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Das kann hinter Schulterschmerzen stecken

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 30.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Schulterschmerzen: Halten sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit an, sollte ein Arzt die Ursachen abklĂ€ren.
Schulterschmerzen: Halten sie ĂŒber lĂ€ngere Zeit an, sollte ein Arzt die Ursachen abklĂ€ren. (Quelle: stay2gether/getty-images-bilder)
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Plötzlich treten sie auf: stechende oder drĂŒckende Schmerzen in der Schulter. Viele wissen nicht, woher diese unerwarteten Leiden kommen. Denn die Ursache liegt oft weit zurĂŒck.

Schmerzen und Verspannungen im Schulterbereich sind weit verbreitet. Sie können akut beim Sport oder beim Heben schwerer Lasten auftreten. Daneben leiden immer mehr Menschen unter chronischen Schulterschmerzen, etwa aufgrund von EntzĂŒndungen oder Gelenkverschleiß. Halten die Beschwerden ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum an, sollte nach den Ursachen gesucht werden.

Arthrose im Schultergelenk

Wenn die Gelenkknorpel des Oberarms verschleißen, spricht man von Schulterarthrose. Fehlhaltungen, ĂŒbermĂ€ĂŸige Belastungen durch schweres Heben, aber auch rheumatische Erkrankungen können hierfĂŒr Auslöser sein. Die Schmerzen treten vor allem in den Morgenstunden und nach lĂ€ngerer Belastung auf.

Wenn der Arzt die Diagnose bestĂ€tigt, gibt es eine Reihe von Therapiemöglichkeiten. Hierzu gehören unter anderem KĂ€lteanwendungen, die die EntzĂŒndung eindĂ€mmen. Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein entzĂŒndungshemmendes Medikament spritzen. Auch Schmerzmittel helfen. Wichtig bei Arthrose ist auch, in Bewegung zu bleiben, die Schultern viel zu bewegen, dabei aber nicht zu stark zu belasten.

Die Kalkschulter

Auch Kalkablagerungen in den Schultergelenken können zu heftigen Schmerzen fĂŒhren. Es kommt dabei zu einem Engpass: Wird der Arm gehoben, ist der Platz zwischen Oberarmknochen und dem Schulterdach zu eng. Diese dauerhafte Belastung kann auch Sehnenreizungen verursachen. Löst sich der Kalk, entstehen meist heftige Schmerzen.

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Eine Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung kann Klarheit darĂŒber geben, ob die Symptome tatsĂ€chlich Folge einer Kalkschulter sind. Bei der Behandlung wird zunĂ€chst versucht, die akuten Schmerzen mit Eispackungen und entzĂŒndungshemmenden Medikamenten zu lindern. Auch Krankengymnastik und Elektrotherapie können helfen. Bei sehr starken Schmerzen kann eine Spritze oder eine Stoßwellentherapie erfolgreich sein.

Das Impingementsyndrom

Hinter Schulterschmerzen steckt hĂ€ufig auch das Impingementsyndrom (engl. "Zusammenstoß"). Dabei handelt es sich um eine GelenkverĂ€nderung, die die Beweglichkeit der Schulter beeintrĂ€chtigt. Infolge entzĂŒndlicher Prozesse wird das Gelenk zunehmend eingeengt. Diese wiederum fĂŒhrt dazu, dass der Oberarmknochen an das Schulterdach stĂ¶ĂŸt. Durch die stĂ€ndige Quetschung kann es dabei auch zu einer SchleimbeutelentzĂŒndung kommen. Der Arm kann dann seitlich nicht mehr ĂŒber 90 Grad angehoben werden.

Abschwellende Medikamente und gezielte krankengymnastische Übungen lindern die Schmerzen. Sie helfen auch, die Schulter wieder beweglicher zu machen. Auch ein operativer Eingriff ist denkbar. Dabei wird er chronisch entzĂŒndete Schleimbeutel entfernt, die angegriffene Sehne geglĂ€ttet oder der knöcherne Engpass beseitigt.

Die "Frozen Shoulder"

Bei zunehmender Unbeweglichkeit der Schulter bis hin zur Steife kann auch eine so genannte "Frozen Shoulder" (engl. "eingefrorene Schulter) vorliegen. Es handelt sich dabei um eine Erkrankung der Gelenkkapseln, die EntzĂŒndungsprozesse auslöst. Das Problem beginnt mit Schulterschmerzen, die immer stĂ€rker werden und sich ĂŒber Monate hinwegziehen können. Manche Betroffenen nennen als Auslöser eine falsche Schulterbewegung oder einen Sturz. Oft kommt das Ganze aber aus dem Nichts. Die Schmerzen treten vor allem in Ruhe und damit auch nachts auf und stören das Befinden erheblich. In dem Maße, wie die Schmerzen dann langsam wieder zurĂŒckgehen, nimmt die Steife zu. Das betrifft besonders das Heben des Armes.

In der schmerzhaften Phase kommen schmerzlindernde EntzĂŒndungshemmer als medikamentöse Therapie infrage. HĂ€ufig kommt auch Kortison, in Form von Tabletten oder Spritzen zum Einsatz. Um die Beweglichkeit wiederzuerlangen hat Krankengymnastik eine große Bedeutung. Hilft das alles nicht, bleibt eine operative Therapie, meist als Gelenkspiegelung, die letzte Lösung.

Riss der Rotatorenmanschette

In Folge eines Unfalls oder aber eines Impingepentsyndroms kann auch die Rotatorenmanschette reißen. Sie bildet das Dach des Schultergelenks und setzt sich aus Muskeln und deren Sehnen zusammen. Typische Anzeichen fĂŒr einen Riss sind starke Schmerzen und ein zunehmender Kraft- und Funktionsverlust des Armes.

Leider heilt ein Rotatorenmanschettenriss nicht von selbst, vielmehr wird er unbehandelt oft grĂ¶ĂŸer und die Funktion der Sehne wird zunehmend geschwĂ€cht. Daher ist ein chirurgischer Eingriff mittels einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) oft unumgĂ€nglich. Sind die Risse und Löcher nur klein, ist auch eine Therapie mit entzĂŒndungshemmenden Medikamenten und krankengymnastischen Übungen möglich. Sie kann im besten Fall die normale Schulterfunktion weitgehend wiederherstellen. Die gerissenen Sehen jedoch werden allerdings dadurch nicht mehr zusammenwachsen.

Das Schulter-Arm-Syndrom

Hinter verstĂ€rkten Schulterschmerzen, Kribbeln und TaubheitsgefĂŒhl kann auch ein Schulter-Arm-Syndrom stecken. Zugrunde liegen hĂ€ufig Probleme an der HalswirbelsĂ€ule. Dabei können Nervenwurzeln eingeengt sein. HĂ€ufig sind dabei auch die Nackenmuskeln verspannt. Fehlhaltungen und kalte Zugluft können dies verstĂ€rken. Heftige Muskelverspannungen oder Blockierungen im Halswirbelbereich können ebenfalls fĂŒr starke Schmerzen im Schulter-Armbereich sorgen.

Die Behandlung des Schulter-Arm-Syndroms ist individuell unterschiedlich. Leichtere SchmerzzustÀnde können hÀufig schon durch den Einsatz von Schmerzmittel bekÀmpft werden. Kommt es zu Muskelverspannungen, können muskelentspannende Medikamente eingesetzt werden. Auch Massagen können dazu beitragen, die Verspannungen zu lösen. Ebenso kann ein Chiropraktiker durch gezielte Handgriffe Wirbelblockierungen lösen. Um das Schulter-Arm-Syndrom langfristig zu bekÀmpfen, ist eine physiotherapeutische Behandlung sinnvoll.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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