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So erkennen Sie gefÀhrlichen Bluthochdruck

Von dpa-tmn, t-online
Aktualisiert am 23.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Ein Arzt misst den Blutdruck.
Bluthochdruck ist ohne Messung nur schwer zu erkennen (Quelle: DragonImages/getty-images-bilder)
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Bluthochdruck ist fĂŒr Betroffene schwer zu erkennen, denn die Symptome sind nicht eindeutig. RegelmĂ€ĂŸige Kontrollen und eine gesunde Lebensweise können helfen. Denn Bluthochdruck sollte niemand unterschĂ€tzen: Bleibt er unbehandelt, verkĂŒrzt er die Lebenszeit.

Das Wichtigste im Überblick


  • Symptome fĂŒr Bluthochdruck können sein:
  • PrimĂ€re und sekundĂ€re Hypertonie
  • Bluthochdruck-Werte: Was ist zu hoch?
  • Bluthochdruck-Tabelle: Die Werte auf einen Blick
  • Plötzlich auftretender Bluthochdruck
  • Die Folgen von Bluthochdruck

Das TĂŒckische an Bluthochdruck (Hypertonie): Es gibt keine eindeutigen Symptome. Viele Betroffene fĂŒhlen sich wohl und merken nichts davon. Bluthochdruck wird daher auch als eine "stumme Krankheit" bezeichnet. Besonders wenn der Blutdruck dauerhaft hoch ist, hat sich der Körper lĂ€ngst daran gewohnt.

Oft wird er erst bemerkt, wenn dadurch bereits Organe geschĂ€digt sind. Das ist vor allem bei den kleinen BlutgefĂ€ĂŸen in Gehirn, Augen, Herz und Nieren frĂŒh der Fall. So trĂ€gt Bluthochdruck zur Entstehung von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall bei.

Symptome fĂŒr Bluthochdruck können sein:

  • Kopfschmerzen (vor allem nachts und morgens)
  • Schwindel und Ohrensausen
  • Herzrasen
  • Druck-/EngegefĂŒhl in der Herzgegend
  • Kurzatmigkeit
  • SchweißausbrĂŒche
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen
  • NervositĂ€t, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • gerötetes Gesicht
  • Erektionsstörungen

All diese Symptome kommen aber auch bei vielen anderen Krankheiten vor. Um die Gefahr frĂŒh genug zu erkennen, sollten Sie regelmĂ€ĂŸig Ihren Blutdruck messen und die sechs Warnsignale fĂŒr Bluthochdruck kennen.

PrimÀre und sekundÀre Hypertonie

Wenn es zu Bluthochdruck kommt, ohne dass eine organische Ursache erkennbar ist, spricht man von der sogenannten essentiellen Hypertonie, auch primĂ€re Hypertonie genannt. Das ist bei 90 Prozent aller Bluthochdruckpatienten der Fall. Eine sekundĂ€re Hypertonie liegt bei 10 Prozent der Betroffenen vor. Bei ihnen ist eine Erkrankung wie beispielsweise die Verengung der Nierenarterien fĂŒr den Bluthochdruck verantwortlich.

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Eine spezielle Form des Bluthochdrucks ist die pulmonale Hypertonie. Dabei handelt es sich um einen erhöhten Blutdruck innerhalb des Lungenkreislaufs, dessen Blutdruck mit etwa 15 mmHg normalerweise sehr niedrig ist. Ab Werten von 25 mmHg spricht man von Lungenhochdruck.

Zum Vergleich: Im Körperkreislauf betrÀgt der Blutdruck zwischen 80 und 100 mmHg. Etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet an Lungenhochdruck. Auch er kann allein oder in Folge einer anderen Erkrankung auftreten.

Bluthochdruck-Werte: Was ist zu hoch?

Bluthochdruck liegt vor, wenn der obere (systolische) Wert bei 140 mmHg oder mehr liegt und der untere (diastolische) Wert bei 90 mmHg oder mehr. Auch wenn nur einer der beiden Werte erhöht ist, handelt es sich um Bluthochdruck. Wichtig ist auch das VerhĂ€ltnis der beiden Werte. Ein sehr großer Unterschied zwischen Systole und Diastole ist ein Risikofaktor fĂŒr weitere Herzerkrankungen.

Bluthochdruck-Tabelle: Die Werte auf einen Blick

Blutdruck Einteilung Systole (erster Wert) Diastole (zweiter Wert)
Normal 120-129 mmHg 80-84 mmHg
Normal-Hoch 130-139 mmHg 85-89 mmHg
Hypertonie Grad 1
leichter Bluthochdruck
140-159 mmHg 90-99 mmHg
Hypertonie Grad 2
mittelschwerer Bluthochdruck
160-179 mmHg 100-109 mmHg
Hypertonie Grad 3
schwerer Bluthochdruck
ĂŒber 180 mmHg ĂŒber 110 mmHg

So messen Sie richtig: Der Blutdruck kann am Arm oder am Handgelenk gemessen werden. Wichtig ist dabei die Position der Blutdruckmanschette: Sie muss sich beim Messen immer auf Herzhöhe befinden. HĂ€lt man den Arm oder das Handgelenk ĂŒber der Herzhöhe, wird der Druck zu niedrig angezeigt. HĂ€lt man die Manschette unter der Herzhöhe, wird der Druck zu hoch gemessen. Nutzen Sie ein hochwertiges GerĂ€t, um korrekte Messergebnisse zu erhalten. Die Deutsche Hochdruckliga vergibt beispielsweise entsprechende PrĂŒfsiegel fĂŒr GerĂ€te zur Blutdruckselbstmessung.

Plötzlich auftretender Bluthochdruck

Vorsicht ist geboten, wenn die Blutdruckwerte rasant und plötzlich in die Höhe schießen und innere Unruhe, Atemnot und Druck auf Brust oder Kopf dazukommen: Bei diesen Symptomen kann es sich um eine Blutdruckkrise handeln. Dabei drohen SchĂ€den an Herz und Organen.

Messen Sie einen Blutdruck von mehr als 220/120 mmHg sollten Sie sofort mit Ihrem Hausarzt telefonieren. Auf folgende Symptome sollten Sie dabei achten:

  • Atemnot
  • Schmerzen, Brennen oder ein starkes DruckgefĂŒhl im Brustkorb (Angina pectoris)
  • Schwindel, eventuell auch in Verbindung mit Kopfschmerzen
  • KrampfanfĂ€lle (wie bei einer Epilepsie)
  • LĂ€hmungen oder Sprachstörungen
  • starke Übelkeit
  • verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
  • Nasenbluten, das nicht innerhalb von fĂŒnf Minuten zu stillen ist
  • Benommenheit oder Bewusstlosigkeit

Sobald diese Symptome allein oder kombiniert auftreten, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf. Ist dies nicht möglich, rufen Sie den Notarzt unter 112.

Die Folgen von Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine der hĂ€ufigsten Ursachen fĂŒr einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Bleibt er unbehandelt, schadet er auf Dauer vielen lebenswichtigen Organen des Körpers. Dazu gehören:

  • SchĂ€den am Herz: Es muss krĂ€ftiger gegen den erhöhten Druck anpumpen. Sein Muskel wird dicker und das Herz arbeitet insgesamt schlechter. Die HerzgefĂ€ĂŸe werden geschĂ€digt und verengt, was zu einem Herzinfarkt fĂŒhren kann (koronare Herzkrankheit). Durch die dauerhafte Überlastung des Herzens wird seine Pumpleistung geschwĂ€cht.
  • Zu hoher Blutdruck verĂ€ndert GefĂ€ĂŸe und Struktur der Nieren und kann zu Nierenversagen fĂŒhren.
  • Am Auge können GefĂ€ĂŸverĂ€nderungen bis zu Einblutungen und Erblindung auftreten.
  • Im Gehirn schĂ€digt Bluthochdruck die kleinen GefĂ€ĂŸe und fĂŒhrt zu abnehmender geistiger LeistungsfĂ€higkeit, aber auch zu GefĂ€ĂŸverschluss oder Gehirnblutung (Schlaganfall).
  • Die Beine werden schlechter durchblutet, das fĂŒhrt zu KrĂ€mpfen und Schmerzen beim Gehen, nichtheilenden GeschwĂŒren bis hin zu GefĂ€ĂŸverschlĂŒssen ("Schaufensterkrankheit" oder Raucherbein).
  • Eine schlechtere Durchblutung kann zu Erektionsstörungen fĂŒhren.
  • Es können GefĂ€ĂŸerweiterungen auftreten. Die sogenannten Aneurysmen können platzen und zu lebensbedrohlichen Blutungen fĂŒhren, besonders in der Hauptschlagader oder im Gehirn.

Je höher die Blutdruckwerte sind und je lĂ€nger sie nicht behandelt werden, desto grĂ¶ĂŸer ist der Schaden im Körper. Ein unbehandelter Bluthochdruck verkĂŒrzt auf jeden Fall die Lebenszeit: Statistisch gesehen sinkt die Lebenserwartung bei einer unbehandelten Hypertonie um ganze elf Jahre.

Umgekehrt gilt: Schon ein Absinken des Bluthochdrucks um zwei mmHg fĂŒhrt im Durchschnitt zu einer Verringerung der tödlichen Schlaganfallrate um zehn Prozent.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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