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Stefan Effenberg: "Ohne die Bayern hätte Deutschland ein Problem"


Hummels muss bei der WM gesetzt sein

Eine Kolumne von Stefan Effenberg

Aktualisiert am 23.09.2022Lesedauer: 5 Min.
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Mats Hummels: Kommt er zurück in die Nationalmannschaft? (Quelle: Marc Mueller/Getty Images)
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Bahnt sich ein spektakuläres Doppelcomeback bei der Nationalelf an? Bundestrainer Hansi Flick sollte gleich zwei Weltmeister von 2014 zurück ins Team holen.

Für die Nationalmannschaft steht am Freitag das Duell mit Ungarn und am Montag die WM-Generalprobe gegen England in der Nations League an. Diese beiden Spiele haben große Bedeutung für Bundestrainer Hansi Flick, um sich einen finalen Überblick zu verschaffen. Das sind jetzt die entscheidenden Tage für ihn mit Blick auf die WM in Katar.

Da treffen ihn die coronabedingten Ausfälle von Manuel Neuer und Leon Goretzka schon sehr. Vor allem für Goretzka, der gerade aus einer längeren Verletzungsphase kommt, ist das schon bitter. Eigentlich geht es jetzt darum, sich als Mannschaft zu finden und einzuspielen. Bis auf ein, zwei Plätze hat Flick seine Elf schon im Kopf. Sein Gerüst wird und muss er jetzt schon aufstellen. Deshalb ist das schon ein herber Schlag für Flick.

Für Marco Reus, der sich schon im Vorfeld verletzt hat, tut es mir sehr leid. Flick wird nur zu 100 Prozent fitte Spieler mitnehmen. Ich drücke Reus die Daumen, aber das wird schon eng bis zur WM, wieder seine Topform zu erreichen. Dafür öffnet sich die Tür für Mario Götze noch mal mehr.

"Wenn es nach dem Leistungsprinzip geht, sind Hummels und Götze dabei"

Die beiden letzten großen Kader-Fragen für mich sind, ob er und Mats Hummels es zur WM schaffen werden. Wenn Hummels sein aktuelles Level hält, bin ich davon überzeugt, dass er bei der WM dabei sein wird. Dass er topfit ist und weiterhin auf internationalem Topniveau mithalten kann, hat er gegen ManCity bewiesen und er spielt auch in der Bundesliga richtig stark.

Seine große Erfahrung hat er allen anderen voraus – ob es Nico Schlotterbeck, Niklas Süle oder Antonio Rüdiger ist. Wenn Hummels bei 100 Prozent ist, ist er der Innenverteidiger, der eigentlich gesetzt sein muss.

Mit Armel Bella-Kotchap hat Flick einen jungen Spieler mit Potenzial nominiert, dem er ein Gefühl für die Nationalelf geben möchte. Ob er auch für die WM nominiert wird? Da sehe ich eher Mats Hummels. Der braucht keine Eingewöhnung. Den kannst du heute anrufen und morgen kann er spielen. Das gilt auch für Götze, der in Frankfurt eine gute Saison spielt. Wenn es nach dem Leistungsprinzip geht, wird auch er bei der WM dabei sein.

"Das macht Flick deutlich besser als Löw"

Was ich bei Hansi Flick herausragend finde: Er ist gefühlt an jedem Spieltag in einem Stadion. Das macht er deutlich besser als sein Vorgänger Jogi Löw, der gefühlt alle vier oder sechs Wochen mal irgendwo auf der Tribüne saß.

Hansi Flick und Joachim Löw (l.): Beim WM-Triumph 2014 in Brasilien arbeitete Flick Löw noch als Co-Trainer zu. Nun hat er ihn als Bundestrainer beerbt.
Hansi Flick und Joachim Löw (l.): Beim WM-Triumph 2014 in Brasilien arbeitete Flick Löw noch als Co-Trainer zu. Nun hat er ihn als Bundestrainer beerbt. (Quelle: IMAGO/Julius Frick)

Man sieht, dass Flick das richtig lebt und wirklich überall hinreist: ob nach Hoffenheim, Freiburg, Mailand oder Dortmund. Die Spieler spüren, dass da jetzt ein Bundestrainer ist, der sich alles anschaut, um den perfekten Kader für Katar zusammenzustellen.

Gerland als WM-Titelfaktor

Mit Hermann Gerland hat Flick auch sein Trainerteam noch mal richtig verstärkt. Ein unglaublich erfahrener Trainer, der bei Bayern schon mit Jupp Heynckes, Pep Guardiola und Flick zusammengearbeitet hat. Seine Erfahrung und sein Standing sind etwas ganz Großes – mehr geht da gar nicht.

Hansi Flick und Hermann Gerland (r.): Die beiden arbeiteten schon beim FC Bayern erfolgreich zusammen und bilden nun bei der Nationalmannschaft erneut ein Trainerduo.
Hansi Flick und Hermann Gerland (r.): Die beiden arbeiteten schon beim FC Bayern erfolgreich zusammen und bilden nun bei der Nationalmannschaft erneut ein Trainerduo. (Quelle: Pressefoto Rudel/Robin Rudel via www.imago-images.de)

Als Verbindungsmann zur Mannschaft ist er die perfekte Wahl, Flick vertraut ihm zu einhundert Prozent. Er hat die richtige Ansprache gegenüber den Spielern und ist der Gegenentwurf des Laptoptrainers, kommt noch aus einer anderen Generation. Er macht das mit seiner Aura, Persönlichkeit und Erfahrung. Gerland ist für den DFB Gold wert und ein ganz entscheidender Faktor – möglicherweise sogar ein Titelfaktor.

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Deutschland braucht den starken Bayern-Block

Er wird bei der Nationalelf wieder auf einige Bayern-Profis treffen. Die haben jetzt nach der Niederlage in Augsburg die Chance, sich ein Erfolgserlebnis zu holen und erneut anzugreifen. Die Nationalmannschaft war schon immer dann erfolgreich, wenn es auch einen starken Bayern-Block gab.

Dazu musst du eine gesetzte Achse haben. Da brauchst du neben Neuer im Tor sowie Kimmich und Goretzka im Mittelfeld vor allem auch zwei verlässliche Innenverteidiger. Alles andere drumherum kann man auch mal wechseln.

Das Zusammenspiel von Goretzka und Kimmich hat mich schon beim Tripletriumph 2020 mit Bayern beeindruckt. Es sind zwei unterschiedliche Spielertypen, die sich perfekt ergänzen. Ilkay Gündogan ist in der Offensive nicht ganz so präsent wie Goretzka, der da vor allem auch bei Standards noch seine Physis einbringt und immer Gefahr ausstrahlt.

Die DFB-Elf ist das beste europäische Team

Es soll und muss der Anspruch sein, um den WM-Titel mitzuspielen. Die französische Mannschaft spielt nicht so gut, wie von vielen dargestellt wird. Für mich ist die DFB-Elf das beste europäische Team. Ich sehe sie vor Frankreich, Spanien oder England. Zu meinen Topfavoriten gehören – gerade unter den Bedingungen in Katar – Argentinien und Brasilien.

Ein Schlüsselspieler wird Jamal Musiala sein, der einen großartigen Saisonstart hingelegt und bei Bayern den Sprung zum Stammspieler geschafft hat. Schon bei der EM war er es, der den Unterschied ausgemacht hat, sobald er reinkam. Dass er ein Ausnahmespieler ist, hat er bei Bayern schon bewiesen und dadurch automatisch jetzt auch in der Nationalelf einen berechtigten Anspruch auf einen Stammplatz.

Wir können sehr froh sein, dass wir ihn haben. Die WM könnte sein Turnier werden, bei dem er den nächsten Schritt zum Superstar macht. Er ist erst 19 und wird körperlich noch zulegen – bei ihm wird noch viel mehr kommen.

Qual der Wahl in der Offensive

Leroy Sané wurde 2018 kurzfristig noch von Löw aus dem WM-Kader gestrichen. Eine bittere Erfahrung, aber vielleicht auch eine, nach der er gesagt hat: "Ok, was muss ich ändern an meinem Spiel und dem Drumherum, um ein entscheidender Spieler in der Nationalmannschaft zu sein?"

Da ist er jetzt auf einem sehr guten Weg, wenn man seinen Saisonstart und vor allem seine Auftritte in der Champions League sieht. In der Offensive wird Flick die Qual der Wahl haben – auch wenn er keinen Mittelstürmer in seinem Kader hat, was schon eine Schwachstelle bei so einem Turnier ist.

Thomas Müller (l.): Der Profi des FC Bayern will sich den Traum vom Gewinn seines zweiten WM-Titels verwirklichen.
Thomas Müller (l.): Der Profi des FC Bayern will sich den Traum vom Gewinn seines zweiten WM-Titels verwirklichen. (Quelle: IMAGO/Moritz Mueller)
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Anders als Mario Basler bin ich absolut davon überzeugt, dass Thomas Müller nach wie vor sowohl in der Nationalmannschaft als auch bei Bayern ein ganz entscheidender Spieler ist. Da halte ich es mit Louis van Gaal, der gesagt hat: "Müller spielt immer!"

Die Frage ist immer, ob die Spieler als Team funktionieren. 2018 hat man auch vom Kader her gedacht, dass es weit gehen könnte. Es hat halt irgendwie nicht funktioniert. Die Qualität im Kader ist jetzt wieder extrem hoch.

Flick gibt den Nationalspielern einen Schub

Mit Flick haben wir einen neuen und den richtigen Bundestrainer. Dieser Wechsel war dringend nötig und gibt den Spielern einen Schub. Wenn wir über Fußball reden, können wir uns richtig auf die WM freuen, weil es dort für die deutsche Elf weit gehen kann.

Über Katar als Gastgeberland muss man natürlich diskutieren. Dass Neuer und der DFB mit der WM-Kapitänsbinde ein Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt setzen wollen, ist genau richtig. Eine bessere Plattform dafür gibt es nicht, es schauen Millionen zu.

Flick hat sich deutlich gegen die WM-Vergabe positioniert. Das ehrt ihn und es ist gut, dass er aufsteht, sich klar äußert. Aber im Endeffekt wird er trotzdem als Trainer in Katar auf der Bank sitzen. Ich verstehe auch die Spieler, die sich auf Fußball konzentrieren sollen und müssen.

Solche Statements abzugeben, ist in erster Linie die Aufgabe der Verantwortlichen des DFB: Oliver Bierhoff oder Präsident Bernd Neuendorf.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Beobachtungen
Hintergrund zum Beitrag

Stefan Effenberg ist Botschafter des FC Bayern München und sagt dazu: "Ich repräsentiere den FC Bayern insbesondere im Ausland. Mein Engagement hat keinen Einfluss auf meine Kolumnen bei t-online. Hier setze ich mich weiterhin kritisch und unabhängig mit dem Fußball auseinander – auch und insbesondere mit dem FC Bayern."

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