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Echinacea: Wie der Sonnenhut das Immunsystem unterstützen kann


Echinacea: Wie die Heilpflanze das Immunsystem unterstützen kann

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 16.11.2022Lesedauer: 3 Min.
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Der Korbblütler kann in Form von Tropfen, Tabletten oder Saft gegen Erkältungsbeschwerden eingenommen werden.
Extrakte der Echinacea können in Form von Tropfen, Tabletten oder Saft eingenommen werden. (Quelle: CARMEN AGULLO MOLLA/Getty Images)
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Halsschmerzen, laufende Nase und Erschöpfung: In der kalten Jahreszeit nehmen Erkältungen schlagartig zu. Kann Echinacea helfen, grippalen Infekten vorzubeugen? Das sagt die Studienlage.

Erkältungskrankheiten werden durch Bakterien oder Viren verursacht. Die Inhaltsstoffe der Echinacea, auch als Sonnenhut bekannt, sollen dem Körper helfen, die Erreger schneller zu vernichten. Doch wie wirkt Echinacea auf das Immunsystem?

Was ist Echinacea?

Echinacea, auch Sonnenhut, Igelkopf oder Kegelblume genannt, gehört zur Familie der Korbblütler. Beheimatet ist die lilafarbene Heilpflanze vor allem in Amerika. Doch auch hier wird der Sonnenhut angepflanzt. In der kalten Jahreszeit ist Echinacea ein beliebtes pflanzliches Mittel zur Behandlung von Erkältungskrankheiten.

Drei Arten werden als Heilkraut genutzt: der Schmalblättrige Sonnenhut (Echinacea angustifolia), der Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) sowie der Blasse Sonnenhut (Echinacea pallida). Vor allem der Saft der Blüten findet Anwendung.

Wie wirkt die Heilpflanze?

Die Inhaltsstoffe der Heilpflanze, darunter Echinacin, Echinacosid, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Harze, Phytosterine, Inulin und Polysaccharide, sollen das Immunsystem stimulieren und die Infektabwehr stärken können. Die indigenen Völker Nordamerikas setzten die Arzneipflanze zudem bei fieberhaften Erkrankungen, Insektenstichen, schlecht heilenden Wunden und Schlangenbissen ein.


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Dem Sonnenhut werden antientzündliche, antibakterielle, antivirale sowie Immunsystem aktivierende Eigenschaften zugeschrieben. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass Sonnenhut Viren, Pilze und Bakterien bekämpft und Immunzellen anregen kann. Welche Inhaltsstoffe für die Wirkung verantwortlich sind, ist bislang unklar. Auch soll Echinacea die Wundheilung unterstützen und eine abschwellende Wirkung auf die Haut besitzen.

Beliebtes Mittel gegen Erkältung

Zwei bis vier Erkältungen (grippale Infekte) müssen Erwachsene im Jahr im Schnitt durchstehen, Kinder bis zu zehn. Meist halten die Erkältungsbeschwerden sieben Tage an, dann klingen sie ab. Im Volksmund sagt man, dass eine Erkältung zwei Tage kommt, zwei Tage bleibt und zwei Tage wieder geht.

Eine Erkältung ist in der Regel harmlos, allerdings können die Symptome als sehr belastend empfunden werden. Viele Erkältete versuchen daher, mit Medikamenten die Beschwerden zu lindern. Die Extrakte des Sonnenhuts gehören zu den beliebten Erkältungsmitteln. Doch wie wirksam ist der Sonnenhut?

Was ist über die Wirksamkeit bekannt?

Die Studienlage zu Echinacea als Erkältungsmittel ist widersprüchlich. Untersuchungen aus dem Labor lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen. Doch deuten einige Studien einen heilungsunterstützenden und Immunsystem-aktivierenden Effekt an, wenn die Heilpflanze frühzeitig eingenommen wird – also bei den ersten Symptomen einer Erkältung.

Ist die Erkältung schon in vollem Gange, ist ein schützender Effekt eher nicht mehr zu erwarten. Erkältungsmittel mit Echinacea können bei Erwachsenen daher möglicherweise eine Option sein. Bei Kindern ließ sich dagegen kein Unterschied zwischen Echinacea und einem Scheinmedikament (Placebo) nachweisen.

"Auch wenn die Studienlage uneinheitlich ist, gibt es Menschen, die gute Erfahrungen mit Echinacea gemacht haben. Einen Versuch ist die Heilpflanze bei Erkältungsbeschwerden durchaus wert. Eine Wirkgarantie gibt es allerdings nicht", sagt Diplom-Oecotrophologin Brigitte Neumann. "Bei Kindern sollten sich Eltern sicherheitshalber mit dem Kinderarzt abstimmen, bevor sie ein Präparat verabreichen, mit dem sie noch keine Erfahrungen haben. So sind bei pflanzlichen Mitteln allergische Reaktionen möglich, etwa Hautausschläge."

(Quelle: Privat)

Brigitte Neumann ist Diplom-Oecotrophologin aus Uttenreuth. Die freiberufliche Ernährungswissenschaftlerin ist in der Erwachsenenbildung tätig. Sie hält unter anderem Vorträge in Schulen und Firmen und arbeitet mit Verbänden, Institutionen, Krankenkassen und Ärzten zusammen.

Zur Vorbeugung mit Einschränkungen geeignet

Ob eine vorbeugende Einnahme von Echinacea gegen Erkältungen sinnvoll ist, ist ebenfalls unklar. Das Verbrauchermagazin "Stiftung Warentest" steht einer Einnahme von Echinacea zur Aktivierung des Immunsystems in Teilen kritisch gegenüber: Zum einen sei Echinacea, vorbeugend während der gesamten Erkältungssaison eingenommen, deshalb nicht sinnvoll, da nicht ausreichend nachgewiesen sei, dass sich grippale Infekte damit vermeiden lassen.

Zum anderen könne eine Aktivierung des Immunsystems möglicherweise Risiken bergen: "Extrakte aus dem Kraut des Sonnenhuts (Echinacea purpurea) sollen Infekten, insbesondere Erkältungen vorbeugen. Das Mittel soll die Schleimhäute gegenüber Krankheitserregern unempfindlicher machen und die Aktivität des Immunsystems anregen.

Dabei besteht allerdings das Risiko, dass bisher ruhende Prozesse aktiviert werden, bei denen das Abwehrsystem körpereigene Zellen und Gewebe angreift. Schwere chronische Krankheiten, denen solche Autoimmunprozesse zugrunde liegen, könnten dann ausbrechen", schreiben die Tester jüngst auf ihrer Webseite. Das Fazit der Stiftung Warentest: Zur unterstützenden Behandlung von Erkältungen sind Mittel mit Echinacea mit Einschränkung geeignet.

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Erkältungsmittel immer nur kurz einnehmen

Generell sind Erkältungsmittel für eine kurzzeitige Einnahme gedacht. "Wer Mittel mit Echinacea gegen Erkältungssymptome einnehmen möchte, sollte zuvor die Packungsbeilage lesen und sich an die Einnahmeempfehlungen halten. Länger als eine Woche sollte man Erkältungsmittel nicht einnehmen", rät Neumann.

"Das gilt übrigens auch für abschwellende Nasensprays. Bereits nach sieben bis zehn Tagen gewöhnen sich die Schleimhäute an die Unterstützung von außen und büßen zunehmend die Fähigkeit ein, selbst abzuschwellen. Die wirkungsvollsten Maßnahmen gegen Erkältungsbeschwerden sind Schlaf, Wärme, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine leichte, aber nährstoffreiche Kost."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • gesundheitsinformation.de: "Erkältung". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 23. September 2020)
  • medizin-transparent.at: "Echinacea bei Erkältung: kleiner Schutzeffekt möglich". Online-Information von Medizin Transparent, einem Projekt von Cochrane Österreich an der Donau-Universität Krems. (Stand: 7. Dezember 2020)
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