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Keuchhusten: Ansteckung – Risiko, Dauer, Meldepflicht


Für wen, wann und wie lange Keuchhusten ansteckend ist

Von Astrid Clasen

Aktualisiert am 01.12.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ärztin und Kind mit medizinischen Masken
Keuchhusten überträgt sich leicht beim Sprechen, Husten oder Niesen. (Quelle: FatCamera/Getty Images)
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Keuchhusten ist ansteckend: Sein Erreger, das Bakterium Bordetella pertussis, überträgt sich leicht von Mensch zu Mensch. Was Sie darüber wissen sollten.

Das Wichtigste im Überblick


  • Ist Keuchhusten sehr ansteckend?
  • Für wen ist Keuchhusten ansteckend?
  • Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?
  • Ist Keuchhusten meldepflichtig?

Keuchhusten – fachsprachlich Pertussis genannt – ist sehr langwierig: Die Erkrankung kann sich über mehrere Wochen bis Monate hinziehen. Ihr klassisches Merkmal sind quälende Hustenanfälle. Eine Ansteckung kann in jedem Lebensalter milde bis heftige Folgen haben. Vor allem bei Säuglingen drohen sogar schwere bis lebensbedrohliche Komplikationen.

Ist Keuchhusten sehr ansteckend?

Ja, bei Keuchhusten ist das Risiko einer Ansteckung sehr hoch. In Zahlen lässt sich das so ausdrücken: Von 100 Personen, die keinen Immunschutz haben, infizieren sich 80 bis 90, wenn sie mit dem Erreger in Kontakt kommen.

Damit gilt Keuchhusten als eine der ansteckendsten Kinderkrankheiten überhaupt. Allerdings merken nicht alle Betroffenen etwas von der Infektion. Nur rund 60 bis 80 von 100 Infizierten entwickeln tatsächlich erkennbare Symptome.

Keuchhusten überträgt sich normalerweise durch Tröpfcheninfektion – also über die Luft: Wenn Infizierte sprechen, husten oder niesen, gelangen Erreger aus dem Nasenrachenraum in winzigen Tröpfchen in die Umgebungsluft und können sich dort bis zu einen Meter weiterverbreiten.

Die erregerhaltigen Tröpfchen brauchen jetzt nur mit den Schleimhäuten eines anderen Menschen in Kontakt zu kommen – und schon kann dieser sich infizieren. Die meisten Betroffenen stecken sich mit Keuchhusten an, indem sie die Erreger einatmen. Da verwundert es nicht, dass die Erkrankung weltweit zu den häufigsten Atemwegsinfektionen zählt.

Für wen ist Keuchhusten ansteckend?

Keuchhusten ist für alle Menschen ansteckend. Allerdings nicht für jeden gleichermaßen. Das individuelle Infektions- und Erkrankungsrisiko hängt hauptsächlich vom Alter und vom Impfstatus ab.

Vor Einführung der Pertussis-Impfung erkrankten überwiegend jüngere Kinder an Keuchhusten. Doch heute sind die meisten Kinder geimpft und somit vor einer Ansteckung weitgehend geschützt. Daher sind nun vor allem (noch ungeimpfte) Säuglinge sowie Erwachsene betroffen – aber auch viele ältere Kinder und Jugendliche. Der Grund hierfür ist der nachlassende Immunschutz: Weder die Impfung noch eine durchgemachte Infektion machen lebenslang immun gegen Bordetella pertussis.

  • Der Impfschutz nimmt stetig ab und hält nur etwa 5 bis 7 Jahre.
  • Der Schutz nach einer Erkrankung hält ungefähr 7 bis 20 Jahre.

Gut zu wissen

Trotzdem bietet der Impfstoff gegen Bordetella pertussis den bestmöglichen Schutz vor Keuchhusten: Die Impfung senkt das Risiko, nach einer Ansteckung zu erkranken oder schwere Komplikationen zu entwickeln. Um den Impfschutz aufrechtzuerhalten, sind jedoch regelmäßige Auffrischungen nötig. Mehr über die Pertussis-Impfung erfahren Sie hier.

Problematisch an dem nachlassenden Immunschutz ist vor allem, dass eine Infektion dann häufig untypisch verläuft. Oft – gerade bei Erwachsenen – bleibt Keuchhusten daher unerkannt. Ansteckend sind die Betroffenen dennoch, was besonders für Neugeborene lebensbedrohlich sein kann.

Möglicherweise können sogar gesunde Menschen, deren Impfschutz gegen Keuchhusten noch recht gut ist, für andere ansteckend sein. Denn wenn sie mit Infizierten in Kontakt kommen, kann das Bakterium Bordetella pertussis vorübergehend auch in ihrem Nasenrachenraum niederlassen: Die Betroffenen könnten den Erreger so übertragen, ohne selbst zu erkranken.

Von der Impfung gegen Pertussis geht hingegen kein Ansteckungsrisiko aus: Die Geimpften können durch die Bestandteile des Impfstoffs weder an Keuchhusten erkranken noch andere damit anstecken.

Wie lange ist Keuchhusten ansteckend?

Die Ansteckungsdauer ist – ebenso wie die Erkrankungsdauer – uneinheitlich. Fest steht aber, dass Infizierte schon kurz vor dem Auftreten der ersten Anzeichen von Keuchhusten ansteckend sind. Normalerweise macht sich Pertussis frühestens am sechsten und spätestens am zwanzigsten Tag nach der Infektion bemerkbar.

Die ersten Krankheitszeichen läuten das Anfangsstadium der Erkrankung ein, das meist eine bis zwei Wochen dauert. In dieser Phase ist Keuchhusten besonders ansteckend. Schließlich geht die Erkrankung ins zweite Stadium über, das durch starke Hustenanfälle gekennzeichnet ist.

Die Erkrankten sind bis zu drei Wochen nach Einsetzen dieser Hustenanfälle ansteckend. Säuglinge oft sogar noch länger: Sie können Keuchhusten bis zu sechs Wochen nach Beginn der Hustenanfälle übertragen.

Unbehandelt ist Keuchhusten also in jedem Fall wochenlang ansteckend. Deutlich verkürzen lässt sich diese Zeit mit Antibiotika: Drei bis sieben Tage nach Beginn der Behandlung können die Betroffenen Bordetella pertussis nicht mehr übertragen.

Ist Keuchhusten meldepflichtig?

Ja, in Deutschland ist Keuchhusten seit 2013 meldepflichtig. Die Meldepflicht soll helfen, andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Gefordert sind dabei Ärztinnen und Ärzte, Labore sowie die Leitungen von Gemeinschaftseinrichtungen: Sie müssen Verdachts-, Krankheits- und Todesfälle sowie den auf eine akute Infektion hindeutenden Erregernachweis namentlich melden.

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Zudem dürfen laut Infektionsschutzgesetz Kinder und Erwachsene, die möglicherweise oder nachweislich Keuchhusten haben, vorübergehend keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten besuchen beziehungsweise nicht darin tätig sein. Betroffene müssen die Gemeinschaftseinrichtung über die Erkrankung informieren.

Ebenfalls wichtig: Betroffene sollten nicht unangemeldet eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, sondern ihren Besuch telefonisch ankündigen und dabei auch über ihre (mögliche) Erkrankung informieren. Dann kann das dortige Personal rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen, um zu verhindern, das sich andere in der Praxis mit Keuchhusten anstecken.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 26.8.2022)
  • Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.impfen-info.de (Abrufdatum: 26.8.2022)
  • "Pertussis". Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Stand: 11.6.2022)
  • "Keuchhusten". Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.infektionsschutz.de (Stand: 1.4.2022)
  • "Keuchhusten (Pertussis)". Online-Informationen des Helmholtz Zentrums München (Hrsg.): www.lungeninformationsdienst.de (Stand: 25.3.2022)
  • "Keuchhusten (Pertussis)". Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Stand: 5.7.2021)
  • "Keuchhusten (Pertussis) – RKI-Ratgeber". Online-Informationen des Robert-Koch-Instituts: www.rki.de (Stand: 11.5.2021)
  • "Keuchhusten (Pertussis)". Online-Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit: gesund.bund.de (Stand: 10.11.2020)
  • "Immunologische Grundlagen: Wie der Körper Infekte abwehrt". Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 26.1.2020)
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