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"Tatort"-Jahr 2017: Weniger Leichen, weniger Zuschauer

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Das "Tatort"-Jahr 2017  

Weniger Leichen, weniger Zuschauer

28.12.2017, 12:40 Uhr | dpa

"Tatort"-Jahr 2017: Weniger Leichen, weniger Zuschauer. Im "Tatort" wurde 2017 weniger gestorben.

Im "Tatort" wurde 2017 weniger gestorben. Foto: Christoph Schmidt. (Quelle: dpa)

Beim "Tatort" sind dieses Jahr lediglich 85 Leichen gezählt worden – ein extremes Minus im Vergleich zum Vorjahr, als es mit 162 Krimi-Toten eine Rekordzahl gab. Die Zählung kommt von der Fan-Seite "Tatort-Fundus.de".

Dieser Artikel ist Teil unseres Jahresrückblicks. Hier finden Sie alle unsere Jahresrückblicke und Ausblicke auf 2018.

Am tweiten Weihnachtstag lief mit der Weimar-Folge "Der wüste Gobi" der 35. und letzte "Tatort" des Jahres 2017. Es war der 1040. Krimi der Reihe seit 1970.

Im Schnitt sahen 8,91 Millionen Menschen jede Erstausstrahlung der "Tatort"-Krimis. Die Durchschnittsquote war damit 2017 so tief wie seit sechs Jahren nicht mehr. Der durchschnittliche Marktanteil stieg jedoch 2017 im Vergleich zum Vorjahr leicht – und zwar von 24,9 Prozent auf jetzt 25,0 Prozent.

Tote im Tatort

Die "Tatort"-Folge mit den meisten Leichen – nämlich sechs – war in diesem Jahr laut "Tatort-Fundus" der Kiel-Krimi "Borowski und das dunkle Netz" vom 19. März. Jeweils fünf Leichen zählte Experte François Werner in der Dortmunder Folge "Sturm" vom Ostermontag und im Stuttgarter RAF-Krimi "Der rote Schatten" vom 15. Oktober.

In beiden Krimifolgen könnten demzufolge noch mehr Leichen entstanden sein, da in den Filmen unübersichtliche Situationen vorkommen – nach einer Explosion (Dortmund) oder einer SEK-Aktion (Stuttgart). Das bleibt aber dramaturgisch und auch in der Statistik offen.

Stefan Konarske in "Sturm". (Quelle: WDR/Frank Dicks)Stefan Konarske in "Sturm". (Quelle: WDR/Frank Dicks)

Als Leiche explizit nicht gezählt wurde Kommissar Daniel Kossik, der im Film "Sturm" schwer verletzt wurde. Schauspieler Konarske kündigte übrigens an, beim Dortmunder "Tatort" auszusteigen. Ob die Figur Kossik tot ist, erfährt der Zuschauer erst im Februar in der nächsten Dortmunder Folge "Tollwut".

Das Jahr 2017 ist nach drei sehr leichenreichen "Tatort"-Jahrgängen wieder ein einigermaßen normales Krimijahr, bei dem es in vielen Filmen nur zu einem Mord oder wenigen Todesfällen kommt. In den vergangenen Jahren sah das anders aus:

  • 2016: 162 Leichen in 37 Filmen
  • 2015: 111 Leichen in 40 Filmen
  • 2014: 150 Leichen in 36 Filmen
  • 2013: 73 Leichen in 36 Filmen
  • 2012: 88 Leichen in 35 Filmen

Todesart im Tatort

Auch die Todesarten wurden wieder analysiert: erneut wurden die meisten Opfer erschossen – und zwar 24. Erstickt oder erwürgt wurden acht Filmfiguren. Sechsmal wurde jemand erschlagen, fünfmal erstochen. Weitere Todesursachen waren zum Beispiel verbrannt, überfahren und vergiftet.

In zwei Fällen führte das Handeln der Ermittlerfigur zum Tode: Um die Ermordung eines Politikers zu verhindern, erschoss Bundespolizist Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) im Film "Dunkle Zeit" eine Frau. Im Krimi "Borowski und das dunkle Netz" setzte Sarah Brandt (Sibel Kekilli in ihrem letzten Kiel-"Tatort") in Notwehr eine Tierfalle ein, um sich selbst vor der Ermordung zu schützen.

Sibel Kekilli in "Borowski und das Fest des Nordens". (Quelle: NDR/Christine Schroeder)Sibel Kekilli in "Borowski und das Fest des Nordens". (Quelle: NDR/Christine Schroeder)

In zwei Folgen blieb außerdem die Zuschauererwartung nach Aufklärung des Verbrechens unbefriedigt: im Krimi "Der Fall Holdt" mit Maria Furtwängler sowie in der Frankfurter Folge "Land in dieser Zeit".

Keine Morde im Tatort

Gar keinen Mord gab es im Franken-"Tatort" mit dem Namen "Am Ende geht man nackt". Dort stellte sich der Tod einer Asylbewerberin in einer Bamberger Unterkunft als Unglücksfall heraus.

Auch in der Wiener Folge "Schock" gab es keinen Mordfall, Major Moritz Eisner und seine Kollegin Bibi Fellner gingen vielmehr Drohungen einer Internet-Videobotschaft nach und hatten es mit einem zurückliegenden Suizid zu tun, außerdem erschoss die Polizei einen Verdächtigen.

Die früheste Leiche in den eineinhalbstündigen Krimis registrierte Experte François Werner im Kölner Krimi "Tanzmariechen", in dem nach 100 Sekunden ein Mädchen tödlich in den Rhein sprang. Die "späteste Leiche" gab es 2017 erst nach 76 Minuten: die Bankiersgattin im Entführungskrimi "Der Fall Holdt". Der NDR-Film lehnte sich an den realen Fall Bögerl aus dem Jahr 2010 an.

Maria Furtwängler in "Der Fall Holdt". (Quelle: NDR/Marion von der Mehden)Maria Furtwängler in "Der Fall Holdt". (Quelle: NDR/Marion von der Mehden)

Zurzeit sind übrigens 22 "Tatort"-Teams aktiv. Nicht alle sind jedoch jedes Jahr mit mindestens einem neuen Fall zu sehen. 2017 hatte die ARD in ihrem Ersten beispielsweise keine Erstausstrahlung mit Til Schweiger, Ulrich Tukur oder Heike Makatsch im Programm.

Quelle:
- dpa

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