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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was kostet eine Scheidung – und wer muss zahlen?

Von t-online, sm, cho

Aktualisiert am 11.02.2022Lesedauer: 8 Min.
Paar streitet um Geld: Versuchen Sie bei einer Scheidung, ohne Anwalt einige Streitpunkte zu klÀren. Das spart Kosten.
Paar streitet um Geld: Versuchen Sie bei einer Scheidung, ohne Anwalt einige Streitpunkte zu klÀren. Das spart Kosten. (Quelle: BernardaSv/getty-images-bilder)
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An eine Scheidung denkt kaum ein Paar, wenn es vor dem Traualtar steht. Doch nicht jede Ehe hĂ€lt fĂŒr die Ewigkeit. Teuer muss eine Scheidung aber nicht sein. DafĂŒr sollten Sie auf einige Punkte achten.

Das Wichtigste im Überblick


Viele wird es ĂŒberraschen – angesichts horrend teurer Rosenkriege von Prominenten: Eine Scheidung muss nicht viel kosten.

Auch wenn sich Paare nicht sofort einigen können, gibt es einige Aspekte, die frĂŒhzeitig die Kosten einer Scheidung minimieren. Wir zeigen Ihnen, welche das sind.

Was kostet eine Scheidung?

Generell setzen sich die Kosten fĂŒr eine Scheidung aus den Gerichts- und den Anwaltskosten zusammen. Diese wiederum richten sich nach dem sogenannten Verfahrenswert, der immer individuell beziffert werden muss. Anstelle des Verfahrenswerts sind auch die Begriffe Streitwert, Gegenstandswert oder GeschĂ€ftswert gebrĂ€uchlich. Die Gerichts- und Anwaltskosten ergeben sich automatisch aus dem Verfahrenswert; sie sind in speziellen GebĂŒhrentabellen nachzulesen.

  • Irrglaube: Darum können Sie eine Ehe nicht annullieren lassen

Der Verfahrenswert wird maßgeblich am Nettoeinkommen der Eheleute im Quartal bemessen, also am Einkommen von drei Monaten. Hinzu kommt noch der Versorgungsausgleich. Dabei werden die wĂ€hrend der Ehe erworbenen Rentenanwartschaften zu gleichen Teilen zwischen den Partnern aufgeteilt. Mehr zum Versorgungsausgleich lesen Sie hier.

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Der Versorgungsausgleich betrĂ€gt 10 Prozent des monatlichen Einkommens je ausgeglichener Anwartschaft, mindestens jedoch 1.000 Euro. Der Versorgungsausgleich ist die einzige sogenannte Folgesache, die automatisch ins Scheidungsverfahren einfließt. Haben Sie Kinder, werden vom monatlichen Nettoeinkommen fĂŒr jedes Kind 250 Euro abgezogen. Allerdings gibt es viele Gerichte, die auch das Kindergeld zum Nettoeinkommen zĂ€hlen, wodurch sich die 250 Euro entsprechend verringern.

  • Beispiel: Nehmen wir an, Sie verdienen monatlich 3.000 Euro netto, Ihr Partner 2.000 Euro. Dann ergibt sich daraus ein Gesamteinkommen im Quartal von 15.000 Euro ((3.000 Euro + 2.000 Euro) x 3). Haben Sie keine Kinder, bleibt es dabei. Andernfalls wĂŒrden sich die Quartalsnettoeinkommen beider Partner pro Kind um 750 Euro reduzieren (3 x 250 Euro). Hinzu kommen die mindestens 1.000 Euro fĂŒr den Versorgungsausgleich.

Bei der Berechnung des Verfahrenswerts muss laut § 43 FamFG auch das Vermögen berĂŒcksichtigt werden. Wie genau, konkretisiert das Gesetz allerdings nicht, weswegen die Vorgehensweise je nach Gericht unterschiedlich sein kann. Oft wird das Vermögen in Höhe von 5 Prozent angerechnet und dem dreifachen Nettoeinkommen hinzuaddiert. Die FreibetrĂ€ge fĂŒr das Vermögen variieren zwischen 15.000 Euro und 60.000 Euro pro Ehegatte plus weitere 7.500 Euro bis 25.000 Euro pro Kind.

Scheidungskosten steigen in folgendem Fall

Die Berechnung des Verfahrenswerts könnte hier bereits zu Ende sein – denn weitere Folgesachen wie Unterhalt, Sorgerecht, Umgang, Wohnungszuweisung, Vermögensaufteilung mĂŒssen nicht vor Gericht verhandelt werden. Ist das aber nötig, weil Sie sich nicht selber einigen können, steigt der Verfahrenswert – und damit die Scheidungskosten.

Diese Posten könnten in diesem Fall noch hinzukommen:

  • Unterhalt: plus zwölf Mal die geforderte Summe
  • Sorge- und Umgangsrecht: plus 20 Prozent vom Wert des Verfahrens (maximal 3.000 Euro)
  • Ehewohnung: plus zwölf Mal Monatsmiete
  • Hausratsteilung: plus festgelegter Gegenstandswert des gesamten gemeinsamen Hausrats
  • Zugewinnausgleich: plus die geforderte Ausgleichssumme

Zugewinnausgleich: Jeder, der keinen Ehevertrag schließt, lebt automatisch in einer Zugewinngemeinschaft. Das bedeutet, dass Ihr Vermögen und das Ihres Partners durch die Hochzeit nicht zum gemeinsamen Vermögen werden. Lassen Sie sich scheiden, kann derjenige, der wĂ€hrend der Ehe weniger Vermögen hinzugewonnen hat, vom anderen den Zugewinnausgleich verlangen. Dabei werden die beiden Zugewinne gegenĂŒbergestellt und die Differenz zwischen den beiden ermittelt. Die HĂ€lfte dieser Differenz wird dann demjenigen zugesprochen, dessen Zugewinn geringer ausfiel. Mehr zur Zugewinngemeinschaft lesen Sie hier.

LĂ€uft hingegen alles einvernehmlich, sind Sie sich also beide einig, dass Sie die Scheidung wollen und können auch sonst alles untereinander regeln, wird es in der Regel gĂŒnstiger. Allerdings ist die sogenannte EinigungsgebĂŒhr, die der Anwalt bei Abschluss eines Vergleichs erhĂ€lt, höher als die AnwaltsgebĂŒhr vor Gericht. Lesen Sie hier, wie Sie einen guten Scheidungsanwalt finden.

Es reicht zudem, wenn nur derjenige einen Anwalt nimmt, der den Scheidungsantrag stellt, und Sie sich die Kosten teilen. Am besten nutzen Sie zur Berechnung Ihrer individuellen Kosten einen Online-Rechner.

Wenn Sie es ganz genau wissen wollen

Die Kosten fĂŒr einen Rechtsanwalt bestehen aus:

  • VerfahrensgebĂŒhr,
  • TerminsgebĂŒhr,
  • Ausgabenpauschale
  • und Mehrwertsteuer.

Die VerfahrensgebĂŒhr bekommt der Anwalt dafĂŒr, dass er Sie vor Gericht vertritt. Sie bezahlen damit also zum Beispiel die Vorbereitung des Verfahrens und das Einreichen der Scheidung. Die TerminsgebĂŒhr wird dafĂŒr erhoben, dass der Anwalt den Scheidungstermin sowie außergerichtliche Besprechungen wahrnimmt.

Der Satz fĂŒr die VerfahrensgebĂŒhr ist das 1,3-fache des einfachen GebĂŒhrensatzes, der im RechtsanwaltsvergĂŒtungsgesetz (RVG) geregelt ist; der Satz fĂŒr die TerminsgebĂŒhr das 1,2-fache davon. Was das konkret in Euro bedeutet, hĂ€ngt vom Streitwert ab.

  • Beispiel: Angenommen aus dem Verfahrenswert ergibt sich eine einfache GebĂŒhr von 800 Euro, dann wĂŒrde Sie die VerfahrensgebĂŒhr 1.040 Euro kosten (1,3 x 800 Euro) und die TerminsgebĂŒhr 960 Euro (1,2 x 800 Euro).

Die Ausgabenpauschale – fĂŒr Post- und Telekommunikationsdienstleistungen – betrĂ€gt 20 Prozent der Anwaltskosten, höchstens jedoch 20 Euro. Hinzu kommen nun noch die Gerichtskosten. Hier gilt das 2-fache des einfachen GebĂŒhrensatzes. Die Mehrwertsteuer kommt nicht obendrauf.

  • Beispiel: Angenommen aus dem Verfahrenswert ergibt sich eine einfache GebĂŒhr von 400 Euro, dann kĂ€men auf Sie Gerichtskosten von 800 Euro zu (2 x 400 Euro).

Folgende Tabelle zeigt mögliche Anwalts- und Gerichtskosten je nach Verfahrenswert bei einer einvernehmlichen Scheidung:

Verfahrenswert bis Anwaltskosten Gerichtskosten Gesamt
5.000 Euro 925,23 Euro 292,00 Euro 1.217,23 Euro
10.000 Euro 1.683,85 Euro 482,00 Euro 2.165,85 Euro
13.000 Euro 1.820,70 Euro 534,00 Euro 2.354,70 Euro
16.000 Euro 1.957,55 Euro 586,00 Euro 2.543,55 Euro
25.000 Euro 2.368,10 Euro 742,00 Euro 3.110,10 Euro
30.000 Euro 2.591,23 Euro 812,00 Euro 3.403,23 Euro
50.000 Euro 3.483,73 Euro 1.092,00 Euro 4.575,73 Euro
95.000 Euro 4.242,35 Euro 1.812,00 Euro 6.054,35 Euro
110.000 Euro 4.495,23 Euro 2.052,00 Euro 6.547,23 Euro

Wer trÀgt bei einer Scheidung die Kosten?

Generell gilt: die Gerichtskosten tragen beide zu gleichen Teilen, die Anwaltskosten trĂ€gt jeder selbst. Gibt es nur einen Anwalt, kann man vereinbaren, sich diese Kosten ebenfalls zu teilen. Andernfalls trĂ€gt der Antragsteller die gesamten eigenen Anwaltskosten. Lesen Sie hier, wann Sie einen Anwalt fĂŒr Familienrecht benötigen.

Verdient einer der Partner ĂŒberdurchschnittlich und der oder die andere wenig, muss der Bessergestellte die Prozesskosten der anderen Seite tragen (Prozesskostenvorschuss). In diesem Fall sollten Sie sich als Besserverdiener gut ĂŒberlegen, ob Sie den Streit beispielsweise um Unterhaltszahlungen unnötig in die LĂ€nge ziehen.

Wann bekomme ich Prozesskostenhilfe?

Wenn Sie wenig verdienen und nur ein geringes Vermögen haben, können Sie den Staat zahlen lassen. Verfahrenskostenhilfe heißt das Stichwort. Das Gleiche gilt, wenn Sie arbeitslos sind, Hartz IV oder Sozialhilfe beziehen. Die Verfahrenshilfe beantragen Sie beim zustĂ€ndigen Familiengericht.

Dem Antrag mĂŒssen Sie einige Unterlagen beilegen wie Nachweise ĂŒber Einkommen und Schulden, den letzten Hartz-IV-Bescheid oder die Kopie des Mietvertrags. Wird die Verfahrenshilfe bewilligt, ĂŒbernimmt die Staatskasse Ihre Anwalts- und Gerichtskosten. Und zwar egal, wie lange es dauert.

Verdient Ihr Partner ĂŒberdurchschnittlich, Sie selbst aber wenig, gibt es auch das Mittel des Prozesskostenvorschusses (siehe oben). Dann muss der Bessergestellte die Kosten der anderen Seite tragen. In beiden FĂ€llen ist es ĂŒbrigens egal, wer die Scheidung beantragt hat.

Mit welchen Tipps kann ich Geld sparen?

GĂŒnstiger wird es, wenn sich nur der Ehepartner einen Anwalt nimmt, der den Scheidungsantrag stellt – und die Eheleute untereinander vereinbaren, sich diese Kosten zu teilen. Ganz ohne Rechtsbeistand geht es in Deutschland dagegen nicht.

Auch die Dauer einer Verhandlung kann ins Geld gehen. Versuchen Sie daher, sich bereits im Vorfeld ĂŒber das Wichtigste zu einigen – ohne Anwalt. Auch wĂ€hrend der Verhandlung sollten Sie versuchen, kleinere Details ohne Anwalt zu besprechen.

Anwaltskosten vorher bezahlen

Die Zustellung des Scheidungsantrags ist ein wichtiger Stichtag. Denn: Das Vermögen, das die Eheleute zu diesem Zeitpunkt besitzen, muss geteilt werden.

Wer den Antrag stellt, kennt diesen Termin – und kann die voraussichtlichen Anwaltskosten vorher bezahlen. Dann verringert sich Ihr Vermögen zu diesem Zeitpunkt bereits um die Höhe der gezahlten Anwaltskosten. Und: Ist der Antragsteller ausgleichspflichtig, hat er die Gegenseite damit zugleich zur HĂ€lfte an seinen Anwaltskosten beteiligt.

Nicht nur der Antragsteller, auch die Gegenseite kann die Scheidungskosten im Vorfeld bezahlen. Sie sollten dafĂŒr aber gut ĂŒber die nĂ€chsten Schritte des Partners Bescheid wissen.

Kindesunterhalt kostenlos regeln

Sind Sie sich einig, wer wie viel Unterhalt zahlt (grundsĂ€tzlich regelt das die DĂŒsseldorfer Tabelle), mĂŒssen Sie das nicht vor Gericht verankern lassen. Eine kostenlose Jugendamtsurkunde erfĂŒllt denselben Zweck. So können Sie gleich mehrere Hundert Euro sparen.

Ehevertrag klug durchdenken

Wer vorsorglich einen Ehevertrag abschließt, sollte ĂŒberlegen, ob dort gewisse Dinge vom Vermögensausgleich ausgeschlossen werden. Denn besitzt ein Partner eine Praxis oder Kanzlei, lĂ€sst sich ĂŒber deren Wert lange streiten. Das lĂ€sst die Kosten fĂŒr den Anwalt oder die AnwĂ€lte in die Höhe treiben.

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Geht es jedoch um Fragen des Unterhalts, sollten Sie so wenig wie möglich in der schriftlichen Vereinbarung ausschließen. Die Klauseln könnten schnell sittenwidrig und damit hinfĂ€llig werden.

Übrigens: Ein Ehevertrag kann nicht nur vor, sondern auch jederzeit wĂ€hrend der Ehe geschlossen werden. LĂ€uft die Beziehung jedoch bereits ihrem Ende entgegen, sollten Sie vorsichtig beim Schließen von VertrĂ€gen sein.

Hochzeitsgeschenke aufteilen

Zur Hochzeit gibt es oft viele und manchmal auch wertvolle Geschenke. Doch wem gehört was, wenn es an beide adressiert war? Hier gilt generell: Was gemeinsam genutzt werden kann, gilt auch als gemeinsames Eigentum. Der Umkehrschluss gilt in der Regel auch, aber nicht immer.

Nehmen wir zum Beispiel teuren Goldschmuck, der einem Paar zur Hochzeit geschenkt und wÀhrend der Ehe von der Ehefrau getragen wurde. Diese hat kein unausweichliches Recht auf den Schmuck. Denn dieser kann aufgrund des Goldgehaltes als gemeinsame Kapitalanlage eingestuft werden. Dann wird der Wert ermittelt und muss zwischen beiden aufgeteilt werden.

Unser Tipp: Wenn Sie sich im Scheidungsfall nachtrĂ€glich bestĂ€tigen lassen können, dass ein Geschenk fĂŒr Sie gedacht war, dĂŒrfen Sie den Gegenstand behalten.

Wie lange dauert eine einvernehmliche Scheidung?

Das kommt darauf an, ob es einen Versorgungsausgleich gibt. Wird auf ihn verzichtet – was allerdings nur in AusnahmefĂ€llen möglich ist –, dauert eine Scheidung meist maximal vier Monate. Mit Versorgungsausgleich steigt die Dauer auf bis zu zwölf Monate. Mehr zum Versorgungsausgleich lesen Sie hier.

Kann ich Scheidungskosten steuerlich absetzen?

Nein. Seit 2013 können Sie Prozesskosten – und dazu zĂ€hlen auch die Kosten eines Scheidungsverfahrens – nicht mehr als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Das bestĂ€tigte der Bundesfinanzhof (BFH) mit einer Entscheidung vom 18. Mai 2017 (BFH VI R 9/16).

Darf man im Trennungsjahr sein Vermögen bewusst abbauen?

Nein. Im Trennungsjahr – also dem Jahr, das Sie mindestens getrennt leben mĂŒssen, bevor Sie einen Scheidungsantrag stellen können – darf zwar jeder weiter ĂŒber sein Vermögen verfĂŒgen, ein bewusster Vermögensabbau ist aber nicht erlaubt.

Schrumpft es bis zum Scheidungsantrag also ohne nachvollziehbaren Grund, tut man fĂŒr die Vermögensaufteilung so, als wĂ€re es weiter vorhanden. Im Zweifel wird es dann in die Ausgleichsberechnung aufgenommen.

Unser Tipp: Machen Sie eine Aufstellung der VermögensbestÀnde bereits zu Beginn des Trennungsjahres.

Welche Regeln gelten fĂŒr Hausbesitzer?

Eine Immobilie gehört allen, die im Grundbuch stehen – in der Regel sind das beide Partner. Ob das Haus damals eigentlich nur von einer Seite finanziert wurde, spielt dann keine Rolle mehr. Wenn Sie ausziehen, können Sie auf eine sogenannte NutzungsentschĂ€digung klagen. Das geht aber in der Regel frĂŒhestens nach Ende des Trennungsjahres.

Wurde das Haus in die Ehe eingebracht und der Partner nicht ins Grundbuch eingetragen, darf er unter UmstĂ€nden trotzdem weiter dort wohnen. DafĂŒr muss er nachweisen, dass er existenziell auf die Nutzung angewiesen ist – im Extremfall fĂŒnf Jahre lang.

Generell gilt: Der Wert des Hauses wird zum Zeitpunkt der Trennung berechnet, beide haben Anspruch auf die HÀlfte. Dazu zahlt entweder ein Partner den anderen aus oder es wird verkauft und der Erlös geteilt.

Worauf sollten SelbststÀndige achten?

Bei SelbststĂ€ndigen kann es knifflig werden. Sowohl der Streitwert der Scheidung als auch ein eventueller Unterhalt werden am Nettoeinkommen bemessen. WĂ€hrend bei Angestellten eine Gehaltsauskunft relativ einfach zu beschaffen ist, können diese Infos bei SelbststĂ€ndigen kaum ĂŒberprĂŒft werden.

Als Anhaltspunkt gilt der letzte Steuerbescheid. Wenn Sie Ihren selbststĂ€ndigen Ex-Partner verdĂ€chtigen, viel zu geringe Gewinne anzugeben, sollten Sie dies so detailliert wie möglich nachweisen – etwa durch Angaben zu seinem Lebensstil, der nur durch höhere EinkĂŒnfte möglich sein kann.

Unser Tipp: Partner von SelbststÀndigen sollten ab dem Trennungsjahr auf ungewöhnliche und hohe Abschreibungen achten, die das bei einer Scheidung anzurechnende Einkommen des Partners mindern.

Mit einer Trennung ist in manchen FÀllen auch ein gemeinsames GeschÀft Geschichte. Im Idealfall ist im Gesellschaftervertrag auch eine Trennung oder der Scheidungsfall geregelt. Ist dies nicht geschehen, bleiben nur drei Möglichkeiten:

  • der eine GeschĂ€ftspartner zahlt den anderen aus
  • das Unternehmen wird verkauft und der Gewinn geteilt
  • das Unternehmen wird aufgelöst

Die letzte Variante wÀre jedoch die schlechteste Lösung, denn in diesem Fall gehen beide leer aus.

Kann man sich online scheiden lassen?

Ja, das geht. Sie sind genauso rechtlich anerkannt wie herkömmliche Scheidungen. Viele AnwĂ€lte bieten inzwischen Online-Formulare fĂŒr ScheidungsantrĂ€ge auf ihren Websites an.

Eine Online-Scheidung funktioniert vor allem dann gut, wenn die Ex-Partner im Vorfeld alles regeln konnten und nicht mehr gestritten wird. Auch wenn einer der Partner in ein anderes Land gezogen ist, kann sich eine Online-Scheidung anbieten. Dann muss der im Ausland lebende Partner nicht einmal mehr persönlich vor Gericht erscheinen.

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Ein Nachteil dieser Art der Scheidung könnte jedoch sein, dass Sie sich kein persönliches Bild von Ihrem Anwalt machen können. Geraten Sie an einen Anwalt, mit dem Sie nicht zufrieden sind, kann das zu erheblichen Mehrkosten fĂŒhren.

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  • Christine Holthoff
Von Christine Holthoff
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