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Heuschnupfen: Diese Hausmittel helfen wirklich gegen die Allergie


Beschwerden lindern
Diese Hausmittel helfen wirklich gegen Heuschnupfen


Aktualisiert am 29.03.2024Lesedauer: 5 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

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Niesreiz und laufende NaseVergrößern des Bildes
Heuschnupfen kann einem die Freude an gutem Wetter gründlich verleiden. (Quelle: Imgorthand/getty-images-bilder)

Bei Heuschnupfen schwören viele auf Hausmittel wie Ingwer, Honig, Apfelessig oder Dampfbäder. Aber bringt das überhaupt etwas?

Wenn die Natur im Frühling blüht und grünt, ist das für viele ein schöner Anblick – für Menschen mit Heuschnupfen aber oft ein Albtraum. Die Pollen, die vor allem an warmen und trockenen Tagen fliegen, lösen bei ihnen eine allergische Reaktion der oberen Atemwege aus. Das heißt: Sie niesen häufig, ihre Nase läuft oder ist verstopft, und bei manchem Betroffenen tränen und jucken außerdem die Augen.

Im Internet kursieren Empfehlungen für verschiedene Hausmittel, die bei Heuschnupfen helfen sollen: Von Dampfbädern über Apfelessig und Honig bis hin zu Ingwer und Augentrost. Welche davon sich auch in klinischen Studien als wirksam erwiesen haben, erfahren Sie hier.

Sind Dampfbäder ein gutes Hausmittel gegen Heuschnupfen?

Manche Menschen empfinden Dampfbäder als hilfreich, wenn ihre Nase läuft oder verstopft ist. Welchen Effekt das Einatmen (Inhalieren) von Wasserdampf bei Heuschnupfen wirklich hat, ist wissenschaftlich aber nicht ausreichend belegt.

Bisher gibt es nur eine Studie, die sich mit diesem Zusammenhang beschäftigt hat. Die Ergebnisse legen zwar nahe, dass Dampfbäder Heuschnupfen-Symptome wie Niesen lindern können. Allerdings hat die Studie methodische Mängel und es nahmen nur wenige Personen daran teil. Eine klare Empfehlung für oder gegen Dampfbäder ist also nicht möglich.

Wenn Sie trotzdem ausprobieren möchten, ob das Dampfbad Ihre Heuschnupfen-Symptome lindert, sollten Sie ein paar Punkte beachten:

  1. Verwenden Sie zwar heißes, aber kein kochendes Wasser, um sich nicht zu verbrennen.
  2. Bei Hautentzündungen, Augenleiden, niedrigem Blutdruck oder sonstigen Kreislaufproblemen wird grundsätzlich vom Inhalieren abgeraten.
  3. Von Zusätzen wie ätherischen Ölen sollten Sie absehen, da diese Stoffe ihrerseits ebenfalls allergische Reaktionen auslösen können.

Für die Zubereitung füllen Sie heißes Wasser in einen großen Topf, legen ein Handtuch über den Kopf und beugen sich über den Topf. Achten Sie dabei auf zwei Handbreit Abstand. Atmen Sie den Wasserdampf 10 bis 20 Minuten lang tief durch Nase und Mund ein und waschen Sie sich danach das Gesicht mit lauwarmem Wasser ab. Meiden Sie nach dem Dampfbad Zugluft.

Sind Apfelessig und Honig wirksame Hausmittel gegen Heuschnupfen?

Häufig wird Apfelessig gegen Heuschnupfen empfohlen. Auf Ratgeberseiten ist die Rede von täglich einem Glas Wasser mit zwei Esslöffeln Apfelessig und bei Bedarf etwas Honig.

Apfelessig enthält sogenannte Polyphenole. Das sind Stoffe, die typischerweise in Früchten, Gemüse, Wein, Tee und Kakao stecken. In klinischen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Apfel-Polyphenole verschiedene Heuschnupfen-Symptome lindern. Studienteilnehmende, die täglich ein Getränk mit Apfel-Polyphenolen zu sich nahmen, hatten seltener Niesattacken, ihre Nase lief weniger und die Nasenmuscheln schwollen weniger an.

Allerdings war die Menge an Apfel-Polyphenolen, die sie erhielten, sehr hoch im Vergleich zu der Menge, die in handelsüblichem Apfelessig steckt. Deshalb lässt sich aus der Studie keine eindeutige Empfehlung für den Gebrauch als Hausmittel ableiten. Es ist jedoch durchaus möglich, dass Apfelessig zumindest in geringem Maße Heuschnupfen-Symptome lindert.

Auch dem Honig, der dem Glas Wasser mit Apfelessig beigemischt werden kann, wird oft nachgesagt, dass er bei Heuschnupfen lindernd wirkt. Die Studienlage ist allerdings eher widersprüchlich. Die Ergebnisse einer Studie legen zwar nahe, dass Honig in Kombination mit einem speziellen Medikament gegen allergische Beschwerden – einem Antiallergikum – die Symptome zusätzlich zum Abklingen bringen kann. Ob Honig alleine bei Heuschnupfen hilft, darüber ist sich die Wissenschaft aber nicht einig.

Hilft Ingwer bei Heuschnupfen?

Verschiedene Ratgeber-Seiten im Internet empfehlen Ingwertee beziehungsweise Ingwerlimonade gegen Heuschnupfen. Aber auch diese Empfehlung ist noch nicht abschließend wissenschaftlich belegt.

Es existiert nur eine Studie, die sich diesen Zusammenhang näher angeschaut hat. Eine Hälfte der Teilnehmenden wurde mit Ingwer (in Form von hochkonzentrierten Tabletten) und die andere mit einem gängigen Antiallergikum behandelt. In einem Zeitraum von sechs Wochen sind laut Studie die Beschwerden beider Gruppen gleich stark zurückgegangen. Es ist allerdings notwendig, den Zusammenhang zwischen Ingwer und Heuschnupfen weiter wissenschaftlich zu untersuchen, da nur wenige Menschen an der Studie teilgenommen haben.

Aber selbst wenn sich die Ergebnisse der Studie weiter bestätigen sollten, bleibt die Frage, ob Tee oder Limonade aus Ingwer ähnlich stark wirken kann wie hochkonzentrierter Ingwerextrakt in Tablettenform.

Ist Augentrost ein geeignetes Hausmittel gegen Heuschnupfen?

Glaubt man den Versprechungen einiger Websites, ist die Pflanze Augentrost (fachsprachlich: Euphrasia officinalis) ein Allzweckmittel gegen verschiedenste Erkrankungen von Husten über Bindehautentzündungen bis hin zu Heuschnupfen. Augentrost ist als Inhaltsstoff von Augentropfen erhältlich und soll als selbst gemachter Sud als Nasenspülung oder Augenmaske taugen.

Es gibt allerdings keinerlei wissenschaftliche Belege dafür, dass Augentrost bei den aufgezählten Erkrankungen hilft, also auch nicht bei Heuschnupfen.

Was hilft gegen Heuschnupfen mit verstopfter Nase?

Ein mögliches Symptom von Heuschnupfen ist eine verstopfte Nase. Dagegen können salzhaltige Nasensprays und Nasenduschen helfen. Letztere spülen die Nasenschleimhaut mit einer salzhaltigen Flüssigkeit, wodurch zum Beispiel Staub und Pollen hinausbefördert werden. Verschiedene klinische Studien legen nahe, dass das einen positiven Effekt bei Heuschnupfen hat, die Datenlage reicht aber nicht für eine eindeutige Empfehlung.

Nasenduschen und die dazugehörige Salzlösung sind in Apotheken und Drogerien erhältlich. Achten Sie bei der Anwendung genau auf die Gebrauchsanweisung.

Was hilft sofort gegen Heuschnupfen?

Wer lästige Heuschnupfen-Symptome wie Niesen und tränende Augen schnell loswerden möchte, sollte nicht unbedingt auf Hausmittel setzen. Ihre Wirkung tritt in der Regel eher langsamer ein und ist auch nicht besonders nachhaltig.

Was allerdings schnelle Abhilfe verschaffen kann, sind Antihistaminika. Diese Medikamente unterdrücken den Botenstoff Histamin, sodass dieser weniger allergische Reaktionen auslösen kann. In Tablettenform wirken Antihistaminika innerhalb der ersten Stunde, als Nasenspray sogar innerhalb von 15 Minuten. Manche werden von den Tabletten müde oder bekommen Kopfschmerzen. Nasensprays können zu einem bitteren Geschmack im Mund führen.

Vor der Einnahme eines Antihistaminikums sollte allerdings ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Nur so lässt sich feststellen, welches Medikament in Ihrem Fall am besten hilft.

Was tun bei sehr starker Allergie?

Heuschnupfen-Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Gegen starke allergische Reaktionen wie Bindehautentzündung, Juckreiz, Husten, pfeifende Atmung und Kurzatmigkeit sind Hausmittel nicht ratsam. In manchen Fällen helfen dann selbst Medikamente nicht mehr ausreichend. Damit es nicht so weit kommt, bietet sich eine sogenannte Hyposensibilisierung an.

Mit dieser Art von Behandlung wird das Immunsystem Schritt für Schritt an den Auslöser des Heuschnupfens gewöhnt, wodurch sich die Beschwerden langfristig abschwächen können. Die Hyposensibilisierung dauert etwa drei Jahre. Dass Niesreiz, verstopfte Nase und Augenjucken nachlassen, ist bereits im ersten Jahr der Behandlung möglich.

Sinnvoll bei starkem Heuschnupfen ist es auch, den Kontakt mit Pollen zu verringern. Wenn Sie wissen, wann die Pollen auftreten, die Ihre Beschwerden auslösen, können Sie für diese Zeit womöglich gezielt eine Urlaubsreise in pollenärmere Gegenden planen. Der Deutsche Wetterdienst bietet eine ständig aktualisierte Karte, die den Pollenflug für bis zu zwei Tage vorhersagt.

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Sollten Sie starken Pollenflug nicht vermeiden können, bietet es sich an, die Fenster möglichst geschlossen zu halten und nur morgens oder abends zu lüften, wenn wenige Pollen fliegen. Sie können außerdem spezielle Pollenschutzgitter anbringen, die einen Großteil der Pollen abfangen.

Es ist auch ratsam, häufiger feucht durchzuwischen, da sich Pollenstaub auf Boden und Möbeln ansammelt. Auch hilfreich: Kurz nach Betreten des Hauses die Kleidung wechseln, draußen getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer liegen lassen und vor dem Schlafengehen die Haare waschen.

Kann Heuschnupfen von selbst verschwinden?

Es gibt durchaus Allergien, die sich mit zunehmendem Alter bessern können, da das Immunsystem träger wird und nicht mehr so stark auf Allergieauslöser reagiert. Bei Heuschnupfen ist dies allerdings nicht der Fall. Im Gegenteil: Über die Zeit kann sich eine Pollenallergie auf immer mehr Pollen und sogar auf verschiedene Nahrungsmittel ausweiten.

Zudem kann sich aus Heuschnupfen ein allergisches Asthma entwickeln, das sich durch Husten und Atemnot äußert. Das Risiko, dass Pollenallergien sich verschlimmern, ist vor allem dann hoch, wenn die Betroffenen sie nicht oder unzureichend – etwa nur mit Hausmitteln – behandeln. Eine rechtzeitige und angemessene Behandlung kann dieses Risiko hingegen mindern.

Fazit: Hausmittel – ja oder nein?
Hausmittel eignen sich bei Heuschnupfen meist ausschließlich ergänzend zu Medikamenten. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig und ausreichend behandelt, kann sie von der Nase auf die unteren Atemwege übergreifen und die Beschwerden nochmals verstärken. Bei Heuschnupfen-Symptomen sollten Sie also immer zuerst einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

Transparenzhinweis
  • Die Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung und dürfen daher nicht zur Selbsttherapie verwendet werden.
Verwendete Quellen
  • Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 2.2.2022)
  • Online-Informationen des Allergie-Informationsdienstes: www.allergieinformationsdienst.de (Abrufdatum: 2.2.2022)
  • Online-Informationen der Deutschen Lungenstiftung e. V. und des Verbands Pneumologischer Kliniken e. V. (Hrsg.): www.lungenaerzte-im-netz.de (Abrufdatum: 2.2.2022)
  • Rhinitis acuta. Online-Informationen von Amboss: www.amboss.com (Stand: 16.8.2020)
  • Pellow, J., et al.: Health supplements for allergic rhinitis: A mixed-methods systematic review. Complementary Therapies in Medicine, Vol. 51 (Juni 2020)
  • Yamprasert, R., et al.: Ginger extract versus Loratadine in the treatment of allergic rhinitis: a randomized controlled trial. BMC Complementary Medicine and Therapies, Vol. 20, Art. No.: 119 (15.4.2020)
  • Euphrasia officinalis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: September 2019)
  • Guorong, D., et al.: Phenolic composition of apple products and by-products based on cold pressing technology. Journal of Food Science and Technology, Vol. 56, Iss. 3, pp. 1389-1397 (März 2019)
  • Tungsukruthai, P., et al.: Efficacy and safety of herbal steam bath in allergic rhinitis: a randomized controlled trial. Journal of Integrative Medicine, Vol. 16, Iss. 1, pp. 39-44 (Januar 2018)
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