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So versorgen Sie Schnittverletzungen richtig

t-online, ac

Aktualisiert am 30.07.2021Lesedauer: 3 Min.
Verband an den Fingern: Bei der Erstversorgung von Schnittwunden gilt es, einiges zu beachten.
Verband an den Fingern: Bei der Erstversorgung von Schnittwunden gilt es, einiges zu beachten. (Quelle: Fertnig/getty-images-bilder)
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Sie entstehen oft durch Unachtsamkeit: Schnittverletzungen gehören zu den hĂ€ufigsten UnfĂ€llen im Haushalt. Je nach Tiefe der Wunde sind unterschiedliche Sofortmaßnahmen nötig. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Erstversorgung.

Einen Moment nicht aufgepasst und es ist passiert: Sie haben sich geschnitten. HĂ€ufig bemerken Sie es nicht einmal sofort, sondern erst, wenn das Blut hinunter tropft.

Messer, Rasierklingen oder scharfkantige Dosen sind oft die ÜbeltĂ€ter. Bei kleinen Schnitten reinigen Sie die Wunde unter lauwarmem Wasser und desinfizieren Sie sie im Anschluss mit einem Wundspray. Danach genĂŒgen einfache Pflaster zur Wundversorgung. Die Verletzung heilt dann innerhalb weniger Tage von ganz allein und sollte keine Narben bilden.

Tiefe Schnittwunden mĂŒssen Ă€rztlich versorgt werden

Anders sieht es bei tieferen Verletzungen aus, die mit großem Blutverlust einhergehen. Das austretende Blut ist zwar einerseits vorteilhaft, da es Bakterien ausspĂŒlt und Infektionen unterbindet. Andererseits birgt ein zu starker Blutverlust Lebensgefahr und sollte umgehend gestillt werden.

Da zudem Nerven und Sehnen verletzt sein können, sollten Sie bei tiefen Schnittwunden immer einen Arzt aufsuchen, um die Wunde professionell behandeln zu lassen. Er kann sie fachkundig desinfizieren und dafĂŒr sorgen, dass sie möglichst narbenfrei verheilt. Dennoch sollten Sie im Ernstfall lebenswichtige Erstmaßnahmen ergreifen.

Erste Hilfe: Schnittwunden richtig verarzten

Bei der Erstversorgung tiefer Schnittwunden gilt es einiges zu beachten: SchĂ€tzen Sie eine Verletzung als sehr schwerwiegend ein, rufen Sie umgehend den Notruf 112. Um den Kreislauf zu stabilisieren, sollte der Verletzte sich möglichst setzen oder hinlegen. Sind Sie selbst verwundet, so legen Sie unverzĂŒglich einen Druckverband an und holen sich Hilfe.

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Bei der Wundversorgung sollte die Schnittwunde etwas höher gelagert werden, um den Blutverlust so gering wie möglich zu halten. Anschließend hat das Stoppen oder zumindest das EindĂ€mmen der Blutung oberste PrioritĂ€t. Zum Schutz vor möglichen Infektionen empfiehlt es sich, wenn möglich, Einmalhandschuhe zu tragen.

Was Sie bei tiefen Wunden vermeiden sollten

Die Schnittwunde sollte möglichst steril bleiben. Deshalb:

  • BerĂŒhren Sie die Wunde nicht.
  • Pusten Sie nicht darauf, denn Speichel enthĂ€lt viele Keime.
  • Waschen oder Desinfizieren Sie die Wunde nicht.
  • Reiben oder Quetschen Sie die Wunde nicht.
Verbandsmaterial: Ein Druckverband wird als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark blutenden Wunden angelegt.
Verbandsmaterial: Ein Druckverband wird als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark blutenden Wunden angelegt. (Quelle: xtrekx/getty-images-bilder)

Anleitung zum Druckverband anlegen

LĂ€sst die Blutung nicht nach, mĂŒssen Sie einen Druckverband anlegen. HierfĂŒr benötigen Sie steriles Verbandsmaterial, das Sie auf die Wunde legen. Anschließend befestigen Sie darauf ein Druckpolster mit Mullbinden.

Tipp: Gut geeignet fĂŒr ein Druckpolster ist beispielsweise ein oder mehrere PĂ€ckchen TaschentĂŒcher.

Der Druckverband sollte zwar stramm sein, aber nicht zu fest anliegen. Nur wenn die Blutung anschließend nicht nachlĂ€sst, sollten Sie einen weiteren und festeren Druckverband anlegen. Entfernen Sie den ersten Verband hierfĂŒr nicht – das sollte ausschließlich medizinisches Fachpersonal ĂŒbernehmen. Warten Sie anschließend auf das Eintreffen des Notarztes.

Auch bei Begleitsymptomen wie LĂ€hmungen, GefĂŒhlsstörungen oder BewegungseinschrĂ€nkungen sollten Sie unverzĂŒglich den Notruf wĂ€hlen. Das sind möglicherweise Hinweise, dass auch eine Sehne oder ein Nerv verletzt wurden.

Behandlung durch den Arzt und Narbenbildung

Der Arzt hat mehrere Möglichkeiten, die Wunde zu versorgen. Er wird die Wunde sĂ€ubern und sie im Anschluss nĂ€hen, klammern, kleben oder mit Pflastern verschließen. Falls notwendig, betĂ€ubt er die verletzte Körperstelle zuvor. Die Behandlung richtet sich danach, welcher Körperteil betroffen und wie schwerwiegend die Verletzung ist.

Eine richtig versorgte Schnittwunde heilt meist problemlos ab. Es bleibt manchmal eine kleine Narbe zurĂŒck. Wenn eine Schnittwunde verunreinigt oder zu spĂ€t versorgt wurde, kann die Wundheilung lĂ€nger dauern. Es ist möglich, dass sich dann deutliche Narben bilden.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Andrea Goesch
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