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Multiple Sklerose: Die häufigsten Irrtümer und Vorurteile


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Endet Multiple Sklerose immer im Rollstuhl?

Von t-online, ag

Aktualisiert am 04.05.2020Lesedauer: 3 Min.
Eine Frau im Rollstuhl: Ein schwerer Verlauf kann bei Multipler Sklerose zu starken Einschränkungen der Gehfähigkeit führen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig ein Leben im Rollstuhl.
Eine Frau im Rollstuhl: Ein schwerer Verlauf kann bei Multipler Sklerose zu starken Einschränkungen der Gehfähigkeit führen. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig ein Leben im Rollstuhl. (Quelle: demaerre/getty-images-bilder)
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"MS, das bedeutet Muskelschwund", "die Betroffenen enden immer im Rollstuhl" oder "die Krankheit wird vererbt": Solche und ähnliche Behauptungen hört man immer wieder im Zusammenhang mit Multipler Sklerose. Viele davon basieren auf Missverständnissen oder sind schlichtweg falsch. Wir haben die gängigsten Klischees unter die Lupe genommen und klären die Fakten.

Das Wichtigste im Überblick


Irrtum 1: "Wer MS hat, landet im Rollstuhl"

Die Diagnose "MS" bedeutet nicht automatisch ein Leben im Rollstuhl. Allerdings kann eine MS zu schweren Gehbehinderungen führen, so dass viele langjährig Betroffene auf Hilfsmittel wie Stock, Rollstuhl oder Rollator zurückgreifen, um Kraft zu sparen und sich vor Stürzen zu schützen. Das hängt alles davon ab, wie stark die Erkrankung ausgeprägt ist, wie lange sie schon aktiv ist und ab wann sie behandelt wurde.

Wirksame Medikamente können heutzutage das Fortschreiten der Krankheit Multiple Sklerose lange hinauszögern und die Lebensqualität erhalten. Statistisch gesehen benötigt daher nur einer von vier Menschen mit MS später einen Rollstuhl. Rund 40 Prozent der Betroffenen fühlen sich in ihren normalen Tätigkeiten durch die Krankheit kaum beeinträchtigt.


Multiple Sklerose: Typische Symptome

Sehstörungen können ein erstes Anzeichen für Multiple Sklerose sein. Dabei sehen die Betroffenen ihre Umwelt verschwommen, mit schwarzen Flecken oder die Farbe wird nicht richtig dargestellt.
Auch Empfindungsstörungen können auf MS hindeuten. Dabei kann es sich um ein Kribbeln im Bein, aber auch um Überempfindlichkeit auf Wärme oder Kälte handeln.
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Irrtum 2: "MS ist das Gleiche wie Muskelschwund"

Die Vorstellung, dass sich die Abkürzung "MS" auf Muskelschwund bezieht, ist falsch. Sie steht für Multiple Sklerose und bezeichnet eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems und keine Erkrankung der Muskulatur oder des Bewegungsapparates.

Dennoch werden die motorischen Probleme, die MS-Patienten häufig zeigen, von medizinischen Laien häufig als eine Störung der Muskulatur interpretiert. Tatsächlich jedoch ist die Muskulatur von MS Patienten in der Regel völlig gesund, das Problem liegt vielmehr in ihrer Steuerung im Gehirn. Muskelschwund dagegen ist die direkte Folge einer Erkrankung der Muskulatur.

Bei Multipler Sklerose wird die Schicht, von der Nervenbahnen schützend umgeben sind – die Myelinscheiden – zerstört.
(Quelle: Getty Images/normaals)

Irrtum 3: "MS tritt immer in Schüben auf"

Akute Krankheitsschübe mit typischen Symptomen wie Sehstörungen, Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Armen und Beinen sind vor allem am Anfang einer MS typisch. Sie werden häufig durch Infektionen, psychischen Stress oder Belastungssituationen ausgelöst.

Später treten die Schübe bei vielen Patienten nicht mehr so häufig auf. Doch auch ohne erkennbare Symptome oder Schübe können die Entzündungsprozesse des zentralen Nervensystems im Verborgenen weiter voranschreiten. Zudem ist der Verlauf von MS individuell sehr unterschiedlich und auch die Symptome variieren stark. Nicht zu Unrecht sprechen Experten von der "Krankheit mit 1.000 Gesichtern".

Irrtum 4: "Multiple Sklerose ist eine Erbkrankheit"

Diese Aussage stimmt so nicht. Wissenschaftler vermuten zwar, dass es eine genetische Komponente gibt, dennoch ist Multiple Sklerose keine klassische Erbkrankheit. Korrekter ist es, von einer gewissen genetischen Prädisposition (Veranlagung) zu sprechen.

Studien belegen, dass Kinder und Geschwister von Betroffenen lediglich ein drei bis fünf Prozent höheres Risiko haben, auch an MS zu erkranken – das ist nicht besonders viel. In Studien mit Zwillingen zeigte sich, dass ein eineiiger Zwilling eines MS-Betroffenen, der dieselben Gene besitzt, ein etwa 25 prozentiges Risiko trägt, ebenfalls von Multipler Sklerose betroffen zu sein.

Irrtum 5: "Mit MS sollte man nicht schwanger werden"

Familienplanung ist bei einem Leben mit Multipler Sklerose durchaus möglich. Weder die Schwangerschaft noch die Geburt verlaufen bei MS-Patientinnen komplizierter als bei gesunden Frauen. Es gibt auch kein erhöhtes Risiko für Fehl- und Frühgeburten.

Entscheidend ist allerdings eine gute Betreuung durch den Neurologen und den Gynäkologen. In der Regel wird MS-kranken Frauen mit Kinderwunsch eine Unterbrechung der medikamentösen Therapie empfohlen. Wichtig ist auch, dass alle Beteiligten, wie beispielsweise der Gynäkologe oder die Hebamme, über die Erkrankung informiert werden.

Für Männer mit MS ist Familienplanung noch einfacher. Sie können bei den meisten Medikamenten auch während der Einnahme problemlos ein Kind zeugen.

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Irrtum 6: "Durch Ernährung lässt sich MS heilen"

Multiple Sklerose ist leider nicht heilbar, weder durch Medikamente noch durch eine bestimmte Ernährungsweise oder Diät. Ernährungsempfehlungen für MS-Kranke, die eine Heilung versprechen, sind daher Scharlatanerie. Grundsätzlich sollten Betroffene jedoch auf einen gesunden, ausgewogenen Speiseplan achten. Eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Fisch, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren wirkt positiv auf den Verlauf der Erkrankung und steigert das Wohlbefinden.

Irrtum 7: "Bei MS ist Sport nicht ratsam"

Es besteht kein Grund, warum Menschen mit Multipler Sklerose auf körperliche Aktivitäten und Anstrengungen verzichten sollten. In Studien wurde nachgewiesen, dass Sport und Bewegung bei MS-Kranken vielfältige positive Wirkungen haben: Regelmäßiges Training hilft, die Muskelfunktion und das Gleichgewicht zu fördern. Schmerzen und Verkrampfungen können durch Bewegung und Dehnung gelindert werden. Darüber hinaus wirkt Sport der körperlichen Müdigkeit und Abgeschlagenheit entgegen, unter der viele MS-Betroffene leiden.

Besonders geeignet sind Entspannungsübungen aus dem Tai-Chi oder Yoga. Aber auch moderate Ausdauersportarten und ein Fitness-Training unter Anleitung eines Therapeuten hilft, die Beweglichkeit und Muskelkraft zu erhöhen. Allerdings sollten sich MS-Kranke nicht überanstrengen und vor allem bei hohen Temperaturen vorsichtig sein. Denn Hitze führt häufig zu einer Verschlimmerung der Symptome.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG)
  • AMSEL – das Multiple Sklerose Selbsthilfeportal
  • Eigene Recherchen
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