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FC Bayern München: Der schwere Kampf von Hasan Salihamidzic um Transfers

Bayern-Manager in der Kritik  

Der schwere Kampf des Hasan Salihamidzic

Von Patrick Mayer, München

21.07.2019, 10:45 Uhr
FC Bayern München: Der schwere Kampf von Hasan Salihamidzic um Transfers. Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Klub-Präsident Uli Hoeneß: Der Sportdirektor konnte sich neben den mächtigen Bayern-Bossen noch nicht profilieren. (Quelle: dpa/Peter Kneffel)

Sportdirektor Hasan Salihamidzic mit Klub-Präsident Uli Hoeneß: Der Sportdirektor konnte sich neben den mächtigen Bayern-Bossen noch nicht profilieren. (Quelle: Peter Kneffel/dpa)

Hasan Salihamidzic gerät immer mehr unter Druck, solange der Sportdirektor des FC Bayern nicht mehr neue Stars präsentieren kann. t-online.de analysiert seine Arbeit.

Das knallharte Geschäft Profifußball nimmt in den seltensten Fällen Rücksicht auf Männerfreundschaften. Beim FC Bayern weiß man das. So kam es im Oktober 1991 zu einem aus heutiger Sicht ungeheuerlichen Vorgang: Uli Hoeneß, damals Manager, feuerte Jupp Heynckes, als dieser das erste Mal Trainer an der Säbener Straße war.

Freundschaft mit Kovac auf Probe gestellt

In der vergangenen Saison kam es dann zum Zerwürfnis zwischen Hoeneß und seinem einstigen Kompagnon Paul Breitner, der Ehrenspielführer reagierte stur – und selbst hartgesottene Beobachter des bayerischen Machtkosmos blieben ratlos zurück.


Nun wird die Männerfreundschaft zwischen Hasan Salihamidzic und Niko Kovac auf die Probe gestellt. Ihre ursprünglich jugoslawischen Wurzeln vereinen sie, Kroate Kovac und Bosnier Salihamidzic spielten zudem zwischen 2001 und 2003 gemeinsam für den FC Bayern.

Hasan Salihamidzic (l.) und Niko Kovac: Übersteht ihre Freundschaft den Druck beim FC Bayern? (Quelle: imago images/Sportfoto Rudel)Hasan Salihamidzic (l.) und Niko Kovac: Übersteht ihre Freundschaft den Druck beim FC Bayern? (Quelle: Sportfoto Rudel/imago images)

Es entstand eine enge Freundschaft zwischen dem früher lausbübischen "Brazzo", übersetzt "das Bübchen", und dem in sich gekehrten Niko.

Salihamidzic bremst Kumpel Kovac ein

Freundschaftlich hörte sich das, was Sportdirektor Salihamidzic seinem Trainer via "Sport Bild" kürzlich mitteilte, jedoch nicht mehr an. Eher branchenüblich pragmatisch.

"Niko macht sich Gedanken über die neue Saison, das ist normal. Wir als Klub müssen dabei immer schauen: Wie finanzieren wir unsere Planungen? Außerdem müssen wir entscheiden: Was brauchen wir aktuell, was entwickeln wir für die Zukunft", erklärte der 42-Jährige mit einer beinahe greifbaren Distanz zu seinem fünf Jahre älteren Coach.

Hasan Salihamidzic hat es nicht leicht

Das Balancieren zwischen Autorität und Freundschaft – es ist nicht die einzige Schwierigkeit, mit der der Sportdirektor aktuell zu kämpfen hat. In München ist der Begriff Transferstau mittlerweile ein geflügeltes Wort, wenn es darum geht, seine Arbeit zu beschreiben. Noch immer konnten nach Ansicht vieler Beobachter nicht genügend neue Stars verpflichtet werden.

Und: Die Skepsis aus dem Umfeld ist offenbar in der Mannschaft angekommen. Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Joshua Kimmich – die Anführer schlugen zuletzt mangels Top-Transfers Alarm, wohlwissend, wie sie diese Kritik platzieren müssen.

Robert Lewandowski: Als einer von mehreren Bayern-Stars nutzte er die große Bühne für Kritik an der Transferpolitik seines Klubs. (Quelle: imago images/ZUMA Press)Robert Lewandowski: Als einer von mehreren Bayern-Stars nutzte er die große Bühne für Kritik an der Transferpolitik seines Klubs. (Quelle: ZUMA Press/imago images)

Vergleichsweise forsch äußerte sich Kapitän Neuer, das Karriereende mit seinen 33 Jahren in zumindest nicht mehr allzu weiter Ferne. "Nicht umsonst ist unser Sportdirektor daheim geblieben", meinte der Weltmeister in Los Angeles.

FC Bayern kämpft um Leroy Sané

Bei Kollege Lewandowski klang die Botschaft an Salihamidzic weniger zurückhaltend: "Nicht nur ich, sondern auch die anderen Spieler warten auf neue Spieler", sagte der Pole. Doch aktuell kassiert ihr Vorgesetzter Salihamidzic offensichtlich eine Transferabsage nach der anderen.

Verschiedenen Berichten zufolge soll der Spanier Rodri der absolute Wunschkandidat für die Sechserposition gewesen sein, doch der 23-jährige Mittelfeldspieler wechselte für kolportiert 70 Millionen Euro Ablöse von Atlético Madrid zu Manchester City.

Bei Leroy Sané ist die Situation dagegen festgefahren. Die Bayern-Bosse werben öffentlich um den 23-jährigen Nationalspieler, der übereinstimmenden Medienberichten zufolge aber nicht nach München will.

Vergebliches Werben um Chelsea-Talent Hudson-Odoi

Dabei tut der FC Bayern alles in seiner Macht Stehende, um den Ex-Schalker doch noch zu überzeugen. "Sané könnte das neue Gesicht des FC Bayern werden", meinte Lothar Matthäus auf der USA-Tour. Der Rekordnationalspieler ist dort offizieller Repräsentant des Rekordmeisters – und kennt sich darin aus, Botschaften zu platzieren.

Callum Hudson-Odoi: Das englische Talent ist beim FC Bayern weiterhin heiß begehrt. (Quelle: imago images/Focus Images)Callum Hudson-Odoi: Das englische Talent ist beim FC Bayern weiterhin heiß begehrt. (Quelle: Focus Images/imago images)

Umgekehrt wirkt es, als täten Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Präsident Hoeneß mit ihrer Führungskraft Salihamidzic nicht immer einen Gefallen. "Er hat sich in den Spieler verliebt", sagte Rummenigge im Frühjahr über das bis heute ergebnislose Werben um Außenangreifer Callum Hudson-Odoi (18 Jahre) vom FC Chelsea. Hoeneß erhöhte den Druck gewohnt hemdsärmelig.

Chancenlos gegen das Geld der Premier League?

Wohl euphorisiert durch das Double gab der 67-Jährige seinem "Brazzo" im Umfeld des Drittligaaufstiegs der zweiten Mannschaft, einem seiner Lieblingsprojekte, einen regelrechten Transferbefehl. Man habe "wegen des Schlussspurts die Transferaktivitäten auf Eis gelegt", sagte er Ende Mai: "Hasan ist aufgerufen, ab Montag wieder richtig loszulegen."

Das Hoeneßsche Diktat liegt mittlerweile sieben Wochen zurück, konkret erzielt hat Salihamidzic seither – nichts!


Das vielleicht größte Problem: Die Gehälterexplosion durch die milliardenschwere TV-Vermarktung der Premier League macht dem FC Bayern wohl gehörig zu schaffen. "Wenn Sie das Doppelte verdienen würden, würden Sie auch in England arbeiten, oder?", fragte Kovac zuletzt bei einer Pressekonferenz in die Runde. Und Rummenigge erklärte dazu: "Ich weiß nicht, wo es noch hinführen soll." Ob Salihamidzic diesen Satz unterstreichen würde?

Verwendete Quellen:

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