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SĂ€chsin Frisch ist SĂŒdkoreas Rodel-Hoffnung

Von dpa
29.01.2018Lesedauer: 3 Min.
Aileen Frisch war vor fĂŒnf Jahren das grĂ¶ĂŸte deutsche Rodeltalent.
Aileen Frisch war vor fĂŒnf Jahren das grĂ¶ĂŸte deutsche Rodeltalent. Nun ist sie SĂŒdkoreas Olympia-Hoffnung. (Quelle: Dietmar Reker./dpa)
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Oberhof (dpa) - Plötzlich SĂŒdkoreanerin - und die grĂ¶ĂŸte Rodel-Hoffnung des Olympia-Gastgebers im Eiskanal. Die aus Schellerhau im Erzgebirge kommende Aileen Frisch ist in Pyeongchang die Konkurrentin ihrer ehemaligen Teamkolleginnen um Olympiasiegerin Natalie Geisenberger.

Vor fĂŒnf Jahren stand sie in Königssee als Weltcup-Dritte noch gemeinsam mit der Miesbacherin auf dem Podest. Damals ging die Karriere der frischgebackenen Junioren-Weltmeisterin von 2012 steil bergauf. Bei der WM-Premiere 2013 auf der Hochgeschwindigkeitspiste in Whistler wurde Frisch FĂŒnfte. Die Olympia-Teilnahme in Sotschi verpasste sie, die Karriere war dann 2015 fĂŒr das Talent vorbei: kein Spaßfaktor, keine Perspektive mehr.

Bis ein Anruf vom sĂŒdkoreanischen Verband kam. Die erste Anfrage ging ins Leere, nach einem erneuten Versuch fing die SĂ€chsin an zu GrĂŒbeln. Dann ging es schnell. FĂŒr den Antrag auf doppelte StaatsbĂŒrgerschaft reichte die Zeit nicht, der deutsche Pass war weg. "Ich hatte zur Aufnahme so eine Art Interview, das ging 20 Minuten lang und ich wusste im Vorfeld, dass Fragen zur Kultur und Geschichte gestellt werden und auch das Singen der koreanischen Hymne ein Teil davon ist - natĂŒrlich alles auf Koreanisch", sagte die 25-JĂ€hrige am Rande des Weltcups in Oberhof am vergangenen Wochenende der Deutschen Presse-Agentur.

Sie erinnert sich genau an den Dezember 2016, habe damals nur ein paar Stichwörter verstanden. "Die Sprache war in einer höflicheren Form, ich war sehr aufgeregt, die Nacht davor konnte ich kaum schlafen. Es hat offensichtlich ganz gut geklappt", sagte sie. Ab Januar 2017 rodelt sie fĂŒr SĂŒdkorea - im Team mit dem Cheftrainer Steffen Sartor - besser in der deutschen Rodelszene bekannt unter dem Namen Skel, einst Doppelsitz-Partner von Steffen Wöller. Und auch mit Bahntrainer AndrĂ© Lange, seit Oktober 2017 im Amt, spricht sie vorwiegend deutsch.

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"Das macht es fĂŒr mich bei den Korrekturen einfacher in der Umsetzung", sagte sie. Mit den Teamkollegen rede sie auf Englisch, versuche es aber auch mit Koreanisch. "Das Verstehen klappt schon gut, das Sprechen nicht so", berichtete die SĂ€chsin, die einst bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr angestellt war. Sie wollte ihr Abitur nachholen und studieren. "In der Woche, wo der Unterricht angefangen hĂ€tte, bin ich nach Korea geflogen." Alle PlĂ€ne wurden quasi auf Eis gelegt.

Den großen Schritt ins ferne Land wĂ€hlte sie bewusst. "Ich möchte mittelfristig erstmal in Korea bleiben. Erstmal sehen, wie das richtige Leben dort ist. Jetzt habe ich ja nur das Sportlerleben mitbekommen, das Ă€hnlich ist wie in Deutschland."

Die einst hochgesteckten Ziele fĂŒr Olympia erhielten in diesem Winter einen DĂ€mpfer. "Jetzt weiß ich nicht, wo ich stehe", meinte sie nach der verpassten Weltcup-Qualifikation als 14. im Nationen-Cup von Oberhof. Ein TrĂŒmmerbruch im Fuß, den sie sich nach einem Sturz ausgerechnet auf der Olympia-Bahn im "Alpensia Sliding Centre" in Pyeongchnag zuzog, durchkreuzte ihre sportlichen Visionen. "Das hat mich sehr zurĂŒckgeworfen", sagte sie. "Sie hat sich gefangen und die Leistungskurve zeigt wieder nach oben", meinte der viermalige Bob-Olympiasieger Lange, der frĂŒher selbst Rodler war.

Die Vorfreude auf Olympia spĂŒrt sie in der neuen Heimat. "Die Koreaner sind ja eher etwas reservierter, wenn es um fremde Leute geht, auch unter Landsleuten. Doch jetzt wird man schon angesprochen auf der Straße, die Leute wollen Fotos machen, wĂŒnschen uns viel GlĂŒck fĂŒr Olympia", erzĂ€hlte Frisch, die ihr heimliches Ziel nicht verraten möchte. Die VerbandsfunktionĂ€re gaben ihr den inoffiziellen Namen Lim Il Wi. "Der steht in keinem Pass drin. Ich denke, er ist nicht so ernst zu nehmen", spielte sie sofort herunter. Der Vorname Il Wi bedeutet so viel wie: gewinnt den ersten Platz.

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