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Lyme-Borreliose: Symptome, Behandlung und Therapie

Zeckenbiss mit Folgen  

Borreliose wird durch Zecken übertragen

09.01.2020, 07:51 Uhr | t-online, jb

Lyme-Borreliose: Symptome, Behandlung und Therapie. Zecke: Borreliose wird durch Zecken übertragen.  (Quelle: Getty Images/Smileus)

Zecke: Borreliose wird durch Zecken übertragen. (Quelle: Smileus/Getty Images)

Die Borreliose (auch Lyme-Borreliose genannt) wird durch eine Infektion durch Bakterien aus der Gruppe der Borrelien hervorgerufen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Zecken.

Von der Zecke zum Mensch
Wie wird aus einem kleine Biss eine Borreliose?

Nach einem Zeckenbiss gelangen die Bakterien über den Speichel der Zecke in den menschlichen Organismus und können Infektionen auslösen. Borrelien sind für den Menschen vor allem dann gefährlich, wenn sie lange unerkannt und unbehandelt werden.

Keine Panik nach einem Zeckenbiss
Die meisten Borreliose-Infektionen sind harmlos

Die meisten Zeckenbisse bleiben folgenlos. Insbesondere wenn die Zecke innerhalb von 24 Stunden entfernt wird, kommt es nur sehr selten zu einer Lyme-Borreliose. Nur ein geringer Prozentsatz aller Infektionen mit Borellien führen auch tatsächlich zu Erkrankungen. Nach Ansicht von Experten heilen etwa 70 bis 90 Prozent aller Borreliose-Infektionen ohne negative gesundheitliche Folgen aus. Dennoch ist es ratsam, auch im Verdachtsfall einen Arzt aufzusuchen.

Wer ist besonders gefährdet?
Diese Personengruppen müssen besonders achtsam sein

Grundsätzlich besteht für alle Altersgruppen die Gefahr einer Infektion. Menschen, die sich besonders oft in der Natur aufhalten, sind häufiger von Zeckenstichen betroffen. Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sowie ältere Menschen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr sind am ehesten betroffen. Wie bei vielen Infektionen gilt auch bei der Borreliose: Eine gute körpereigene Immunabwehr wirkt einer Infektion entgegen.

Haustiere als Überträger?
Zecken durch Hund und Katze

Durch Haustiere können Zecken auf den Menschen übertragen werden. Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts ist die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung durch Katzen sogar höher als die durch Hunde. Bevor sich die Zecke am Tier festgebissen hat, kann sie auf den Menschen "überspringen". Tierhalter sind so, besonders durch streicheln oder schmusen mit Katze oder Hund, verstärkt gefährdet.

Wanderröte
Das typischste Borreliose-Symptom

Wenn nach einem Zeckenstich Borreliose-Bakterien in den Organismus gelangen, reagiert die körpereigene Immunabwehr mit einer Entzündung. Diese macht sich meist durch eine Rötung der Haut bemerkbar. Diese breitet sich einige Tage oder sogar erst einigen Wochen nach dem Zeckenstich kreisförmig aus – in einigen Fällen verblasst sie in der Mitte wieder. Die Ringe haben scharfe Grenzen und jucken nicht. Zudem können sich derartige Hautveränderungen auch auf dem gesamtem Körper bilden – und nicht ausschließlich um den Zeckenstich herum.

Achtung
Direkt nach dem Zeckenstich reagiert der Körper ebenfalls durch starke Entzündungen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle. Hierbei handelt es sich noch nicht um die Wanderröte. Diese durch den Biss verursachte Schwellung verschwindet nach wenigen Tagen. Im Gegensatz zur Wanderröte ist sie maximal vier Zentimeter groß. 

Die sogenannte Wanderröte ist aber nicht immer so deutlich ausgeprägt und kann sogar ganz ausbleiben. Aus diesem Grund wird die Borreliose häufig zu spät oder gar nicht erkannt.

Wanderröte: Wenn nach einem Zeckenstich Borreliose-Bakterien in den Organismus gelangen, reagiert die körpereigene Immunabwehr mit einer Entzündung. (Quelle: Getty Images/anakopa)Wanderröte: Wenn nach einem Zeckenstich Borreliose-Bakterien in den Organismus gelangen, reagiert die körpereigene Immunabwehr mit einer Entzündung. (Quelle: anakopa/Getty Images)

Symptome
Weitere Anzeichen für Borreliose oft unspezifisch

Wenn ein Zeckenbiss nicht bemerkt wurde, fällt es im Nachhinein oft schwer, körperliche Beschwerden mit einer Borreliose-Infektion in Verbindung zu bringen. Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich können folgende Symptome den Verdacht auf Borreliose erhärten:

  • Gelenk- oder Muskelschmerzen
  • erhöhte Temperatur oder Fieber
  • Nachtschweiß
  • Abgeschlagenheit
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Bindehautentzündung


Erfahren Sie mehr zum Thema: Symptome und Anzeichen der Borreliose
Fehldiagnose: Borreliose wird häufig unterschätzt

Diagnose Borreliose
Vom Borreliose-Verdacht zur eindeutigen Diagnose

Fällt der Verdacht auf eine Infektion mit Borrelien, müssen für eine eindeutige Diagnose verschiedene Bluttests durchgeführt werden. Leider können diese Tests aktuell noch nicht ohne weiteres einen klaren Befund liefern. Wie das Robert-Koch-Institut in seinem Borreliose-Ratgeber für Ärzte berichtet, sind die verschiedenen Verfahren kompliziert und zum Teil langwierig.

Sinnvoll oder nicht?: Zecken-Schnelltests für zu Hause

Borreliose erkennen: Der Krankheitsverlauf auf einen Blick

Der Verlauf einer unbehandelten Lyme-Borreliose ist schleichend. Man unterteilt die Krankheit in drei Stadien. Sollten Sie den Verdacht haben, Sie seien an Borreliose erkrankt, sollten Sie auf diese Symptome achten:

Borreliose-Stadium 1
Nach dem Zeckenbiss bis wenige Tage danach (selten Wochen)

  • Wanderröte: kreisförmige Hautrötung an der Stichstelle
  • Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Schwäche
  • Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Fieber
  • Lymphknotenschwellungen
  • Bindehautentzündung

Selten treten einige Wochen nach der Infektion an den Ohren oder im Genitalbereich Borrelien-Lymphozytom auf. Dabei handelt es sich um blaurote Knötchen unter der Haut. Sie sind eine Abwehrreaktion der Lymphozten, die durch die Bakterien verursacht werden. 

Borreliose-Stadium 2
Nach wenigen Monaten kann es zu folgenden Symptomen kommen:

  • grippeähnliche Symptome
  • Nervenschäden
  • Lähmungserscheinungen
  • Schwindel
  • Herzrasen
  • Sehstörungen
  • Tinnitus
  • Muskelschmerzen

Borreliose-Stadium 3
Diese Symptome können einige Monate oder erst mehrere Jahre nach dem Zeckenbiss auftreten:

  • Gelenkentzündung (Arthtritis), oft im Kniegelenk
  • Blasenschwäche
  • Blaufärbung der Haut an Händen und/oder Füßen
  • Gangstörungen
  • Persönlichkeitsveränderung
  • Konzentrationsstörungen
  • Rückenschmerzen
  • Gedächtnisstörungen

Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Symptome der einzelnen Borreliose-Stadien

In seltenen Fällen können die Bakterien auch das Nervensystem befallen. Betroffene beklagen dabei starke Schmerzen, die nicht mit Schmerzmitteln behandel bar sind. Die Schmerzen können sich zudem zu Sehstörungen, Taubheitsgefühl führen. Teilweise können auch die Nerven in den Gliedmaßen oder Gesicht betroffen sein, sodass es zu Lähmungserscheinungen kommen kann.

Behandlung
Borreliose – was tun?

Die Behandlung der Infektionskrankheit erfolgt in der Regel durch die Gabe eines Antibiotikums. Dieses verhindert, dass sich die Erreger im Organismus ausbreiten und weiten Schaden anrichten können. Bei frühzeitigem Therapiebeginn muss das Antibiotikum in der Regel über einen Zeitraum von zwei Wochen eingenommen werden.
Lesen Sie hier: Borreliose - Therapie und Behandlung

Gefahren der Borreliose
Eine unerkannte Borreliose ist gefährlich

Eine unbehandelte Borreliose kann über Jahre hinweg zu massiven gesundheitlichen Einschränkungen führen. Die Bakterien können Haut, Herzmuskel, Gelenke und das Nervensystem schädigen. Dadurch entstehen häufig Gelenkprobleme und neurologische Störungen – auch chronische Erschöpfungszustände und Lähmungserscheinungen sind möglich.

Borreliose vorbeugen
Das können Sie vorsorglich tun

Einen verlässlichen Schutz, um Zeckenstichen vorzubeugen, gibt es derzeit noch nicht. Bei Wanderungen im Gras oder durch den Wald empfiehlt sich das Tragen langer Kleidung und geschlossener Schuhe. Das benutzen von Anti-Mücken-Sprays – auch unter der Kleidung – kann helfen, die lästigen Parasiten fern zu halten. Nach einem Aufenthalt in der Natur sollten Sie sich und Ihre Kinder nach Zecken absuchen. Wird die Zecke schnell und fachgerecht entfernt, bleibt der Stich in den meisten Fällen völlig folgenlos. Ebenso sollten Sie mit ihren Haustieren verfahren. Katze und Hund sollten regelmäßig auf Zecken untersucht werden.

Tipps und Tricks: So entfernen Sie Zecken richtig

Zeckenimpfung
Darum schützt die Zeckenimpfung nicht vor Borreliose

Die Zeckenimpfung ist, gerade im Frühjahr, in aller Munde. Allerdings schützt diese vor der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Einen Impfschutz vor Borreliose gibt es bisher noch nicht.

Nicht verwechseln: Borreliose und FSME
FSME und Borreliose werden oft verwechselt

Der Unterschied zwischen Borreliose und FSME liegt im Erreger. Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien hervorgerufen. Bei der FSME hingegen handelt es sich um eine Virenübertragung. FSME greift das Gehirn und die Hirnhaut an und verursacht unter anderem hohes Fieber. Außerdem kann es zu Erbrechen, Kopfschmerzen und Lähmungen kommen. In besonders schweren Fällen kann die Krankheit einen tödlichen Verlauf nehmen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Netdoktor
  • Omnea
  • Apotheken Umschau
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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