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Warum Nacken- und Kopfschmerzen oft zusammen auftreten

Von t-online
Aktualisiert am 22.11.2019Lesedauer: 3 Min.
Nackenschmerzen und Kopfschmerzen treten oft gemeinsam auf.
Nackenschmerzen und Kopfschmerzen treten oft gemeinsam auf. (Quelle: janulla/getty-images-bilder)
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Kopfschmerzen können vielfĂ€ltige Ursachen haben. Oft stecken Nackenverspannungen oder Probleme mit der HalswirbelsĂ€ule dahinter. Umgekehrt kann MigrĂ€ne aber auch Nackenschmerzen auslösen. Wir erklĂ€ren die ZusammenhĂ€nge und geben Tipps fĂŒr die Behandlung.

Das Wichtigste im Überblick


  • Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?
  • HWS-Syndrom: Nackenschmerzen als Ursache fĂŒr Kopfschmerzen
  • Behandlung: Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?
  • MigrĂ€ne als Ursache fĂŒr Nackenschmerzen

Der Grund, warum Nackenschmerzen und Kopfschmerzen hÀufig zusammen auftreten, liegt in der Verbindung zum Hinterhauptnerv. Dieser verlÀuft am Hinterkopf hinab bis in den Nacken. Im Gehirn treffen die AuslÀufer dieses Nervs mit denen des Trigeminusnervs, der das Gesicht versorgt, zusammen.

Wo der Ursprung der Schmerzen liegt, ist jedoch oft schwer definierbar. Denn Kopfschmerzen können sowohl ein Symptom von Nackenschmerzen als auch von Schulterverspannungen sein und umgekehrt. Beides kann sich auch gegenseitig bedingen, so dass ein regelrechter Teufelskreis entsteht.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Ist von Kopfschmerzen die Rede, handelt es sich in den meisten FĂ€llen um Spannungskopfschmerzen. Rund 90 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben darunter. Ursachen sind vor allem Verspannungen der Muskulatur im RĂŒcken, den Schultern oder im Nacken. Doch auch psychischer Stress kann die Beschwerden auslösen.

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Daneben ist MigrĂ€ne die zweithĂ€ufigste Form von Kopfschmerzen. Auslöser sind in erster Linie Stress, Schlafmangel, ReizĂŒberflutung oder Wetterwechsel. Die einseitig auftretenden pochenden Schmerzen werden meist von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und GerĂ€uschempfindlichkeit aber auch von Nackenschmerzen begleitet. Seltener treten Clusterkopfschmerzen auf. Dabei handelt es sich um einseitige Kopfschmerzen, die plötzlich und attackenförmig auftreten. Der Schmerz zieht sich hauptsĂ€chlich vom SchlĂ€fenbereich hin zum Auge und geht mit Begleitsymptomen, wie TrĂ€nenfluss und Augenrötung einher.

HWS-Syndrom: Nackenschmerzen als Ursache fĂŒr Kopfschmerzen

Kommt es im Bereich der HalswirbelsĂ€ule (HWS) zu Beschwerden wie Nackenschmerzen, Schulterschmerzen oder Kopfschmerzen spricht man auch vom HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom. Der Begriff bezieht sich auf alle Schmerzen im Bereich von Schulter, RĂŒcken und Nacken, die bis in den Kopf, die Arme und die Beine ausstrahlen können.

Eine der Hauptursachen fĂŒr das HalswirbelsĂ€ulen-Syndrom sind Muskelverspannungen als Folge von Fehlhaltungen. AnfĂ€llig fĂŒr Kopfschmerzen, die durch einen verspannten Nacken ausgelöst werden, sind Menschen, die viel am Schreibtisch sitzen und am Computer arbeiten. Oft schleicht sich unbemerkt eine falsche Körperhaltung ein, da man schnell in eine Schonhaltung ĂŒbergeht. Diese fĂŒhrt schnell zu Verspannungen. Doch auch ein hoher Stresslevel sowie ĂŒbermĂ€ĂŸiger Medienkonsum kann Nacken- und Kopfschmerzen verursachen.

Die Nackenmuskulatur und die NervenstrĂ€nge, die das Hinterhaupt versorgen, liegen eng beieinander. Verkrampfen die Muskeln, drĂŒcken sie auf die Nerven und der Schmerz im Kopf entsteht. HĂ€ufig handelt es sich dabei um die verbreiteten Spannungskopfschmerzen, die sich meist zu beiden Seiten der SchlĂ€fen ausbreiten.

Behandlung: Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?

Da regelmĂ€ĂŸig auftretende Spannungskopfschmerzen eine Reihe von Ursachen haben können, gibt es keine allgemein wirksame Therapie gegen sie. Mittlerweile ist es fĂŒr viele eine SelbstverstĂ€ndlichkeit, bei Kopfschmerzen zu Schmerzmitteln zu greifen. Sie sollten diese allerdings nur kurze Zeit und möglichst nach Absprache mit Ihrem Arzt zur Behandlung einnehmen. Stattdessen sollte die Therapie bei Kopfschmerzen, deren Ursache ein verspannter Nacken ist, beim Auslöser ansetzen: Hierzu können neben regelmĂ€ĂŸiger Bewegung als Ausgleich zur Arbeit am Computer auch Physiotherapie und Übungen zur Muskelentspannung zĂ€hlen.

Der Alltag vieler Menschen ist allerdings oft so eng getaktet, dass weder Zeit noch Motivation fĂŒr ausgleichende Bewegung bleibt. Ein chronisch verspannter Nacken ist folglich nicht selten Ursache chronischer Kopfschmerzen, die wiederum Nackenverspannungen hervorrufen können. Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen. In manchen FĂ€llen muss daher der komplette Lebensstil ĂŒberdacht werden: Das bewusste Einplanen von FreirĂ€umen im Alltag kann Stress mindern und in der Folge auch Verspannungen der Muskeln lösen.

DarĂŒber hinaus lassen sich einfache Übungen zur Dehnung, Lockerung und KrĂ€ftigung der Nackenmuskulatur in den Alltag integrieren und so Verspannungen vorbeugen. ZusĂ€tzlich können Massagen und WĂ€rmebehandlungen schmerzlindernd wirken, die Durchblutung anregen und so Beschwerden wie Verspannungen in der Muskulatur lösen. Macht sich Ihr verspannter Nacken regelmĂ€ĂŸig morgens bemerkbar, entspricht vielleicht auch die Matratze nicht Ihren BedĂŒrfnissen oder Ihr Kopfkissen hat nicht die richtige StĂ€rke. In diesem Fall sollten Sie ĂŒber den Kauf ergonomischer Kissen und einer pass genauen Matratze nachdenken.

MigrĂ€ne als Ursache fĂŒr Nackenschmerzen

SchĂ€tzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 12 bis 14 Prozent der Frauen und sechs bis acht Prozent der MĂ€nner unter MigrĂ€ne. Die chronische Erkrankung kann behandelt werden, aber sie ist nicht heilbar. Der Berufsverband Deutscher NervenĂ€rzte (BVDN) weißt darauf hin, dass man bei Nackenschmerzen auch MigrĂ€ne als Ursache in Betracht ziehen sollte. Der Grund: Der Hinterhauptnerv und der Trigeminusnerv, der fĂŒr die Wahrnehmung von Schmerzen im Kopf zustĂ€ndig ist, treffen im Gehirn aufeinander.

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Ein MigrĂ€neanfall fĂŒhrt zur vermehrten AktivitĂ€t des Trigeminusnervs, der die Schmerzen in den Hinterkopf und Nacken weiterleitet. Neben Übelkeit, Schwindel, Licht- und GerĂ€uschempfindlichkeit zĂ€hlen somit auch Nackenschmerzen zu Begleitsymptomen bei MigrĂ€ne. Wer hĂ€ufig solche Symptome hat und diese keiner anderen Ursache zuschreiben kann, sollte zum Arzt gehen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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