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Fr├╝hst├╝ck, Training, Warten: Magaths spezieller Muttertag

Von dpa
Aktualisiert am 08.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Herthas Trainer Felix Magath h├Ąlt im Training eine Ansprache.
Herthas Trainer Felix Magath h├Ąlt im Training eine Ansprache. (Quelle: Matthias Koch/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Felix Magath tat so, als sei nichts passiert. Im Sonnenschein stand der Trainer von Hertha BSC mit verschr├Ąnkten Armen auf dem ├ťbungsplatz in Sichtweite des Olympiastadions und beobachtete das von ihm nach einem gemeinsamen Fr├╝hst├╝ck als kleine Strafarbeit verordnete Treiben.

Schnelle Hilfe vom FC Bayern M├╝nchen noch am Muttertag? Eine weitere Chance kommende Woche bei Borussia Dortmund? All diese Optionen waren Magath nach dem entt├Ąuschenden 1:2 gegen den 1. FSV Mainz 05 total egal.

Hertha steht vor einem radikalen Umbruch

"Relegation" hatte er am Vorabend in jedes Mikrofon als Berliner Drohkulisse posaunt. Der zum Retter von Hertha BSC erkorene Trainer verfolgt im Saisonendspurt der Fu├čball-Bundesliga schon l├Ąnger eine spezielle Taktik. Regelm├Ą├čig redet Magath sein Team schlecht und klein. So wirkt es in der Realit├Ąt ein bisschen besser und gr├Â├čer.

"Als Profi, f├╝r den ich mich halte, bereite ich mich auf den schlechtesten Fall vor", sagte der 68-J├Ąhrige. Magath ist ein Fuchs. Kommt es besser, lag es an seiner Arbeit, kommt es schlecht, hat er es schon immer geahnt. Die Logik passt in die Gesamtstimmung bei der Hertha. Sie kommt auch Gesch├Ąftsf├╝hrer Fredi Bobic bestimmt nicht ungelegen, ist ein ordentlicher Grundpessimismus doch die Grundlage f├╝r einen radikalen Umbruch, an dem die Berliner unabh├Ąngig von jeder Klassenzugeh├Ârigkeit in der kommenden Saison nicht vorbeikommen werden. Gegen Mainz waren alle Komponenten im Stadion zu sehen:

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- Die Mannschaft hat sich zusammengerauft. Sie wird aber in allen Teilen neue Kr├Ąfte ben├Âtigen, um nicht wieder in Schieflage zu geraten. Auf Dauer k├Ânnen ein gealterter Kevin-Prince Boateng und ein Davie Selke unter Magath-Adrenalin den Laden nicht zusammenhalten.

- Der Trainer hat in der K├╝rze viel geschafft. Doch Magath ist kaum die Dauerl├Âsung. Bobic wird seinen Fehler aus dem Vorjahr nicht wiederholen wollen, als er aus falschem Kalk├╝l am damaligen Retter Pal Dardai festhielt. Bobic dementiert, aber die Trainersuche l├Ąuft.

- Die Fans sind nach der Vers├Âhnungsgeste der Mannschaft gegen Mainz wieder bes├Ąnftigt. Im Gegensatz zur Mannschaft war die Stimmung im Olympiastadion erstklassig. Ihren Einfluss haben gerade die Ultras erst einmal klar gemacht. Sie verstehen sich als Machtfaktor.

- Was passiert in der Chefetage? Bei der Mitgliederversammlung am 29. Mai k├Ânnte der Konflikt zwischen Pr├Ąsident Werner Gegenbauer und Investor Lars Windhorst eskalieren. Gerade halten sich beide an den vereinbarten Burgfrieden. "Wirherthaner.de" prangte als riesiges Plakat im Olympiastadion. Ex-Ultra und Unternehmer Kay Bernstein bringt sich mit diesem Slogan als Chef-Option in Stellung.

Das gro├če Warten auf die Bayern-Partie

Noch ist die Saison nicht vorbei. Magaths pers├Ânliche Bilanz ist bei drei Siegen, einem Remis und drei Niederlagen ziemlich passabel. Einen Sieg in Dortmund traut Magath seinem Team, das ihn gegen Mainz offensichtlich ziemlich entt├Ąuscht hatte, offenbar nicht zu. "Ich habe keine Ahnung, wie sie Fu├čball beurteilen. Wir spielen gegen den Tabellenzweiten, wir sind Tabellen-15.", raunzte Magath einen Fragesteller an, der ihn auf diese sichere Option zum Klassenerhalt ohne Rechenspiele und bajuwarische Hilfe hinwies.

Magath griff also erst mal zu dem Stilmittel, das er beherrscht, er griff durch. Drei f├╝r den selbst erk├Ąmpften Klassenerhalt angedachte freie Tage wurden gestrichen. Es muss schlie├člich gearbeitet werden. Bei seinen Spielern kam er damit durchaus gut an. "Er wei├č genau, welche Kn├Âpfe er dr├╝cken muss", sagte Torsch├╝tze Selke. "Der Zusammenhalt. Auch wenn wir verlieren, sind wir eine Einheit", beschrieb Boateng den Berliner Stimmungswandel.

An einen gemeinsamen TV-Abend mit dem Bayern-Spiel als Programm dachten aber weder Magath noch sein Anf├╝hrer Boateng. "Ich hoffe, ich kann zuhause ein bisschen ausruhen. Ich bin ein bisschen ├Ąlter. Ich glaube nicht, dass wir uns zusammensetzen. Das w├Ąre ein bisschen ├╝bertrieben", meinte Boateng.

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