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Elon Musk: Darum ist der Milliardär eine Bedrohung für uns alle


Zieht Elon Musk endlich aus dem Verkehr!

Eine Kolumne von Nicole Diekmann

Aktualisiert am 13.10.2022Lesedauer: 3 Min.
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Wladimir Putin (l.) und Elon Musk mit Twitter-Logo: Die Macht von Elon Musk ist beängstigend, findet Kolumnistin Nicole Diekmann.
Wladimir Putin (l.) und Elon Musk mit Twitter-Logo: Die Macht von Elon Musk ist beängstigend, findet Kolumnistin Nicole Diekmann. (Quelle: ITAR-TASS / UPI Photo / Zoonar/imago images)
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Tesla-Chef und Multimilliardär Elon Musk gilt als unberechenbar, größenwahnsinnig und leicht zu begeistern. Eine gefährliche Mischung – für uns alle.

Stellen Sie sich mal vor, Sie hätten diesen Bekannten: hyperaktiv. Für alles zu begeistern, was nach Provokation riecht. Sich selbst aus von außen nicht nachvollziehbaren Gründen ständig widersprechend. Und jederzeit allzu bereit, eigene Entscheidungen zu widerrufen.

Klingt nach einem sehr jungen Freund? Im Vorschulalter? Stimmt. Das Einzige, was Elon Musk davon unterscheidet ist: Elon Musk ist der reichste Mann der Welt. Und in manchen Bereichen deshalb auch sehr, sehr mächtig.

Wenn es nach ihm geht – Stand jetzt – besitzt der Tesla-Chef demnächst zum Beispiel die Macht über Twitter. Seit Monaten flip-flopt Musk in dieser Frage herum, wie die Amerikaner sagen: Mal wünscht Musk sich nichts sehnlicher, als den Kurznachrichtendienst zu kaufen. Dann wieder hat er doch keine so rechte Lust mehr drauf. Nun, da ihm ein Gerichtsverfahren droht, kauft er Twitter doch. Vielleicht. Für womöglich 44 Milliarden US-Dollar.

Musk könnte Trump wieder zu Twitter holen

Klingt ja erst mal ebenso bizarr wie unterhaltsam. Nur: Jemand wie Musk, der anscheinend nicht mehr alle Tassen im Schrank hat, sollte keine Macht über eine Hassmaschine haben, die anderen Leuten wiederum ebenfalls enorm viel Macht verleiht. Leuten wie Donald Trump zum Beispiel. Den hat Twitter gesperrt, nachdem er dort und drüben bei Facebook den Sturm aufs Kapitol angeheizt hatte. Wie das ausging, wissen wir. Und wollen wir nicht noch mal erleben.

Einiges deutet darauf hin, dass Musk Trump wieder reinlässt bei Twitter. Trumps eigenes Netzwerk läuft nämlich circa so gut wie die deutsche Impfkampagne. Nämlich gar nicht. Trotz Trumps Reichtum und seiner mindestens ebenso kolossalen Skrupellosigkeit kriegt er sein "Truth Social" nicht wirklich ans Laufen. Das beweist, wie mächtig Twitter ist, das in den USA stärker genutzt wird als in Deutschland. Musk plus Trump plus Twitter – eine ganz schlechte Idee. Der Angriff aufs Kapitol war eine hoffentlich einmalige Angelegenheit. Angriffe auf Demokratie und ihre Werte würden unter diesem Trio infernale wohl zum Dauerzustand.

Die Fernsehjournalistin Nicole Diekmann kennt man als seriöse Politik-Berichterstatterin. Ganz anders, nämlich schlagfertig und lustig, erlebt man sie auf Twitter – wo sie über 120.000 Fans hat. Dort filetiert sie politische und gesellschaftliche Aufreger rund ums Internet. Ihr Buch "Die Shitstorm-Republik" ist überall erhältlich, ihr Blog findet man hier.

A propos Krieg: Im echten, im fürchterlichen Angriffskrieg der Russen gegen die Ukraine spielt Musk inzwischen auch eine Rolle. Und spätestens hier es nicht mehr unterhaltsam bizarr, sondern gefährlich bizarr. Und zwar gefährlich für uns alle.

Musk lieferte zunächst Terminals an die Ukraine, die ihr den Zugriff auf seine "Starlink"-Satelliten ermöglichte. So hätte das Land auch dann Zugriff auf das in diesen Zeiten lebenswichtige Internet, sollte Putin versuchen, es abzustellen. Dafür wurde Musk gefeiert, schließlich stand er damit aufseiten der Guten. Dass Musks heroischer Move auch den amerikanischen Steuerzahler Geld kostete, ging ein wenig unter. Er selbst machte auch wenig Anstalten, das aufzuklären.

Musks "Friedensplan" verdient den Namen nicht

Allerdings muten die verschwiegenen Millionen, die die US-Regierung geschultert hat, wie ein winziges Detail an, denkt man mal grundsätzlicher: All das ist einfach verdammt viel Macht in den Händen eines Mannes, dessen kolossaler Einfluss null demokratisch legitimiert ist.

Und tatsächlich liefert Musk, wenigstens darin ist der unberechenbare Multimilliardär zuverlässig, immer mehr Belege dafür, dass niemand in soziale Netzwerke und vor allem nicht in Kriege eingreifen können sollte: Vergangene Woche twitterte Musk einen "Friedensplan" für den Krieg. Einen Plan, der diesen Namen nicht verdient, weil er ukrainische Interessen und auch das nicht ganz unwichtige Völkerrecht eher beiseite ließ.

Der "Plan" schlug hohe Wellen, sogar der ukrainische Präsident reagierte. Musk ist eben nicht irgendjemand. Zunächst kursierte die Annahme, Musk habe nicht nur nicht alle Tassen im Schrank, sondern auch keine Ahnung von Geopolitik. Muss er ja auch nicht haben, er ist ja kein Politiker. (Noch nicht, dazu kommen wir gleich noch.)

Hat Musk mit Putin gesprochen?

Nun aber verdichten sich die Hinweise darauf, dass Musk nicht etwa aus plumper Naivität auf Kremlpropaganda reingefallen ist, sondern dass er direkt mit Putin gesprochen hat. Behauptet ein angesehener US-Politikberater, der dies von Musk persönlich erzählt bekommen haben will. So ließe sich eventuell auch erklären, dass die Starlink-Terminals zwischenzeitlich anscheinend abgeschaltet waren.

Musk dementiert beides: Er habe nicht mit Putin gesprochen, sagt er, und die Terminals seien abgeschaltet, weil er eine atomare Eskalation fürchte.

Was ich fürchte: Dass Musk an einem schlechten Tag mit irgendeinem Tweet genau an dieser Schraube dreht und diese Eskalation vorantreibt. Aus Versehen oder aus Spaß an der Freude – das ist ja letztendlich auch egal. Und was ich auch fürchte: Dass Musk den Trump macht, mithilfe von Twitter noch mehr Macht anhäuft und irgendwann ins Weiße Haus einzieht. Er ist zwar Südafrikaner und kann deshalb laut Verfassung nicht US-Präsident werden – aber wer weiß, ob sich dieses Detail nicht auch noch mithilfe von Geld verändern lässt. Hoffentlich nicht.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherche
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