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NFL und NBA: Corona-Zahlen im US-Sport explodieren – Ligen unter Druck

Ligen unter Druck  

Corona-Zahlen im US-Sport explodieren

03.12.2020, 12:06 Uhr
NFL und NBA: Corona-Zahlen im US-Sport explodieren – Ligen unter Druck . Donald Trump 2017 mit einem Trikot der New England Patriots: Der US-Präsident hat sich stets für das Stattfinden des Footballs ausgesprochen. (Quelle: imago images/UPI Photo)

Donald Trump 2017 mit einem Trikot der New England Patriots: Der US-Präsident hat sich stets für das Stattfinden des Footballs ausgesprochen. (Quelle: UPI Photo/imago images)

Hunderte Corona-Fälle, verschobene Partien, Notfall-Besetzungen von Positionen. Der US-Sport kämpft mit den Folgen der Virus-Pandemie und verliert allmählich die Kontrolle. 

Wer glaubt, man könne Sport und Politik voneinander trennen, wurde spätestens durch den US-Wahlkampf 2020 vom Gegenteil überzeugt. Immer wieder sprach sich Donald Trump trotz der gravierenden Auswirkungen der Corona-Pandemie in seinem Land für die Fortsetzung des Spielbetriebs in diversen Sportligen aus. Kontrahent Joe Biden hielt dagegen. Ob Football oder Basketball, der Profisport wurde zum Politikum.

"Wir wollen wieder Sport in unserem Land haben", sagte Trump bereits im Mai und versprach: "Es wird passieren." Damit behielt er recht. Unter Hochdruck feilten die Ligen an Konzepten. Die NBA wurde zum Vorbild und schaffte sich seine eigene abgeschottete Welt für die Restsaison: Ohne Zuschauer wurde auf dem abgesperrten Gelände von Disney World in Florida gespielt. Komplikationen gab es eher wenige, die Saison wurde erfolgreich beendet.

Disney World in Orlando: Hier trug die NBA ihre Restsaison ab Juli aus. (Quelle: imago images/MediaPunch)Disney World in Orlando: Hier trug die NBA ihre Restsaison ab Juli aus. (Quelle: MediaPunch/imago images)

NFL-Spiel wird fast eine Woche lang verschoben

Ganz anders sah die Lage in der NFL (die höchste Spielklasse des American Footballs; Anm. d. Red.) aus, denn die neue Saison sollte bereits im September 2020 starten. Und der Spielkalender der NFL ist eng, nicht nur aktuell, sondern immer. Zusätzliche Spielabsagen durch Corona-Ausbrüche bei den Teams sollten deshalb von Anfang an verhindert werden. 

Doch die Liga hat dafür die Quittung erhalten. In den vergangenen zwei Wochen gab es insgesamt 156 positive Corona-Fälle in der NFL, 61 davon waren Spieler und 95 Mitarbeiter. In den Wochen seit dem 1. August wurden insgesamt sogar 270 Fälle in der NFL verzeichnet. 

Ein Negativ-Beispiel: die Partie zwischen den Pittsburgh Steelers und die Baltimore Ravens, welche in der vergangenen Woche stattfinden sollte. Angesetzt war das Duell der Rivalen für den "Thanksgiving"-Donnerstag. Doch bei den Ravens wurden mehrere Spieler positiv auf Corona getestet. Unter anderem war auch Superstar Lamar Jackson betroffen. Das Spiel wurde deshalb auf den darauffolgenden Sonntag verschoben.

Doch auch der neue Termin konnte nicht gehalten werden. Am Sonntag wurde das Spiel auf Dienstag verschoben, wenig später dann von Dienstag auf Mittwoch. Sechs Tage nach dem eigentlichen Termin fand das Spiel endlich statt. Doch nicht zu fairen Bedingungen: Durch Positiv-Tests und Quarantänen fehlten bei den Ravens 23 (!) Spieler. Eine B-Auswahl stand auf dem Platz und verlor die Partie mit 14:19. Für die ambitionierte Mannschaft könnte es damit eng werden im Kampf um die Playoffs.

Gus Edwards (l.) war aus dem gewohnten Stamm der Runningbacks der einzige, der bereit war. Robert Griffin III. (r.) ersetzte Lamar Jackson. (Quelle: imago images/Icon SMI)Gus Edwards (l.) war aus dem gewohnten Stamm der Runningbacks der einzige, der bereit war. Robert Griffin III. (r.) ersetzte Lamar Jackson. (Quelle: Icon SMI/imago images)

Die kommenden Partien der beiden Teams in der nächsten Woche wurden nun bereits verschoben, damit es nicht zu Verletzungen aufgrund der Überlastung kommt.

Was zur Frage führt: Was passiert mit der aktuell laufenden NFL-Saison, wenn es zu weiteren positiven Tests kommt? Es wäre zumindest ein großes Problem, denn viel Spielraum im eng getakteten Saisonablauf gibt es nicht mehr, bereits im Januar starten die Playoffs.

Wide Receiver wird zum Quarterback

Und die Ravens sind auch nicht das einzige Team, bei dem das Coronavirus alles durcheinander wirbelt. Bei den Denver Broncos wurde Ersatz-Quarterback Jeff Driskel am vergangenen Samstag positiv getestet. Weil alle weiteren Quarterbacks mit Driskel zuvor in einem Raum waren und dabei keine Maske trugen, mussten sie in Quarantäne. Für die Verpflichtung eines vereinslosen Quarterbacks war nicht genug Zeit. Also musste ein anderer Spieler, Wide Receiver Kendall Hinton, auf der für ihn ungewohnten Position auflaufen.

Das Spiel gegen die New Orleans Saints mit Hinton als Quarterback wurde zum Reinfall, Denver verlor 3:31. Hinton warf übrigens neun Pässe, nur einer landete beim Mitspieler, drei beim Gegner. 

Plötzlich Quarterback: Kendall Hinton (l.). (Quelle: imago images/Icon SMI)Plötzlich Quarterback: Kendall Hinton (l.). (Quelle: Icon SMI/imago images)

Fast neun Prozent in der NBA sind positiv

Die Explosion der Corona-Zahlen in den USA sind eindeutig auch im US-Sport zu spüren. Das gilt für die NFL, aber eben auch für die NBA. Knapp drei Wochen vor Saisonstart wurden alle 546 Basketball-Spieler getestet, 48 waren dabei positiv. Das sind fast neun Prozent aller Profis in der besten Basketball-Liga der Welt. Getestet wurden vom 24. bis zum 30. November. Laut Liga-Protokoll dürfen positiv getestete Spieler mindestens zehn Tage nicht am Training teilnehmen, bei Symptomen müssen die Profis länger fernbleiben.

Nachdem die vergangene NBA-Teil-Saison in Disney World zum Erfolg wurde, ist die Liga nun mit der Realität konfrontiert. Denn in der neuen Spielzeit werden sich die Teams nicht abschotten. Weiterhin hohe Corona-Zahlen wären keine Überraschung und könnten auch diese Liga kräftig durcheinanderwirbeln.

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