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P-Konto eröffnen: Der Freibetrag beim Pfändungsschutzkonto


Monatlicher Freibetrag  

Wie ein P-Konto Sie vor Pfändungen schützt

05.07.2021, 15:40 Uhr
P-Konto eröffnen: Der Freibetrag beim Pfändungsschutzkonto. Mann mit Kind vor Rechnungen (Symbolbild): Ein P-Konto schützt das Girokonto bis zu einem bestimmten Betrag vor Pfändungen. (Quelle: Getty Images/MartinPrescott)

Mann mit Kind vor Rechnungen (Symbolbild): Ein P-Konto schützt das Girokonto bis zu einem bestimmten Betrag vor Pfändungen. (Quelle: MartinPrescott/Getty Images)

Wenn eine Pfändung Ihres Kontos droht oder Ihr Girokonto bereits gepfändet wird, können Sie es in ein "P-Konto" umwandeln. So wird Ihr Geld bis zu einem bestimmten Betrag geschützt. Das sollten Sie darüber wissen.

Es gibt Zeiten im Leben, in denen es nicht ganz rund läuft. Unbezahlte Rechnungen türmen sich, das Konto ist längst im Minus, Gläubiger drohen bereits mit Pfändung des Girokontos.

Doch so verzwickt diese Situation auch scheint, es gibt noch eine Lösung: ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto. Bis zu einem bestimmten Freibetrag ist Ihr Geld dort vor einer Pfändung sicher. t-online erklärt, wie das P-Konto funktioniert und auf was Sie achten sollten.

Was ist ein P-Konto genau?

Ein P-Konto schützt Ihr Konto vor einer Pfändung durch Ihre Gläubiger – zumindest bis zu einer bestimmten Grenze, dem gesetzlich festgelegten Freibetrag. Monatlich sind Ihnen durch ihn bis zu 1.252,64 Euro sicher.

Ein Gläubiger kann also nur das, was über den Freibetrag reicht, pfänden. So bleiben Sie bis zu einem gewissen finanziellen Punkt handlungsfähig – können also noch Überweisungen tätigen, Bargeld abheben oder Daueraufträge ausführen. Geregelt wird das P-Konto in § 850k der sogenannten Zivilprozessordnung (ZPO).

Wichtig: Ihre Bank kann einige Funktionen bei einem Pfändungsschutzkonto einschränken, muss Sie allerdings darüber informieren. Darauf sollten Sie achten, wenn Sie ein P-Konto aufmachen (siehe unten).

Freibetrag: Wie viel Geld ist vor einer Pfändung geschützt?

Der Freibetrag, der vor einer Pfändung geschützt ist, liegt seit 1. Juli 2021 bei 1.252,64 Euro pro Monat. Alles, was darüber hinaus geht, kann ein Gläubiger pfänden. Der Pfändungsfreibetrag steigt jedes Jahr etwas an.

Dieser Pfändungsschutz erhöht sich, wenn Sie etwa Unterhalt zahlen müssen. Für den ersten Unterhaltsberechtigten erhöht sich der Freibetrag um 471,44 Euro, für jeden weiteren um 262,50 Euro. Der Pfändungsfreibetrag kann sich auch erhöhen, wenn Sie etwa Kindergeld erhalten.

Hier erhalten Sie eine P-Konto-Bescheinigung

In jedem Fall gilt: Sie müssen Ihrer Bank bescheinigen, dass Sie Unterhalt zahlen müssen oder Kindergeld erhalten. Ihr Arbeitgeber, die Familienkasse, Sozialleistungsträger oder anerkannte Insolvenzberatungsstellen dürfen eine sogenannte P-Konto-Bescheinigung ausstellen, sind aber nicht dazu verpflichtet.

Tipp: Sie können sich auch an das zuständige Vollstreckungsgericht wenden, das die Pfändung veranlasst hat. Oder Sie versuchen es bei Ihrer Bank mit Kontounterlagen, aus denen bestimmte Zahlungen hervorgehen. Je nach Finanzinstitut werden diese anerkannt.

Was passiert, wenn ich meinen Freibetrag nicht ganz aufgebraucht habe?

Wenn Sie in einem Monat weniger als den Pfändungsfreibetrag ausgeschöpft haben, können Sie das Geld im nächsten Monat verbrauchen. So werden etwa Sozialleistungen geschützt, die Sie am Ende des Monats für den nächsten Monat erhalten.

Doch Achtung: Das funktioniert nur für jeweils den Folgemonat. Zwei Monate oder noch längere Zeit können Sie das Geld nicht verbrauchen. In diesem Fall wird es gepfändet.

Wie kann ich ein P-Konto eröffnen?

Das Eröffnen ist sehr leicht. Sie müssen jedoch beachten: Sie müssen bei Ihrer Bank beantragen, Ihr Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto umzuwandeln.

Einen entsprechenden Antrag erhalten Sie von Ihrer Bank. Alternativ finden Sie diesen auch auf der Homepage des Geldhauses. In dem Antrag müssen Sie dann auch versichern, dass Sie noch kein P-Konto führen – denn Sie dürfen nur maximal eins haben (siehe unten).

Für das Umwandeln darf Ihre Bank keine Gebühren erheben, wohl aber für das eigentliche P-Konto (siehe unten).

Wichtig: Ein Gemeinschaftskonto kann nicht als P-Konto geführt werden. Sie müssen also vor dem Umwandeln in ein Pfändungsschutzkonto Ihre Konten aufteilen.

Für Umwandlung ins P-Konto auf Fristen achten

Wenn Ihr Girokonto bereits gepfändet wurde, muss es Ihre Bank innerhalb von vier Tagen umwandeln – nachdem Sie einen entsprechenden Antrag gestellt haben. Doch Achtung: Ihre Bank muss diesen Antrag spätestens vier Wochen nach der Pfändung Ihres Kontos erhalten.

Wenn Sie ein P-Konto wieder umwandeln möchten, können Sie einen entsprechenden Antrag stellen. In der Regel können Sie im nächsten Monat wieder Ihr Konto als herkömmliches Girokonto führen.

Tipp: Sollten Sie noch kein Girokonto besitzen, können Sie versuchen ein herkömmliches Girokonto zu eröffnen. Wenn Ihre Bank Ihnen dies verweigert, können Sie ein Basiskonto eröffnen – mit weniger Funktionen. Ein Basiskonto kann auch als Pfändungsschutzkonto laufen.

Was kostet ein P-Konto?

Für ein P-Konto kann Ihre Bank ebenso wie für ein herkömmliches Girokonto Kontoführungsgebühren verlangen. Allerdings dürfen diese nicht höher sein, als ein herkömmliches Girokonto bei Ihrer Bank kosten würde.

Kann ich mehrere P-Konten gleichzeitig führen?

Nein, das ist nicht möglich. Jede Person darf nur ein Pfändungsschutzkonto führen, um Missbrauch zu vermeiden. Wenn Sie ein P-Konto eröffnen möchten (siehe oben), müssen Sie schriftlich versichern, dass Sie nicht bereits ein P-Konto haben.

Zudem kann Ihre Bank auch einer Auskunftei wie der Schufa melden, dass Sie ein solches P-Konto besitzen. Bei einer Eröffnung eines Pfändungsschutzkontos würde also auffallen, wenn Sie schon eines führen.

Verstöße gegen die Regelung können strafbar sein – auch können Sie bei Verstößen generell davon ausgeschlossen werden, ein P-Konto aufzumachen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztip
  • Verbraucherzentrale Bundesverband
  • schuldnerberatung-schulz.de
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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