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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Krebsrisiko senken: Was MĂ€nner fĂŒr ihre Prostata tun können

t-online, dpa-tmn, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 24.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Illustration einer Blase und Prostata: Irgendwann beginnt bei jedem Mann die Prostata zu wachsen.
Illustration einer Blase und Prostata: Irgendwann beginnt bei jedem Mann die Prostata zu wachsen. (Quelle: magicmine/getty-images-bilder)
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In jungen Jahren nehmen MĂ€nner ihre Prostata kaum wahr, im Alter jedoch bereitet sie oft Probleme. Dann beginnt das kastaniengroße Organ langsam zu wachsen. Wie groß es wird und ob sich irgendwann Krebs entwickelt, hĂ€ngt dabei von vielen Faktoren ab – auf einige haben MĂ€nner Einfluss. Diese Tipps helfen, dass die Prostata gesund bleibt.

Irgendwann beginnt bei jedem Mann die Prostata zu wachsen. Meist macht sich das Organ ab dem 50. Lebensjahr bemerkbar. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) sind rund die HĂ€lfte der ĂŒber 60-JĂ€hrigen betroffen. Ein abgeschwĂ€chter Harnstrahl, Nachtröpfeln sowie hĂ€ufiger Harndrang gehören zu den hĂ€ufigen Beschwerden der gutartigen ProstatavergrĂ¶ĂŸerung, medizinisch benignes Prostatasyndrom (BPS) genannt.


Kranke Prostata: Das sind erste Warnzeichen

Beschwerden beim Wasserlassen: Die Prostata sitzt unter der Blase und umgibt die Harnröhre. Ist die Prostata vergrĂ¶ĂŸert, kann das folglich zu Problemen beim Wasserlassen fĂŒhren. Typisch sind hĂ€ufiges Wasserlassen und das sogenannte "Nachtröpfeln". Weitere Hinweise sind ein schwacher Harnstrahl sowie ein vermehrter Harndrang wĂ€hrend der Nacht.
Blut im Urin oder Sperma: Blut im Sperma oder im Urin kann besonders bei wiederholtem Auftreten auch ein Warnzeichen fĂŒr eine Erkrankung der Prostata sein. Der Grund fĂŒr das Symptom sollte immer Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden. Allerdings: FĂŒr Blut im Sperma findet sich in fast der HĂ€lfte der FĂ€lle keine eindeutige Ursache. Nur in seltenen FĂ€llen stecken schwerwiegende GrĂŒnde dahinter.
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Haben Sie Beschwerden, die auf eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung hindeuten? Hier können Sie es sofort testen.

Testosteron lÀsst Prostata wachsen

Schuld an dieser Prostataerkrankung sind altersbedingte VerĂ€nderungen im Hormonhaushalt. Laut der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Urologie (DGU) sind das Geschlechtshormon Testosteron sowie sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron fĂŒr das Wachstum verantwortlich. Es kommt zu einer vermehrten Teilung der Prostatazellen und in Folge zu einer GrĂ¶ĂŸenzunahme, die sich auch auf die Harnröhre auswirkt: Sie wird eingeengt und es kommt zu Problemen beim Wasserlassen. Typisch dabei ist das Nachtröpfeln.

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Prostatakrebs: hÀufigste Tumorart bei MÀnnern

Zudem steigt mit dem Alter auch das Risiko fĂŒr Prostatakrebs. Nach SchĂ€tzungen des RKI erkranken jedes Jahr etwa 70.000 MĂ€nner an einem bösartigen Tumor. Somit ist Prostatakrebs bei MĂ€nnern in Deutschland die hĂ€ufigste Krebserkrankung. Doch was können Sie fĂŒr Ihre Prostata tun?

Wachstum der Prostata lÀsst sich nicht aufhalten

Die gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung kann man zwar nicht aufhalten, doch die Beschwerden, die damit einhergehen, lassen sich lindern. Am besten ist es, gleich bei den ersten Anzeichen einen Urologen aufzusuchen. Je frĂŒher der Besuch erfolgt, desto leichter lassen sich Folgebeschwerden wie EntzĂŒndungen, eine verdickte Blasenwand oder Inkontinenz verhindern.

Mithilfe verschiedener Untersuchungen kann der Arzt feststellen, wie stark sich die Prostata bereits vergrĂ¶ĂŸert hat. AbhĂ€ngig davon – und vom Leidensdruck des Patienten – wird nach einer geeigneten Therapie gesucht.

Eine entspannte Muskulatur erleichtert das Wasserlassen

Die medikamentöse Behandlung gehört zu den hÀufigsten Therapien. Die Aufgabe der meisten Wirkstoffe ist, die Beckenbodenmuskulatur zu entspannen und so das Wasserlassen zu erleichtern. Doch es gibt auch Medikamente, die die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron verringern. Auch berichten MÀnner immer wieder von der positiven Wirkung durch Beckenbodentraining.

Wirkt das alles nicht, kann eine Operation helfen, bei der der Arzt das ĂŒberschĂŒssige Gewebe entfernt. Vor- und Nachteile jeder Behandlung sollten Patienten mit ihrem Arzt besprechen. Wer unsicher ist, sollte sich eine zweite Meinung einholen.

Die richtige ErnĂ€hrung fĂŒr eine gesunde Prostata

Eine ausgewogene ErnĂ€hrung mit reduziertem Fleischkonsum trĂ€gt dazu bei, dass die VorsteherdrĂŒse gesund bleibt. Folgende NĂ€hrstoffe sind dabei besonders wichtig:

  • Ballaststoffe: Greifen Sie zu Vollkornprodukten, HĂŒlsenfrĂŒchten, GemĂŒse und Obst (Kohl, Fenchel, Kartoffeln) und TrockenfrĂŒchten.
  • Phytoöstrogene: Die pflanzlichen Hormone sind reichlich enthalten in Karotten, Tomaten, Zitronen, Knoblauch und Zwiebeln.
  • Bestimmte sekundĂ€re Pflanzenstoffe: Hierzu gehört zum Beispiel das in Tomaten enthaltene Lykopin, Corotinoide (Karotten) und Flavonoide (Beerenobst, Auberginen, Soja).
  • UngesĂ€ttigte FettsĂ€uren wie beispielsweise Omega-3- und Omega-6-FettsĂ€uren. Sie sind reichlich enthalten in Lachs, Sardinen und Forellen.

Der Grund, warum gerade pflanzliche Östrogene der Prostata guttun, ist leicht erklĂ€rt: Ursache fĂŒr die GrĂ¶ĂŸenzunahme der VorsteherdrĂŒse ist das mĂ€nnliche Geschlechtshormon Testosteron und sein Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron (DHT). Phytoöstrogene könnten diese Umwandlung sanft abbremsen und damit eine gutartige ProstatavergrĂ¶ĂŸerung verhindern oder zumindest bremsen. Außerdem vermuten Experten, dass einige Phytoöstrogene das Wachstum von Krebszellen mindern. Daher ist es sinnvoll, dass entsprechende Lebensmittel hĂ€ufiger auf dem Speiseplan stehen.

KĂŒrbiskerne dagegen, die vielerorts als Wundermittel bei Prostatabeschwerden angepriesen werden, haben aus wissenschaftlicher Sicht keinen positiven Effekt auf die Gesundheit der VorsteherdrĂŒse. Zumindest konnten Studien bislang keine ZusammenhĂ€nge nachweisen. Das Gleiche gilt fĂŒr Komplexmittel mit Brennnessel, SĂ€gepalmöl (Sabalextrakt) oder Vitamin B6.

Abends nicht zu viel trinken

Rund 1,5 Liter pro Tag sollten es sein, aber möglichst nicht mehr. Vor dem Schlafengehen lĂ€sst man die Tasse Tee lieber weg, rĂ€t das Institut fĂŒr QualitĂ€t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) auf seinem Portal gesundheitsinformation.de. EntwĂ€ssernde GetrĂ€nke mit Koffein oder Alkohol sollten Betroffene ohnehin nur in Maßen trinken. Allerdings deuten einige Studien darauf hin, dass gelegentlicher, moderater Konsum von Rotwein möglicherweise die Prostata vor Erkrankungen schĂŒtzt.

Normalgewicht und Bewegung senken das Prostatakrebsrisiko

Auf die Hauptrisikofaktoren fĂŒr Prostatakrebs, das Alter sowie genetische Faktoren, können MĂ€nner nicht einwirken. Eingriffe in den Hormonhaushalt bergen Risiken und die Wirkung ist unter Experten umstritten. Was sich allerdings beeinflussen lĂ€sst, ist der Lebensstil.

Wie der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) mitteilt, weisen Studien darauf hin, dass Übergewicht das Erkrankungsrisiko erhöht. Die Experten raten daher, sich viel zu bewegen und auf ein normales Gewicht zu achten. Es sei die Kombination aus beiden Faktoren, die dabei helfe, die Prostata gesund zu halten.

Bewegungsmangel und sitzender Lebensstil

Die Prostata ist abhĂ€ngig von einer gesunden Durchblutung, damit frisches Blut und Sauerstoff in diese Region gelangen. Ein wenig aktiver Lebensstil fĂŒhrt zu einem Blutstau und Stagnation in der Prostata. Daher weisen jene MĂ€nner ein grĂ¶ĂŸeres Risiko auf, an einer Prostatahyperplasie zu leiden, die den grĂ¶ĂŸten Teil des Tages sitzend im BĂŒro oder im Auto verbringen. Auch leidenschaftliche Radfahrer sind einem erhöhten Druck auf die Leistengegend ausgesetzt, was das Risiko einer gutartigen ProstatavergrĂ¶ĂŸerung im Alter erhöht.

Finger weg von Zigaretten und Alkohol

Auf Rauchen und Alkoholgenuss verzichtet man besser: Rauchen erhöhe das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Und auch Alkoholkonsum und Prostatakrebs seien offensichtlich miteinander verknĂŒpft, so der KID.

Die Deutsche Krebshilfe (DKH) warnt außerdem vor tierischen Fetten wie Wurst und rotem Fleisch. Diese sollten nur in Maßen verzehrt werden. Besser sei es, auf eine ErnĂ€hrung mit viel Obst und GemĂŒse zu setzen. Davon profitiert nicht nur die Prostata, sondern auch die allgemeine Gesundheit.

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Vorsorge: Erkrankungen frĂŒh erkennen

Eine gesunde Lebensweise allein bietet allerdings keinen sicheren Schutz vor einer Krebserkrankung oder anderen Prostatabeschwerden. Damit VerĂ€nderungen an der Prostata frĂŒhzeitig erkannt werden können, sollten MĂ€nner die FrĂŒherkennungsuntersuchungen, wie etwa die Tastuntersuchung, wahrnehmen. Sie wird ab dem 45. Lebensjahr empfohlen und von den gesetzlichen Krankenkassen ĂŒbernommen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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