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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diese Anzeichen deuten auf Bandscheibenprobleme im Nacken hin

Von Geraldine Nagel

Aktualisiert am 01.03.2022Lesedauer: 9 Min.
Ein Mann fasst sich an den schmerzenden Nacken.
Ein Bandscheibenvorfall in der HWS kann sich unter anderem durch starke Nackenschmerzen bemerkbar machen. (Quelle: milan2099/getty-images-bilder)
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Ein Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsÀule (HWS) geht oft mit starken Schmerzen im Nacken einher, die manchmal auch in den Arm ausstrahlen. Erfahren Sie, welche Symptome noch auftreten können und welche Behandlung hilft.

Das Wichtigste im Überblick


Ein Bandscheibenvorfall kommt in der HalswirbelsĂ€ule deutlich seltener vor als im unteren RĂŒcken, kann aber ebenso schmerzhaft sein. Vor allem Menschen ab dem 40. Lebensjahr sind davon betroffen.


Einfache Übungen gegen Verspannungen

DrĂŒbergreifen und ziehen: Diese Übung dehnt die seitliche Nackenmuskulatur.
Allzweckwaffe Oberschenkel: Je dehnfĂ€higer die Muskulatur hier ist, desto besser können Becken- und RĂŒckenmuskeln die WirbelsĂ€ule einstellen.
+3

Definition: Was ist ein Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsÀule?

Bei einem Bandscheibenvorfall (Bandscheibenprolaps) in der HalswirbelsĂ€ule (HWS) wird Bandscheibengewebe zwischen zwei Wirbeln hervorgedrĂŒckt. AbhĂ€ngig davon, in welche Richtung das Bandscheibenmaterial heraustritt, ruft das Symptome wie Schmerzen oder Missempfindungen hervor. NĂ€mlich dann, wenn dabei Nervenwurzeln oder RĂŒckenmark eingeengt werden.

Das ist meist der Fall, wenn der Bandscheibenvorfall nach hinten oder seitlich erfolgt. Schiebt sich das Gewebe hingegen nach vorn hervor, bleibt das oft unbemerkt. Denn da dort keine Nerven verlaufen, entstehen dabei in der Regel keine Beschwerden.

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Anatomische Darstellung von Wirbel und Bandscheibe (Blick von oben).
Der gelartige Kern der Bandscheibe ist von einer bindegewebigen HĂŒlle umgeben. (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)

Gut zu wissen
Der Fachausdruck fĂŒr Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule lautet zervikaler Bandscheibenvorfall beziehungsweise zervikaler Diskusprolaps.

Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich: Mögliche Symptome

DrĂŒckt nach einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich Bandscheibengewebe auf Nerven oder RĂŒckenmark, kann sich das durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Neben Schmerzen sind dann Missempfindungen (wie Kribbeln, TaubheitsgefĂŒhle) oder MuskelschwĂ€che möglich.

Oft macht sich ein Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule durch plötzlich einschießende Schmerzen im Nacken und/oder einem Arm bemerkbar. Beide Arme sind eher selten betroffen. Ein Bandscheibenvorfall ruft außerdem entzĂŒndliche Prozesse im HWS-Bereich hervor, was ebenfalls mit Schmerzen einhergehen kann.

Bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich sind Nackenschmerzen unterschiedlichen Ausmaßes möglich. In manchem FĂ€llen treten nur leichte Nackenschmerzen auf, in anderen FĂ€llen sind die Schmerzen stark und haben einen scharfen oder brennenden Charakter.

Die Nackenschmerzen können seitlich oder zum RĂŒcken hin spĂŒrbar sein. Bei einem HWS-Bandscheibenvorfall kann sich außerdem ein steifer Nacken entwickeln, der die Beweglichkeit einschrĂ€nkt. Dann lĂ€sst sich der Kopf möglicherweise nicht mehr so weit wie sonst drehen oder beugen.

Oft strahlen die Schmerzen und/oder Missempfindungen wie Kribbeln oder TaubheitsgefĂŒhle bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich auch aus; je nachdem, in welchem Abschnitt sich dieser ereignet hat, bis in die Schulter, in den Arm, in die Hand oder in die Finger. In manchen FĂ€llen geht der Bandscheibenvorfall mit Symptomen wie einem HitzegefĂŒhl oder einem elektrisierten GefĂŒhl Ă€hnlich wie bei einem elektrischen Schlag einher.

Nach einem HWS-Bandscheibenvorfall nehmen die Beschwerden typischerweise bei bestimmten Bewegungen oder AktivitÀten zu, etwa beim Drehen des Kopfes zur Seite oder beim VorwÀrtsbeugen oder beim Husten, Niesen oder Pressen.

Symptome abhÀngig von betroffener Nervenwurzel

In welchen Bereichen die Symptome bei einem HWS-Bandscheibenvorfall genau auftreten, hĂ€ngt davon ab, in welche Richtung das Bandscheibengewebe gedrĂŒckt wurde und welche Nervenwurzel das einengt. Denn die Nervenwurzeln, die den einzelnen Halswirbeln immer paarig entspringen, versorgen jeweils andere Hautbereiche (sogenannte Dermatome).

Anatomie der WirbelsÀule.
Die HalswirbelsĂ€ule besteht aus sieben Halswirbeln und acht RĂŒckenmarksnerven (Spinalnerven). (Quelle: ttsz/getty-images-bilder)


Die HalswirbelsĂ€ule besteht aus sieben Wirbeln (C1 bis C7), denen acht Nervenwurzeln paarig entspringen (C1 bis C8). Außer zwischen dem ersten Halswirbel (C1, auch Atlas genannt) und dem zweiten Halswirbel (C2, auch Axis genannt) liegt jeweils eine Bandscheibe zwischen den Wirbeln. Es gibt insgesamt also fĂŒnf Bandscheiben im HWS-Bereich.

Meist ereignet sich ein Bandscheibenvorfall in den unteren Halswirbeln, also zwischen C5/C6 oder C6/C7, denn diese sind der beweglichere Teil der HalswirbelsÀule. Zwischen den oberen Halswirbeln (C2 bis C4) verlagert sich hingegen nur selten Bandscheibengewebe.

Kommt es nun beispielsweise zwischen den Wirbeln C5 und C6 zu einem Bandscheibenvorfall, kann dieser die Nervenwurzel C6 beeintrÀchtigen, wenn diese dabei eingeengt werden.

HWS-Bandscheibenvorfall in C2/C3 oder C3/C4

Kommt es in der HalswirbelsĂ€ule zwischen den Wirbeln C2/C3 oder C3/C4 zu einem Bandscheibenvorfall, kann das die Nervenwurzeln C3 oder C4 einengen. Als mögliche Symptome können zum Beispiel starke Schmerzen im unteren Nacken auftreten und/oder Schmerzen, die in den Trapezmuskel beziehungsweise zwischen die SchulterblĂ€tter ziehen. Auch ein taubes GefĂŒhl im unteren Nacken ist möglich.

Grafische Darstellung Dermatome.
Die den Wirbeln entspringenden Nervenwurzeln versorgen jeweils einen bestimmten Hautbereich, das sogenannte Dermatom. Wird eine Nervenwurzel eingeengt, können dort Symptome auftreten. Die Buchstaben und Ziffern stehen hier nicht fĂŒr die Wirbel, sondern fĂŒr die jeweiligen Nervenwurzeln. (Quelle: VectorMine/getty-images-bilder)

HWS-Bandscheibenvorfall in C4/C5

Ein Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich C4/C5 kann die Nervenwurzel C5 einengen. Dann können Symptome wie Schmerzen und/oder Missempfindungen bis in die Schulter oder in den Ă€ußeren Oberarm bis zum Ellenbogen ausstrahlen und/oder eine MuskelschwĂ€che in der betroffenen Schulterseite auftreten. Manche Betroffene können den Arm nicht anheben.

HWS-Bandscheibenvorfall in C5/C6

Liegt der Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsÀule zwischen den Wirbeln C5 und C6, kann das die Nervenwurzel C6 einengen. Mögliche Symptome sind dann Schmerzen und Missempfindungen, die daumenseitig bis in den Arm ausstrahlen und/oder in die Hand und dort bis in den Daumen beziehungsweise die daumennahe Seite des Zeigefingers. Sofern eine MuskelschwÀche auftritt, macht sich diese im Armbeuger (Bizeps) und im Handgelenkstreckmuskel des betroffenen Arms bemerkbar.

HWS-Bandscheibenvorfall in C6/C7

BandscheibenvorfÀlle zwischen den Halswirbeln C6 und C7 können die Nervenwurzel C7 einengen. Das macht sich möglicherweise durch Schmerzen und/oder Missempfindungen bemerkbar, die in den Arm und in die Hand in Richtung Mittelfinger ausstrahlen. Eine MuskelschwÀche zeigt sich im Arm unter UmstÀnden im Trizeps und im Fingerstrecker.

HWS-Bandscheibenvorfall in C7/Th1

Ein Bandscheibenvorfall zwischen dem letzten Halswirbel C7 und dem ersten Brustwirbel Th1 kann die Nervenwurzel C8 einengen. Mögliche Symptome sind dann Schmerzen und/oder Missempfindungen, die in die Schulter, in den Ă€ußeren Unterarm und den kleinen Finger ausstrahlen. Eine MuskelschwĂ€che kann sich in den Fingerbeugern zeigen und unter UmstĂ€nden das Greifen erschweren.

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Wichtiger Hinweis
Diese eher typischen Schmerzmuster mĂŒssen jedoch nicht zwingend bei jedem Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule in dieser Form auftreten.

Nur in seltenen FĂ€llen erfolgt ein Bandscheibenvorfall so, dass er im HWS-Bereich das RĂŒckenmark und die dort verlaufenden Nerven einengt: Je nach Ausmaß der SchĂ€digung kann das BeeintrĂ€chtigungen unterschiedlicher Art hervorrufen, von Empfindungsstörungen in den HĂ€nden und FĂŒĂŸen ĂŒber Gangunsicherheiten bis hin zu Blasenfunktionsstörungen oder LĂ€hmungserscheinungen.

Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich: Mögliche Ursachen

Was im Einzelfall genau zu einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich gefĂŒhrt hat, lĂ€sst sich nicht immer sicher sagen. Die eigentlichen Auslöser bleiben oft unklar.
Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die einen Bandscheibenvorfall begĂŒnstigen können. Dazu zĂ€hlt insbesondere das Alter: BandscheibenvorfĂ€lle gehören zu den degenerativen WirbelsĂ€ulenerkrankungen – also Erkrankungen der WirbelsĂ€ule, die auf Verschleißerscheinungen beruhen.

Solchen altersbedingten Abnutzungserscheinungen sind auch die Bandscheiben unterworfen. Vom Aufbau her Ă€hneln Bandscheiben einer Art flachem elastischen Kissen, das wie eine Art StoßdĂ€mpfer oder Puffer zwischen den Wirbelkörpern sitzt. Dadurch können sie StĂ¶ĂŸe abfangen und ermöglichen Dreh- und Beugebewegungen der WirbelsĂ€ule.

Im Inneren der Bandscheiben befindet sich ein wasserhaltiger, gelartiger Kern, der von einer elastischen bindegewebigen HĂŒlle in Form gehalten wird. Mit zunehmendem Alter verringert sich der Wassergehalt der Bandscheiben jedoch, was sie allmĂ€hlich weniger elastisch macht. Dieser Verschleiß beginnt im Durchschnitt bereits ab dem 30. Lebensjahr. Deshalb kommt es bei Ă€lteren Menschen leichter zu BandscheibenvorfĂ€llen.

Bei ĂŒbermĂ€ĂŸiger oder regelmĂ€ĂŸiger (Fehl-)Belastung kann es dann zu einer Bandscheibenvorwölbung oder einem Bandscheibenvorfall kommen. Manchmal genĂŒgt dafĂŒr schon eine kleine oder ruckartige Bewegung. Ein Bandscheibenvorfall kann sich jedoch auch ĂŒber mehrere Jahre hinweg anbahnen.

UnfĂ€lle sind hingegen eher selten die alleinige Ursache eines Bandscheibenvorfalls in der HalswirbelsĂ€ule – meist bestanden bei den Betroffenen schon davor SchĂ€den an den Bandscheiben.

Bei einem Bandscheibenvorfall reißt die Ă€ußere HĂŒlle der Bandscheibe ein und der gelartige Kern wird herausgepresst. Je nachdem, in welche Richtung das passiert, ĂŒbt das Bandscheibenmaterial Druck auf Nervenwurzeln aus und ruft dadurch Beschwerden hervor. Manchmal löst sich auch ein Teil des gelartigen Kerns von der Bandscheibe und bewegt sich als sogenannter Sequester in den Wirbelkanal, was das RĂŒckenmark einengen kann.

Schmerzen können bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich zudem durch entzĂŒndliche Prozesse im Gewebe entstehen. Das ausgetretene Bandscheibenmaterial ruft in der Regel EntzĂŒndungen hervor.

Grafische Darstellung zu richtigem Sitzen.
Links = bequemere, aber oft ungesĂŒndere Sitzhaltung, bei der die WirbelsĂ€ule punktuell stĂ€rker belastet ist. Rechts = rĂŒckengerechtes, dynamisches Sitzen, das die WirbelsĂ€ule gleichmĂ€ĂŸiger belastet und ihre natĂŒrliche Doppel-S-Form unterstĂŒtzt (Quelle: Graphic_BKK1979/getty-images-bilder)

Als mögliche Risikofaktoren fĂŒr einen Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich gelten neben angeborenen Fehlhaltungen oder VerĂ€nderungen der WirbelsĂ€ule auch eine erbliche Veranlagung und Rauchen. Genetische und damit erbliche Faktoren scheinen eine Veranlagung fĂŒr Bandscheibenerkrankungen zu begĂŒnstigen, denn in manchen Familien treten BandscheibenvorfĂ€lle gehĂ€uft auf.

RegelmĂ€ĂŸiges Rauchen scheint BandscheibenvorfĂ€llen ebenfalls Vorschub zu leisten: Rauchen verschlechtert die Durchblutung im Körper; dadurch werden indirekt auch die Bandscheiben schlechter mit NĂ€hrstoffen versorgt. Diese verschleißen so möglicherweise schneller, vermuten Fachleute.

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Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich: So stellt der Arzt die Diagnose

Ob ein Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule vorliegt, lĂ€sst sich oft schon nach einem Ă€rztlichen GesprĂ€ch und einer körperlichen Untersuchung feststellen. Bildgebende Untersuchungen (wie Röntgen, MRT oder CT) sind dafĂŒr im Grunde oft nicht nötig.

Diese können jedoch unter anderem ratsam sein, wenn Betroffene sehr starke Schmerzen oder neurologische Symptome wie Missempfindungen oder TaubheitsgefĂŒhle haben oder die Beschwerden selbst nach mehreren Wochen nicht nachlassen. Bildgebende Untersuchungen können außerdem zum Einsatz kommen, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Wichtiger Hinweis
Oft zeigen sich auf MRT- oder CT-Aufnahmen zwar BandscheibenvorfĂ€lle – nicht immer haben diese jedoch etwas mit dem akuten Beschwerdebild zu tun, sondern können auch ein Zufallsbefund sein. SchĂ€den an den Bandscheiben oder BandscheibenvorfĂ€lle zeigen sich bei vielen Menschen auf den Aufnahmen; meist hatten sie dadurch bislang jedoch keinerlei Schmerzen oder anderweitige Beschwerden. Um Fehldiagnosen und möglicherweise ĂŒberflĂŒssige Behandlungen zu vermeiden, gilt es deshalb, SchlĂŒsse zwischen solchen Bildnachweisen und akuten Schmerzen nur mit Vorsicht zu ziehen.

Behandlung: Was hilft bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich?

In der Regel bildet sich ein Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule nach einiger Zeit von selbst zurĂŒck und die Beschwerden lassen von alleine nach. Mit einer passenden Behandlung dauert es meist ein bis vier Monate, bis Betroffene wieder mehr oder weniger beschwerdefrei sind.

Operative Eingriffe sind bei einem HWS-Bandscheibenvorfall nur selten nötig. In 80 bis 90 Prozent der FĂ€lle genĂŒgt eine konservative Behandlung, deren Ziele vor allem darin bestehen, die Schmerzen zu lindern. Das ist wichtig, um Betroffenen einen einigermaßen schmerzfreien Alltag und eine grĂ¶ĂŸere Beweglichkeit zu ermöglichen.

Dazu verschreibt der Arzt oder die Ärztin ĂŒblicherweise entzĂŒndungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nichtsteroidale Antirheumatika), wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen. Bessern sich die Schmerzen dadurch nicht, können auch stĂ€rkere Schmerzmittel zum Einsatz kommen.

Ebenso kann WĂ€rme helfen, die Schmerzen zu verringern, indem sie bestehende Muskelverspannungen löst – zum Beispiel mithilfe von WĂ€rmekissen oder Rotlicht.
Was außerdem zum Einsatz kommt, um einen Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich zu behandeln, hĂ€ngt vor allem davon ab, wie schwer dieser ist. Oft reicht es aus, Hals und Nacken erst einmal etwas zu schonen und von ĂŒbermĂ€ĂŸigen Belastungen abzusehen. Allgemein gilt: Bewegung ist möglich, solange sie keine Schmerzen bereitet.

Je nach Situation kann es nach einem Bandscheibenvorfall im Nacken ratsam sein, eine Zeit lang (meist wenige Tage) eine Halskrause zu tragen. Das entlastet die HalswirbelsĂ€ule kurzfristig und kann den Genesungsprozess unterstĂŒtzen.

Bei einem Bandscheibenvorfall in der HalswirbelsĂ€ule verschreibt der Arzt oder die Ärztin in der Regel Physiotherapie. Sie soll dabei helfen, Betroffene im HWS-Bereich wieder zu mobilisieren und geschwĂ€chte Muskeln zu krĂ€ftigen. Übungen fĂŒr zu Hause und RatschlĂ€ge fĂŒr ein rĂŒckengerechtes Verhalten ergĂ€nzen die Behandlung; dazu zĂ€hlen zum Beispiel Tipps zu richtigem Stehen, Sitzen und Heben.

Illustration rĂŒckengesundes Heben.
Falsches Heben mit rundem RĂŒcken belastet die WirbelsĂ€ule und die Bandscheiben. RĂŒckenschonender ist es, beim Heben mit geradem RĂŒcken in die Knie zu gehen und genau so wieder aufzustehen. (Quelle: GlinskajaOlga/getty-images-bilder)

Operation bei HWS-Bandscheibenvorfall

Eine Operation kommt bei einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich nur als Ausnahme zum Einsatz. Sie kann zum Beispiel infrage kommen, wenn die Beschwerden auch nach lÀngerer Zeit noch gleichbleibend stark sind, weiter zunehmen oder LÀhmungserscheinungen bestehen.

WÀhrend des operativen Eingriffs wird das vorgefallene Bandscheibenmaterial entfernt, damit der Druck auf die Nerven nachlÀsst. Da solch eine Operation im HWS-Bereich jedoch mit Komplikationen einhergehen kann und sich nicht sicherstellen lÀsst, dass das OP-Ergebnis die Situation verbessert, gilt es Nutzen und Risiken hierbei gut abzuwÀgen.

Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich: Was darf man nicht?

Gegen Bewegung nach einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich spricht im Grunde erst einmal nichts, solange dabei keine Schmerzen entstehen. Sanfte körperliche AktivitĂ€t kann die Heilungsprozesse sogar unterstĂŒtzen, da sie die Durchblutung verbessert und die Muskeln stĂ€rkt.

Vorsichthalber verzichten sollten Betroffene jedoch vorlĂ€ufig auf Bewegungsarten, die mit einer Stoßbelastung auf die HalswirbelsĂ€ule einhergehen, wie etwa Laufen beziehungsweise Joggen oder Springen. Das Heben schwerer Gewichte ist vorerst ebenfalls nicht zu empfehlen. UngĂŒnstig kann zu Beginn zudem alles sein, was den Nacken oder RĂŒcken einseitig belastet.

Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich: Welche Übungen helfen?

Bestehen nach einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich keine akuten Schmerzen mehr, können Übungen dabei helfen, die Hals- und Nackenmuskeln zu dehnen und zu stĂ€rken. Das soll die HalswirbelsĂ€ule stabilisieren.

Welche Übungen sich am besten eigenen, kann allerdings von Fall zu Fall verschieden sein. Normalerweise bekommen Betroffene mit HWS-Bandscheibenvorfall deshalb bereits wĂ€hrend der verschriebenen Physiotherapie Übungen erklĂ€rt, die fĂŒr sie passen. Diese Übungen sollten auch zu Hause regelmĂ€ĂŸig praktiziert werden.

Wer nach einem Bandscheibenvorfall im HWS-Bereich Übungen eigenverantwortlich durchfĂŒhren möchte, sollte zur Sicherheit vorher RĂŒcksprache mit der Ă€rztlichen oder physiotherapeutischen Praxis halten.

Bei allen Übungen gilt: FĂŒhren Sie diese achtsam aus und lassen Sie es langsam angehen. Hören Sie auf, wenn dabei Schmerzen auftreten oder sich die Beschwerden verschlimmern. Die folgenden Übungen können beispielsweise dabei helfen, die Nackenmuskeln zu dehnen.

HWS-Übung 1: Nackenstretching

Setzen oder stellen Sie sich fĂŒr ein sanftes Nackenstretching aufrecht hin und lassen Sie das rechte Ohr sanft in Richtung rechte Schulter sinken. Sie können mit der rechten Hand zusĂ€tzlich Ihren Kopf leicht beschweren, jedoch ohne daran zu ziehen.

Senken Sie gleichzeitig die linke Schulter aktiv ab. Halten Sie die Position einige Sekunden und atmen Sie gleichmĂ€ĂŸig weiter. Lösen Sie dann die Haltung langsam auf und wiederholen Sie alles mit der anderen Seite.

Eine Frau dehnt ihre seitlichen Nackenmuskeln.
Beim Dehnen der seitlichen Nackenmuskeln darauf achten, alle Bewegungen sanft auszufĂŒhren. (Quelle: pixdeluxe/getty-images-bilder)

HWS-Übung 2: Kinn einziehen

Eine andere Übung fĂŒr den HWS-Bereich ist, das Kinn einzuziehen. Setzen oder stellen Sie sich mit geradem RĂŒcken hin, lassen Sie die Schultern locker. Schauen Sie geradeaus und ziehen Sie nun sanft das Kinn nach hinten. Sie spĂŒren dabei einen leichten Zug im oberen Nacken, so als wĂŒrde sich die WirbelsĂ€ule nach oben verlĂ€ngern. Bewegen Sie dabei den Kopf nicht nach oben oder unten.

Halten Sie die Position einige Sekunden und lösen Sie diese dann wieder. Wiederholen Sie alles ein paar Mal.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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