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Festivalleitung: Berlinale soll mit 2G plus stattfinden

Von dpa
Aktualisiert am 12.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Mariette Rissenbeek, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Berlinale und Carlo Chatrian, kĂŒnstlerischer Direktor der Berlinale.
Mariette Rissenbeek, GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der Berlinale und Carlo Chatrian, kĂŒnstlerischer Direktor der Berlinale. (Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Die Berlinale 2022 soll trotz gestiegener Infektionszahlen im Februar stattfinden - allerdings mit verschĂ€rften Regeln. Die KapazitĂ€ten in den Kinos werden begrenzt, außerdem soll die 2G-plus-Regel gelten.

"Wir sind uns der Herausforderungen bewusst, die durch den unberechenbaren Verlauf der Pandemie entstehen", teilte die Festivalleitung mit. Gleichzeitig spiele die Kultur eine elementare Rolle in der Gesellschaft.

Die Berlinale zĂ€hlt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Die nĂ€chste Ausgabe soll in vier Wochen beginnen. Eröffnet werden soll das Festival dann am 10. Februar mit dem neuen Film des französischen Regisseurs François Ozon - der Film heißt "Peter von Kant" und nimmt am Wettbewerb teil.

In den vergangenen Wochen war mehrfach spekuliert worden, was aus der Berlinale wird. Nach den jĂŒngsten BeschlĂŒssen des Bundes und des Berliner Senats seien die Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen nochmals ĂŒberprĂŒft worden, hieß es in der Mitteilung. Format und Konzept seien entsprechend der Pandemie verĂ€ndert worden.

Keine Partys und Reduktion auf 50 Prozent

Zutritt sollen demnach nur Menschen haben, die bereits gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Infektion genesen sind. Außerdem braucht man einen Corona-Test und einen Mund-Nase-Schutz. Das Konzept sehe auch eine grundsĂ€tzliche Reduktion der PlatzkapazitĂ€ten in den Kinos auf 50 Prozent vor, hieß es. "Pandemiebedingt werden Partys und EmpfĂ€nge nicht stattfinden können."

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FĂŒr Filmteams werde es jedoch "in einem reduzierten Format" Auftritte auf dem roten Teppich geben. Wer allerdings letztlich anreisen kann und wird, war zunĂ€chst nicht bekannt. Zur Berlinale kommen ĂŒblicherweise Filmschaffende aus vielen LĂ€ndern. Teile des Festivals werden ins Internet verlegt, etwa die Messe European Film Market und die Reihe Talents fĂŒr junge Filmschaffende.

Derzeit steigen die Infektionszahlen in Deutschland stark an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden erstmals mehr als 80.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages registriert. International waren zuletzt einige Kulturveranstaltungen abgesagt worden. Das Sundance-Filmfestival in den USA wurde ins Internet verlegt, auch die Vergabe der Grammy-Preise wurde vorerst verschoben.

Ozon interpretiert Fassbinder

Die Berlinale hatte bereits im vergangenen Jahr umplanen mĂŒssen, hĂ€lt nun aber trotz Ausbreitung der Omikron-Variante an einem PrĂ€senzfestival fest. Die Eröffnung ist weiterhin fĂŒr den 10. Februar geplant. "FĂŒr den diesjĂ€hrigen Auftakt haben wir einen Film gesucht, der Leichtigkeit und Schwung in unseren trĂŒben Alltag bringen kann", teilte der kĂŒnstlerische Direktor Carlo Chatrian mit. Ozons Film sei eine freie Interpretation von Rainer Werner Fassbinders Meisterwerk "Die bitteren TrĂ€nen der Petra von Kant".

In den Tagen danach sollen Filmteams wie ĂŒblich ihre Filme vorstellen. Die Preisverleihung wird vorgezogen auf den 16. Februar. Danach soll es mehrere Publikumstage bis zum 20. Februar geben. KinoverbĂ€nde werteten die PlĂ€ne als Hoffnungssignal fĂŒr die Branche.

Mit Signalwirkung

Auch Kulturstaatsministerin Claudia Roth (GrĂŒne) sieht darin ein Signal an die Filmbranche, das Publikum und die Kulturszene. "Wir wollen die Berlinale möglich machen und nach dem Stand der Überlegungen heute können wir das erreichen", teilte sie mit. NatĂŒrlich gehe das in den heutigen Zeiten nur mit schmerzhaften Einschnitten und mit "dauernder Wachsamkeit". "Die Pandemielage ist dynamisch und die Berlinale passt sich den Herausforderungen an."

Filmteams haben einen langen Vorlauf, um ihren Auftritt zu planen. Erste Namen des Programms wurden bereits bekanntgegeben. Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert soll den Goldenen EhrenbÀren der Berlinale bekommen. Als JuryprÀsident wurde Regisseur M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense") ausgewÀhlt. Das ganze Programm soll kommenden Mittwoch (19. Januar) veröffentlicht werden.

Die Berlinale gilt als besonderes Publikumsfestival, weil neben Fachleuten aus der Film- und Medienbranche auch viele Besucherinnen und Besucher dort sind. Vor der Pandemie wurden fĂŒr die FilmvorfĂŒhrungen regelmĂ€ĂŸig mehr als 300.000 Tickets verkauft. Nun stellt sich auch die Frage, wie das Festival unter Pandemiebedingungen finanziert wird.

"Wir haben noch keine genauen Zahlen fĂŒr die zusĂ€tzlichen Kosten, weil wir die EinnahmeausfĂ€lle durch weniger Tickets, Sponsoren oder Filmmarkt noch nicht komplett ĂŒbersehen können", teilte Roth mit. "Wir gehen von einem niedrigen zweistelligen Millionenbetrag aus. Wenn wir damit eines der wichtigsten Filmfestivals der Welt absichern und ein Zeichen fĂŒr die Kultur setzen können, dann sind diese Mittel gut angelegt."

NatĂŒrlich sei ihre Hoffnung, "dass wir auch Film- und Produzententeams hier haben, die ihre Filme dann vorstellen". Auch hier werde sich die Berlinale strikt an die Corona-Regeln halten.

Ob eine Boosterimpfung als Ersatz fĂŒr einen Test akzeptiert wird, wird nach Angaben einer Festivalsprecherin noch geprĂŒft. Im vergangenen Jahr hatten Journalistinnen und Journalisten Filme online geschaut, auch das ist diesmal nicht geplant.

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