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Was schwächt das Immunsystem? Sieben Faktoren

Sieben Gefahren  

Diese Faktoren schwächen Ihr Immunsystem

Ann-Kathrin Landzettel

20.12.2019, 08:44 Uhr
Was schwächt das Immunsystem? Sieben Faktoren. Warm eingepackte Frau: Friert der Körper, ist die Körperabwehr verlangsamt.  (Quelle: Getty Images/nicoletaionescu)

Warm eingepackte Frau: Friert der Körper, ist die Körperabwehr verlangsamt. (Quelle: nicoletaionescu/Getty Images)

Das Immunsystem wehrt Gefahren für den Körper ab. Ist das Abwehrsystem geschwächt, haben es unter anderem Bakterien, Viren und entartete bösartige Zellen leichter, Schaden im Körper anzurichten. Doch was setzt der Immunabwehr besonders zu? Sieben Feinde des Immunsystems.

Unser Immunsystem ist ein komplexes und fein abgestimmtes System, das den Körper vor inneren und äußeren Angriffen schützt. Es arbeitet Vollzeit: Es wehrt beispielsweise Bakterien, Viren, Pilze, andere Organismen wie Würmer, körperfremde Proteine, entartete Krebszellen und freie Radikale ab.

Dafür stehen ihm eine Menge Schutzschilde zur Verfügung. Ein wichtiger Schutzschild ist die Barriere von Haut und Schleimhäuten.

So finden sich im Speichel antimikrobielle Enzyme. Nasenschleimhäute und Augen wehren mit Sekret und Tränen Eindringlinge ab. Im Magen stellt die Salzsäure einen wichtigen Schutz dar und im Darm machen die dort angesiedelten Bakterien einen Großteil unseres Immunsystems aus.

Immunsystem: Schutzschild des Körpers

Ein weiterer wichtiger Schutzschild sind die Lymphknoten. Sie stellen als Teil des Abwehrsystems eine wichtige Filterstation für Krankheitserreger und Krebszellen dar. Nicht umsonst werden Sie auch "Wächterknoten" genannt. Im Blut sind unter anderem die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) für die Abwehr von Krankheitserregern zuständig.

Zudem ist das Immunsystem lernfähig. Mit jedem Kontakt zu gefährlichen Erregern oder Substanzen
verfeinert sich die Abwehr. Droht die Gefahr erneut, springt das Immunsystem früher an und arbeitet noch effektiver. Ohne Immunsystem kann der Mensch nicht überleben.

3D-Illustration eines Virus: Das Immunsystem wehrt Bakterien, Viren, Pilze, andere Organismen wie Würmer, körperfremde Proteine, entartete Krebszellen und freie Radikale ab. (Quelle: Getty Images/ Rost-9D)3-D-Illustration eines Virus: Das Immunsystem wehrt Bakterien, Viren, Pilze, andere Organismen wie Würmer, körperfremde Proteine, entartete Krebszellen und freie Radikale ab. (Quelle: Rost-9D/Getty Images)


Was das Immunsystem schwächt

Verschiedene Einflussfaktoren können das Immunsystem schwächen und die natürlichen Schutzschilde
durchlässiger machen. Erkrankungen und Infektionen gehören zu den Folgen. Zu den größten Gefahren für das Immunsystem zählen:

  1. Alter
  2. Vitaminmangel
  3. Schlafmangel
  4. Stress
  5. Kälte
  6. Alkohol
  7. Rauchen

Mit den Jahren altert das Immunsystems

Das Alter ist ein bedeutender Feind des Immunsystems. Das Immunsystem altert mit und wird schwächer. Mit fortschreitendem Lebensalter nimmt die Anfälligkeit des Menschen gegenüber Krankheiten und anderen Angriffen des Immunsystems zu.

Bereits nach der Pubertät schrumpft die Thymusdrüse. Diese Drüse ist ein wichtiger Teil des Immunsystems. In ihr bekommen beispielsweise bestimmte weiße Blutkörperchen ihre immunologische Prägung. Auch bestimmte Abwehrzellen (B- und T-Lymphozyten) verringern sich im Laufe der Jahre. Daraus resultiert auch eine zunehmende Abnahme der Aktivität dieser Zellen und insgesamt eine fortschreitende Schwächung der Immunabwehr.

Vitaminmangel und die Folgen

Nährstoffmangel ist ebenfalls ein Risiko für die körpereigene Abwehr. Damit das Immunsystem richtig funktionieren kann, benötigt es bestimmte Nährstoffe. Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst, Gemüse, Salat, Vollkornprodukten, pflanzlichen Ölen und Nüssen unterstützt die Abwehr. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt fünf Portionen pro Tag: dreimal Gemüse, zweimal Obst.

Vitamin A, das die körpereigenen Abwehrzellen aktiviert und die Bildung von Antikörpern unterstützt, ist beispielsweise in Möhren, Sellerie, Feldsalat und Grünkohl enthalten. Vitamin E, das freie Radikale abfängt, ist in Ölen wie Sonnenblumenöl und Leinsamenöl zu finden, aber auch in Mandeln und Haselnüssen. Vitamin C, das die Dauer und Schwere eines Infekts verringern kann, ist unter anderem in Zitrusfrüchten, Brokkoli und Paprika reichlich enthalten.

Omega-3-Fettsäuren, die das Immunsystem ebenfalls stärken, sind in Kaltwasserfischen wie Lachs, Hering, Thunfisch und Makrele zu finden. Laut der DGE reichen zwei Portionen Fisch pro Woche, um die benötigte Menge aufzunehmen. Übrigens: Nährstoff- und Energiemangel ist auch der Grund, warum Crash-Diäten dem Immunsystem häufig stark zusetzen und Infekte wie Erkältungen begünstigen.

Schlafmangel macht die Körperabwehr müde

Schlafmangel setzt der Körperabwehr zu und gehört zu den größten Feinden des Immunsystems. Der Körper braucht einen regelmäßigen Schlafrhythmus mit mindestens sechs Stunden Schlaf, um sich regenerieren zu können und Kräfte zu sammeln. Wie stark sich Schlafmangel und ein ständig wechselnder Schlaf-Wach-Rhythmus auf das Immunsystem auswirken kann, haben Untersuchungen mit Schichtarbeitern gezeigt.

Wie die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin mitteilt, belegen zahlreiche Studien, dass sich Schläfrigkeit negativ auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Motorik und Stimmung auswirkt. Gleichzeitig haben Nachtschichtarbeiter ein erhöhtes Risiko für Krebserkrankungen und Magenbeschwerden bis hin zum Magengeschwür.

Stress und psychische Belastung schwächen den Körper 

Eine über längere Zeit andauernde Stresssituation wirkt sich nicht nur nachteilig auf die seelische Gesundheit aus, sondern beeinträchtigt auch das Immunsystem, wie die Berufsverbände und Fachgesellschaften für Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz warnen. Wer unter chronischem Stress leide, sei häufig anfällig für Infektionen.

Chronischer Stress durch Überlastung im Beruf- und Privatleben oder durch traumatische Erlebnisse und andere über längere Zeit andauernde psychische Belastungen führen zu einem Absinken bestimmter Substanzen, die das Immunsystem aktivieren. Zugleich unterdrücken die ausgeschütteten Stresshormone die Körperabwehr. Neben einer erhöhten Infektionsanfälligkeit kann die Entstehung neuer Krankheiten begünstigt und eine Verschlechterung bereits bestehender Erkrankungen gefördert werden.

Kälte lässt das Immunsystem erstarren

Viele Frauen kennen es: Kühlt der Unterleib aus, lässt die Blasenentzündung nicht lange auf sich warten. Und nach einem Spaziergang bei Kälte läuft bald die Nase und der Hals kratzt. Warum ist das so? Friert der Körper, ist die Körperabwehr verlangsamt. Außerdem stört Kälte die Durchblutung der Schleimhäute. Viren und Bakterien haben dann leichtes Spiel.

Alkohol verwirrt die Abwehrzellen  

Alkohol gehört ebenfalls zu den Feinden des Immunsystems. Es hat eine dämpfende Wirkung auf die körpereigenen Abwehrkräfte. Die weißen Blutkörperchen, insbesondere die sogenannten Fresszellen, werden durch Alkohol im Blut "verwirrt". Sie übersehen leichter krankmachende Keime. Hinzu kommt, dass Alkohol Entzündungsreaktionen im Körper fördert, die das Immunsystem schwächen.

Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) mitteilt, können sich unter anderem Leber, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm entzünden. Die Gefahr von Krebserkrankungen in diesen Organen steigt bei übermäßigem Alkoholkonsum ebenfalls. Bei Frauen ist zudem das Brustkrebsrisiko erhöht.

Frauen sollten nicht mehr als zwölf Gramm Alkohol pro Tag trinken, Männer nicht mehr als 24 Gramm. Zur Orientierung: Ein Standardglas entspricht etwa zehn bis zwölf Gramm Alkohol. Ein Standardglas entspricht beispielsweise. 0,25 Liter Bier, 0,1 Liter Wein, 0,1 Liter Sekt oder 0,33 Liter Biermixgetränk. Außerdem raten die Experten, so viele alkoholfreie Tage wie möglich zu haben.

Rauchen vernebelt das Immunsystem

Nicht nur Alkohol schadet dem Immunsystem. Die Körperabwehr von Rauchern ist häufig schwächer als die von Nichtrauchern. Durch den Einfluss von Nikotin arbeiten bestimmte Zellen der Immunabwehr schlechter, sodass Raucher anfälliger werden für bakterielle und entzündliche Erkrankungen.

Und noch ein Faktor kommt zum Tragen: Laut der BZgA enthält der Nasen-Rachen-Raum von Rauchern weniger "gute" Bakterien, die "schlechte" Bakterien verdrängen. Das Risiko für Infektionen der Atemwege ist bei Rauchern daher zusätzlich erhöht. Das gilt auch für das Passivrauchen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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