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"MĂ€nner des Jahres" gekĂŒrt – doch eine Frau steht im Rampenlicht

Von dpa, t-online, aj

Aktualisiert am 08.11.2019Lesedauer: 5 Min.
"GQ"-Awards: Sharon Stone zeigte sich im Glitzer-Look.
"GQ"-Awards: Sharon Stone zeigte sich im Glitzer-Look. (Quelle: Britta Pedersen/dpa-bilder)
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Bei der "Men of the Year"-Gala in Berlin soll es eigentlich um prominente MĂ€nner gehen – und die hatten sich ordentlich in Schale geschmissen. Doch diesmal war es eine Frau, die im Mittelpunkt des Events stand.

Blitzlichtgewitter und viele Herren im Smoking: Zur 21. "Men of the Year"-Gala der deutschen "GQ" haben sich in Berlin GrĂ¶ĂŸen aus Sport, Medien und Unterhaltung getroffen. Das in MĂŒnchen erscheinende MĂ€nner-Stil-Magazin "GQ" wollte am Donnerstagabend in mehreren Kategorien Persönlichkeiten ehren, unter ihnen Toni Kroos, Lewis Hamilton und Hape Kerkeling.


"GQ"-Awards: Die GĂ€ste bei der Gala in Berlin

Sharon Stone (M), Jessica Peppel-Schulz (l), Barbara Schöneberger: Barbara Schöneberger moderierte den Gala-Abend.
"GQ"-Awards: Sophia Thomalla stach auf dem roten Teppich mit ihrem Outfit besonders hervor.
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Doch dieses Jahr war es eine Frau, die den MĂ€nnern die Show stahl. Die US-Schauspielerin Sharon Stone wurde bei der Gala als "Woman of the Year" geehrt. Stone – weltbekannt fĂŒr den Thriller "Basic Instinct" – kam einige Minuten zu spĂ€t und gab lieber erstmal Autogramme als gleich in den Saal zu gehen, wo das Publikum schon wartete. In umwerfendem Glitzer-Look hatte die Hollywood-Ikone außerdem ihren 19-jĂ€hrigen Sohn Roan dabei.

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Die Wahl fĂŒr Stone begrĂŒndete die Zeitschrift unter anderem damit, dass die 61-JĂ€hrige lange vor der MeToo-Bewegung fĂŒr ein moderneres, freieres, weiblicheres Hollywood gekĂ€mpft habe. Gefragt nach dem Kino und was sich Ă€ndern mĂŒsse, bekrĂ€ftigte Stone in Berlin auf dem roten Teppich: "Ich glaube nicht, dass rein mĂ€nnlich orientierte DrehbĂŒcher und ein mĂ€nnlicher Blick auf die Welt der Weg ist, auf die Welt zu schauen. Ich denke, wir sollten Standpunkte von jedem und jeder sehen, alle Geschlechter-Wirklichkeiten, alle Hautfarben, alle Religionen."

Viele andere Stars huschten ĂŒber den roten Teppich, deutsche Schauspieler wie Florian David Fitz, Jessica Schwarz und Tom Wlaschiha, Musiker wie Lena und Max Raabe, auch viele Models, Influencer und Sternchen.

Auch die MĂ€nner dĂŒrfen sich ĂŒber Auszeichnungen freuen

Toni Kroos wurde als sogenannte "Sports Icon" geehrt. Laudator Klaas Heufer-Umlauf lobte den Weltmeister von 2014 als "Anti-Ronaldo". Kroos sei der "Kopf der Nationalmannschaft", sei aufrichtig und bescheiden. "Der braucht kein goldenes Steak." Kroos selbst rief zu Akzeptanz gegenĂŒber Einwanderern auf. Es gebe viele Menschen, die Hilfe brauchten, "und es gibt vor allem auch Menschen, die hierher kommen in unser Land, denen im Idealfall geholfen wird, aber denen es auch schon ganz oft reichen wĂŒrde, einfach nur akzeptiert zu werden".

Auch Billy Porter, Hauptdarsteller der amerikanischen Dragqueenkultur-Serie "Pose", gehört fĂŒr das Magazin zu den MĂ€nnern des Jahres. Der 50 Jahre alte Schauspieler, der bei der Oscar-Verleihung im Februar in einem schwarzen Smokingkleid des Designers Christian Siriano fĂŒr viel Aufsehen sorgte, wurde am Donnerstagabend in der Kategorie "Style" bei der "Men of the Year"-Gala in Berlin ausgezeichnet. Nach Berlin kam er zwar nicht im Kleid, aber im auffĂ€lligen weinroten Anzug. Sein Tipp fĂŒr alle: "Zieh dich fĂŒr den Job an, den du gerne hĂ€ttest – und nicht fĂŒr den, den du hast."

Geehrt wurden auch Hape Kerkeling (Kategorie: Entertainment) und Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton (Creativity & Design), der einen auffÀlligen Dior-Dress trug.

Kerkeling hÀlt beeindruckende Rede

Kerkeling wurde bei seiner Rede politisch, jedoch auf launige Art. "Ich habe mich ehrlich gesagt dazu entschlossen, dass ich gar keine Dankesrede halte. Es ist mir einfach zu gefĂ€hrlich – weil, was passiert? Du kriegst'n Shitstorm. Dann gehn'se runter zu deinem E-Golf und hauen dir unter UmstĂ€nden die Scheibe ein, wenn du was Falsches sagst."

Bestes Beispiel sei Barbara Schöneberger, wandte sich Kerkeling der Gala-Moderatorin zu. "Was sagt sie? "Ich mag keine geschminkten MĂ€nner." Ich mag auch keine geschminkten MĂ€nner, aber ich sag's nicht. Das ist der Unterschied. Ich mein, ich bin grad selber geschminkt. Ich weiß nicht, ob's Ihnen aufgefallen ist – und auch beruflich das ein oder andere Mal. Ich muss sagen, es hat mir manchmal auch gefallen, muss ich ganz ehrlich sagen."

Und dann holte Kerkeling noch aus: "NatĂŒrlich, Sie werden sagen: Hape, was treibt dich um? Sag's uns doch! Ist aber ehrlich gesagt zu gefĂ€hrlich", sagte der Komiker grinsend, um dann hinzuzufĂŒgen, dass ihn das Rennen um den SPD-Vorsitz schon umtreibe. "Nicht, dass ich es werden wollte, aber ganz ehrlich: Die, die es werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen nicht." Bei der CDU sei es doch das Gleiche. "Die Bundeskanzler werden wollen, können's nicht. Und die, die können, wollen's auch nicht." Dabei sei die Situation im Land derzeit schwierig. "Nein, es ist keine schöne Zeit, in der wir leben. Wir haben im Moment so einen scharfen Wind im Land; die schĂ€rfste Opposition ĂŒberhaupt –und so wenig Kanzler wie heut war noch nie."Kerkeling bedankte sich fĂŒr die Auszeichnung in der Kategorie Entertainment und schloss mit den Worten: "Und ansonsten halt ich es mit einem Zitat meiner Lieblingsphilosophin Hannah Arendt: "Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste und ich nehm es, wie's kommt."

Auch Musiker wurden geehrt

Geehrt wurde außerdem der Musiker Marius MĂŒller-Westernhagen als "Legend". Westernhagen sang zum Auftakt der Gala seinen Wendezeit-Hit "Freiheit", spĂ€ter interpretierten noch Lena Meyer-Landrut und Nico Santos ihren gemeinsamen Song "Better".

Der britische Modemacher Kim Jones, frĂŒher bei Louis Vuitton und jetzt bei Dior, wurde zum "Designer of the Year" gekĂŒrt, der Italiener Mariano Di Vaio in der Kategorie "Influencer" ausgezeichnet.

Einen Award erhielt auch das Team des Kinofilms "Das perfekte Geheimnis". In dem Film unter anderem mit Florian David Fitz und Jessica Schwarz geht es um einen Freundeskreis, der bei einem Abendessen die Mutprobe wagt, dass alle ihr Handy auf den Tisch legen und alles, was auf dem Smartphone reinkommt, fĂŒr jede und jeden sichtbar ist.

Am Ende machte Moderatorin Schöneberger auch diesmal wieder ihren traditionellen Trinkwitz. Nach "Alkohol ist nicht die Antwort, aber man vergisst zumindest die Frage" oder auch "Wein auf Bier: Das rat ich dir. Bier auf Wein: Das rat ich dir." hieß es diesmal mal wieder "Ich weiß, ihr könnt auch ohne Alkohol gut drauf sein, aber heute sollten wir auf Nummer sicher gehen."

Die Preise mit dem GQ-Schriftzug waren diesmal zum 30. JubilĂ€um des Mauerfalls aus MauerstĂŒcken gefertigt, wie es hieß. Die "MĂ€nner des Jahres"-Preise der Lifestyle-Zeitschrift "GQ" (Gentlemen's Quarterly) wurden zum 21. Mal in Deutschland verliehen. Es gibt sie auch in anderen LĂ€ndern, darunter die USA, Mexiko, Großbritannien und China.

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