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Erste Hilfe: Was tun bei Schnittwunden?

Erste Hilfe für tiefe Wunden  

So versorgen Sie Schnittverletzungen richtig

23.12.2020, 10:27 Uhr | ac, t-online, mwe

Erste Hilfe: Was tun bei Schnittwunden?. Verband an den Fingern: Bei der Erstversorgung von Schnittwunden gilt es, einiges zu beachten. (Quelle: Getty Images/Fertnig)

Verband an den Fingern: Bei der Erstversorgung von Schnittwunden gilt es, einiges zu beachten. (Quelle: Fertnig/Getty Images)

Sie entstehen oft durch Unachtsamkeit: Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Unfällen im Haushalt. Je nach Tiefe der Wunde sind unterschiedliche Sofortmaßnahmen nötig. Diese Tipps helfen Ihnen bei der Erstversorgung.

Einen Moment nicht aufgepasst und es ist passiert: Sie haben sich geschnitten. Häufig bemerken Sie es nicht einmal sofort, sondern erst, wenn das Blut hinunter tropft.

Messer, Rasierklingen oder scharfkantige Dosen sind oft die Übeltäter. Bei kleinen Schnitten reinigen Sie die Wunde unter lauwarmem Wasser und desinfizieren Sie sie im Anschluss mit einem Wundspray. Danach genügen einfache Pflaster zur Wundversorgung. Die Verletzung heilt dann innerhalb weniger Tage von ganz allein und sollte keine Narben bilden.

Tiefe Schnittwunden müssen ärztlich versorgt werden

Anders sieht es bei tieferen Verletzungen aus, die mit großem Blutverlust einhergehen. Das austretende Blut ist zwar einerseits vorteilhaft, da es Bakterien ausspült und Infektionen unterbindet. Andererseits birgt ein zu starker Blutverlust Lebensgefahr und sollte umgehend gestillt werden.

Da zudem Nerven und Sehnen verletzt sein können, sollten Sie bei tiefen Schnittwunden immer einen Arzt aufsuchen, um die Wunde professionell behandeln zu lassen. Er kann sie fachkundig desinfizieren und dafür sorgen, dass sie möglichst narbenfrei verheilt. Dennoch sollten Sie im Ernstfall lebenswichtige Erstmaßnahmen ergreifen.

Erste Hilfe: Schnittwunden richtig verarzten

Bei der Erstversorgung tiefer Schnittwunden gilt es einiges zu beachten: Schätzen Sie eine Verletzung als sehr schwerwiegend ein, rufen Sie umgehend den Notruf 112. Um den Kreislauf zu stabilisieren, sollte der Verletzte sich möglichst setzen oder hinlegen. Sind Sie selbst verwundet, so legen Sie unverzüglich einen Druckverband an und holen sich Hilfe.

Bei der Wundversorgung sollte die Schnittwunde etwas höher gelagert werden, um den Blutverlust so gering wie möglich zu halten. Anschließend hat das Stoppen oder zumindest das Eindämmen der Blutung oberste Priorität. Zum Schutz vor möglichen Infektionen empfiehlt es sich, wenn möglich, Einmalhandschuhe zu tragen.

Was Sie bei tiefen Wunden vermeiden sollten

Die Schnittwunde sollte möglichst steril bleiben. Deshalb:

  • Berühren Sie die Wunde nicht.
  • Pusten Sie nicht darauf, denn Speichel enthält viele Keime.
  • Waschen oder Desinfizieren Sie die Wunde nicht.
  • Reiben oder Quetschen Sie die Wunde nicht.

Verbandsmaterial: Ein Druckverband wird als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark blutenden Wunden angelegt. (Quelle: Getty Images/xtrekx)Verbandsmaterial: Ein Druckverband wird als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark blutenden Wunden angelegt. (Quelle: xtrekx/Getty Images)

Anleitung zum Druckverband anlegen

Lässt die Blutung nicht nach, müssen Sie einen Druckverband anlegen. Hierfür benötigen Sie steriles Verbandsmaterial, das Sie auf die Wunde legen. Anschließend befestigen Sie darauf ein Druckpolster mit Mullbinden.

Tipp: Gut geeignet für ein Druckpolster ist beispielsweise ein oder mehrere Päckchen Taschentücher.

Der Druckverband sollte zwar stramm sein, aber nicht zu fest anliegen. Nur wenn die Blutung anschließend nicht nachlässt, sollten Sie einen weiteren und festeren Druckverband anlegen. Entfernen Sie den ersten Verband hierfür nicht – das sollte ausschließlich medizinisches Fachpersonal übernehmen. Warten Sie anschließend auf das Eintreffen des Notarztes.

Auch bei Begleitsymptomen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Bewegungseinschränkungen sollten Sie unverzüglich den Notruf wählen. Das sind möglicherweise Hinweise, dass auch eine Sehne oder ein Nerv verletzt wurden.

Behandlung durch den Arzt und Narbenbildung

Der Arzt hat mehrere Möglichkeiten, die Wunde zu versorgen. Er wird die Wunde säubern und sie im Anschluss nähen, klammern, kleben oder mit Pflastern verschließen. Falls notwendig, betäubt er die verletzte Körperstelle zuvor. Die Behandlung richtet sich danach, welcher Körperteil betroffen und wie schwerwiegend die Verletzung ist.

Eine richtig versorgte Schnittwunde heilt meist problemlos ab. Es bleibt manchmal eine kleine Narbe zurück. Wenn eine Schnittwunde verunreinigt oder zu spät versorgt wurde, kann die Wundheilung länger dauern. Es ist möglich, dass sich dann deutliche Narben bilden.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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