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Staunen ├╝ber Gladbacher Absturz

Von dpa
Aktualisiert am 21.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Gladbachs Trainer Adi H├╝tter bezeichnet die aktuelle Krise als schwerste Situation seiner Karriere.
Gladbachs Trainer Adi H├╝tter bezeichnet die aktuelle Krise als schwerste Situation seiner Karriere. (Quelle: Swen Pf├Ârtner/dpa./dpa)
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M├Ânchengladbach (dpa) - Die Liga schaut fassungslos auf Borussia M├Ânchengladbach. Vergangene Saison noch Achtelfinalist in der Champions League - n├Ąchste Saison dann zweite Fu├čball-Bundesliga?

Ausgeschlossen ist das nicht mehr. Am Samstag gegen Union Berlin (15.30 Uhr/Sky) droht endg├╝ltig der Sturz in die Abstiegsregion. Die Situation l├Ąsst auch Trainer Adi H├╝tter fast verzweifeln.

"Das ist sicherlich gerade die schwierigste Situation in meiner 13-j├Ąhrigen Trainer-T├Ątigkeit", gestand der 51 Jahre alte ├ľsterreicher, der im Sommer als gro├čer Hoffnungstr├Ąger f├╝r 7,5 Millionen Euro Abl├Âse von Eintracht Frankfurt gekommen war, am Freitag offen. "Nat├╝rlich habe ich so etwas nicht erwartet. Ich habe etwas ganz anderes erwartet. Aber manchmal l├Ąuft es eben anders."

Pokal-Debakel in Hannover

Nach dem peinlichen 0:3 im DFB-Pokal-Achtelfinale beim biederen Zweitligisten Hannover 96, das noch deutlich h├Âher h├Ątte ausfallen k├Ânnen, ist die Bezeichnung "nerv├Âs" f├╝r die Stimmung im Umfeld der Borussia noch v├Âllig unzureichend. L├Ąngst f├╝hlen sich Beobachter an die Zeit vor 2011 erinnert, als sich der f├╝nfmalige Meister erst in der Relegation rettete und anschlie├čend wieder zu einer Top-Adresse in der Bundesliga wurde. Davon ist aktuell kaum etwas zu sehen.

Der Mann, der wie kein Zweiter das Gesicht des Clubs nach au├čen verk├Ârpert und f├╝r den Aufschwung am Niederrhein in der vergangenen Dekade steht, kann derzeit nicht ├Âffentlich sprechen. Sportchef Max Eberl ist laut Verein krank. Vor dem wichtigen Spiel gegen Union konnte es so keine Unterst├╝tzung von ihm f├╝r den Trainer geben. Derzeit wird munter spekuliert, dass der ├ľsterreicher im Falle einer weiteren Pleite trotz der Millionen-Abl├Âse nicht mehr zu halten sein d├╝rfte. H├╝tter bezeichnete die Ger├╝chte als "normalen Prozess".

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H├╝tter unter Druck

Angst um seinen Job hat er aber (noch) nicht. "Ich sp├╝re sehr viel Vertrauen innerhalb des Vereins von den handelnden Personen", berichtete H├╝tter. "Das tut mir auch gut, aber wir wissen auch, dass wir die Situation sehr schnell ver├Ąndern m├╝ssen."

Anfang Dezember, als die Borussia unter anderem im Derby beim 1. FC K├Âln (1:4) und gegen den SC Freiburg (0:6) dramatische Niederlagen und binnen drei Spielen 17 Gegentore kassierte, hatte Eberl Fragen nach H├╝tter noch als "absurd" abgetan und klargestellt: "Man entscheidet sich ja bewusst f├╝r einen gemeinsamen Weg. Wir gehen jetzt auch gemeinsam durch dick und d├╝nn." Ohnehin ist Eberl nicht als jemand bekannt, der einen Trainer in Krisen schnell beurlaubt.

Doch was ist in Gladbach derzeit noch normal? Dieselben Spieler, die in der Vorsaison noch Champions-League-Galas gegen Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk zelebrierten oder in dieser Saison zweimal den FC Bayern besiegten und dabei im Pokal sogar 5:0 dem├╝tigten, pr├Ąsentierten sich zuletzt teilweise amateurhaft. "Nat├╝rlich ist das unverst├Ąndlich", sagte selbst H├╝tter, der nach eigener Auskunft aber noch nicht ratlos ist.

Eberl bei Fans in der Kritik

Bei den Fans wird f├╝r die teils phlegmatischen Auftritte der Spieler inzwischen auch Eberl verantwortlich gemacht, weil etliche Profis auch laut H├╝tter derzeit mehr mit der eigenen Zukunft besch├Ąftigt sind. "Das gab es so vorher nicht", bemerkte unter anderem die "Rheinische Post" treffend zu Kritik an Eberl.

Dass erhoffte Transfers wie von Marcus Thuram im Sommer zu Inter Mailand an pl├Âtzlichen Verletzungen scheiterten, kann Eberl kaum verantworten. Dass der Franzose nach seiner Genesung nur noch lustlos ├╝ber den Platz trabt und noch kein einziges Saisontor geschossen hat, ebenso wenig. Dass der mitunter lethargisch wirkende Kader aber seit anderthalb Jahren nur punktuell ver├Ąndert wurde, st├Ârt den gro├čen Anhang trotz der unverschuldeten Corona-Krise schon eher. Denn die trifft alle Clubs - die es teilweise aber deutlich besser machten.

Vor dem wichtigen Pokalspiel in Hannover hatte ein Auftritt Eberls zudem zu verwirrten Kommentaren der Anh├Ąnger gef├╝hrt. Grimmig und auffallend kurz angebunden gab er nur patzig und anscheinend widerwillig Auskunft, nannte H├╝tter mehrmals beim Vornamen von Ex-Coach Dieter Hecking. "Einen bedenklichen Eindruck" habe er gemacht, kommentierte die "S├╝ddeutsche Zeitung".

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