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Corona-Herbstwelle: Was über die neuen Covid-19-Varianten bekannt ist


Was über die neuen Corona-Varianten bekannt ist

Von Christiane Braunsdorf

Aktualisiert am 11.10.2022Lesedauer: 4 Min.
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Eine mobile Corona-Teststelle (Archivbild): Neue Mutanten beunruhigen Experten. (Quelle: Sean Gallup/Getty Images)
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Die Infektionszahlen steigen wieder, doch Sorge macht den Experten noch eine andere Entwicklung: Neue Virusmutanten tauchen auf.

Aktuell ist in Deutschland weiterhin der Omikron-Subtyp BA.5 verantwortlich für weit über 90 Prozent des rasant anziehenden Infektionsgeschehens. Diese Mutante entzieht sich zwar weitgehend dem Infektionsschutz der bisherigen Impfstoffe, doch speziell für diese – und auch einen weiteren Omikron-Subtyp – gibt es jetzt angepasste Vakzine. Würden mehr Leute die Möglichkeit zur Booster-Impfung mit diesen Vakzinen nutzen, könnten wir gut durch den Herbst kommen – so die Annahme.

Doch schon lange wird vor neuen Varianten des Coronavirus gewarnt. Klar ist: Bei der Vermehrung des Virus kopiert dieses seine Erbinformation. Dabei passieren Fehler – Mutationen. Ob diese jedoch dazu führen, dass die neue Variante sich durchsetzt, hängt entscheidend davon ab, ob diese dem Virus einen Vorteil bieten, es sich also zum Beispiel schneller und besser ausbreiten kann.

Zwei Varianten machen besondere Sorgen

Bereits der Omikron-Subtyp BA.5 war so eine Variante. Die Mutationen – überwiegend am Spike-Protein, mit dem das Virus in die menschlichen Wirtszellen eindringt – waren so zahlreich, dass sie den durch die Impfungen und vorherige Ansteckungen aufgebauten Immunschutz weitgehend unterliefen. Experten sprechen von Immunflucht. Die Folge: BA.5 war sehr viel ansteckender als sein Vorgänger BA.2, verbreitete sich schneller und wurde in kurzer Zeit zur dominanten Virusvariante.

Wissenschaftler sehen nun in der Pandemie neue Mutanten, die das Potenzial haben, die nächste Welle auszulösen, da sie wiederum gegenüber BA.5 einen Fitnessvorteil haben. Besonders zwei Varianten fassen die Forscher ins Auge.

Eine davon ist BQ.1.1, eine Verzweigung von BA.5. Bislang tauchte sie in Europa und Nordamerika auf. Auf Twitter warnte der Physiker und Datenwissenschaftler Cornelius Römer von der Universität Cambridge Anfang des Monats vor dieser Variante: "Ihr relativer Anteil hat sich jede Woche mehr als verdoppelt. Es werde "ziemlich klar, dass BQ.1.1 noch vor Ende November eine Variantenwelle in Europa und Nordamerika antreiben wird", so Römer. Offenbar habe die neue Variante einen zehnprozentigen Übertragungsvorteil gegenüber BA.5.

BQ.1.1 bereits in Deutschland angekommen

Der Genomforscher Moritz Gerstung erklärte ebenfalls auf Twitter, dass BQ.1.1. bereits in Deutschland angekommen sei. Das Robert Koch-Institut weist die neue Variante in seinem letzten Wochenbericht allerdings noch nicht aus. In Deutschland werden wesentlich weniger Virusproben sequenziert – also auf ihre genetische Zusammensetzung untersucht – als in anderen Ländern.

Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt vor BQ.1.1. In einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärte er Anfang des Monats: "Wenn sich etwa die Variante BQ.1.1 durchsetzt, würden sich auch diejenigen, die sich im Sommer infiziert haben, wahrscheinlich wieder leicht infizieren können."

XBB besonders resistent

Aktuell macht dem Minister eine weitere Variante Sorgen. Auf Twitter reagierte er auf einen Tweet des Kardiologen und Genetikers Eric Topol mit den Worten: "Es wird leider immer unwahrscheinlicher, dass BA.5 die einzige Variante in der Zeit bis zum nächsten Sommer bleibt. Gut, dass wir 3 verschiedene bivalente Impfstoffe haben, die ein breites Spektrum abdecken. Masken, Impfstoffe und Medikamente: dann bleibt COVID Nebensache."

Topol verwies auf die Ausbreitung einer neuen Variante in Singapur: XBB. Nach aktuellen Studien ist diese Variante – ein Subtyp der BA.2-Mutante – derzeit mit am besten in der Lage, den aufgebauten Immunschutz zu umgehen. BA.2 war im Frühjahr auch der wichtigste Infektionstreiber in Deutschland.

Ist das schon SARS-CoV-3?

Pekinger Forscher entdeckten nun, dass der neue Subtyp die neutralisierenden Antikörper, die nach Impfung und/oder Infektion gebildet wurden, am besten umgeht. Das Schreckensszenario: Impfungen und Medikamente, ja selbst eine vorherige Infektion könnten nicht mehr schützen. Auch in Europa und Nordamerika wurde die Variante bereits nachgewiesen, zunächst aber nur sehr vereinzelt.

Die Wissenschaftler erklären, dass der Unterschied zwischen dem Spikeprotein von XBB und dem des SARS-CoV-2-Wildtyps (Wuhan-Typ) inzwischen größer sei als der zwischen SARS-CoV-2 und SARS-CoV-1. In der "Zeit" fragt der Wiener Molekularbiologe Ulrich Elling daraufhin: "Wie lange nennen wir dieses Virus eigentlich noch SARS-CoV-2? Sind wir mit Omikron, der veränderten Virulenz und der Umgehung des Immunschutzes nicht schon bei SARS-3 und Covid-22?"

Dass sich das XBB-Spikeprotein so sehr von dem seiner Vorfahren unterscheidet, sei nur möglich, weil das Virus an Stellen mutiert, die bei verwandten Coronaviren extrem stabil sind, so Elling weiter. XBB hätte auch nicht nur Mutationen in der Spike-Region angesammelt, sondern zudem weitere Veränderungen an Stellen in der sogenannten N-terminalen Domäne, wo ebenfalls Antikörper andocken.

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Auch Centaurus-Subtyp ist bedenklich

Aktuell werden 200 Coronavirus-Varianten von der WHO beobachtet, darunter auch ein Subtyp der Mutante, die sich im Sommer in Indien ausbreitete – BA.2.75, auch Centaurus genannt. Die Unter-Variante BA.2.75.2 scheint ebenfalls eine gute Immunflucht zu zeigen. Schwedische Forscher am Karolinska-Institut in Stockholm vermeldeten: "Das ist die resistenteste Variante, die wir je untersucht haben."

Aber auch andere Mutanten stehen unter Beobachtung: BF.7 ist derzeit offenbar in Belgien, Dänemark und Frankreich verbreitet und wurde auch in Deutschland gefunden. BJ.1 wurde in Österreich nachgewiesen, BA.4.6 ist in den USA auf dem Vormarsch. Was erwartet uns nun in der kalten Jahreszeit?

Im Fachmagazin "Science" erklärt Cornelius Römer: "Wir können mit Sicherheit sagen, dass etwas kommt. Wahrscheinlich kommen mehrere Dinge." Ob die neuen Varianten doch auch zu mehr schweren Verläufen, mehr Krankenhauseinweisungen und Todesfällen führen werden, ist die große Frage. Doch klar ist: Mit Corona werden wir noch lange zu tun haben.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Cornelius Römer auf Twitter am 3.10.2022, englisch)
  • Moritz Gerstung auf Twitter (5.10.2022., englisch)
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Von Laura Stresing, Cem Özer, Sandra Simonsen
Von Christiane Braunsdorf
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