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Bundesliga im TV: Wegfall einer Regelung könnte viel verändern


Der Wegfall dieser Regelung könnte viel verändern


Aktualisiert am 26.09.2023Lesedauer: 4 Min.
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Harry Kane: Er und der FC Bayern sind in der Bundesliga aktuell bei Sky und bei DAZN zu sehen.Vergrößern des Bildes
Harry Kane: Er und der FC Bayern sind in der Bundesliga aktuell bei Sky und bei DAZN zu sehen. (Quelle: Ulmer/imago images)

In wenigen Monaten fällt die Entscheidung, wie es mit der Bundesliga im TV weitergeht. Eine entscheidende, bestehende Regelung könnte wegfallen – und vieles ändern.

Noch bis zum Ende der Spielzeit 2024/2025 ist klar geregelt, wo die Bundesliga in Deutschland im TV zu sehen ist. Die Rechte an den Spielen am Freitag und Sonntag besitzt der Streamingsender DAZN, während Sky der komplette Samstag samt Nachmittagskonferenz und Spitzenspiel am Abend gehört.

Offen ist, wie es dann weitergeht. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) plant, im Frühjahr 2024, gut ein Jahr vor Ablauf der aktuellen Rechte-Periode, bekannt zu geben, wem sie den Zuschlag an den Spielen bis inklusive der Saison 2028/2029 erteilt.

Doch bevor Bewerber ihren Hut in den Ring werfen können, legt die DFL vorerst Pakete fest, die nur unter bestimmten Voraussetzungen erworben werden können. Der Verband unterteilt dabei zwischen Free- und Pay-TV-Sendern.

Mehr Spiele am Sonntag geplant

Neben den Paketen definiert die DFL bei der Medienrechteausschreibung auch sogenannte "Eckpunkte", darunter fällt beispielsweise der Zeitraum der Saisons, die Lizenzgebiete oder die Art der Verwertung.

Gleichzeitig setzt der Verband bei jeder Ausschreibung bestimmte Schwerpunkte. Beim aktuellen Zyklus ging es dabei beispielsweise um die "Förderung von digitalen Innovationen und höchster Präsentationsqualität" sowie die "Stärkung von Pay-Live bei gleichzeitigem Ausbau umfassender Free-Berichterstattung".

Zu diesen Eck- und Schwerpunkten hat die DFL für die kommende Ausschreibungsperiode noch keine offiziellen Angaben gemacht. Einem Bericht von "Spobis" zufolge wird es allerdings einige Veränderungen geben. So soll es ab 2025/26 fünf weitere Spiele am Sonntag um 19.30 Uhr geben (bisher zehn Partien), die der Entlastung der Europapokalteilnehmer dienen soll. Zudem soll sich die Anzahl der Spiele erhöhen, die von den Live-Partnern ausgewählt werden dürfen.

Die entscheidende in dem Bericht angesprochene Veränderung betrifft allerdings das sogenannte "Alleinerwerbsverbot", auch bekannt als die "No-Single-Buyer-Rule". Dabei handelt es sich um einen Beschluss aus dem Jahr 2016, bei dem sich die DFL dazu verpflichtet hatte, bei ihrem Ausschreibungsprozess ein Alleinerwerbsverbot vorzulegen, um "kartellrechtliche Bedenken" auszuräumen und sich rechtlich abzusichern. Diese Regelung existiert bis zum heutigen Tag.

Kartellamtschef: "Das war damals unsere Sorge"

Sieben Jahre später hat sich der Markt allerdings gewandelt. Zum Zeitpunkt der damaligen Regelung im April 2016 war der Streamingsender DAZN in Deutschland noch gar nicht online gegangen. Sky galt als absoluter Platzhirsch im Pay-TV-Segment – insbesondere bei Sportrechten.

"2016 und 2020 war für uns wichtig, dass nicht ein Bieter allein alle Live-Rechte exklusiv erwerben kann, der dann als Monopolist dem Zuschauer gegenübersteht. Vor 2016 hatte dasselbe Unternehmen – Sky – über mehrere Rechteperioden alle Live-Rechte gehalten", beschreibt Kartellamtspräsident Andreas Mundt auf Anfrage von t-online die damalige Situation.

"Vor diesem Hintergrund war damals unsere Sorge, dass ein solcher, langfristig mit sämtlichen exklusiven Rechten ausgestatteter Anbieter kaum Anreize hat, die Qualität der Berichterstattung zu verbessern, die Preise stabil zu halten und das Innovationspotenzial insbesondere des Internets auszuschöpfen", so Mundt weiter.

Nun liegt es natürlich im Auge des Betrachters, ob das Potenzial des Internets ausgeschöpft und die Qualität der Berichterstattung verbessert wurde. Die Möglichkeiten, die Bundesliga von unterwegs oder im Urlaub zu schauen, sind im Vergleich zu 2016 mit Sicherheit besser geworden. Und auch der Druck hinsichtlich Qualitätsverbesserungen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Insbesondere durch den Anbieter DAZN, der sein Live-Rechte-Portfolio in den vergangenen Jahren stetig erhöht hat.

Kartellamt schweigt zum laufenden Verfahren

"Man kann nur mutmaßen, wo wir heute stehen würden, wenn damals ein Anbieter alle Rechte exklusiv erworben hätte", analysiert Mundt. Dass Kundinnen und Kunden bei nur einem existierenden Anbieter weniger für Spiele der Bundesliga zahlen müssten als zum gegenwärtigen Zeitpunkt, bezweifelt er. "Es wäre naiv zu glauben, dass das Angebot in diesem Fall heute preiswerter und besser wäre, schließlich wäre der eine Anbieter ein Monopolist."

Zu der anstehenden Neuvergabe der Rechte wollte Mundt "aufgrund des laufenden Verfahrens" keine Einschätzung abgeben. Beobachter der Szene vermuten allerdings, dass das Alleinerwerbsverbot fallen könnte, da die DFL plane, eine ausdifferenzierte Paketstruktur anzubieten, und sich die Marktgegebenheiten geändert haben. Sollte dies passieren, würde es den Bieterwettbewerb grundlegend verändern.

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Neu wäre, dass sich beispielsweise mehrere Anbieter Rechte an Bundesligaspielen teilen – beispielsweise durch Sublizenzen. In den zwei höchsten deutschen Spielklassen wird aktuell lediglich das Topspiel der 2. Bundesliga am Samstagabend von zwei Anbietern (Sky und Sport1) übertragen.

Laut Mundt wäre "aus rein wettbewerblicher Sicht eine Situation zu begrüßen, in der zwei oder noch mehr Anbieter alle Spiele zeigen können". In der Vergangenheit habe aber der Markt beziehungsweise die Auktion und die anschließende Vergabe bekanntermaßen ein solches Ergebnis nicht erzielen können. Rechteinhaber reden in diesem Zusammenhang gerne von einer "Kannibalisierung" – unter TV-Anbietern gilt Exklusivität nach wie vor als hohes Gut.

Allerdings haben die Entwicklungen in den vergangenen Monaten und Jahren gezeigt, dass das Modell der Sublizenz mehr und mehr Schule macht. Ein wesentlicher Grund dürften die steigenden Kosten für Sportrechte sein, wogegen sich Rechteinhaber mit jener Sublizenz finanziell absichern wollen. In der Bundesliga wäre ein solches Vorgehen allerdings eine Neuheit.

Verwendete Quellen
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