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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Das erwartet MĂ€nner im Alter

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 16.03.2021Lesedauer: 5 Min.
Prostata: Ein Experte erklÀrt, was MÀnner im Alter wirklich erwartet.
Ob Haarausfall oder Erektionsstörungen - beides verursacht bei MÀnnern GÀnsehaut. (Quelle: /Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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VergrĂ¶ĂŸerte Prostata, Haarausfall, Erektionsstörungen und Inkontinenz sind Begriffe, die MĂ€nnern GĂ€nsehaut verursachen. Die meisten scheuen den Gang zum Arzt und leiden vor sich hin, oftmals aus Angst oder Unwissenheit. Wir erklĂ€ren, welche Leiden MĂ€nner im Alter erwarten und wie diese behandelt werden.

Eine vergrĂ¶ĂŸerte Prostata trifft jeden Mann irgendwann. "Ab dem 45. Lebensjahr beginnt die Prostata zu wachsen", erklĂ€rt Doktor Wolfgang BĂŒhmann, Urologe und Pressesprecher des Berufsverbandes der Deutschen Urologen e.V. "Verhindern kann man das nicht. Es ist keine Krankheit, sondern ein ganz normaler Vorgang."


Diese Erkrankungen der Prostata gibt es

Benigne Prostatahyperplasie
Probleme beim Wasserlassen
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Man solle diese VerÀnderung des Körpers annehmen und einen Arzt um Rat fragen, wenn man erste Symptome bei sich beobachte und unter diesen leide, rÀt der Experte. Dazu zÀhlen unter anderem hÀufiger Harndrang, das sogenannte Nachtröpfeln, nachdem der Mann auf Toilette war sowie ein abgeschwÀchter Urinstrahl.

Zwei Medikamente helfen bei vergrĂ¶ĂŸerter Prostata

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Es gibt zwei Medikamente, die bei einer vergrĂ¶ĂŸerten Prostata zum Einsatz kommen können. Zum einen sind das PrĂ€parate mit dem Wirkstoff Finasterid und zum anderen sogenannte Alphablocker. "Finasterid verkleinert die Prostata, da der Wirkstoff das DrĂŒsenwachstum hemmt", erklĂ€rt der Urologe. "Allerdings dauert es bis zu einem halben Jahr, bis der Betroffene eine Besserung spĂŒrt." Eine weitaus hĂ€ufigere Therapie ist die Gabe von Alphablockern. Diese sorgen dafĂŒr, dass sich der Blasenhals lockert. Ist dieser Muskel entspannt, fließt der Urin viel besser ab und die Blase kann sich vollstĂ€ndig entleeren. Der stĂ€ndige Harndrang lĂ€sst nach.

Beckenbodentraining hilft bei MĂ€nnern kaum

Kommt zu den Beschwerden einer vergrĂ¶ĂŸerten Prostata auch Inkontinenz, also plötzlicher Harnverlust, hinzu, können bestimmte Blasenmedikamente helfen, das ĂŒberreizte Organ zu beruhigen. Auch Einlagen seien mögliche Hilfsmittel, sagt BĂŒhmann. "Beckenbodentraining hilft bei MĂ€nnern leider so gut wie gar nicht", ergĂ€nzt er. "Es ist schwer, als Mann zu versuchen, den Beckenboden anzuspannen, da man diesen nicht spĂŒrt. Bei Frauen ist das wesentlich einfacher." Auch die Maßnahme, immer wieder seinen Urinstrahl einzuhalten und dadurch fĂŒr einige Sekunden den Blasenschließmuskel zu fordern, sei nicht effektiv genug, um im Alltag eine Linderung der Symptome zu erfahren. Am effektivsten sei der Gang zum Arzt.

Nicht nur ums Auto kĂŒmmern, sondern auch um die Gesundheit

Eigene Experimente hĂ€lt der Urologe nicht fĂŒr sinnvoll: "Ärzte sind dazu da, um zu helfen. So wie ich mein Auto in die Werkstatt bringe, sollte ich mich auch um meinen Körper kĂŒmmern. Wer selbst an seinen Bremsen bastelt, riskiert, gegen einen Baum zu fahren. So ist das mit der Gesundheit auch", betont BĂŒhmann.

Lichtem Haar kann man nicht vorbeugen

Wird bei MĂ€nnern das Kopfhaar dĂŒnner, greifen sie zu allen möglichen angeblichen Helfern. Doch stoppen lĂ€sst sich dieser Prozess nicht. "Meist beginnt sich das Haar mit ungefĂ€hr 30 Jahren langsam zu lichten", erklĂ€rt der Urologe. Diese Entwicklung sei eng mit dem Hormon Testosteron verknĂŒpft, besser gesagt mit seinem Abbauprodukt, dem Dihydrotestosteron. "Vorbeugen kann man dem Haarausfall nicht. Die einzige Möglichkeit wĂ€re, um es drastisch auszudrĂŒcken, wenn sich der Mann die Hoden abnehmen ließe. Denn nur so lĂ€sst sich die Bildung des Hormons unterbinden", verdeutlicht der Experte.

NatĂŒrlich kann man mit Medikamenten versuchen, die Glatzenbildung hinauszuzögern, aber wie erfolgreich das ist, kann man nicht genau vorhersagen. "Finasterid wird auch bei Haarausfall eingesetzt, da es verhindert, dass das Testosteron umgewandelt wird", sagt BĂŒhmann. Die Einnahme mĂŒsse dann aber schon zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr erfolgen. Setze man das Medikament ab, drohe erneuter Haarverlust. Die Kosten mĂŒssten zudem selbst getragen werden. "Aber warum sorgen sich ĂŒberhaupt so viele MĂ€nner um eine Glatze? Ein kahler Kopf kann auch sehr attraktiv sein, man sehe sich Bruce Willis an", so der Experte.

Erektionsstörungen gehören zum Älterwerden dazu

Auch Potenzprobleme bekommt jeder Mann im Alter. "Der liebe Gott hat uns nur fĂŒr 40 Jahre konstruiert und nur mit dem Ziel, dass wir uns vermehren. Daher ist es ganz normal, dass mit fortschreitendem Alter auch Lust und Penissteife nachlassen", sagt BĂŒhmann. "Der Verschleiß lĂ€sst sich nicht umgehen. Sie mĂŒssen es sich so vorstellen: Der Penis ist wie ein Schwamm. Die ElastizitĂ€t der ZellwĂ€nde sorgt dafĂŒr, dass Blut in den Penis fließt und dieses speichert, damit der Penis steif bleibt. Je Ă€lter die ZellwĂ€nde werden, desto weicher werden sie. Genauso wie bei einem Schwamm, der nach hĂ€ufiger Benutzung ganz wabbelig ist."

Die ZellwĂ€nde kann man nur in Grenzen stĂ€rken: "Ganz einfach ist das nicht, immerhin braucht der Penis innerhalb kĂŒrzester Zeit einen viertel Liter Blut, um steif zu werden", verdeutlicht der Experte. Viagra sei zwar eine mögliche Hilfe, doch das Medikament funktioniere nur, wenn auch genĂŒgend Lust und Erregung vorhanden seien. Und die Lust lasse im Alter ebenfalls nach. "MĂ€nner sollten entspannter werden, was ihre SexualitĂ€t angeht und annehmen, dass ihre Potenz im Alter nachlĂ€sst", rĂ€t BĂŒhmann. "Es gibt so viele andere Dinge, die das Leben bereichern. Sex spielt irgendwann nicht mehr die Hauptrolle."

Drei Alternativen zu Medikamenten

90 Prozent der MĂ€nner mit Potenzproblemen, die nach einer Lösung suchen, entscheiden sich fĂŒr Tabletten. Wer Potenzmittel zum Einnehmen nicht vertrĂ€gt oder aufgrund eines kranken Herzens nicht einnehmen darf, hat drei mögliche Alternativen: ein Gel, eine Spritze und eine Vakuumpumpe. "Der Spritze stehen MĂ€nner nicht selten zunĂ€chst skeptisch gegenĂŒber. Die Anwendung kostet natĂŒrlich zuerst Überwindung, die aber mit Hilfe des Urologen ĂŒberwunden werden kann", sagt BĂŒhmann. "Denn diese muss direkt in den Penis injiziert werden."

Das Gel hingegen wird mit Hilfe eines kleinen Röhrchens in die Harnröhre gegeben. "Der Wirkstoff sorgt dafĂŒr, genau wie bei der Spritze auch, dass sich die BlutgefĂ€ĂŸe weiten und der Blutabfluss gehemmt wird. Das Gel wirkt ungefĂ€hr zehn bis 15 Minuten", erklĂ€rt der Urologe. Allerdings könne es etwas brennen, da die Harnröhre sehr empfindlich sei. Gel und Spritze gibt es nur auf Rezept. Die Kosten muss der Patient selbst zahlen.

Bei der Vakuumpumpe ĂŒbernehmen Kassen Teil der Kosten

Die Vakuumpumpe hingegen ist frei verkĂ€uflich. "Sie kostet um die 250 Euro", sagt BĂŒhmann. "Ein Nachteil allerdings ist, dass nachdem sich der Penis versteift hat, ein Ring um den Penis angebracht wird, damit die Erregung erhalten bleibt. Dies kann beim Orgasmus schmerzhaft werden, da das Ejakulat nicht so leicht aus dem Penis austreten kann." Die Krankenkassen ĂŒbernehmen einen Anteil der Kosten fĂŒr die Pumpe. "Am besten ist es, wenn MĂ€nner mit Erektionsstörungen ihren Urologen fragen, welche Methode fĂŒr sie geeignet ist."

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MĂ€nner wollen Sex, Frauen ZĂ€rtlichkeit

MĂ€nner sollten dem Thema Sex gelassener gegenĂŒber stehen. Schließlich nehme das Liebesspiel mit den geringsten Zeitanteil in unserem Leben ein. "Das Paar muss sich einig sein. Um unnötigen Druck und Ängste zu vermeiden, ist ein offenes GesprĂ€ch der beste Weg, um herauszufinden, welche WĂŒnsche und BedĂŒrfnisse der andere hat. Außerdem braucht der Mann den Penis eigentlich nicht, wenn er eine Frau glĂŒcklich machen möchte", sagt BĂŒhmann. "ZĂ€rtlichkeiten und die richtigen BerĂŒhrungen an den richtigen Stellen können fĂŒr eine Frau sogar noch viel befriedigender sein."

So werden MĂ€nner glĂŒcklich alt

Zufrieden leben und Körper und Seele in Einklang bringen. Das sind fĂŒr BĂŒhmann die wichtigsten Punkte, damit MĂ€nner glĂŒcklich alt werden. "Man sollte es akzeptieren, wenn der Körper nachlĂ€sst und nicht andauernd dagegen ankĂ€mpfen." Wer immer nur mit dem Älterwerden hadere, werde unzufrieden. "Genießen Sie das Leben, nehmen Sie das Unvermeidbare an und gehen Sie gegen das Vermeidbare vor", sagt BĂŒhmann und spielt damit auch auf das Thema Vorsorgeuntersuchung an.

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Die Angst, zum Urologen zu gehen sei unbegrĂŒndet, betont er. "Es lohnt sich, seine Scham zu ĂŒberwinden. Die Untersuchung selbst besteht zum großen Teil aus GesprĂ€chen und normalen Untersuchungen." Wer ein Problem damit habe, dass ihn ein Mann anfasse, der könne sich an eine Urologin wenden, empfiehlt der Experte. "Wichtig ist, dass Erkrankungen, die das Leben verkĂŒrzen können, rechtzeitig erkannt werden. Das geht eben nur aufgrund von regelmĂ€ĂŸigen Untersuchungen", schließt BĂŒhmann.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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