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Starkes Schwitzen bei Kindern: Ursachen und Mittel

Schwitzen  

Starkes Schwitzen bei Kindern: Ursachen und Mittel

16.09.2013, 11:05 Uhr | cf (CF)

Starkes Schwitzen bei Kindern und Jugendlichen kann verschiedene Ursachen haben. Viele davon lassen sich mit einfachen Mitteln bekämpfen, andere sollte ein Arzt genauer erforschen. Eine medikamentöse Behandlung gestaltet sich unter Umständen schwierig.

Hyperhidrose: Übermäßiges Schwitzen

Starkes Schwitzen bei Kindern wird ebenso wie bei Erwachsenen Hyperhidrose genannt, wenn es chronisch auftritt. In Deutschland sind davon ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen, häufig im Alter zwischen sechs und 16 Jahren. Unabhängig von der Umgebungstemperatur verlieren diese Menschen ein ungewöhnlich hohes Maß an Flüssigkeit über die Haut. In den meisten Fällen sind Handflächen, Fußsohlen und Achselhöhlen am stärksten betroffen. 

Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), erklärt, dass sich für verschiedene Körperstellen verschiedene Mittel eignen, um starkes Schwitzen bei Kindern einzudämmen. Antitranspirantien mit dem Wirkstoff Aluminium-Hydrochloridhexahydrat können die Feuchtigkeitsproduktion unter den Achseln reduzieren. An Händen und Füßen müssen aufwendigere Mittel her. Bei einer Leitungswasser-Iontophorese setzen Ärzte die anfälligen Bereiche einem leichten Gleichstrom aus. "Dies reduziert die Aktivität der Schweißdrüsen", so Nentwich auf dem Portal des BVKJ, "Kinderärzte im Netz". 

Tipps gegen das Schwitzen

Auch wenn Hyperhidrose chronischer Natur ist, können Kinder und Jugendliche einige Gegenmaßnahmen ergreifen, die zumindest die Beschwerden lindern, wenn auch nicht heilen. Atmungsaktive und luftige Kleidung bieten mehr Bewegungsfreiheit und verhindern starkes Schwitzen bei Kindern. Jugendliche sollten Nikotin, Alkohol und Koffein nur mäßig bis gar nicht konsumieren. Diese Suchtstoffe können ebenso wie scharfe Gewürze, heiße Getränke und Speisen Schweißausbrüche fördern. Neigen Heranwachsende zu Übergewicht, sollten Eltern einen Ernährungsplan erarbeiten, mit dessen Hilfe ihre Kinder einige Pfunde verlieren können. Leiden Jugendliche auch unter Nachtschweiß, sollten sie kurz vor dem Zubettgehen keine hektischen Spiele mehr spielen oder fernsehen. Um zur Ruhe zu kommen und im besten Falle ohne Schweißausbrüche durchzuschlafen, eignen sich Entspannungs- und Atemtechniken. 

Starkes Schwitzen bei Kindern und Jugendlichen: Welche Mittel helfen?

Zeigen diese Tipps keine Wirkung, sollten pflanzliche Produkte gegen starkes Schwitzen bei Kindern und Jugendlichen getestet werden. Die Nebenwirkungen sind in der Regel geringer als bei Medikamenten, die Wirksamkeit aber individuell verschieden. Salbei – ob als Tee oder in Form einer Salbe – kann einen schweißhemmenden Effekt haben. Starkes Schwitzen bei Kindern mit Medikamenten zu behandeln, ist vor allem deswegen problematisch, weil viele Studien lediglich Ergebnisse für Erwachsene liefern. Für das Mittel Botulinumtoxin fehlen beispielsweise die Erfahrungswerte für Kinder und Jugendliche.

"Jede Art von übermäßigem Schwitzen sollten Eltern mit dem Kinder- und Jugendarzt besprechen, um zu klären, ob sich andere Krankheiten dahinter verbergen", so Nentwich weiter. Eine Schilddrüsenüberfunktion beispielsweise kann der Arzt mit den entsprechenden Arzneimitteln ausgleichen. Operative Verfahren bei Heranwachsenden anzuwenden, ist höchst umstritten. Dabei entnehmen Chirurgen solche Hautregionen, die besonders dicht mit Schweißdrüsen versorgt sind. Reduziert starkes Schwitzen bei Kindern die Lebensqualität deutlich, ist über einen solchen Eingriff nachzudenken.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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