Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Bluthochdruck: Symptome einer Hypertonie erkennen, behandeln und vorbeugen

...

Hypertonie-Symptome  

So erkennen Sie Bluthochdruck

01.03.2018, 14:48 Uhr | dpa-tmn, t-online.de

Bluthochdruck: Symptome einer Hypertonie erkennen, behandeln und vorbeugen. Ein Arzt misst den Blutdruck. (Quelle: Getty Images/DragonImages)

Bluthochdruck ist ohne Messung nur schwer zu erkennen (Quelle: DragonImages/Getty Images)

Bluthochdruck ist für Betroffene schwer zu erkennen, denn seine Symptome sind nicht eindeutig. Regelmäßige Kontrollen und eine gesunde Lebensweise können helfen. Denn Bluthochdruck sollte niemand unterschätzen: Bleibt er unbehandelt, verkürzt er die Lebenszeit.

Symptome für Bluthochdruck

Das Tückische an Bluthochdruck (Hypertonie): Es gibt keine eindeutigen Symptome. Viele Betroffene fühlen sich wohl und merken nichts davon. Bluthochdruck wird daher auch eine "stumme Krankheit" genannt. Besonders wenn der Blutdruck dauerhaft hoch ist, hat sich der Körper längst daran gewohnt.

Oft wird er erst bemerkt, wenn dadurch bereits Organe geschädigt sind. Das ist vor allem bei den kleinen Blutgefäßen in Gehirn, Augen, Herz und Nieren früh der Fall. So trägt Bluthochdruck zur Entstehung von Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall bei.

Anzeichen für Bluthochdruck können sein:

  • Kopfschmerzen (vor allem nachts und morgens)
  • Schwindel und Ohrensausen
  • Herzrasen
  • Druck-/Engegefühl in der Herzgegend
  • Kurzatmigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Nasenbluten
  • Sehstörungen
  • Nervosität, Gereiztheit, Konzentrationsstörungen
  • Schlafstörungen
  • Übelkeit/Erbrechen
  • gerötetes Gesicht
  • Erektionsstörungen

All diese Symptome kommen aber auch bei vielen anderen Krankheiten vor. Um die Gefahr früh genug zu erkennen, sollten Sie regelmäßig Ihren Blutdruck messen und die sechs Warnsignale für Bluthochdruck kennen. 

Primäre und sekundäre Hypertonie

Wenn es zu Bluthochdruck kommt, ohne dass eine organische Ursache erkennbar ist, spricht man von der sogenannten essentiellen Hypertonie, auch primäre Hypertonie genannt. Das ist bei 90 Prozent aller Bluthochdruckpatienten der Fall. Eine sekundäre Hypertonie liegt bei 10 Prozent der Betroffenen vor. Bei ihnen ist eine Erkrankung wie beispielsweise die Verengung der Nierenarterien für den Bluthochdruck verantwortlich.

Eine spezielle Form des Bluthochdrucks ist die pulmonale Hypertonie. Dabei handelt es sich um einen erhöhten Blutdruck innerhalb des Lungenkreislaufs, dessen Blutdruck mit etwa 15 mmHg normalerweise sehr niedrig ist. Ab Werten von 25 mmHg spricht man von Lungenhochdruck. Zum Vergleich: Im Körperkreislauf beträgt der Blutdruck zwischen 80 und 100 mmHg. Etwa ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung leidet an Lungenhochdruck. Auch er kann alleine auftreten oder in Folge einer anderen Erkrankung. 

Der Blutdruck wird in der Maßeinheit mmHg gemessen. Die Bezeichnung mmHg steht für Millimeter Quecksilbersäule (Hg ist das chemische Zeichen für Quecksilber). Diese Einheit hat einen historischen Hintergrund, als Druck mit Hilfe einer Quecksilbersäule gemessen wurde. 1 mmHg ist also der Druck, den eine ein Millimeter hohe Quecksilbersäule ausübt und entspricht 0,00133 bar.

Bluthochdruck-Werte: Was ist zu hoch?

Bluthochdruck liegt vor, wenn der obere (systolische) Wert bei 140 mmHg oder mehr liegt und der untere (diastolische) Wert bei 90 mmHg oder mehr. Auch wenn nur einer der beiden Werte erhöht ist, handelt es sich um Bluthochdruck. Wichtig ist auch das Verhältnis der beiden Werte. Ein sehr großer Unterschied zwischen Systole und Diastole ist ein Risikofaktor für weitere Herzerkrankungen.

Bluthochdruck-Tabelle: Die Werte auf einen Blick

Blutdruck EinteilungSystole (erster Wert)Diastole (zweiter Wert)
Normal120-129 mmHg80-84 mmHg
Normal-Hoch130-139 mmHg85-89 mmHg
Hyptertonie Grad 1
leichter Bluthochdruck
140-159 mmHg90-99 mmHg
Hyptertonie Grad 2
mittelschwerer Bluthochdruck
160-179 mmHg100-109 mmHg
Hypertonie Grad 3
schwerer Bluthochdruck
über 180 mmHgüber 110 mmHg

Blutdruck richtig messen

Der Blutdruck kann am Arm oder am Handgelenk gemessen werden. Wichtig ist dabei die Position der Blutdruckmanschette: Sie muss sich beim Messen immer auf Herzhöhe befinden. Hält man den Arm oder das Handgelenk über der Herzhöhe, wird der Druck zu niedrig angezeigt. Hält man die Manschette unter der Herzhöhe, wird der Druck zu hoch gemessen.

Nutzen Sie ein hochwertiges Gerät, um korrekte Messergebnisse zu erhalten. Die Deutsche Hochdruckliga vergibt beispielsweise entsprechende Prüfsiegel für Geräte zur Blutdruckselbstmessung.

Ursachen für Bluthochdruck

Wie der Körper den Blutdruck regelt, ist noch nicht vollständig erforscht. Er nutzt dazu biochemische Botenstoffe, Organe, Blutgefäße und das Nervensystem. An welchen Stellen dieser Mechanismus so gestört wird, dass Bluthochdruck entsteht, ist noch unklar. 

Allerdings gibt es einige Faktoren, die Bluthochdruck begünstigen:

  • zu wenig Bewegung
  • ungesunde Ernährung
  • Übergewicht (Bauchumfang ab 102 cm bei Männern, bei Frauen ab 88 cm)
  • erhöhter Blutzucker (Diabetes mellitus)
  • Rauchen
  • Alkohol
  • Stress

Grundsätzlich steigt bei Männern ab 55 Jahren das Risiko, an Bluthochdruck zu erkranken, bei Frauen durch hormonelle Veränderungen meistens ab der Menopause. 

Bluthochdruck durch Stress

Bluthochdruck wird auch durch seelische Belastungen verursacht. Hohe Anforderungen im Job, Konflikte mit Vorgesetzten, aber auch Probleme in der Beziehung können den Blutdruck in die Höhe treiben.

Betroffene nehmen solchen Stress allerdings nicht immer bewusst wahr. In jedem Fall ist es bei Bluthochdruck sinnvoll, sich zu fragen, ob unbewusster Stress dem Körper zu schaffen macht. Auch Entspannungsmethoden wie Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training können sich positiv auswirken.

Plötzlich auftretender Bluthochdruck

Vorsicht ist geboten, wenn die Blutdruckwerte rasant und plötzlich in die Höhe schießen und innere Unruhe, Atemnot und Druck auf Brust oder Kopf dazu kommen: Bei diesen Symptomen kann es sich um eine Blutdruckkrise handeln. Dabei drohen Schäden an Herz und Organen.

Messen Sie einen Blutdruck von mehr als 220/120 mm Hg sollten Sie sofort mit Ihrem Hausarzt telefonieren. Auf folgende Symptome sollten Sie dabei  achten:

  • Atemnot
  • Schmerzen, Brennen oder ein starkes Druckgefühl im Brustkorb (Angina pectoris)
  • Schwindel, eventuell auch in Verbindung mit Kopfschmerzen
  • Krampfanfälle (wie bei einer Epilepsie) 
  • Lähmungen oder Sprachstörungen 
  • Starke Übelkeit 
  • Verschwommenes Sehen oder Doppelbilder
  • Nasenbluten, das nicht innerhalb von 5 Minuten zu stillen ist
  • Benommenheit oder Bewusstlosigkeit

Sobald diese Symptome allein oder kombiniert auftreten, nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Hausarzt auf. Ist dies nicht möglich, rufen Sie den Notarzt unter 112.  

Bluthochdruck morgens

Nach dem Aufstehen ist der Blutdruck bei den meisten Menschen am höchsten. In der Regel sinkt er schnell wieder auf das normale Level, dennoch ist Vorsicht geboten. Denn wenn der Körper morgens auf Touren kommt, steigt auch das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu bekommen.

Bluthochdruckpatienten sollten ihren Arzt umgehend informieren, wenn ihr Blutdruck morgens zu hoch ist. Möglicherweise wirken die Medikamente nicht mehr wie gewünscht und müssen umgestellt werden. Wer nicht an Bluthochdruck leidet, sollte seinen Arzt aufsuchen, wenn es nach dem Aufwachen häufiger zu Beschwerden kommt. Mehr über den hohen Blutdruck am morgen.

Bluthochdruck natürlich senken

Betroffene können selbst viel dazu beitragen, den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen oder sogar zu senken. Kardiologen empfehlen:

  • Regelmäßig bewegen: drei bis vier Mal wöchentlich für 30 bis 60 Minuten Joggen, Nordic Walking, Radfahren oder Schwimmen; dazu zählen aber auch Treppensteigen oder der Weg zum Bus
  • Gewicht reduzieren: Der Verlust von fünf Kilogramm Körpergewicht kann den Blutdruck bereits um fünf bis zehn mmHg reduzieren (optimal ist ein Body-Mass-Index zwischen 23 und 27)
  • Gesund essen: 75 Prozent Gemüse, Obst und Salat 
  • Stressabbau durch Yoga, Meditation, Autogenes Training oder andere Entspannungsmethoden

Wichtig: Zeigen die Alltagstipps Erfolg und sinken die Blutdruckwerte, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Er kann die Dosierung der verschriebenen Medikamente anpassen. Auf keinen Fall dürfen Präparate eigenmächtig reduziert oder gar abgesetzt werden, da dies gesundheitliche Folgen haben kann.

Bluthochdruck senken durch Ernährung

Der Blutdruck lässt sich mit der richtigen Ernährung durchaus nach unten korrigieren. Besonders wirksam sind kaliumreiche und natriumarme Lebensmittel wie Bananen, Gemüse, Hülsenfrüchte, Kartoffeln, Reis und Getreide. Empfehlenswert ist zudem eine ballaststoffreiche Ernährung mit Vollkornprodukten, Gemüse und Obst. 

Beim Mineralwasser sollten Bluthochdruckpatienten darauf achten, dass es weniger als 100 mg Natrium pro Liter enthält. Auch Koffein sorgt dafür, dass der Blutdruck steigt – Kaffee, schwarzer Tee oder Energydrinks sollten daher nur in Maßen getrunken werden.

Weitere Lebensmittel, die sich positiv auf den Blutdruck auswirken sind:

  • Rote-Bete-Saft: ein halber Liter pro Tag
  • Schwarzer Tee oder Hibiskustee: pro Tag drei Tassen
  • Milch und Käse: zwei Gläser Milch und drei Scheiben Gouda täglich
  • Joghurt: 400 Gramm Naturjoghurt pro Woche
  • Vollkornprodukte und Haferflocken: drei Portionen pro Tag
  • Walnüsse: ein Teelöffel Walnußöl und neun Walnüsse täglich
  • Chili: nach Belieben (das enthaltene Capsaicin entspannt die Blutgefäße)

Ein ideales Hausmittel gegen Bluthochdruck ist ausreichend Schlaf. Laut der Deutschen Hochdruckliga haben Menschen, die regelmäßig weniger als sechs Stunden schlafen, ein Risiko von bis zu 60 Prozent, einen erhöhten Blutdruck zu entwickeln. Kommen gleichzeitig noch Einschlaf- oder Durchschlafstörungen hinzu, steigt das Risiko für eine Hochdruckerkrankung um das Vierfache.

Auch Haustiere wirken sich positiv aus: Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass schon das bloße Zusammenleben mit einem Hund den Blutdruck senkt und das Herzinfarktrisiko verringert. Hinzu kommt die Bewegung, die ein Hund einfordert: Durch Spazierengehen, Stöckchen werfen oder mit dem Hund spielen, bleiben Sie fit.

Bluthochdruck und Salz

Wissenschaftler diskutieren seit Jahren, wie groß der Einfluss von Kochsalz auf den Blutdruck ist. Tatsächlich gibt es salzsensitive Menschen, deren Blutdruck durch viel Salz im Essen ansteigt; bei anderen zeigt sich keine Wirkung. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass zwischen 30 und 50 Prozent der Bluthochdruckpatienten sensibel auf Speisesalz reagieren.

Das meiste Salz – etwa 75 bis 90 Prozent – nehmen wir über verarbeitete Lebensmittel und Essen außer Haus auf. Verarbeitete Lebensmittel sind neben Fertigprodukten auch Brot, Käse und Wurstwaren. Besteht das Frühstück aus einem Wurst- und einem Käsebrot nimmt der Körper bereits 2,5 Gramm Salz zu sich. Ein Teller Chili con Carne zu Mittag enthält weitere 4,6 Gramm. Abends eine asiatische Nudelsuppe (3,6 Gramm) addiert die zugeführte Salzmenge am Tag auf 10,7 Gramm – und entspricht damit dem durchschnittlichen Salzverzehr der Deutschen pro Tag.

Die Empfehlung bei hohem Blutdruck lautet: Mehr als sechs Gramm Kochsalz sollten täglich nicht verzehrt werden. Viel weniger sollte es aber auch nicht sein. Studien haben nämlich gezeigt, dass zu wenig Salz genau so ungesund ist wie zu viel. 

Bluthochdruck mit Tabletten senken

Es gibt mehrere Gruppen von blutdrucksenkenden Medikamenten. Oft verschreiben Ärzte eine Kombination aus mehreren Tabletten, weil sie sich in der Wirkung gut unterstützen. Mittlerweile gibt es die gängigsten Wirkstoffe gegen Bluthochdruck aber auch als Kombipräparate. Je nach Medikament unterscheidet sich der Zeitpunkt der Einnahme – wassertreibende Tabletten gegen Bluthochdruck sollten verständlicherweise besser morgens eingenommen werden. Andere Blutdrucksenker werden zum Essen oder erst abends eingenommen.

Am häufigsten werden folgende Medikamente bei Bluthochdruck eingesetzt:

  • ACE-Hemmer
  • Betablocker
  • Diuretika
  • Kalzium-Antagonisten
  • Renin-Hemmer
  • Sartane (AT 1-Rezeptorblocker)

ACE-Hemmer werden häufig Diabetikern und Menschen mit Herz- und Nierenschäden verordnet. Sie senken nicht nur den Blutdruck, sondern haben auch spezifische Wirkungen auf die jeweiligen Organe. Sie können beispielsweise eine Verschlechterung diabetischer Nierenschäden verzögern. ACE-Hemmer sollen das Entstehen des Hormons Angiotensin II verhindern, das die Gefäße verengt und so den Blutdruck hochtreibt. Sie werden häufig in Kombination mit einem Diuretikum oder Kalziumantagonisten verordnet.

Betablocker verlangsamen den Herzschlag und blockieren die Beta 1-Rezeptoren am Herzen, an denen sonst Stresshormone wie Adrenalin oder Noradrenalin andocken, die den Blutdruck erhöhen. Sie werden oft Patienten verschrieben, die bereits Ablagerungen an den Herzkranzgefäßen haben, an Herzmuskelschwäche oder Herzrhythmusstörungen leiden oder einen Herzinfarkt hatten. Sie wirken in dem Fall lebensverlängernd, da sie das Fortschreiten solcher Erkrankungen verzögern. Sie sind nicht geeignet für jüngere Bluthochdruckpatienten, die viel Sport treiben.

Diuretika entwässern den Körper und steigern so die Ausscheidung von Salz. Dadurch nimmt die Menge der Blutflüssigkeit im Körper ab, was die Gefäßwände entlastet und erweitert. Sie werden häufig bei Herzmuskelschwäche verordnet und in niedriger Dosis in Kombination mit anderen Blutdrucksenkern, da sie deren Wirkung verstärken.

Kalziumantagonisten hemmen das Einströmen des Kalziums in die Muskelzellen der Gefäße. So entspannen und erweitern sich die Blutgefäße und der Blutdruck sinkt. Je nach Medikament ist die Wirkung verschieden, manche erweitern die Gefäße, bei anderen wird zusätzlich der Herzschlag verlangsamt und abgeschwächt. Kalziumantagonisten sind bei fast allen Patienten gut wirksam und können gut mit anderen Medikamenten kombiniert werden.

Renin-Hemmer sollen ähnlich wie ACE-Hemmer das Entstehen des Hormons Angiotensin II verhindern. Sie regulieren den Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt im Körper und beeinflussen damit den Blutdruck. Sie werden häufig in Kombination mit anderen blutdrucksenkenden Präparaten verabreicht.

Sartane sind eine Weiterentwicklung der ACE-Blocker. Sie verhindern nicht die Entstehung von Angiotensin II, sondern blockieren dessen Effekte an den Rezeptoren im Gewebe. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass sie die Schlaganfallhäufigkeit reduzieren und dabei helfen, Organe und Gefäße vor Verkalkung zu schützen. 

Die Folgen von Bluthochdruck

Bluthochdruck ist eine der häufigsten Ursachen für einen Schlaganfall oder Herzinfarkt. Bleibt er unbehandelt, schadet er auf Dauer vielen lebenswichtigen Organen des Körpers. Dazu gehören:

  • Schäden am Herz: Es muss kräftiger gegen den erhöhten Druck anpumpen. Sein Muskel wird dicker und das Herz arbeitet insgesamt schlechter. Die Herzgefäße werden geschädigt und verengt, was zu einem Herzinfarkt führen kann (koronare Herzkrankheit). Durch die dauerhafte Überlastung des Herzens wird seine Pumpleistung geschwächt.
  • Zu hoher Blutdruck verändert Gefäße und Struktur der Nieren und kann zu Nierenversagen führen.
  • Am Auge können Gefäßveränderungen bis zu Einblutungen und Erblindung auftreten.
  • Im Gehirn schädigt Bluthochdruck die kleinen Gefäße und führt zu abnehmender geistiger Leistungsfähigkeit, aber auch zu Gefäßverschluss oder Gehirnblutung (Schlaganfall).
  • Die Beine werden schlechter durchblutet, das führt zu Krämpfen und Schmerzen beim Gehen, nicht heilenden Geschwüren bis hin zu Gefäßverschlüssen ("Schaufensterkrankheit" oder Raucherbein).
  • Eine schlechtere Durchblutung kann zu Erektionsstörungen führen.
  • Es können Gefäßerweiterungen auftreten. Die so genannten Aneuriysmen können platzen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen, besonders in der Hauptschlagader oder im Gehirn.

Je höher die Blutdruckwerte sind und je länger sie nicht behandelt werden, desto größer ist der Schaden im Körper. Ein unbehandelter Bluthochdruck verkürzt auf jeden Fall die Lebenszeit: Statistisch gesehen sinkt die Lebenserwartung bei einer unbehandelten Hypertonie um ganze elf Jahre.

Umgekehrt gilt: Schon ein Absinken des Bluthochdrucks von zwei mmHg führt im Durchschnitt zu einer Verringerung der tödlichen Schlaganfallrate um zehn Prozent.

Bluthochdruck durch Alkohol

Der Konsum von Alkohol erhöht den Blutdruck: Bei Männern ist das ab etwa 30 Gramm Alkohol der Fall (etwa 0,25 Liter Wein oder 0,5 Liter Bier), bei Frauen bereits ab etwa 20 Gramm. Der Blutdruck kann bis zu 7 mmHg beim oberen Wert und 5 mmHg beim unteren Wert steigen, das ist individuell unterschiedlich. Bei Männern ist der Anstieg stärker als bei Frauen und Raucher sind stärker betroffen als Nichtraucher.

Warum Alkohol den Blutdruck steigen lässt, ist noch nicht abschließend erforscht. So soll möglicherweise das Zwischenhirn infolge des Alkoholkonsums Hormone ausschütten, die den Blutdruck steigern und somit auch die Herzfrequenz erhöhen. 

Bluthochdruck in der Schwangerschaft

Der Blutdruck verändert sich während der ganzen Schwangerschaft. Viele Frauen leiden anfangs unter sehr niedrigem Blutdruck; zu hohen Blutdruck haben fünf bis zehn Prozent der Frauen. Dabei unterscheidet man zwischen einem Bluthochdruck, der bereits vor Beginn der Schwangerschaft bestand oder bis zur 20. Schwangerschaftswoche auftritt (schwangerschaftsunabhängige Hypertonie) und Bluthochdruck, der sich nach der 20. Schwangerschaftswoche entwickelt.

Für eine Schwangerschaft bedeutet Bluthochdruck ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Meist verläuft Schwangerschaftshochdruck jedoch unkompliziert und wird zurückhaltend behandelt. Er normalisiert sich in der Regel innerhalb von zwölf Wochen nach der Geburt. Während der Schwangerschaft muss er allerdings engmaschig überwacht und gegebenenfalls mit Medikamenten behandelt werden. Dabei greifen die meisten Ärzte erst ab einem Blutdruck von 170/110 mmHg ein.

Tritt der Bluthochdruck in Kombination mit verstärkter Eiweißausschüttung im Urin auf, kann es für Mutter und Kind gefährlich bis lebensbedrohlich werden. Man spricht dann von einer Schwangerschaftsvergiftung, der sogenannten Präeklampsie, die bei zwei bis drei Prozent der Schwangeren vorkommt.

Bluthochdruck in den Wechseljahren

Bis zu den Wechseljahren haben Frauen seltener Bluthochdruck als Männer – danach kehrt sich dieses Verhältnis jedoch um. Mehr als die Hälfte der Frauen bekommt dann Bluthochdruck, weil der Östrogengehalt sinkt und dadurch die Schutzfunktion vor Herz-Kreislauf-Störungen und erhöhtem Blutdruck nachlässt.

Das Problem dabei: Da Bluthochdruck keine Beschwerden auslöst, wird er zum Teil erst im höherem Alter zufällig entdeckt, wenn Organe wie Herz und Nieren oft bereits geschädigt sind. Die Deutsche Hochdruckliga rät daher Frauen mittleren Alters, den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren. Außerdem empfiehlt sie ihnen, körperlich aktiv zu sein, sich gesund und salzarm zu ernähren.

Bluthochdruck im Alter

Bei vielen Menschen steigt der Blutdruck im Alter immer weiter an. Die Blutgefäße, die in jüngeren Jahren elastisch sind, werden immer starrer und so wird der Druckausgleich zwischen Systole und Diastole, also Anspannung und Entspannung des Herzmuskels, immer mehr erschwert. Kommen eine fett- und salzreiche Ernährung, zu wenig Bewegung und Rauchen hinzu, ist Bluthochdruck um so wahrscheinlicher.

Spätestens ab einem Alter von 60 Jahren sollte der Blutdruck deshalb regelmäßig kontrolliert werden. Als Richtwert gilt für aktive Menschen zwischen 65 und 80 Jahren ein oberer Blutdruckwert unterhalb von 140 mmHg. Danach ist ein Aufschlag von 10 mmHg pro Lebensjahrzehnt vertretbar. 

Bluthochdruck bei Kindern

Bereits vier Prozent der Vorschulkinder und sogar zehn Prozent der Schüler sind nach Angaben des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendärzte von Bluthochdruck betroffen. Besonders Kinder mit Übergewicht, aber auch Kinder, deren Eltern zu dick sind, sind gefährdet. Es können aber auch Erkrankungen wie eine Nierenfunktionsstörung oder ein Herzleiden dahinter stecken. 

Mediziner raten deshalb dazu, bei Kindern ab dem dritten Geburtstag regelmäßig den Blutdruck zu messen. Je nach Alter, Geschlecht und Größe gelten unterschiedliche Werte. Unsere Blutdruck-Tabelle für Kinder nennt Ihnen die geltenden Richtwerte.

Verwendete Quellen:
  • Ärztezeitung
  • Berufsverband Deutscher Internisten
  • Deutsches Ärzteblatt
  • Deutsche Hochdruckliga e.V.
  • dpa
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Liebe Leserinnen und Leser, leider können wir Ihnen nicht unter allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Wir wollen alle Debatten auf t-online.de schnell und sorgfältig moderieren - und können deswegen aus der Vielzahl unserer Artikel nur einzelne Themen für Leserdebatten gezielt auswählen. Dabei ist uns wichtig, dass sich das Thema für eine konstruktive Debatte eignet und es keine thematischen Dopplungen in den Diskussionen gibt. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Wir freuen uns auf angeregte und kontroverse Diskussionen. Eine Liste der aktuellen Leserdebatten finden Sie auf unserer Übersichtsseite. Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Die neuen Sandalen und Sandaletten sind da!
jetzt shoppen auf tamaris.com
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

 (Quelle: t-online.de)WICHTIGER HINWEIS:
Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.


shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018