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Kopf von berüchtigter Internet-Bande festgenommen

Von dpa, ap
Aktualisiert am 27.03.2018Lesedauer: 2 Min.
Bankautomaten
Bankautomaten: Eine Bande Internetkrimineller konnte über fünf Jahre lang Geldautomaten mit Schadsoftware infizieren und so viele Millionen Euro erbeuten. (Quelle: Tobias Kleinschmidt/dpa-bilder)
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Europol ist der Anführer einer Bande ins Netz gegangen, die jahrelang die IT-Systeme von Banken mit Schadsoftware lahm gelegt und so mehr als eine Milliarde Euro erbeutet haben soll. Auch die Betreiber eines "Fake-Shops" im Internet wurde festgenommen. Der Schaden hier: über eine Million Euro.

In Spanien ist der mutmaßliche Drahtzieher einer Bande von ukrainischen und russischen Internetkriminellen gefasst worden, die innerhalb von fünf Jahren mehr als eine Milliarde Euro von Finanzinstitutionen gestohlen haben soll. Der Tatverdächtige - ein Ukrainer namens Denis K. - sei in der Alicante gefasst worden, erklärten die spanische Polizei und Europol am Montag.

Drei mutmaßliche Komplizen wurden nach Angaben der spanischen Behörden ebenfalls festgenommen. In der Ukraine teilte die Polizei mit, ein 30-Jähriger mit Verbindungen zu der Gang kooperiere mit den Behörden.

Schadsoftware im E-Mail-Anhang

Die Hacker sollen mit Hilfe von Schadsoftware mehr als 100 Finanzinstitute weltweit ins Visier genommen und bei den Angriffen manchmal bis zu zehn Millionen Euro gestohlen haben, wie die Behörden mitteilten. Dabei seien unter anderem Phishing-E-Mails zum Einsatz gekommen, die einen schädlichen Anhang enthielten. Sobald ein Mitarbeiter diesen öffnete, installierte sich die Software auf dem Server der Bank. Die Kriminellen hatten so Zugriff zu Konten und Geldautomaten. Die Software war unter den Namen Carbanak und Cobalt bekannt geworden.

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Die ARD-Intendanten v.l.n.r.: Manfred Krupp (HR), Prof. Dr. Karola Wille (MDR), Dr. Katja Wildermuth (BR), Generalsekretärin Dr. Susanne Pfab, Programmdirektorin Christine Strobl, Martin Grasmück (SR), Dr. Yvette Gerner (Radio Bremen), Joachim Knuth (NDR). Vorne Ex-RBB-Intendantin Patricia Schlesinger, Tom Buhrow (WDR) und Dr. Kai Gniffke (SWR).


Nahezu alle russischen Banken gerieten demnach ins Visier der Gang, und rund 50 von ihnen wurde dabei Geld gestohlen. Ihre Beute hätten sie später in Bitcoin umgetauscht und die Kryptowährung benutzt, um unter anderem in Spanien Häuser und Fahrzeuge zu erwerben.

Die Gang sei im Vergleich zu anderen Banden gefährlicher gewesen, weil sie ihre Taten mit besonderer Sorgfalt geplant habe, sagte Ross Rustici von der in Boston ansässigen Firma Cybereason. Sie sei ungewöhnlich methodisch und organisiert vorgegangen. Andere Gruppen hätten ähnliche Techniken benutzt, aber niemand zuvor habe all diese Praktiken in solch einem Ausmaß zusammengefügt.

Internationales Ermittlerteam kam den Tätern auf die Spur

An den von der spanischen Polizei geleiteten Ermittlungen waren auch das amerikanische FBI, Ermittler aus Rumänien, Weißrussland und Taiwan beteiligt. Europol hatte die Aktion koordiniert, die auch von Software-Unternehmen unterstützt worden war.

Betrügerbande mit Internet-Fake-Shop aufgeflogen

Ebenfalls festgenommen wurden Betreiber eines sogenannten "Fake-Shops", sie sollen im Internet über 2000 Opfer um mehr als eine Million Euro betrogen haben. Vier Männer im Alter zwischen 38 und 53 Jahren seien in Haft, erklärte ein Polizeisprecher in Siegburg am Dienstag. Weil die Firma der Männer in Troisdorf bei Bonn firmierte, waren dort seit vergangenem Sommer hunderte Strafanzeigen aus dem ganzen Bundesgebiet eingegangen.

Bei einem "Fake-Shop" handelt es sich um einen Online-Shop, bei dem bestellte und in Vorkasse bezahlte Ware nicht ausgeliefert wird. Fast 800 Strafanzeigen mit einer Schadenssumme von über 300 000 Euro waren bei den Ermittlern eingegangen. Diese stießen sogar auf mehr als 2000 Zahlungseingänge, für die keine Waren geliefert worden seien. Unter einer Internetadresse seien mit einem Rabatt von 20 bis 25 Prozent Elektronik-Artikel wie Smartphones und Tablets angeboten worden.

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