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Warum MĂ€nner kĂŒrzer leben als Frauen

ddpdirect

Aktualisiert am 18.08.2014Lesedauer: 3 Min.
MĂ€nner: Warum MĂ€nner kĂŒrzer leben als Frauen.
MĂ€nner leben im Durchschnitt sechs Jahre kĂŒrzer als Frauen. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Frauen leben im Durchschnitt sechs Jahre lĂ€nger als MĂ€nner. Bislang dachten Forscher, das hĂ€tte biologische GrĂŒnde. Aktuelle Studien mit Mönchen und Nonnen zeigen allerdings, dass die Unterschiede nicht in den Genen verankert sind. Aber warum haben Frauen, Mönche und Nonnen eine höhere Lebenserwartung als MĂ€nner in der allgemeinen Bevölkerung?

Gut ausgebildete Frauen sind im Vorteil

Die Antwort lautet: Aufgrund des Lebensstils, so der Bevölkerungswissenschaftler Marc Luy und die Ökonomin Michaela Grimm von der Allianz Group Public Policy and Economic Research. "Es ist nicht so, dass Frauen lĂ€nger leben, sondern vielmehr, dass MĂ€nner vorzeitig sterben", erlĂ€utert Marc Luy, Forscher vom Vienna Institute of Demography und Autor der Klosterstudie. Auch Michaela Grimm von bestĂ€tigt dies: Gut ausgebildete Frauen haben die besten Aussichten, eines Tages dem Club der HundertjĂ€hrigen anzugehören.

FĂŒr seine Klosterstudie sammelte Luy Daten von 11.624 Mönchen und Nonnen aus zwölf Klöstern in SĂŒddeutschland und bezieht sich dabei auf einen Zeitraum von mehr als vier Jahrhunderten bis zum Jahre 1995.

Lebensstil und Umfeld beeinflussen die Lebenserwartung

Die Debatte ĂŒber geschlechtsspezifische Lebenserwartung geht zurĂŒck auf die Mitte des 18. Jahrhunderts, als erstmals bekannt wurde, dass Frauen lĂ€nger leben als MĂ€nner. Seit dieser Zeit spalten sich die Argumente bezĂŒglich der GrĂŒnde in zwei große Lager. Luys Untersuchung an Nonnen und Mönchen, die in Klöstern leben, zeigt, dass der Lebensstil und das Umfeld die Lebenserwartung von MĂ€nnern und Frauen stĂ€rker beeinflussen als biologische Komponenten.

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Wer Verantwortung trÀgt, lebt lÀnger

In Causes of Male Excess Mortality: Insights from Cloistered Populations und anschließenden Veröffentlichungen zeigt Luy ganz deutlich, dass eine 25-jĂ€hrige Frau und eine gleichaltrige Nonne bis in die 1970er Jahre im Durchschnitt noch das Alter von 76 Jahren erreichen konnte. Im Vergleich dazu betrug die durchschnittliche Lebenserwartung eines 25-jĂ€hrigen Mannes gerade mal 70 Jahre.

Mönche jedoch konnten sich auf fĂŒnf Jahre mehr als die allgemeine mĂ€nnliche Bevölkerung freuen. "Das war ein spektakulĂ€res Ergebnis", kommentiert Luy seine Erkenntnisse. "Das zeigt, dass geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Lebenserwartung von sechs auf ein Jahr verringert werden können, wenn die Lebensweise entsprechend angepasst wird. Am Ende scheinen biologische Faktoren nicht mehr als ein Jahr bei der unterschiedlichen Lebenserwartung von MĂ€nnern und Frauen auszumachen."

Lebenserwartung hÀngt nicht vom Geschlecht ab

Kurzum, die Studie belegt, dass die Lebenserwartung nicht so sehr vom Geschlecht als viel mehr von der Lebensweise abhÀngt. MÀnner leiden einfach unter den Konsequenzen ihres gefÀhrlicheren Lebensstils. Aber viele dieser sozialen, politischen, ökonomischen, demographischen und verhaltensbedingten Faktoren sind beeinflussbar, wenn MÀnner ihr Leben verlÀngern wollen.

Auch Allianz-Expertin Grimm vertritt diese These: Auf das Rauchen zu verzichten und sich körperlich fit zu halten, sind statistisch gesehen gute Ratgeber fĂŒr den, der lange leben möchte.

In Zukunft sind auch mehr Frauen gefÀhrdet

Als Luy seine Forschungsergebnisse prĂ€sentierte, fĂŒhrten die Mönche ihr langes Leben oft auf eine regelmĂ€ĂŸige, tĂ€gliche Routine zurĂŒck. "Andere wiesen auch auf den gleitenden Übergang ins Alter hin", kommentiert Luy. Das Beibehalten von Verantwortung hielten Ă€ltere Mönche hĂ€ufig fĂŒr gĂŒnstig. MerkwĂŒrdigerweise zeigen die offiziellen Statistiken, dass die Kluft bei der Lebenserwartung sich offensichtlich seit Beginn der 1980er Jahr zu verringern scheint. Es ist aber nicht so, dass MĂ€nner aufholen, sondern vielmehr, dass Frauen in der allgemeinen Bevölkerung die abtrĂ€glichere Lebensweise der MĂ€nner ĂŒbernehmen.

Luy erklÀrt das so: "Immer mehr Frauen sind berufstÀtig und dem Stress ausgesetzt, der mit einer bezahlten TÀtigkeit verbunden ist. Dabei eignen sie sich die Gewohnheiten der MÀnner an, um mit der Situation fertig zu werden, wie zum Beispiel verstÀrkter Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Experimente schon vor tausenden Jahren durchgefĂŒhrt

Luy leitet eine Forschungsgruppe zu Gesundheit und Sterblichkeit. Ihn fasziniert das Thema seit seiner Studienzeit. An der UniversitĂ€t lernte er, dass Frauen im Nachkriegsdeutschland bis zu sechs Jahre Ă€lter werden als MĂ€nner. Die Kluft ist in den Vereinigten Staaten, England und Wales sogar noch grĂ¶ĂŸer. Das verblĂŒffte ihn, und er wĂ€hlte das Thema fĂŒr seine Magisterarbeit. "Ich tĂŒftelte an einem Experiment, um den Ursachen fĂŒr den frĂŒheren Tod der MĂ€nner auf den Grund zu gehen, als ich - dank meiner Mutter, die an einem Klosterinternat unterrichtete - erkannte, dass solche Experimente schon seit Tausenden von Jahren durchgefĂŒhrt wurden, und zwar in Klöstern", erinnert er sich.

"Dort leben Gemeinschaften von Mönchen und Nonnen unter Ă€hnlichen Bedingungen, so dass sie ein nahezu perfektes Beispiel sind, an dem man die biologischen Faktoren einerseits und die UmwelteinflĂŒsse andererseits hinsichtlich der Lebenserwartung ablesen kann."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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