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Jérôme Boateng – vom FC Bayern zu Lyon: Aber warum nur?


Einfach falsch

Ein Kommentar von Robert Hiersemann

Aktualisiert am 03.09.2021Lesedauer: 2 Min.
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Jérôme Boateng: Der Verteidiger verließ den FC Bayern in diesem Sommer nach zehn Jahren.Vergrößern des Bildes
Jérôme Boateng: Der Verteidiger verließ den FC Bayern in diesem Sommer nach zehn Jahren. (Quelle: Hübner/imago-images-bilder)

Der Wechsel des ehemaligen Bayern-Verteidigers nach Frankreich kommt überraschend – und erscheint wenig durchdacht. Denn Boateng lässt damit eine Riesenchance liegen.

Jérôme Boateng hat alles erreicht: Der 32-Jährige ist Weltmeister, zweifacher Champions-League-Sieger, achtfacher deutscher Meister und fünfmaliger DFB-Pokalsieger. Für einen Fußballer seines Formats hätten in diesem Sommer nur zwei Wechsel-Varianten wirklich Sinn ergeben:

  1. Entweder ein Transfer zu einem europäischen Topverein, mit dem er weiter auf dem höchsten Niveau – also in der Champions League – hätte spielen können.
  2. Oder aber die romantische Variante: eine Rückkehr zu seinem Heimatklub Hertha BSC.

Beides kam nicht zustande.

Stattdessen wechselt Boateng völlig überraschend nach Frankreich. Aber nicht etwa zu Messi-Klub Paris Saint-Germain, sondern zu Olympique Lyon. Einem Europa-League-Vertreter, der in der französischen Liga aktuell auf Platz neun steht.

Dieser Wechsel ist einfach falsch!

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Denn was will Boateng in Frankreich reißen? Den Meistertitel und den nationalen Pokal wird sich die Superstar-Truppe aus Paris schnappen. Sportlich kann ihn die neue Aufgabe also kaum reizen. Geht es am Ende etwa doch wieder nur ums liebe Geld? Unklar.

Für die Fans wäre er ein Held

Sicher hingegen ist: Mit seinem Wechsel nach Lyon lässt Boateng eine Riesenchance liegen. Denn mit einer Rückkehr zu Hertha hätte er noch einmal die Möglichkeit gehabt, seinen deutschlandweit angeknacksten Heldenstatus zu reparieren. Er hätte den Klub als Anführer aus dem Tabellenkeller leiten können – und das an der Seite seines Halbbruders Kevin-Prince Boateng. Für die Berliner Fans wäre er ein Held, und seine Teamkollegen hätten voller Hochachtung zu ihm aufgesehen.

Ein modernes Fußballmärchen wäre bei entsprechender sportlicher Leistung möglich gewesen.

Stattdessen kämpft er nun in der Ligue 1 gegen Troyes, Rennes und Metz um Punkte, die niemanden in seiner Heimat wirklich interessieren.

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