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Fitness: EMS-Training - was taugt es wirklich?

Schnell schlank und fit dank EMS-Training?

02.01.2012, 14:04 Uhr | Tanja Peters

Fitness: EMS-Training - was taugt es wirklich?. Fitness: Mit Elektroden trainieren, einfach aber effektiv?

Fitness: Mit Elektroden trainieren, einfach aber effektiv?

Fit und schlank ohne großen Aufwand: Elektrostimulationstraining soll Wunder wirken – für die Figur und die Gesundheit. Im Fitnessstudio werden unglaublich schnelle Erfolge versprochen – bis zu acht Mal effektiver als herkömmliches Training soll EMS wirken. Ob das stimmt? Wir haben es ausprobiert und einen Experten befragt.

Der erste Selbst-Check

Ein paar Elektroden an den Körper gesetzt, 20 Minuten Stromimpulse spüren und ohne großartige Schinderei schnell Muskeln auf- und Fett abbauen. Klingt reizvoll und fast zu schön um wahr zu sein. Zusätzlich soll das Training bestens geeignet sein für Menschen mit Bandscheibenvorfall, um wieder Beweglichkeit zu erlangen und weiteren Beschwerden vorzubeugen. Nach monatelangen Rückenbeschwerden inklusive eines Vorfalles im unteren Lendenwirbelbereich will ich es zumindest ausprobieren und melde mich ein wenig skeptisch im Sportstudio zu einem Training mit einem „Bodytransformer“ an.

Ganzkörpertraining mit Strom

In einem langen Vorgespräch wird erklärt, was mich erwartet: Bei dieser Art Training werden auch die tiefen Muskelstrukturen erfasst, die mit herkömmlichen Muskelaufbaumethoden gar nicht oder nur eingeschränkt trainiert werden können. Dazu kommt, dass stets der ganze Körper in das Training involviert ist und nicht nur bestimmte Muskelgruppen gestärkt und aufgebaut werden. Muskuläre Dysbalancen werden so vermieden und bereits bestehende ausgeglichen. Durch EMS sollen weitgehend ideale muskuläre Verhältnisse hergestellt werden, die zu einer sehr guten Leistungssteigerung führen und zugleich Rücken- und Gelenkstrukturen entlasten und stabilisieren sollen.

Baumwollkleidung leitet besser

Dann beginnt das Training: Die Kleidung sollte am besten aus 100 Prozent Baumwolle bestehen, das leite die Stromimpulse am besten, hatte man mir vorher erklärt. Bevor die kleinen Elektroden angeschlossen werden, werde ich an den entsprechenden Stellen mit Wasser besprüht – auch das dient der besseren Leitung. Dann bekomme ich an Oberarmen und -schenkeln, im Nacken, am unteren und oberen Rücken, am Gesäß, am Bauch und an der Brust jeweils die Manschetten umgebunden. Komplett verkabelt geht es dann an das Gerät, an dem ich angeschlossen werde.

Zunächst nur ein sanftes Kribbeln zu spüren

Der Trainingsplan sieht vor, dass ich abwechselnd  zwanzig Minuten lang je fünf Sekunden einen Stromimpuls bekomme und fünf Sekunden Pause dazwischen habe. Wenn der Impuls kommt, muss ich in verschiedenen Haltungen alle Muskeln in meinem Körper anspannen. Langsam stellt der Trainer die Regler für die Intensität des Stromes ein. Bei den Impulsen spüre ich ein recht sanftes Kribbeln an den verkabelten Stellen. Das soll schon alles sein? Nach einer kurzen Gewöhnungszeit wird der Strom allerdings nach und nach höher eingestellt. Es wird anstrengender, die Muskeln gegen den Impuls anzuspannen. Als die zwanzig Minuten schließlich um sind, fühle ich mich recht verausgabt. Zehn Minuten lang gibt es danach im Sitzen noch sanfte Impulse zum Entspannen.

Zwei Mal zwanzig Minuten

Zwei Mal pro Woche sollen reichen, um die Rückenbeschwerden in den Griff zu bekommen, insgesamt fitter zu werden und auch etwas gegen die zwei, drei Kilo zu unternehmen, die sich an den Problemzonen angesammelt haben. Nach vier Einheiten an dem Bodytransformer merke ich bereits eine deutliche Verbesserung meines Rückens. Statt einer Gewichtsabnahme stelle ich allerdings eine Zunahme fest – gleichzeitig sitzen die Hosen trotzdem viel lockerer. Der Trainer erklärt, dass die Zunahme normal ist, da Muskelmasse mehr wiegt als Fett. Ein Blick auf den Körperfettanteil zeigt, dass er Recht haben muss.

Optimal bei Bandscheibenproblemen

Mein persönliches Fazit: Trotz anfänglicher Skepsis bin ich begeistert von dem EMS-Training. Doch was sagt ein Experte dazu? Ist es wirklich so gesund und effektiv wie von den Sportstudios versprochen? Dr. med. Meier-Giró, Facharzt für Orthopädie mit Praxis in Berlin, kennt das EMS-Training und erklärt die Vor- und Nachteile: „Das Training unter fachlicher Aufsicht halte ich für sehr effizient", so der Orthopäde. Gerade für Patienten mit Bandscheibenvorfällen sei es nach der Akutphase die optimale Möglichkeit, an den muskulären Dysbalancen zu arbeiten. Und auch dort etwas für die Muskulatur zu tun, wo vorher zu wenig aufgebaut wurde. "An den herkömmlichen Geräten in Sportstudios wäre der Pressdruck auf die Wirbelsäule meist viel zu groß“, sagt er.

Gut gegen Arthrose und bei Osteoporose

Auch für andere Krankheitsbilder hält der Experte das Elektrostimulationstraining für hilfreich. „Bei Arthrose bietet es sich ebenfalls an. EMS schont die Gelenke sehr, so dass damit bis ins hohe Alter die Muskulatur aufrecht erhalten bleiben kann. Gleiches gilt für Osteoporose nach der Menopause“, erklärt Meier-Giró. In seiner Praxis empfiehlt er EMS auch nach Verletzungen wie zum Beispiel einem Kreuzbandriss als moderne Sportphysiotherapie oder als Einstieg zur Gewichtsreduktion. „Bei Übergewichtigen ist es eine gute Variante um überhaupt erst einmal anzufangen. Allerdings sollte hier das Training kombiniert sein mit einer Diätberatung und Ausdauersport“, so der Orthopäde.

Immer unter fachlicher Anweisung

Nicht anwenden sollten es Tumorpatienten oder Menschen mit Herzschrittmacher. Nachteile sieht Meier-Giró keine an der modernen Trainingsform. „Allerdings sollte EMS wirklich nur anweisungsgerecht und unter fachlicher Anleitung machen, sonst bewirkt man schnell das Gegenteil und trainiert sich womöglich Dysbalancen erst an – und das produziert Arthrose“, warnt der Mediziner. Dass EMS acht Mal so effektiv sein soll wie herkömmliches Training relativiert er allerdings ein wenig: „Eine doppelte bis dreifache Wirkintensität halte ich für realistisch, alles andere sind dann doch übertriebene Versprechungen“, sagt er. 

ratgeber.t-online.de - EMS Training - Strom für den Muskelaufbau

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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