der Betreibergesellschaft EDMO für gesonderte Geschäftsreisen angemietet werden. Das ist ein teures Vergnügen. Wer von hier aus fliegt, muss für die Wartung sowie für die Bereitschaft der hauptamtlichen Feuerwehr aufkommen – bei jedem Flug mit einem sogenannten Flugtaxi.

Wie hoch die Kosten für eine einzelne Landung oder einen Start sind, drang bisher nicht nach außen. Aber: Das Modell kommt offensichtlich gut an. Laut "Münchner Merkur" starteten und landeten von Oberpfaffenhofen aus im Jahr 2022 insgesamt 5.605 Geschäftsflüge. Bis zum 31. Mai wurden demnach 2.251 Flugbewegungen registriert, darunter war auch die eine oder andere des FC Bayern. So flog die Mannschaft bei der glücklichen Verteidigung der Deutschen Meisterschaft am 34. Spieltag der vergangenen Saison mit der Firma Private Wings nach Köln.

Nach dem Rückflug aus der Rheinmetropole betrat die begehrte "Schale" in Oberpfaffenhofen wieder oberbayerischen Boden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Hier können sich die Bayern vom Trubel der Fans und von Schaulustigen abschotten. Zugang hat nur, wer für einen Flug bezahlt. Linienverkehr gibt es hier nicht, stattdessen hohe Zäune fernab der 2,2 Kilometer langen Rollbahn, auf der selbst große Maschinen vom Typ Airbus A380 landen können – theoretisch zumindest.

Oberpfaffenhofen: Mehrere Stars des FC Bayern wohnen nebenan

Auf der Liste der Zielflughäfen stehen neben Palma de Mallorca exklusive Destinationen: die spanische Ferieninsel Ibiza etwa, oder der Nobelort St. Tropez an der Côte d’Azur sowie Lausanne am Genfer See. Ob die Bayern-Stars Oberpfaffenhofen auch für ihre Urlaubsreisen nutzen, ist nicht bekannt. Zumal mehrere Münchner Profis südlich der Millionenstadt im malerischen Alpenvorland leben: Thomas Müller zum Beispiel in Otterfing unweit des Starnberger Sees, Manuel Neuer am Tegernsee. Auch aus Grünwald im Landkreis München ist es nach Oberpfaffenhofen nicht weit. Dort hat zum Beispiel Fan-Liebling und Ex-Bayern-Star Franck Ribéry seine Villa.

Neben Reisen nutzen die Bayern Oberpfaffenhofen für die zügige Abwicklung von Transfers. Leroy Sané kam hier einst im Juli 2020 an, damals von Manchester City. Oder Philippe Coutinho, als der Brasilianer im August 2019 auf den letzten Drücker vom FC Barcelona ausgeliehen wurde. Nicht zu verachten: Von Oberpfaffenhofen aus gelangt man über Germering und Pasing vergleichsweise schnell zum Klinikum Barmherzige Brüder, wo der Klub in der Regel die Medizinchecks durchführen lässt. Die Strecke beträgt 22 Kilometer, ohne dass der Bayern-Tross auf den stauanfälligen Mittleren Ring muss. Zum Vergleich: Vom Flughafen München aus sind es, einmal diagonal durch die Isarmetropole, 39 Kilometer bis zum Krankenhaus im Stadtteil Neuhausen – samt Abstecher auf die Stadtautobahn.

Die Wahrscheinlichkeit in Sachen Kane wird größer

Am vergangenen Montag hoben im Kane-Poker nun Vorstandsboss Jan-Christian Dreesen und der Technische Direktor Marco Neppe von Oberpfaffenhofen in Richtung Großbritannien ab, laut Münchner "tz" in einer Privatmaschine Cessna 560XL Citation XLS+ und mit der Bereitschaft, doch noch bis zu 100 Millionen Euro Ablöse für den Wunsch-Mittelstürmer zu bezahlen. Dies sei "intern als Schmerzgrenze definiert" worden, heißt es in dem Bericht.

Spurs-Boss Daniel Levy habe mittlerweile eingesehen, dass der Kapitän der englischen Nationalmannschaft seinen Vertrag (bis 2024) in seiner Heimatstadt wohl nicht verlängern werde, wird weiter berichtet. Dem Vernehmen nach hat sich dessen Frau Katie bereits München angeschaut, unter anderem einen internationalen Kindergarten. Und so wird die Wahrscheinlichkeit immer größer, dass bald Harry Edward Kane in Oberpfaffenhofen landet, um beim FC Bayern vorgestellt zu werden.

Verwendete Quellen
  • Münchner tz/Print: "Transfer-Poker um Kane wird heißer"
  • tz.de: "Wie die Münchner auf einen Sonderflughafen ausweichen"
  • merkur.de: "Flugbetrieb in Oberpfaffenhofen: Immer mehr Privatjets im Anflug"
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