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Lungenkrebs erkennen: Warnsignale, Symptome, Heilungschancen

Nicht nur Raucher betroffen  

Lungenkrebs beginnt oft ohne Symptome

21.03.2021, 12:01 Uhr | t-online, AM, dpa-tmn

Lungenkrebs erkennen: Warnsignale, Symptome, Heilungschancen . Lungenkrebs: Er wird oft erst sehr spät entdeckt, da er zu Beginn vieldeutige Symptome zeigt. (Symbolbild) (Quelle: Getty Images/PixelsEffect)

Lungenkrebs: Er wird oft erst sehr spät entdeckt, da er zu Beginn vieldeutige Symptome zeigt. (Symbolbild) (Quelle: PixelsEffect/Getty Images)

Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Doch die Betroffenen merken lange nicht, dass ein Tumor in ihrer Lunge wuchert. Die Symptome sind zu Beginn unauffällig und nur schwer zu deuten. 

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jedes Jahr über 50.000 Menschen an Lungenkrebs. Er tritt in den meisten Fällen nach dem 40. Lebensjahr auf. Das Durchschnittsalter liegt nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft bei 60 Jahren.

Diese Warnzeichen nicht ignorieren

Lungenkarzinome – oder auch Bronchialkarzinome genannt – verursachen im Frühstadium kaum Beschwerden. Tumore in der Lunge werden in den meisten Fällen zufällig entdeckt, beispielsweise bei Röntgenuntersuchungen des Brustkorbs aus anderen Gründen, oder bei der Krebsnachsorge bei vorangegangener Krebserkrankung.

Daher ist es besonders wichtig, die Symptome zu kennen und ernst zu nehmen. Vor allem Raucher sollten sich nicht scheuen und regelmäßig mit ihrem Arzt sprechen.

Zu den vieldeutigen Krankheitszeichen gehören:

  • neu einsetzender und über Wochen anhaltender Husten
  • die Verschlimmerung eines chronischen Hustens
  • Abgeschlagenheit
  • Kurzatmigkeit
  • Gewichtsabnahme
  • Schmerzen im Brustkorb
  • Auswurf beim Husten
  • Auswurf mit beigemengtem Blut (Bluthusten)

Nicht selten kommt es vor, dass diese Symptome verkannt werden und beispielsweise für eine chronische Bronchitis gehalten werden. Am häufigsten gehen Betroffene zum Arzt, weil sie einen über längere Zeit anhaltenden Husten haben. Auch wenn ein chronischer Husten schlimmer wird, suchen Erkrankte eine Praxis auf. 

Aber auch Schmerzen im Brustkorb, Atemnot, Lähmungen und Bluthusten sind Warnzeichen, die nicht ignoriert werden dürfen.

Arten von Bronchialkarzinomen

Bei Tumoren in der Lunge handelt es sich zumeist um Bronchialkarzinome. Man unterscheidet hier zwei Arten.

Das kleinzellige Bronchialkarzinom (SCLC small cell lung cancer): Es breitet sich besonders schnell aus und macht 15 Prozent der Fälle aus.

Das nicht-kleinzellige Bronchialkarzinom (NSCLC non small cell lung cancer): Es macht etwa 85 Prozent der Fälle aus, wird dabei aber in weitere Unterkategorien unterteilt:

  • Adenokarzinom (40 Prozent aller Lungenkrebse),
  • Plattenepithelkarzinom (25 Prozent),
  • Großzelliges Karzinom (15 Prozent).

Die NSCLC wachsen langsamer als die SCLC, was sich positiv auf die Heilungschancen auswirkt. Durch eine mikroskopische Untersuchung des Krebsgewebes kann festgestellt werden, um welche Krebsart es sich handelt.

Doch nicht jeder Tumor in der Lunge ist ein Bronchialkarzinom. Manchmal handelt es sich bei Tumoren in der Lunge um Metastasen eines anderen Krebstyps, wie beispielsweise Brustkrebs. Diese Geschwüre ähneln ihrem Ursprungstumor in den Eigenschaften und müssen daher wie diese behandelt werden.

Behandlung von Lungenkrebs

Wird das nicht-kleinzellige Karzinom früh erkannt, wird meist operiert. Ergänzend wird in vielen Fällen eine Chemotherapie gemacht. Ziel ist es, den Tumor vollständig zu beseitigen und einem Rückfall vorzubeugen. Wurde der Krebs im Frühstadium entdeckt, stehen die Chancen auf vollständige Heilung gut. Befindet sich der Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium, werden Patienten mit Chemotherapie, Strahlentherapie oder einer Kombination therapiert. Dies wird als Radiochemotherapie bezeichnet.

Im Falle, dass das Bronchialkarzinom bereits Metastasen gebildet hat, muss molekularbiologisch untersucht werden, ob eine Immuntherapie oder eine zielgerichtete Therapie das Mittel der Wahl ist. Eine Chemotherapie wird vielfach nicht verschrieben.

Beim kleinzelligen Karzinom raten Ärzte häufig zunächst zu einer Chemotherapie. Im Frühstadium erfolgt dazu oft eine Bestrahlung. Hat das Karzinom bereits Metastasen gebildet, erhalten Patienten eine Chemotherapie. Eine ergänzende Bestrahlung des Primärtumors wird je nach Situation ebenfalls gemacht.

Um das Risiko von Hirnmetastasen zu verringern, wird in manchen Fällen eine Bestrahlung des Kopfes vorgenommen. Jedoch ist dieses Vorgehen umstritten, da es das Risiko von neurologischen Ausfällen birgt. Bei einer Erkrankung mit dem kleinzelligen Bronchialkarzinom sind Rückfälle sehr häufig. Das liegt daran, dass diese Form des Tumors mit der Zeit unempfindlich gegen die verschiedenen Chemotherapie-Formen wird.

Ursachen und Risiken: Bekommen auch Nichtraucher Lungenkrebs?

Nichtraucher können an Lungenkrebs erkranken, auch wenn statistisch gesehen die meisten Betroffenen rauchen oder geraucht haben. Etwa 85 Prozent aller Menschen, die an dieser Krankheit sterben, sind Raucher.

Neben den Giftstoffen im Tabak können auch andere Faktoren das Krebsrisiko erhöhen, so zum Beispiel ionisierende Strahlung am Arbeitsplatz oder Radon in der Raumluft. Umweltschadstoffe wie Asbest oder Dieselruß sind ebenfalls mögliche Ursachen.

Man kann Lungenkrebs jedoch ebenso ohne erkennbaren Auslöser bekommen. Die genauen Ursachen des Lungenkarzinoms lassen sich nie eindeutig festmachen. 

Heilungschancen von Lungenkrebs

Lungenkrebs ist ein gefährlicher Krebs. Die Heilungschancen und die Lebenserwartungen hängen stark davon ab, zu welcher Art der Tumor gehört und wann er erkannt wird. Häufig liegen die Heilungschancen schlecht. Die Lebenszeit vieler Patienten lässt sich jedoch mit der richtigen Therapie verlängern.

Gibt es eine Früherkennungsuntersuchung?

Nach Angaben der Deutschen Krebshilfe gibt es für Lungenkrebs keine jährliche Früherkennungsuntersuchung, die die gesetzlichen Krankenkassen anbieten. Deshalb sei es wichtig, dass man selbst auf seine Gesundheit und auf Veränderungen des Körpers achtet und frühzeitig einen Arzt aufsucht. Auch wenn es grundsätzlich möglich ist, Lungenkrebs frühzeitig zu entdecken, gibt es bisher keine Verfahren, die sich für die allgemeine Bevölkerung zur Früherkennung eignen.

Allerdings können Menschen, die bestimmten Risiken ausgesetzt sind – die zum Beispiel beruflich mit krebserregenden Substanzen arbeiten, frühere Lungenerkrankungen hatten oder familiär vorbelastet sind, ihren Arzt gezielt nach einer Lungenuntersuchung fragen.

Untersuchungen bei Verdacht

Bei Verdacht auf eine Erkrankung geben neben einer Blutuntersuchung weitere Checks Gewissheit. Dazu gehören beispielsweise die Spiegelung der Bronchien und des Brustraums, eine Lungenfunktionsprüfung, Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen oder eine Computertomografie. Der Arzt entscheidet von Fall zu Fall, welche Maßnahmen sinnvoll sind.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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