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ATP Finals 2020 – Alex Zverev? Kiefer: "Darauf können wir uns freuen"

INTERVIEWKiefer vor ATP-Finals  

Zverev? "Darauf können wir uns in Deutschland freuen"

16.11.2020, 13:21 Uhr
ATP Finals 2020 – Alex Zverev? Kiefer: "Darauf können wir uns freuen". Starkes Jahr: Bei den ATP Finals in London kann Alexander Zverev sein 2020 krönen. (Quelle: imago images)

Starkes Jahr: Bei den ATP Finals in London kann Alexander Zverev sein 2020 krönen. (Quelle: imago images)

Der aktuell beste deutsche Tennisspieler startet heute in die ATP Finals in London. Nicolas Kiefer erklärt, worauf es für den 23-Jährigen ankommen wird – und was 2020 anders ist als bei seinem Sieg 2018.

Ab heute gilt es in London für Alexander Zverev. Um 21 Uhr startet Deutschlands bester Tennisspieler in die ATP Finals, dem wichtigsten Turnier nach den vier großen Grand Slams. Mit der Finalteilnahme bei den US Open, dem Halbfinale in Australien und gleich zwei Turniersiegen in Köln hatte der 23-Jährige das beste Jahr seiner Karriere – und das Turnier in London gewann Zverev bereits 2018.

Krönt der Hamburger sein 2020 mit einem erneuten Erfolg gegen die Weltelite? Bis auf den pausierenden Roger Federer sind die besten Spieler des Jahres vertreten: In der Gruppe "Tokio 1970" stehen neben Zverev noch Novak Djokovic, Daniil Medwedew und Diego Schwartzman. In der Gruppe "London 2020" spielen Rafael Nadal, Dominic Thiem, Stefanos Tsitsipas und Andriy Rublew.

Der langjährige deutsche Topspieler Nicolas Kiefer verfolgt die Karriere von Alexander Zverev genau. Im Interview analysiert der 43-Jährige die Chancen von "Sascha" im hochkarätigen Feld.

Auch nach dem Karriereende dem Tennis verbunden: Aktuell berät Nicolas Kiefer den traditionsreichen SCC Berlin. Für den Reiseveranstalter Robinson ist er als Experte tätig und hat unter "NK #kiwifash" sein eigenes Modelabel. (Quelle: Foto: Nicolas Kiefer)Auch nach dem Karriereende dem Tennis verbunden: Aktuell berät Nicolas Kiefer den traditionsreichen SCC Berlin. Für den Reiseveranstalter Robinson ist er als Experte tätig und hat unter "NK #kiwifash" sein eigenes Modelabel. (Quelle: Foto: Nicolas Kiefer)

t-online: Novak Djokovic, Daniil Medwedew und Diego Schwartzman warten als Gegner auf Alexander Zverev – was ist da drin?

Nicolas Kiefer: Gegen Schwartzman wird Sascha sicher gewinnen, weil er zu schnell spielt, zu gut aufschlägt. Allerdings: Er darf ihn auf keinen Fall unterschätzen. In der Gruppe ist Schwartzman aber klarer Außenseiter. Als Sandplatzspezialist, der gerne auch auf langsamen Hartplätzen spielt, wird er mit dem schnellen Belag in der Halle seine Probleme bekommen.

Zverev hat in der Gruppe nur gegen Medwedew eine positive Bilanz. Worauf wird es besonders ankommen?

Natürlich sind Medwedew und vor allem Djokovic richtige Brocken. Klar ist: Um ins Halbfinale zu kommen, muss Sascha definitiv Schwartzman und einen der beiden "Großen" schlagen. Ich glaube ja, dass Sascha dieses Mal gegen Medwedew gewinnen wird.

Im Finale von Paris vergangene Woche sah das noch anders aus. Medwedew gewann 5:7, 6:4, 6:1…

Sascha weiß einfach, wie es sich in London spielt, er hat dort 2018 schon einmal gewonnen, er fühlt sich dort wohl und scheint aktuell absolut auf dem aufsteigenden Ast. Mit den beiden Siegen in Deutschland und der Finalteilnahme in Paris hat er noch zusätzlich Selbstvertrauen tanken können. Wichtig wird aber auch der Kopf sein.

Erster Gegner: Zverev trifft zum Auftakt auf Daniil Medwedew. (Quelle: imago images)Erster Gegner: Zverev trifft zum Auftakt auf Daniil Medwedew. (Quelle: imago images)

Was meinen Sie genau?

Es ist eine ganz neue Situation. Die letzten Turniere wurden aufgrund der Corona-Maßnahmen bereits ohne Zuschauer gespielt, aber in London, wo das Publikum normalerweise sehr speziell ist, macht sich das Fehlen noch einmal besonders bemerkbar. Das wird den anderen Spielern aber ähnlich gehen.

Nicht nur in Zverevs Gruppe ist das Feld hochkarätig besetzt mit den besten Spielern des Jahres. Wem rechnen Sie die größten Chancen auf den Turniersieg aus?

Novak Djokovic ist für mich der Spieler der Saison und auch der klare Favorit in London. Er hat ein überragendes Jahr gespielt, nur ein Match verloren, wenn man die Disqualifikation bei den US Open ausklammert. Einfach Wahnsinn, wie Novak auch über die letzten Jahre das Tennis geprägt hat.

In überragender Form: Für Kiefer ist Novak Djokovic Top-Favorit in London. (Quelle: imago images)In überragender Form: Für Kiefer ist Novak Djokovic Top-Favorit in London. (Quelle: imago images)

Beim Geheimfavoriten wird es schwieriger (lacht). Roger Federer hat in London auch immer sehr gut gespielt, aber der ist ja leider nicht dabei. Wenn, dann Rafael Nadal, auch wenn es komisch klingt, ihn als "Geheimfavoriten" zu bezeichnen. In London hatte er aber nie wirklich gute Auftritte, vielleicht will er es jetzt allen beweisen, dass er es auch dort kann. Immerhin hat er alle Grand Slams und großen Titel gewonnen, nur London fehlt ihm noch.

Schon 2018 konnte Zverev die Finals gewinnen. Welche Fortschritte hat er seitdem gemacht?

Er ist viel, viel reifer geworden, hat sein Spiel stabilisiert – und ganz wichtig: Er hat auch körperlich enorm an Masse zugelegt. Wenn man sieht, wie schnell er spielt, wie schnell er aufschlägt – das ist eine unglaubliche Waffe geworden. Ich bin absolut überzeugt von seinem Spiel. Er könnte vielleicht hin und wieder mehr den Gang nach vorne suchen, aber da mache ich mir keine Gedanken. Auch psychisch ist er stärker geworden, gerade in kritischen Situationen.

Die immer größere Professionalität zeigt sich auch in einer Personalie: Ex-Regierungssprecher und Kommunikationsmanager Bela Anda ist zu Zverevs Team dazugestoßen, vornehmlich als "Krisenberater"…

Ein sehr cleverer Schachzug. Er zeigt damit doch: Ich bin Profi, ich arbeite nur mit den besten Leuten zusammen. Ich würde ihn auch nicht als "Krisenberater" bezeichnen, sondern mehr als echten PR-Berater, als weiteren Baustein für das Gesamtpaket eines Profispielers.

2020 war trotz der Corona-Umstände ein sehr erfolgreiches Jahr für den Hamburger – welche Bedeutung hätte ein Sieg jetzt?

Schon mit dem Finaleinzug bei den US Open hat Sascha untermauert, dass er bereit für etwas Großes ist. In den nächsten Jahren muss dann aber auch ein Grand-Slam-Titel drin sein. Darauf freue ich mich, darauf können wir uns alle in Deutschland freuen.

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