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Unterleibsschmerzen: Ursachen und Behandlung

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Ziehen, Drücken und Stechen  

Unterleibsschmerzen: Ursachen und Behandlung

09.05.2018, 13:22 Uhr | Larissa Koch, t-online.de

Unterleibsschmerzen: Ursachen und Behandlung. Frau hält sich den Bauch wegen Unterleibsschmerzen (Quelle: Getty Images/gpointstudio)

Schmerzen im Unterleib. Leid vieler Frauen. Aber auch Männer können betroffen sein. (Quelle: gpointstudio/Getty Images)

Frauen klagen während ihrer Menstruation häufig über Unterleibsschmerzen. Die krampfartigen Beschwerden lassen sich oft mit einfachen Mitteln lindern. Doch Schmerzen im Unterleib können bei Frauen wie Männern auch schwerwiegende Ursachen haben, die eine Therapie erfordern.

Der Unterleib ist die Region zwischen Bauchnabel, Lenden und Beckenknochen. Schmerzen im unteren Bauch können viele Ursachen haben.

Regelschmerzen: Für viele Frauen ganz normal

Bei Frauen treten häufig sogenannte primäre Regelschmerzen auf. Ursache sind meist starke Kontraktionen der Muskeln in der Gebärmutter. Neben kolikartigen Unterleibskrämpfen treten häufig weitere Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Kopfschmerzen sowie allgemeines Unwohlsein auf. Auch ein Ziehen im unteren Rücken bis hin zu Rückenschmerzen sind typische Symptome der Menstruation.

Unterleibsschmerzen ohne Periode 

​Schmerzen im Unterleib außerhalb der Periode können nachfolgende Gründe haben:

Unterleibsschmerzen durch Blasenentzündung

Bei einer Blasenentzündung handelt es sich um einen Harnwegsinfekt. Dieser wird meist durch Bakterien ausgelöst. Vor allem beim Wasserlassen kommt es häufig zu einem starken Brennen am Eingang der Harnröhre. Es können aber auch Schmerzen im Unterbauch auftreten. Der Arzt prüft mittels Schnelltest, welche Ursache der Infekt hat und verschreibt in manchen Fällen ein Antibiotikum. Weitere Informationen zum Thema Blasenentzündung lesen Sie hier.

Unterleibsschmerzen durch andere Infektionen

Manchmal treten Unterleibsschmerzen bei Frauen in Kombination mit Ausfluss auf. Wenn der Schleim anders aussieht als gewöhnlich, etwa wässrig oder eitrig, kann eine Entzündung der Vagina der Grund sein. Häufig tritt der Ausfluss gleichzeitig mit Juckreiz auf. Die Ursache könnte ein Scheidenpilz sein oder eine bakterielle Vaginose, bei der die Bakterien in der Scheidenflora im Ungleichgewicht sind. Dabei tritt typischerweise auch ein strenger, fischiger Geruch auf. Am besten wenden Sie sich für eine genaue Diagnose an einen Gynäkologen.

Unterleibsschmerzen durch Eisprung

Vor, während und nach dem Eisprung kann es zu Unterleibsschmerzen kommen. Man spricht dabei von "Mittelschmerzen". Das Ausstoßen der Eizelle aus dem Eierstock in den Eileiter äußert sich manchmal mit einem unangenehmen Ziehen im unteren Bauch. Sind die Schmerzen ungewohnt stark, sollte das von einem Gynäkologen untersucht werden. Manche Frauen leiden so sehr unter ihren Regelschmerzen, dass sie zur Linderung "die Pille" verschrieben bekommen. Die Schmerzen, die von der Gebärmutter ausgehen, können so meist gemildert werden, verschwinden aber nicht unbedingt vollständig.

Unterleibsschmerzen in der Schwangerschaft

In den ersten beiden Dritteln der Schwangerschaft sind Beschwerden wie ein Ziehen im Unterleib in aller Regel völlig normal. Denn das Gewebe im Unterbauch verändert sich die wachsende Gebärmutter löst Symptome aus, die sich ähnlich anfühlen wie während der Regel. Das runde Gebärmutterband, das die Gebärmutter im Leistenkanal stützt, wird gedehnt. Zum Ende der Schwangerschaft kündigt sich die Geburt zunächst mit weniger starken Spannungsschmerzen an, den Senkwehen, später mit heftigen krampfartigen Unterleibsschmerzen, weil die Geburtswehen einsetzen.

Sollten Schmerzen im Unterleib stark sein oder länger anhalten, ist es sinnvoll, einen Arzt zu konsultieren. Das gilt erst recht, wenn während der Schwangerschaft Blutungen auftreten. 

Unterleibsschmerzen durch Eileiterschwangerschaft

Wenn sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter (Uterus) einnistet, sondern in der Schleimhaut des Eileiters, dann liegt eine Eileiterschwangerschaft vor. Zunächst kann wie bei einer regulären Schwangerschaft die Periode ausbleiben und zum Beispiel Übelkeit auftreten. Auch ein Schwangerschaftstest fällt positiv aus. Aber in der 6. bis 9. Schwangerschaftswoche kommt es meist zu Unterleibsschmerzen und Schmierblutungen. Komplikationen sind ebenfalls möglich. Weitere Informationen zur Eileiterschwangerschaft bekommen Sie hier.

Andere Ursachen für Unterleibsschmerzen

Meist sind die Ursachen für vorübergehende Unterleibsschmerzen zwar völlig harmlos. Doch nicht zuletzt, wenn starke und regelmäßige Beschwerden auch abseits der Menstruation auftreten, sollte ausgeschlossen werden, dass der Auslöser hierfür krankheitsbedingt ist. Die möglichen Ursachen sind dabei genauso unterschiedlich, wie die Art und Weise, in der sich Bauchschmerzen im Unterleib bemerkbar machen. Eine verlässliche Diagnose lässt sich nur durch eine ärztliche Untersuchung stellen.

Manchmal sind Schmerzen im unteren Bauch auch auf eine Durchfallerkrankung (Diarrhoe) beziehungsweise einen Magen-Darm-Infekt zurückzuführen. Viren oder Bakterien sind meist die Ursache. Häufig treten zeitgleich zu den Schmerzen Bauchkrämpfe, Übelkeit, Durchfall und Erbrechen auf. Tritt Durchfall chronisch auf, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen – die Ursache muss geklärt werden. Auslöser für immer wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch können auch chronische Verstopfungen sein. Bei Verdauungsbeschwerden sollten immer auch Lebensmittelunverträglichkeiten in Betracht gezogen werden. Weitere mögliche Ursachen für Schmerzen im Unterbauch sind entzündliche Darmerkrankungen oder auch Tumoren wie zum Beispiel Darmkrebs.

Diagnose von Unterleibsschmerzen

Mediziner unterscheiden grundsätzlich zwischen genitalen und nicht-genitalen Auslösern von Bauchschmerzen im Unterleib. Die genaue Diagnose wird neben Tastuntersuchungen durch weitergehende Diagnoseverfahren spezifiziert. Geeignet sind Ultraschalluntersuchungen aber auch Röntgenaufnahmen sowie Untersuchungen des Blutes mittels Blutbild oder des Harns und des Stuhlganges.

Unterleibsschmerzen durch Eierstockzysten

Eierstockzysten sind Blasen, die sich bei geschlechtsreifen Frauen bilden können. In rund 98 Prozent der Fälle sind sie gutartig und platzen ganz von allein auf. Vor allem Frauen kurz nach der Pubertät und vor den Wechseljahren sind betroffen. Auslöser sind hormonelle Änderungen. Häufig bleiben Eierstockzysten völlig unbemerkt, manchmal führen sie aber auch zu Schmerzen, wenn sie Druck auf die Eierstöcke ausüben. Gynäkologen raten dazu, bei Frauen ab dem 40. Lebensjahr auch eine bösartige Entwicklung der Zysten in Betracht zu ziehen.

Unterleibsschmerzen durch Endometriose

Dies ist eine Wucherung der Gebärmutterschleimhaut. Sie ist meist schmerzhaft und kann auch in die benachbarten Organe des Uterus hineinwachsen. Die betroffenen Frauen haben dann während der Periode krampfartige Schmerzen im Unterleib sowie ständige Rückenschmerzen. Häufig bleibt die Endometriose unentdeckt, weil keine Beschwerden auftreten. Die Erkrankung kann jedoch zur Unfruchtbarkeit führen. Näheres zu diesem Krankheitsbild erfahren Sie in diesem Artikel.

Unterleibsschmerzen durch Myome

Myome sind gutartige Wucherungen in den Muskeln der Gebärmutter. Jede vierte bis sechste geschlechtsreife Frau in Europa hat nach Angaben des Berufsverbands der Frauenärzte solche gutartigen Tumoren. Rund ein Viertel der Frauen hat keine Beschwerden durch das Myom. Falls Sie Schmerzen haben, erhalten Sie hier weitere Informationen.

Unterleibsschmerzen rechts, links oder mittig

Ein Hinweis auf die Ursache der Beschwerden liefert eine genauere Lokalisierung der Schmerzen. Unterschieden wird zwischen rechts-, links- und beidseitigen Unterleibsschmerzen sowie Schmerzen in der Bauchmitte. Der Arzt grenzt so die Ursachen weiter ein. (Krampfartige Bauchschmerzen: Es könnte ein Reizdarm sein) Unterleibsschmerzen, die mittig auftreten, können, wie oben beschrieben, viele Ursachen haben. 

Treten Schmerzen dagegen im rechten Unterbauch auf, müssen Sie in Betracht ziehen, dass es sich um eine Blinddarmentzündung handelt. Sind die Schmerzen im linken Unterbauch zu verorten und treten gleichzeitig Durchfall, Blähungen und Fieber auf, könnte eine Entzündung der Divertikel im Dickdarm der Grund sein. Dabei handelt es sich um kleine Ausstülpungen in der Dickdarmwand, die sich entzünden können (Divertikulitis). Meist tritt diese Entzündung erst im höheren Lebensalter auf. In beiden Fällen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Unterleibsschmerzen beim Mann

Beschwerden im Unterbauch, die ausschließlich Männer betreffen, können unter anderem durch Erkrankungen der Prostata verursacht sein. Zu diesen zählen unter anderem die Prostataentzündung (Prostatitis) oder die gutartige Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie).

Auch Erkrankungen der Hoden führen manchmal zu Schmerzen, die bis in die Leistengegend ausstrahlen. Dazu gehören Hodenentzündungen oder Nebenhodenentzüdungen. Außerdem ist es möglich, dass eine Hodentorsion vorliegt: Dabei ist der Hoden und der Samenstrang verdreht, es kann zum Blutstau kommen und schlimmstenfalls zum Absterben des Gewebes im Hoden. Eine weitere Ursache für Schmerzen, die sich nicht nur im Hoden, sondern im Unterbauch bemerkbar machen, ist Hodenkrebs. Die bösartige Wucherung von Hodengewebe tritt vor allem bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 auf. Bei Schmerzen im Unterbauch und im Hoden sollten Sie in jedem Fall einen Arzt konsultieren.

Bei Männern kommt deutlich häufiger ein Leistenbruch vor als bei Frauen. Schmerzen treten folglich auch in der Leistengegend auf. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier. 

Unterleibsschmerzen beobachten

Sie sollten vor allem beobachten, in welchen Situationen die Bauchschmerzen im Unterleib auftreten. Treten die Schmerzen plötzlich und unregelmäßig oder chronisch in bestimmten Situationen auf? Kommen sie während der Menstruation oder zu anderen Zeitpunkten? Beobachten Sie dies und versuchen Sie auch, die Art des Schmerzes zu definieren. Handelt es sich um einen stechenden oder krampfartigen Schmerz? Ziehen die Beschwerden möglicherweise auch in die Beine oder andere Extremitäten? Eine genaue Beobachtung der Beschwerden kann für eine ärztliche Diagnose hilfreich sein.

Unterleibsschmerzen behandeln

Akute Beschwerden lassen sich einerseits mit schmerzstillenden oder krampflösenden Medikamenten lindern. Auch Hormone in Form der Antibabypille helfen manchen Frauen, Bauchschmerzen im Unterleib während der Menstruation zu lindern. Doch auch ganz einfache Mittel wie eine Wärmebehandlung mit einer Wärmflasche sind geeignet, um Schmerzen zu reduzieren. Zur Muskelentspannung hilft es zum Beispiel, wenn Sie im Stehen oder Sitzen langsam das Becken kreisen. Sind Ihre Beschwerden stärker oder halten länger an, sollte dagegen Ihr Arzt klären, ob die Unterleibsschmerzen nicht auch andere Ursachen haben könnten, die weitergehende Therapiemaßnahmen nötig machen.

Verwendete Quellen:
  • Der Kleine Hausarzt: Stiftung Warentest, Berlin 2015
  • www.frauenaerzte-im-netz.de
  • www.kompetenznetz-ced.de/darmerkrankungen
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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