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Tinnitus: Das sind die wichtigsten zehn Auslöser

Zehn Auslöser für Tinnitus  

Woher das lästige Piepen im Ohr kommen kann

26.07.2019, 11:10 Uhr | ag

Tinnitus: Das sind die wichtigsten zehn Auslöser. Ohrensausen in Form von Piepen, Pfeifen, Brummen oder Rauschen sind die Haupt-Symptome bei Tinnitus. (Quelle: Getty Images/Evgeniy Anikeev)

Ohrensausen in Form von Piepen, Pfeifen, Brummen oder Rauschen sind die Haupt-Symptome bei Tinnitus. (Quelle: Evgeniy Anikeev/Getty Images)

Das Tinnitus häufig in Folge von Stress auftritt, ist bekannt. Was viele jedoch nicht wissen: Das quälende Dauergeräusch im Ohr, das sich in Symptomen wie Piepen, Pfeifen oder Summen äußert, kann auch durch Zähneknirschen, Ohrenschmalz oder Tabletten verursacht werden. Wir haben die zehn wichtigsten Tinnitus-Auslöser zusammengestellt. 

Mediziner unterscheiden zwischen objektivem und subjektivem Tinnitus. Bei Betroffenen des objektiven Tinnitus ist das Geräusch tatsächlich im Kopf existent und ist oft auf eine Gefäßverengung oder einen Tumor zurückzuführen. Diese Form der Erkrankung ist allerdings äußerst selten. Bei den meisten Betroffenen liegt die subjektive Form vor, bei welcher das Ohrensausen Ausdruck einer veränderten Hörverarbeitung ist. Die lästigen Symptome wie Ohrensausen, Rauschen, Pfeifen oder Piepen sind bei beiden Tinnitus-Arten gleich.

Je nachdem, welche Auslöser für den Tinnitus verantwortlich sind, gibt es unterschiedliche Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten. 

Ursache 1: Lärmschäden und Knalltrauma

Laute Musik und extremer Lärm können die Sinneszellen im Innenohr schädigen oder sogar das Trommelfell zum Platzen bringen. Das kann zu Schwerhörigkeit führen und einen Tinnitus auslösen. Auch der Knall von Feuerwerkskörpern oder eine Schädelverletzung, etwa durch einen harten Schlag auf den Kopf, kann dies bewirken. Dabei passiert Folgendes: Wenn der Hörnerv so stark geschädigt ist, dass er nur noch wenige oder keine Signale mehr bekommt, ersetzt er den fehlenden Reiz durch ein dauerhaftes Rauschen im Ohr: dem Tinnitus. Dieser Mechanismus verselbstständigt sich dann im Hörzentrum und das Piepen im Ohr wird chronisch und kann nur selten in der Therapie geheilt werden. In schlimmen Fällen kann es sogar zu einem Hörverlust kommen. 

Ursache 2: Verstopfter Ohrkanal

So banal es klingt: Ohrgeräusche werden manchmal ganz einfach durch einen verhärteten Pfropf aus Ohrenschmalz verursacht. Durch das Ohrenschmalz werden die Geräusche von außen gedämpft. Dabei reduziert sich nicht nur das Hörvermögen, sondern es stellen sich oft auch lästige Ohrgeräusche ein. In diesem Fall muss ein Arzt dem Patienten den Pfropf fachgerecht entfernen. Dann verschwindet der Tinnitus in der Regel schnell wieder.

Ursache 3: Menière-Krankheit und Hörsturz

Lärmt der Tinnitus nur auf einer Seite, so besteht dort häufig eine Hörstörung. Oft ist das Ohrgeräusch ein Begleitsymptom der, mit Drehschwindel und Übelkeit einhergehenden, Menière-Krankheit. Diese entsteht vermutlich durch einen Überdruck im Innenohr.

Auch ein Hörsturz kann ein Auslöser für Tinnitus sein. Doch was sind die Anzeichen für einen Hörsturz? Sie erkennen ihn an der plötzlichen Hörminderung, meist auf einem Ohr. Dazu kommt es oft zu Tönen und Druckgefühlen im Ohr und Kopf sowie zu Schwindel. Als Ursache vermuten Experten Durchblutungsstörungen. Bei den genannten Anzeichen sollten Betroffene schnellstens zum HNO-Arzt gehen. Denn nur bei frühzeitiger Behandlung kann das Hörvermögen wieder hergestellt werden und der Tinnitus wieder verschwinden.

Ursache 4: Stress und psychische Belastung

Auch wenn Stress nicht unmittelbar Tinnitus auslösen kann, berichten 26 Prozent der Menschen mit chronischem Tinnitus unter starkem psychischen Druck zu stehen. Die Ohrgeräusche empfinden sie als Reaktion auf ihr seelisches Befinden. Experten gehen daher davon aus, dass psychische Faktoren die Entwicklung von Ohrensausen begünstigen.

Wissenschaftler erklären das Phänomen so: Das Stresshormon Cortisol bewirkt im Ohr, dass die Substanz Glutamat in den Nervenzellen in großer Menge ausgeschüttet wird. Die Folge: Auch Kalzium wird vermehrt ausgeschüttet und schädigt so Hörsinneszellen und Nervenzellen im Ohr. Für stressbedingten Tinnitus lautet die Therapie also Stressvermeidung und -abbau. 

Ursache 5: Erkältungen und Mittelohrentzündung

Bei grippalen Infekten kann es zu einem Erguss im Mittelohr kommen, welcher den äußeren Ohrkanal verstopft. Auf diese Weise werden die Außengeräusche gedämpft und das Rauschen im Ohr wird hörbar. Wenn die Erkältung ausgeheilt ist, werden die Ohren wieder frei und das Geräusch verschwindet von selbst. Allerdings kann es im Fall einer heftigen Mittelohrentzündung passieren, dass Bakterien ins Innenohr gelangen und dort am Eingang zur Hörschnecke die Hörsinneszellen dauerhaft schädigen. Dann bleibt der Tinnitus bestehen.

Ursache 6: Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems

Auch Krankheiten innerer Organe können einen Tinnitus verursachen. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Ohrgeräusche treten manchmal auch bei Patienten mit Gefäßverkalkung infolge von Durchblutungsstörungen auf und äußern sich in Ohrensausen. Um die richtige Therapie zur Behandlung Ihres Tinnitus zu finden, sollten Sie eine Untersuchung des Herz-Kreislauf-Systems im Blick haben. 

Ursache 7: Diabetes und Stoffwechselerkrankungen

Bei Menschen mit Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, Gicht oder Störungen im Fettstoffwechsel kann die Durchblutung des Gehirns beeinflusst werden und ebenfalls Tinnitus verursachen. Vermutlich erhalten bei den genannten Erkrankungen die Sinneszellen im Ohr zu wenig Sauerstoff. Das wiederum beeinträchtigt die Hörfunktion und löst Tinnitus aus.

Ursache 8: Bestimmte Medikamente und Alkohol

Kann Alkohol Tinnitus auslösen? Studien haben belegt, dass bei Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, die Symptome von Tinnitus verstärkt oder sogar erst ausgelöst werden. Das liegt daran, das Alkohol sich direkt auf das zentrale Nervensystem, welches bei der Entstehung von Tinnitus beteiligt ist, auswirkt.  

Eine Reihe von Medikamenten haben ebenfalls Nebenwirkungen, die sich auf das Hörsystem auswirken und sogar Tinnitus auslösen können. Hierzu gehören unter anderen bestimmte Schmerz- und Rheumamedikamente, Blutdruckmittel und Medikamente zur Behandlung von Depressionen. Allerdings sollten Patienten, die einen Zusammenhang zwischen ihrem Tinnitus und einem verordneten Arzneimittel vermuten, das Medikament nicht einfach ohne Rücksprache mit ihrem Arzt absetzen.

Ursache 9: Können Verspannungen Ohrgeräusche auslösen? 

Für das permanente Ohrgeräusch können auch Verspannungen des Kiefers und der Kaumuskulatur verantwortlich sein. Wer aufgrund von Stress nachts mit den Zähnen knirscht, ist ebenfalls gefährdet. Diese andauernde Verkrampfung kann sich nämlich so auf das Innenohr auswirken, sodass ein unangenehmes Piepsen im Ohr entsteht. Dabei können, aufgrund des starken Drucks, die feinen Haarzellen im Innenohr ähnlich geschädigt werden, wie durch starken Lärm.

Akuter Tinnitus kann auch infolge einer Zahnbehandlung auftreten. Das passiert durch eine Überreiz-Reaktion bei Schmerzzuständen. Denn die Nerven der Halsmuskulatur stehen in direkter Verbindung zu den Kerngebieten des Hörnervs im Gehirn. Klingt der Schmerz nach einem Zahnarztbesuch wieder ab, verschwindet auch der Tinnitus in der Regel wieder. 
 

 
Ursache 10: Halswirbelerkrankungen

Verändern sich die Ohrgeräusche bei Kopfbewegungen, ist auch an Störungen im Bereich der Halswirbelsäule zu denken. Denn zwischen den Nerven im Bereich der Halswirbelsäule und den Hörarealen im Gehirn bestehen Verbindungen. Oft liegen Abnutzungserscheinungen oder Verletzungen der Halswirbel zugrunde. Verspannte Nackenmuskeln können demnach ebenfalls Auslöser für Tinnitus sein.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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