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Lipödem: Ursachen, Behandlung und Operation

Unheilbare Krankheit  

Lipödem: Wenn das Fett immer weiter wächst

Von Alexandra Grossmann

02.07.2019, 17:56 Uhr
Lipödem: Ursachen, Behandlung und Operation. Frau mit dicken Beinen steht am Strand: Ein Lipödem ist eine unheilbare Krankheit. (Quelle: Getty Images/Animaflora)

Frau mit dicken Beinen steht am Strand: Ein Lipödem ist eine unheilbare Krankheit. (Quelle: Animaflora/Getty Images)

Sehr dicke Beine mit Dellen und Orangenhaut – so sieht ein Lipödem aus. Betroffene leiden sehr, die Krankheit ist nicht heilbar. Was trotzdem hilft.

Bei einem Lipödem ist die Verteilung des Fetts im Körper gestört: In den Beinen, dem Po und den Hüften sammeln sich Fett und Wasser. Im Volksmund heißt die Krankheit deshalb "Reiterhosensyndrom". Aber auch die Arme können betroffen sein. Ein Lipödem hat nichts damit zu tun, dass jemand zu viel isst oder sich zu wenig bewegt. Stattdessen handelt es sich um eine sehr schmerzhafte, fortschreitende und nicht heilbare Erkrankung.

Darstellung eines Lipödems: Die Krankheit entwickelt sich in mehreren Stufen.Darstellung eines Lipödems: Die Krankheit entwickelt sich in mehreren Stufen.

Symptome bei einem Lipödem

Das Lipödem wächst langsam. Zunächst werden nur Beine, Hüften und Po dicker, dazu kommt ein wachsendes Spannungsgefühl. Je weiter die Krankheit fortschreitet und je dicker die betroffenen Körperteile anschwellen, umso schwerer werden die folgenden Symptome.

  • Schwellungen: Mediziner bezeichnen diese als schwammig, wenn das Bindegewebe sehr weich ist und Cellulite (Orangenhaut) hat. Typisch ist auch, dass die Schwellungen symmetrisch sind, also auf beiden Seiten des Körpers ungefähr gleich groß auftreten.
  • Gelenke: Im Gegensatz zu anderen Arten von Ödemen sind Hände und Finger sowie Füße und Fußgelenke nicht betroffen. Wenn das Lipödem weit fortgeschritten ist, überlappt es manchmal die Gelenke.
  • Blutergüsse und Druckempfindlichkeit: Die Hautpartien reagieren sehr empfindlich auf Druck und bilden rasch blaue Flecken.
  • Spannungsschmerz: Beine und Arme sind geschwollen und schwer, die Haut spannt und schmerzt.
  • Hautverletzungen: Vor allem die Innenseiten der Oberschenkel reiben sich beim Gehen, so dass sie aufscheuern können. In den Falten zwischen den Fettwülsten sammelt sich Feuchtigkeit, manchmal bilden sich Ekzeme.
  • Tageszeit: Am Abend nehmen die Beschwerden zu.

Wer bekommt ein Lipödem?

Lipödeme treten meistens bei Frauen auf, und dies vermehrt innerhalb von Familien. Es wird angenommen, dass es sich um eine vererbbare Krankheit handelt, und dass Hormone bei ihrer Entstehung eine entscheidende Rolle spielen.

Oft tritt das Lipödem gegen Ende der Pubertät oder bei einer Schwangerschaft auf. Es könnte auch eine Rolle spielen, dass das weibliche Fettgewebe anders aufgebaut ist als das männliche. In seltenen Fällen können auch Männer ein Lipödem entwickeln. Dies geschieht in Zusammenhang mit Hormonstörungen, meist bedingt durch andere Erkrankungen.

Ursachen für ein Lipödem

Ein Ödem ist eine Wassereinlagerung. Es entsteht, wenn kleine Gefäße nicht richtig arbeiten und Flüssigkeit im Gewebe zwischen den Zellen nicht abtransportiert werden kann. Lipide wiederum sind – vereinfacht gesagt – Fette. Bei einem Lipödem vergrößern und vermehren sich die Fettzellen im Gewebe der Unterhaut zusätzlich zum Wasser. Das Transportsystem ist geschädigt, darum ist das Lipödem ein fortschreitender Prozess.

Diagnose des Lipödems

Um zu wissen, ob jemand ein Lipödem hat, fragt der Arzt die oben beschriebenen Symptome ab. Zudem sind ein schlanker, normaler Oberkörper im Gegensatz zur starken Fettbildung von den Hüften abwärts typisch für die Erkrankung. Bildgebende Verfahren wie etwa Ultraschall zeigen die Zusammensetzung des Unterhautfettgewebes. Nicht zuletzt weist auf ein Lipödem hin, wenn sich trotz Diäten und Sport nichts am Körper ändert.

Behandlung des Lipödems

Diese Krankheit ist nicht heilbar, bedarf aber einer umgehenden Behandlung. Sonst verändert sich das Fettgewebe weiter und Folgeerkrankungen entstehen. Sport und eine gesunde Ernährung sind unbedingt notwendig, denn schon wenig Übergewicht verstärkt die Lipödembildung und die Beschwerden. Da Bewegung beim Lipödem schwerfällt, eignen sich sanfte Sportarten wie Nordic Walking, Trampolinspringen und besonders die verschiedenen Formen von Training im Wasser.

 

Hilfreich ist die sogenannte Entstauungstherapie (KPE): Sie besteht aus einer Kombination von Lymphdrainagen, Kompressionen und Bewegungsübungen. Wenn die Beschwerden dennoch weiterbestehen, gibt es die Möglichkeit der Fettabsaugung, in der Fachsprache Liposuktion.

Bislang ist die Liposuktion die einzige Behandlungsform, die das krankhafte Fettgewebe dauerhaft entfernen kann. Doch der Eingriff ist eine schwerwiegende Entscheidung, denn es können dabei Lymphbahnen verletzt werden. Dann kann es zu weiteren Abflussstörungen kommen, und es lagern sich wieder Wasser und Lipide ein. Die Kosten werden bisher in der Regel nicht von den Kassen übernommen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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