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Haftstrafe für Bayern-Star! Die kuriose Geschichte von Lucas Hernández

Unruhe beim FC Bayern  

Die kuriose Geschichte hinter Hernández' Haftstrafe

14.10.2021, 07:00 Uhr | sid, t-online, np

Haftstrafe für Bayern-Star! Die kuriose Geschichte von Lucas Hernández. Lucas Hernandez: Der Bayern-Profi muss auf eine höhere Instanz hoffen.  (Quelle: imago images/Sven Simon)

Lucas Hernandez: Der Bayern-Profi muss auf eine höhere Instanz hoffen. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Muss Bayerns Fußball-Weltmeister Lucas Hernández wirklich ins Gefängnis? Die Aussetzung einer Haftstrafe wurde bislang vom Gericht abgewiesen. Hernández' Hoffnung ruht auf einer höheren Instanz.

Am Dienstag zeigte sich Lucas Hernández bei seiner Rückkehr nach München noch als stolzer Nations League-Sieger, einen Tag später holte ihn ein Justiz-Urteil aus dem Jahr 2019 ein: Ein spanisches Gericht hat am Mittwoch die Vollstreckung einer Haftstrafe gegen den Weltmeister angeordnet. Die beantragte Aussetzung sei abgelehnt worden.

Paar flog nach Kontaktverbot nach Miami

Der 25-Jährige vom FC Bayern hatte 2017 gegen ein Annäherungs- und Kontaktverbot gegenüber seiner Freundin verstoßen, mit der er inzwischen nach der Versöhnung verheiratet ist. Der Franzose hatte damals noch für Atlético Madrid gespielt. Das 32. Strafgericht in Madrid setzte am Mittwoch fest, Hernandez müsse am 19. Oktober dort erscheinen und innerhalb von zehn Tagen seine vor zwei Jahren verhängte sechsmonatige Haftstrafe in einer Strafanstalt seiner Wahl antreten. Laut Gerichtsmitteilung wurde gegen die Vollstreckung Berufung eingelegt. 

Der Fall ist zumindest kurios: 2017 waren sowohl der Profi als auch seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Amelia de la O. wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit einem wechselseitigen Kontaktverbot und 31 Tagen Sozialarbeit belegt worden. Laut Gericht hat das Paar gegen das Kontaktverbot verstoßen, indem es sich versöhnte und wenige Monate später gemeinsam nach Miami flog, wo es Medienberichten zufolge heiratete.  

Hernández war deshalb nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub am Flughafen in Madrid kurzzeitig festgesetzt worden, das Kontrollsystem schlug an. 2019 war der Profi dann vom 35. Strafgericht in Madrid zu einem halben Jahr Haft verurteilt worden. Dieses soll nun vollstreckt werden. Seine Freundin hatte Glück, da bei ihrer Heimreise, so schreibt es die Süddeutsche Zeitung, "das Urteil mit dem sechsmonatigen Kontaktverbot zu Hernández noch nicht offiziell zugestellt worden" war. Nach der Geburt ihres gemeinsamen Kindes im Jahr 2018 galt das Verbot nicht mehr. 

Rekordmeister noch ohne Statement

Bayern München hat sich am Mittwoch auf Anfrage des Sportinformationsdiensts nicht zu dem Justizfall seines Profis geäußert. Sollte Hernandez der Vorladung folgen, würde er auf jeden Fall für das Champions-League-Auswärtsspiel des deutschen Rekordmeisters am 20. Oktober bei Benfica Lissabon ausfallen.

Offen ist nun, ob Hernández wirklich ins Gefängnis gehen muss. Seine Hoffnung liegt auf der nächsthöheren gerichtlichen Instanz. Möglich wäre auch, dass das Urteil innerhalb der Zehn-Tage-Frist zu Hernández' Gunsten umgewandelt wird. 

Hernández hatte am Dienstag nach der Rückkehr von der französischen Nationalmannschaft erstmals wieder am Training der Bayern teilgenommen. Lächelnd zeigte sich der 25-Jährige vor der Einheit auf einem Foto mit Teamkollege Corentin Tolisso. Mit Frankreich hatte Hernandez am Sonntag die Nations League durch ein 2:1 gegen Spanien gewonnen.

Hernández war er von Atlético Madrid für 80 Millionen Euro zu den Bayern gewechselt. Er ist nach wie vor der teuerste Einkauf der Bundesliga-Geschichte. Durch Verletzungen konnte Hernández den Erwartungen aber bislang nicht gerecht werden.

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