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Warum sich MĂ€nner vorm Urologen fĂŒrchten

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 07.03.2022Lesedauer: 4 Min.
Im Intimbereich möchte kein Mann gern von einem Arzt berĂŒhrt werden. Dabei dauert das Abtasten beim Urologen nur sieben Sekunden.
Im Intimbereich möchte kein Mann gern von einem Arzt berĂŒhrt werden. Dabei dauert das Abtasten beim Urologen nur sieben Sekunden. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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"Wenn man zu viel an Krankheiten denkt, bekommt man sie irgendwann auch", "der Arzt will doch nur mein Geld" oder "fĂŒr so was fehlt mir einfach die Zeit": Wenn es darum geht, Ausreden zu erfinden, um sich vor der KrebsfrĂŒherkennung beim Urologen zu drĂŒcken, können MĂ€nner Ă€ußerst kreativ sein. Dahinter stecken massive Ängste.

Ab dem 45. Lebensjahr können MĂ€nner eine FrĂŒherkennungsuntersuchung beim Urologen durchfĂŒhren lassen. Sie dient dazu, Krebs im Bereich der Ă€ußeren Genitalien und Prostatakrebs in einem möglichst frĂŒhen Stadium erkennen und behandeln zu können. Dennoch nehmen nur 14 Prozent der MĂ€nner das Angebot der gesetzlichen Krankenkassen wahr.


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Angst vor unangenehme Wahrheiten

Doch wie kommt es, dass sich das "starke" Geschlecht angesichts einer harmlosen Untersuchung so schwach zeigt? "Dahinter steckt die Angst vor unangenehmen Wahrheiten und die fehlende Bereitschaft, sich SchwĂ€che einzugestehen", sagt Dr. Wolfgang BĂŒhmann, Wissenschaftlicher Schriftleiter des Berufsverbandes Deutscher Urologen. Daher entscheiden sich die meisten MĂ€nner fĂŒr die Vogel-Strauß-Taktik und stecken den Kopf in den Sand.

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Kein Mann brÀuchte an Prostatakrebs sterben

Die Ursachen fĂŒr dieses Verhalten haben laut BĂŒhmann, der eine eigene Praxis auf Sylt betreibt, in einer falschen Erziehung ihren Ursprung. Schon im zarten Kindesalter werde Jungen ein Bild von MĂ€nnlichkeit vermittelt, in dem SchwĂ€che und Gebrechlichkeit keinen Platz haben. Die Fassade vom starken, unverwundbaren Kerl lĂ€sst sich viele Jahre aufrecht halten. Doch wenn Mann in die Jahre kommt, fĂ€ngt sie an zu bröckeln.

Um das Bild vom starken Kerl aufrecht zu halten, verschenken MĂ€nner oft wertvolle Lebensjahre, warnt BĂŒhmann. "Im Grunde genommen brĂ€uchte heutzutage fast kein Mann mehr an Prostatakrebs zu sterben. Wenn der Tumor frĂŒh erkannt und behandelt wird, ist er kein Todesurteil." Das sollten sich MĂ€nner vor Augen halten.

"Die Angst vor dem Zeigefinger"

Doch mit rationalen Argumenten kommen Ärzte und fĂŒrsorgliche Ehefrauen, die ihren Mann vom Sinn der KrebsfrĂŒherkennung ĂŒberzeugen wollen, oft nicht weiter. Was bremst, ist falsches SchamgefĂŒhl: Ein Mann möchte einfach nicht vom Arzt im Intimbereich berĂŒhrt werden.

"Die Angst vor dem Zeigefinger ist unbegrĂŒndet", sagt BĂŒhmann. Das rektale Abtasten dauert nĂ€mlich nicht lĂ€nger als sieben Sekunden. FĂŒr die KrebsfrĂŒherkennung ist die Tastuntersuchung nach wie vor unverzichtbar. Immerhin werden auf diese Weise 15 Prozent aller Prostata-Tumore entdeckt. Lassen MĂ€nner zusĂ€tzlich ihren PSA-Wert mittels einer Blutuntersuchung bestimmen, dauert die gesamte KrebsfrĂŒherkennung nicht lĂ€nger als zehn Minuten. "Dass ein Mann hierfĂŒr keine Zeit hat, ist schlichtweg eine faule Ausrede", sagt BĂŒhmann.

Furcht vor einer Fehldiagnose ist unbegrĂŒndet

Nicht nur falsches SchamgefĂŒhl hindert MĂ€nner daran, den Urologen aufzusuchen. Viele sind auch getrieben von der Angst vor Fehldiagnosen. Doch die BefĂŒrchtungen sind unbegrĂŒndet. "In 32 Jahren kann ich mich an keinen einzigen Fall erinnern, bei dem ein Mann wegen eines bösartigen Tumors behandelt wurde, das er nicht hatte", sagt BĂŒhmann.

Auch wenn die Werte des PSA-Tests erhöht seien, sei das noch lange kein Grund zur Panik. "Ein Messwert allein sagt noch nichts ĂŒber das Krebsrisiko des Patienten aus", weiß der Urologe. "Es ist daher sinnvoll, einen Basiswert zu ermitteln und diesen in den kommenden Jahren mit weiteren Ergebnissen zu ergĂ€nzen."

Alles nur Geldmacherei?

Doch die ganze Logik hilft oft nichts. Denn wenn Mann sich drĂŒcken will, ist er sich nicht zu schade, fadenscheinige GrĂŒnde fĂŒr sein Nichterscheinen beim Urologen aus dem Hut zu zaubern. Einer davon lautet: Der Arzt will doch nur an mir verdienen!

"Damit betrĂŒgen MĂ€nner sich selbst", sagt BĂŒhmann. Schließlich hĂ€tten MĂ€nner ja auch kein Problem damit, ĂŒber 300 Euro im Jahr fĂŒr die Inspektion ihres Autos auszugeben. Von Zigaretten ganz zu schweigen. Da seien die 20 Euro fĂŒr den PSA-Test, die MĂ€nner aus eigener Tasche zahlen mĂŒssen, doch ein Pappenstiel. Und in jedem Fall gut investiertes Geld fĂŒr die eigene Gesundheit! Vor allem dann, wenn man sich vor Augen fĂŒhrt, dass durch den PSA-Test die Sterblichkeitsrate an Prostatakrebs in 30 Jahren um 30 Prozent gesunken ist.

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Impotenz – die Urangst des Mannes

Nach einer Prostataoperation oder Bestrahlung können Potenzprobleme auftreten. Daher ist die Angst verstĂ€ndlich, dass bei einer urologischen Untersuchung ein Krebs festgestellt wird, der zur Folge hat, dass die VorsteherdrĂŒse samt umliegendem Gewebe entfernt oder bestrahlt werden muss. "Doch was wĂ€re die Alternative?", fragt BĂŒhmann. "Wenn der Krebs nicht entfernt wird und sich Knochenmetastasen bilden, werden die MĂ€nner auch keinen Spaß mehr am Sex haben."

Außerdem sollte man bei dem ganzen Gerede um die Potenz eines bedenken: "Bei MĂ€nnern ĂŒber 65 gibt es kaum einen, der ohnehin nicht unter Potenzstörungen leidet, auch wenn er keinen Krebs hat." Doch diesen natĂŒrlichen Abbau-Prozess können viele nicht akzeptieren. Die Angst, ein "minderwertiger Mann" zu sein, steckt tief. Und ist zudem ein Tabu-Thema.

Offener Dialog statt Scheinargumente

Drei Jahre dauere es im Durchschnitt, bis ein Mann mit Potenzproblemen einen Urologen aufsuche, sagt BĂŒhmann. Dabei gibt es eine Vielzahl medizinischer Möglichkeiten, MĂ€nnern mit Erektionsstörungen oder Libidoproblemen zu helfen. Zudem wĂŒssten viele MĂ€nner gar nicht, welche sexuellen BedĂŒrfnisse Frauen tatsĂ€chlich hĂ€tten. "Sie brauchen keinen Penis, um einen Orgasmus zu erleben", sagt BĂŒhmann. Es gebe auch Alternativen, um gemeinsam zu einem erfĂŒllten Sexualleben zu kommen.

Daher ist es wichtig, dass MĂ€nner offen mit ihrer Partnerin reden statt zu schweigen oder sich hinter Scheinargumenten zu verstecken. "Ängste lassen sich nur abbauen, indem ich mitten reinspringe und versuche, das Problem zu lösen", sagt BĂŒhmann. Und das funktioniert nur ĂŒber einen offenen Dialog.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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