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Snapchat sperrt Trump permanent: Diese Plattformen schließen ein Comeback aus


Snapchat sperrt Trump permanent aus

Von Laura Stresing und Mauritius Kloft

Aktualisiert am 14.01.2021Lesedauer: 5 Min.
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Donald Trumps gesperrtes Twitter-Konto: Zahlreiche Internetdienste haben sich gegen den US-Präsidenten gewendet.
Donald Trumps gesperrtes Twitter-Konto: Zahlreiche Internetdienste haben sich gegen den US-Präsidenten gewendet. (Quelle: imago-images-bilder)
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Auf einmal geht es schnell: Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit fliegt Donald Trump nicht nur von Facebook und Twitter. Zahlreiche andere Internetdienste ziehen nach. Eine Übersicht.

Hat Donald Trump den Bogen überspannt? Kurz vor seinem Abschied als "mächtigster Mann der Welt" haben es viele Internetunternehmen auf einmal eilig, auf Distanz zu Trump und seinen Anhängern zu gehen. Hier ein Überblick, welche Schritte unternommen wurden und wie die Unternehmen dies begründen.


Sturm aufs Kapitol: Bilder aus Washington

Es erinnert an einen Staatsstreich: Unterstützer von Donald Trump sind am 6. Januar 2021 ins Kapitol eingedrungen, wo gerade das Wahlergebnis bestätigt werden sollte. Mit Baseballschlägern und Gewehren standen Demonstranten vor dem Gebäude. Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte sie zuvor zu dem Ansturm ermutigt. Sehen Sie hier die schockierenden Bilder der Unruhen.
Trump-Anhänger vor dem Sitzungssaal des US-Senats: In einer beispiellosen Attacke auf das Zentrum der US-Demokratie haben wütende Anhänger des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump das Kapitol in Washington gestürmt.
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Snapchat (Update)

Die Plattform Snapchat, auf der Nutzer Clips oder Bilder erstellen können, die nur wenige Sekunden für andere Nutzer sichtbar sind, hat den Account von Donald Trump bereits am Tag der Unruhen gesperrt. Eine Woche später verkündet das Unternehmen: Der Bann gilt permanent – ein Comeback Trumps wird also ausgeschlossen. Die Entscheidung sei "im Interesse der öffentlichen Sicherheit" getroffen worden, heißt es in einem Statement. Trumps Snapchat-Konto hatte zwei Millionen Follower, obwohl er auf der Plattform bereits seit Juni nicht mehr aktiv beworben wurde. Damals reagierte die App im Zuge der "Black Lives Matter"-Demos auf Trumps diffamierende Reden und schränkte seinen Account ein.

Twitter

Mehr als 80 Millionen Follower hatte der Account @realDonaldTrump. Jetzt ist er Geschichte. Am Freitagabend hat der Kurznachrichtendienst das Profil dauerhaft entfernt – eine bittere Pille für den scheidenden US-Präsidenten. Twitter war sein liebstes Sprachrohr, auch wenn Trump die Plattform stets der "Zensur" bezichtigte. Jetzt will er alle Hebel in Bewegung setzen, um sein Profil zurückzubekommen.

Twitter selbst begründet den Bann mit dem "Risiko einer weiteren Anstachelung zur Gewalt". Die Plattform muss sich allerdings auch die Kritik gefallen lassen, dass sie nicht schon früher zu diesem Entschluss gelangt war. Schließlich hatte Trump sich schon mehrfach während seiner Amtszeit mit problematischen und gefährlichen Äußerungen zu Wort gemeldet. Sein Promi-Status schützte ihn jedoch stets vor Konsequenzen.

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Facebook

Schon kurz nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington am 6. Januar zog Facebook Konsequenzen und löschte ein Video, in dem Trump die Gewalt verharmloste und erneut die Legende vom Wahlbetrug erzählte. Einen Tag später wurde das Profil ganz gesperrt und soll mindestens bis zur Amtseinführung von Joe Biden inaktiv bleiben. Damit will Facebook verhindern, dass Trump seine Gefolgschaft erneut zu Störungen und Anschlägen aufstacheln kann.

Obwohl Facebook verstärkt gegen Verschwörungstheorien und Aufrufe zur Gewalt vorgeht, wird die Plattform von vielen Gruppen im QAnon-Umfeld und dem rechtsextremen Milieu genutzt, um neue Mitglieder zu werben.

Instagram

Die Fotoplattform Instagram gehört zum Facebook-Konzern, weshalb auch hier das Konto von Trump gesperrt wird. Mindestens bis zur Amtsübergabe an Nachfolger Joe Biden sollen die Accounts von Trump blockiert bleiben, wie Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Donnerstag ankündigte.

YouTube

Die Videoplattform ist bekannt dafür, Zuschauer mit ihrem Algorithmus in einen Strudel aus Verschwörungstheorien zu ziehen. Zuletzt kündigte die Google-Tochter aber an, insbesondere verstärkt gegen Falschinformationen zur US-Wahl vorgehen zu wollen.

Jeder Kanal, der Gerüchte und Falschbehauptungen über Wahlbetrug wiederholt und verbreitet, erhält demnach eine Verwarnung, die mit einem vorübergehenden Upload- und Streaming-Stopp verbunden ist. Passiert das drei Mal innerhalb von drei Monaten, wird der Kanal gelöscht.

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Twitch

Auf dem Streamingdienst Twitch, den viele Computerspieler nutzen, überträgt Trump unter anderem seine Reden und Wahlkampfveranstaltungen. Doch nun hat das Portal Konsequenzen gezogen. "Im Zuge des Angriffs auf das Kapitol haben wir den Twitch-Kanal von Präsident Trump gesperrt", zitiert das Portal "Axios" einen Unternehmenssprecher. Dieser Schritt sei notwendig, "damit Twitch nicht mehr benutzt wird, um zu weiterer Gewalt aufzurufen".

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Bereits im Sommer sperrte Twitch den Kanal des Präsidenten kurzzeitig. Damals hatte sich Trump über die "Black Lives Matter"-Bewegung diffamierend geäußert. Nachdem Trump das Weiße Haus verlassen habe, werde die Situation neu bewertet. Bis dahin bleibt der Account dicht.

Reddit

Die Forenplattform Reddit, auf der Nutzer in verschiedenen Communities, Subreddits genannt, über Themen diskutieren können, reagiert ebenfalls nach dem Sturm aufs Kapitol. Das Portal hat das "Subreddit Donald Trump" deaktiviert – die Richtlinien der Webseite würden Inhalte verbieten, die "Hass verherrlichen oder stiften und Gewalt gegen Gruppen von Menschen oder Einzelpersonen fördern".

Zwar ist diese Reddit-Community kein offizieller Account von Trump, gilt aber als einer der größten Kanäle, auf dem sich Trump-Unterstützer tummeln.

Google

Der Internetkonzern Google bietet bis auf Weiteres die in rechten Kreisen verbreitete Social-Media-App Parler nicht mehr zum Download an. Die Richtlinien von Google verlangten, dass Apps mit nutzergenerierten Inhalten über eigene Richtlinien verfügen, um "ungeheuerliche Inhalte wie Beiträge, die zu Gewalt aufrufen, (zu) entfernen", teilte ein Sprecher von Google am Freitagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit.

Auf Parler würden weiterhin Beiträge gepostet, die darauf abzielten, zu Gewalt in den USA anzustacheln. Angesichts der anhaltenden und akuten Bedrohung der öffentlichen Sicherheit werde Parler nicht mehr bei Google Play verfügbar sein, bis diese Probleme behoben seien.

Parler beschreibt sich selbst als "unvoreingenommenes" Medium, das die Redefreiheit unterstützt und sich auf den Schutz der Rechte der Nutzer konzentriert. Es ist unter Unterstützern des abgewählten US-Präsidenten Donald Trump verbreitet und gewann im Zuge der US-Wahl an Popularität hinzu.

Apple

Auch Apple hat die Chat-Plattform Parler aus seinem App-Store verbannt. Parler habe gegen die App-Store-Bedingungen verstoßen, hieß es in einer Nachricht von Apple an Parler, über die der Sender CNN am Samstagabend (Ortszeit) berichtete.

"Die Prozesse, die Parler eingerichtet hat, um die Verbreitung von gefährlichen und illegalen Inhalten zu moderieren oder zu verhindern, haben sich als unzureichend erwiesen", bemängelte Apple. Insbesondere habe man weiterhin direkte Gewaltandrohungen und Aufrufe zur Anstiftung zu gesetzwidrigen Handlungen gefunden, die gegen die Richtlinien verstießen. Parler werde aus dem App Store entfernt, bis die Probleme gelöst seien.

Amazon

Der US-Konzern Amazon, der vor allem als Versandriese in Erscheinung tritt, reagiert ebenfalls auf den Sturm aufs Kapitol. Der Cloud-Anbieter Amazon Web Services (AWS) werde ab Sonntag 23.59 Uhr (Pacific Standard Time/07.59 GMT) dem Nachrichtendienst Parler als Webhost nicht mehr zur Verfügung stehen. Das teilte AWS am Sonntag laut dem US-Internetmedium BuzzFeed in einer E-Mail Parler mit. AWS reagierte nicht sofort auf eine Bitte um Stellungnahme.

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Shopify

Zwei Onlineshops für Trump-Fan-Artikel, die bisher von der kanadischen Internetfirma Shopify gehostet wurden, sind derzeit nicht mehr erreichbar. Der Anbieter hatte die Seiten offline genommen mit der Begründung, dass das Bewerben oder Unterstützen von "Organisationen, Plattformen oder Personen, die Gewalt androhen oder gutheißen" gegen die eigenen Richtlinien verstoße.

Tiktok

Die Videoplattform Tiktok, die vor allem unter Jugendlichen beliebt ist, hat nicht direkt Accounts gesperrt. Allerdings löscht sie bestimmte Hashtags wie etwa "#stormthecapitol" oder "#patriotparty" mit Verweis auf die Community-Richtlinien. "Hasserfülltes Verhalten und Gewalt hat kein Platz auf Tiktok", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Pinterest

Das Fotonetzwerk Pinterest löscht ebenso wie Tiktok bestimmte Trump-freundliche Hashtags, bei denen es davon ausgeht, dass sie zu Gewalt aufrufen. Das mache die Plattform bereits seit der Präsidentschaftswahl vom November.

Discord

Die Kommunikationsplattform Discord, auf der Server erstellt werden können, in denen dann Chats und Anrufe stattfinden, hat den Server "The Donald" vom Netz genommen. Der Grund liege aber nicht in den Unruhen und dem Sturm aufs Kapitol.

Vielmehr stehe er in Verbindung mit dem Trump-"Subreddit"-Kanal (siehe oben) und einer Webseite, auf der zu Gewalt aufgerufen werde.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
  • Axios: "All the platforms that have banned or restricted Trump so far"
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