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PSG vor großem Umbruch - Trainerkandidat Löw?

Von dpa
Aktualisiert am 22.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Kehrt Ex-Bundestrainer Joachim Löw bald auf die Trainerbank zurĂŒck?.
Kehrt Ex-Bundestrainer Joachim Löw bald auf die Trainerbank zurĂŒck?. (Quelle: Alex Grimm/Getty Images Europe/Pool/dpa./dpa)
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Paris (dpa) - Kaum war die berauschende "Nacht ihres Prinzen" Kylian MbappĂ© vorbei, wurde bei Paris Saint-Germain offenbar der große Umbruch eingeleitet - und dabei taucht sogar der Name von Ex-Bundestrainer Joachim Löw auf.

Nach der mit schier unglaublichen Millionensummen honorierten VertragsverlĂ€ngerung des französischen Weltmeisters muss nun eine passende sportliche FĂŒhrung fĂŒr die ehrgeizigen Ziele des Geldgebers in Katar gefunden werden. Das Aus fĂŒr Sportdirektor Leonardo ist nach ĂŒbereinstimmenden Medienberichten besiegelt, und auch Trainer Mauricio Pochettino soll trotz Vertrages bis 2023 keine Zukunft mehr haben.

Name Löw kursiert in GerĂŒchtekĂŒche

Prompt wurden die Spekulationen angeheizt. Die französische Sportzeitung "L'Equipe" brachte Löw ins GesprĂ€ch und glaubt, dass den Weltmeister-Trainer von 2014 das Projekt interessieren wĂŒrde, "sollte sich die Gelegenheit bieten". Als weitere mögliche Kandidaten werden der belgische Nationaltrainer Roberto Martinez, Ex-PSG-Profi Thiago Motta und Christophe Galtier von OGC Nizza gehandelt. Dem Vernehmen nach ist Starcoach ZinĂ©dine Zidane kein Thema.

Der derzeit vereinslose Zidane hatte immerhin Real Madrid dreimal zum Champions-League-Titel gefĂŒhrt, und nichts weniger als der Henkelpokal wird auch vom PSG-Trainer gefordert. Denn das Personal steht dafĂŒr zur VerfĂŒgung. Schließlich fiel die "Wahl des Königs" ("L'Equipe") auf Paris anstelle von Real Madrid, was in Spanien fĂŒr große VerĂ€rgerung gesorgt hatte.

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Der Chef der spanischen Liga, Javier Tebas, wetterte bei Twitter, die Art und Weise der wohl sehr teuren VerlĂ€ngerung sei eine "Beleidigung" fĂŒr den Fußball. PSG-PrĂ€sident Nasser Al-Khelaifi sei "so gefĂ€hrlich wie die Super League". Dass ausgerechnet Real einst treibende Kraft bei der letztlich gescheiterten Super League war, schien Tebas vergessen haben.

LaLiga kĂŒndigt Beschwerde an

Die spanische Liga kĂŒndigte an, Beschwerde gegen den Vertrag bei der EuropĂ€ischen Fußball-Union (UEFA), den französischen Verwaltungs- und Steuerbehörden sowie der EuropĂ€ischen Union einzulegen. Diese Art von Vereinbarung wĂŒrde die wirtschaftliche StabilitĂ€t des europĂ€ischen Fußballs attackieren sowie die Hunderttausende Jobs und die IntegritĂ€t des Sports gefĂ€hrden, hieß es zur BegrĂŒndung.

Es sei skandalös, dass ein Verein wie PSG, der in der vergangenen Saison mehr als 220 Millionen Euro Verlust gemacht und zuvor bereits 700 Millionen Euro Minus angehĂ€uft hatte, nun mit Kosten von 650 Millionen Euro fĂŒr das Personal solch eine Vereinbarung treffen konnte, schrieb Tebas. Spanische Medien berichten, dass der StarstĂŒrmer von PSG fĂŒr die VertragsverlĂ€ngerung bis 2025 ein Handgeld von bis zu 300 Millionen Euro bekommen habe.

Er wolle das Abenteuer fortsetzen in Paris, seiner Stadt, sagte MbappĂ©, der beim 5:0 zum Saisonabschluss entsprechend gefeiert wurde und den Fans gleich noch drei Tore schenkte. "Ich hoffe, dass ich weiter das machen kann, was ich am meisten liebe: Fußball spielen und TrophĂ€en gewinnen." Im Prinenpark schallten mehrere Minuten die "MbappĂšeee, MbappĂ©eee"-Rufe durch das Rund.

Real ausgestochen

Dabei schien lange beschlossene Sache zu sein, dass er dies zukĂŒnftig bei Real machen wĂŒrde, seinem Herzensclub als kleiner Junge. Bereits im vergangenen Sommer wollte MbappĂ© nach der Verpflichtung von Superstar Lionel Messi PSG verlassen, wofĂŒr er beim Saisonstart von den eigenen Fans ausgebuht worden war. Ein neues PSG-Angebot ĂŒber einen FĂŒnfjahresvertrag mit kolportierten 50 Millionen Euro Gehalt pro Saison schlug er aus. Real gab mehrere Offerten fĂŒr MbappĂ© ab, noch am letzten Tag des Transferfensters hatte Real ĂŒber 200 Millionen Euro geboten, aber PSG lehnte ab.

Die Beharrlichkeit von Paris hat sich gelohnt, fĂŒr die Katar-Sponsoren gerade im WM-Jahr von großer Bedeutung. Der Fixpunkt MbappĂ© bleibt also, nun mĂŒssen die Voraussetzungen fĂŒr einen x-ten und dieses Mal erfolgreichen Angriff auf Europas Thron geschaffen werden. Pochettino wird dies offenbar nicht zugetraut. Der Argentinier, der in der Vorsaison Thomas Tuchel ersetzt hatte, konnte die hohen Erwartungen der PSG-EigentĂŒmer bislang nicht erfĂŒllen. Vor allem das Scheitern im Achtelfinale der Champions League gegen Real Madrid sorgte fĂŒr große EnttĂ€uschung.

Ohnehin hat Pochettino den Makel, in Sachen Titeln oft nur zweiter Sieger zu sein wie beim verlorenen Champions-League-Finale von Tottenham Hotspur gegen den FC Liverpool 2019. Bei Löw wĂ€re der Vorteil, dass er frei ist und bereits einen großen Titel geholt hat. Als Nachteil fĂŒgt das Blatt Löws begrenzte Erfahrung im Vereinsfußball und die Sprachbarrieren an.

Löw hatte am Rande des DFB-Pokal-Endspiels durchblicken lassen, dass er in absehbarer Zeit wieder auf die Trainerbank zurĂŒckkehren könnte. "Ich wĂŒrde schon gerne wieder einen Club trainieren. Das wĂŒrde mir Spaß machen", sagte Löw dem TV-Sender Sky.

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