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Blasenentzündung durch zu viel Sex ist kein Mythos: So schützen Sie sich

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Mythen rund um die Blase  

Blasenentzündung durch zu viel Sex?

| ag, slk, t-online.de

Blasenentzündung durch zu viel Sex ist kein Mythos: So schützen Sie sich. Eine der Ursachen für eine Blasenentzündung kann zu viel Sex sein. (Quelle: Getty Images/JGI/Tom Grill/Blend Images)

Eine der Ursachen für eine Blasenentzündung kann zu viel Sex sein. (Quelle: JGI/Tom Grill/Blend Images/Getty Images)

Schmerzen beim Wasserlassen und verstärkter Harndrang sind typische Zeichen für eine Blasenentzündung. Doch wodurch wird sie ausgelöst? Und was ist dran an der Aussage, dass zu viel Sex Schuld an einer Blasenentzündung ist?

Die meisten Blasenentzündungen (Zystitis) werden durch Darmbakterien ausgelöst, die "Escherichia coli" oder abgekürzt "E. coli" genannt werden. Die Erreger befinden sich in jedem menschlichen Darm und sind harmlos – bis sie in Kontakt mit der Harnröhre kommen. Gelangen sie in die Harnwege und steigen bis zur Blase auf, kann es zu einer Blasenentzündung kommen.

Doch nicht immer sind die Darmbakterien Schuld an der Zystitis. Zu den weiteren Erregern gehören Streptokokken-Bakterien wie auch Viren, Parasiten oder Pilze. Auch sie können sich in der Blase einnisten und sie infizieren.

Die Ursachen bei Frauen und Männern sind unterschiedlich

Auch wenn sich die E.coli-Bakterien in jedem menschlichen Darm befinden, sind Frauen anfälliger für Blasenentzündungen. Das liegt vor allem an ihrer Anatomie: Dadurch, dass Harnröhre und After nah zusammen liegen, finden die Erreger schneller den Weg in den Harntrakt. Dazu kommt, dass die Harnröhre der Frau deutlich kürzer als die eines Mannes ist und die Bakterien die Blase schneller erreichen können.

Bei Männern ist eine Blasenentzündung oft eine Folge einer Prostataentzündung oder einer vergrößerten Prostata. Ist die Prostata nämlich vergrößert, kann der Urin nicht vollständig abfließen – was dazu führt, dass die Bakterien, die sich im Resturin befinden, die Blase entzünden.

Blasenentzündung: Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen. (Quelle: dpa/dpa-infografik GmbH)Blasenentzündung: Frauen sind häufiger als Männer davon betroffen. (Quelle: dpa-infografik GmbH/dpa)

Mögliche Risikofaktoren: Häufiger Geschlechtsverkehr und falsche Intimhygiene

Die Blasenentzündung, die umgangssprachlich auch als “Honeymoon-Zystitis” oder “Flitterwochenkrankheit” bezeichnet wird, kann tatsächlich ihre Ursache in vermehrtem Geschlechtsverkehr haben. Je häufiger man Sex hat, desto größer ist auch die Chance, dass Bakterien aus dem After-Bereich in die Harnröhre gelangen. Deshalb ist es ratsam, direkt nach dem Liebesakt die Toilette aufzusuchen, um die Bakterien auszuschwemmen, die möglicherweise in die Harnröhre gelangt sind.

Auch falsche Intimhygiene kann eine Blasenentzündung hervorrufen. Die durchschnittliche Vaginalflora einer Frau hat einen pH-Wert von vier bis viereinhalb. Sowohl unter- als auch übertriebene Intimpflege kann diesen Wert durcheinander bringen und es den Bakterien erleichtern, eine Blasenentzündung auszulösen.

Führt zu viel Sex zu einer Blasenentzündung? Und hilft Cranberrysaft wirklich dagegen? Elf Fakten zur Blasenentzündung.

Frauen, die allgemein sehr anfällig für Infektionen sind, sollten auf feuchtes Toilettenpapier und bestimmte Slipeinlagen verzichten: Die enthaltenen Duft- und Konservierungsstoffe können ebenfalls den pH-Wert der Intimregion beeinflussen und so eine Blasenentzündung begünstigen. Besser sind atmungsaktive Einlagen und Unterwäsche aus Baumwolle, die luftdurchlässig sind und Feuchtigkeit abtransportieren. Beim Gang auf die Toilette sollte außerdem darauf geachtet werden, immer von vorne nach hinten zu wischen, besonders nach dem Stuhlgang.

Weitere Faktoren, die eine Blasenentzündung begünstigen sind:

  • Verhütungsmethoden mit Spermiziden: Kondome mit Spermiziden oder Diaphragmen können das Infektionsrisiko erhöhen, da sie die natürliche Schutzbarriere schwächt, die Keime abwehrt.
  • Fehlfunktionen der Blase: Kann der Urin nicht wie gewohnt aus der Blase fließen, sammeln sich Bakterien in der Blase und entzünden sie.
  • Ein geschwächtes Immunsystem: Sind die Abwehrkräfte geschwächt, ist man grundsätzlich anfälliger für bakterielle Infektionen.
  • Unterkühlung der Blase: Setzt man sich auf kaltem Boden oder befindet sich lange in kalten Temperaturen, ist der Körper schlecht durchblutet und kann Infektionen nicht mehr so schnell abwehren.
  • Blasenkatheter: Durch den Fremdkörper, der in die Blase eingeführt wird, können auch Bakterien ihren Weg in die Blase finden.
  • Schwangerschaft: Durch das Hormon Progesteron, das in der Schwangerschaft produziert wird, weiten sich die Muskeln der Harnwege. Diese erleichtern es Bakterien, in den Harntrakt einzudringen.
  • Wechseljahre: Auch während der Menopause ist der Hormonhaushalt einer Frau verändert. Die weibliche Hormon Östrogen nimmt ab, und somit ihr schützender Effekt auf die vaginale Flora vor Bakterien ebenso.

Daran erkennen Sie eine Blasenentzündung

Die ersten Symptome für eine Blasenentzündung sind vor allem Schmerzen beim Wasserlassen und im Unterleib. Verdächtig wird es auch bei vermehrtem Harndrang und wenn ein unangenehmer Juckreiz einhergeht. Spätestens dann, wenn der Urin rötlich gefärbt ist und grippeähnliche Anzeichen wie Schüttelfrost und Fieber hinzukommen, sollte man einen Arzt kontaktieren. Wird die Blasenentzündung nicht rechtzeitig behandelt, können die Bakterien bis zur Niere hochsteigen und zu einer Nierenbeckenentzündung werden.

Behandlung und Therapie: Es müssen nicht immer Antibiotika sein

Wer die ersten Anzeichen einer Blasenentzündung schnell erkennt, kann in vielen Fällen auf chemische Medikamente und Antibiotika verzichten. Hausmittel wie Tee aus Bärentraubenblätter und eine Wärmflasche können Wunder bewirken und auch pflanzliche Präparate sind oft eine gute Alternative zur Antibiotikatherapie. Wichtig bei einer Infektion der Harnblase ist es außerdem viel zu trinken und oft zur Toilette zu gehen, damit die Bakterien gut ausgespült werden können.

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