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FC Chelsea feuert Thomas Tuchel: Die Begründung ist dünn | Ein Kommentar


Habt ihr den Verstand verloren?

Ein Kommentar von Benjamin Zurmühl

Aktualisiert am 07.09.2022Lesedauer: 3 Min.
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Thomas Tuchel wütet: Seine Zeit beim FC Chelsea geht überraschend vorbei. (Quelle: Mark Pain/imago images)
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Thomas Tuchel ist nicht mehr Trainer des FC Chelsea. Dabei holte er dort drei Titel in kurzer Zeit. Doch das wird im Fußball allzu schnell vergessen.

"We've got super Tommy Tuchel. He knows exactly what we need, Thiago at the back, Timo in attack, Chelsea gonna win the Champions League." Diese Zeilen darüber, dass Thomas Tuchel mit Thiago Silva in der Abwehr und Timo Werner im Sturm für den FC Chelsea den Champions-League-Titel holt, schallten in den vergangenen Monaten regelmäßig durch den Fanblock der "Blues". Grund zum Feiern gab es schließlich genug.

Die Fans verehrten ihren "Tommy Tuchel". Den Mann, der im Januar 2021 den FC Chelsea als Neunter der Premier League übernahm und binnen weniger Monate auf Platz vier führte – und mit dem Klub parallel noch die Champions League im Finale gegen Manchester City gewann. Im August folgte noch der Uefa-Supercup gegen Villareal. Ein halbes Jahr später die Klub-Weltmeisterschaft. Die erste in der Geschichte des Vereins.

Im September 2022 wird Thomas Tuchel trotzdem als Trainer des FC Chelsea entlassen. Ja, genau: "Super Tommy Tuchel" muss gehen. Jetzt die Frage: Hat die Klubführung des FC Chelsea den Verstand verloren?

Die erschwerte Saisonvorbereitung

Die Begründung für das Aus ist dünn. Denn im Statement des FC Chelsea werden kaum Gründe genannt. Nur, dass für die neuen Eigentümer nach 100 Tagen im Amt der "richtige Moment" gekommen sei, den Wechsel zu vollziehen. Offenbar war der Saisonstart zu schlecht. Zehn Punkte aus sechs Premier-League-Spielen und Platz sechs – übrigens vor dem FC Liverpool – stehen zu Buche. Dazu kommt ein 0:1 bei Underdog Dinamo Zagreb zum Start der neuen Champions-League-Saison. Liest sich nicht gut, ist aber kein guter Grund, jetzt schon den amtierenden Welttrainer des Jahres zu feuern. Solange intern nichts anderes zwischen Tuchel und der Klubführung vorgefallen ist, ist die Entscheidung verfrüht und falsch.

Todd Boehly (m.): Der US-Amerikaner beweist nicht, dass Geduld seine Stärke ist.
Todd Boehly (m.): Der US-Amerikaner beweist nicht, dass Geduld seine Stärke ist. (Quelle: IMAGO/Nigel Keene)

Gerade im Rückblick auf die Saisonvorbereitung. Weil Ex-Klubbesitzer Roman Abramowitsch als russischer Oligarch mit Sanktionen belegt wurde, konnte der FC Chelsea fast drei Monate lang (März bis Mai) keine Transfers tätigen oder Verträge verlängern. Tuchel verlor zwei Stammspieler in der Abwehr (Christensen, Rüdiger) und musste bis Mitte Juli warten, ehe es unter der neuen Führung Ersatz gab. Dann kam Kalidou Koulibaly für die Abwehr. Der zweite Neuzugang fürs Abwehrzentrum kam erst vor einer Woche. Wunschstürmer Pierre-Emerick Aubameyang stieß erst am "Deadline Day" dazu. Unter diesen Voraussetzungen ist es nicht leicht, mit Teams wie Manchester City mitzuhalten, die ihre wichtigsten Transfers (Haaland, Philipps) bereits frühzeitig eingetütet hatten.

Und so werden die Erfolge von gestern im oft sehr kalten Fußballgeschäft schnell vergessen. Das eigene Missmanagement der Klubführung findet dabei keine Erwähnung.

RB Leipzig – oder wenn der Pokalheld schnell wieder gehen muss

Das zeigt auch das Beispiel Rasenballsport Leipzig. Der Verein trennte sich am Mittwoch ebenfalls von seinem Trainer. Domenico Tedesco musste gehen. Mit einem Fehlstart in der Bundesliga und in der Champions League fehlte dem Klubmanagement der Glaube daran, dass der Deutsch-Italiener die Wende schafft. Dabei hatte er noch vor wenigen Monaten für den größten Erfolg in der kurzen Geschichte RB Leipzigs gesorgt und den DFB-Pokal geholt.

Domenico Tedesco (in schwarz) mit seiner Mannschaft nach dem Titelgewinn im DFB-Pokal.
Domenico Tedesco (in schwarz) mit seiner Mannschaft nach dem Titelgewinn im DFB-Pokal. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON)

Während sein Vorgänger Jesse Marsch nach vier Punkten aus fünf Spielen noch über zwei Monate Zeit bekam, muss Tedesco schon jetzt gehen. Nach einer Transferphase, in der mehr die Wunschspieler der Klub-Offiziellen (Xaver Schlager, Timo Werner) geholt wurden als die des Trainers, sollten sich eher Klubboss Oliver Mintzlaff und Co. fragen, warum sie zwei Jahre in Folge den Saisonstart in den Sand setzten, als wieder zum schnellsten Mittel zu greifen und den Trainer zu entlassen. Als Pokalsieger hätte Tedesco zumindest die Chance verdient, noch mehr Zeit zu bekommen.

Aber von den Grundtugenden des Sports hat sich der Fußball ohnehin in vielen Teilen weit entfernt.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
  • chelseafc.com: "Chelsea Football Club part company with Thomas Tuchel" (engl.)
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