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Erkältung: Mit diesen Medikamenten fahren Sie besser kein Auto

Achtung am Steuer  

Mit diesen Medikamenten fahren Sie besser kein Auto

24.03.2021, 12:52 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de, mwe

Erkältung: Mit diesen Medikamenten fahren Sie besser kein Auto. Müdigkeit: Schlafmittel, die das Durchschlafen fördern, können am nächsten Morgen noch wirksam sein.  (Quelle: imago images/Symbolbild/Westend 61)

Müdigkeit: Schlafmittel, die das Durchschlafen fördern, können am nächsten Morgen noch wirksam sein. (Quelle: Symbolbild/Westend 61/imago images)

Erkältung und Fahrtüchtigkeit passen oft nicht zusammen. Viele Medikamente enthalten Wirkstoffe, die sich negativ auf das Reaktionsvermögen auswirken. Nicht nur bei Hustenstillern und Kombipräparaten ist Vorsicht geboten. Wann Sie erkältet besser die Finger vom Steuer lassen.

Jedes zweite in deutschen Apotheken abgegebene Arzneimittel ist ein nicht verschreibungspflichtiges Medikament. Laut dem Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V. sind vor allem Präparate gegen Erkältungs- und Grippesymptome, Schmerzmittel sowie Arzneien für Muskel- und Gelenkbeschwerden gefragt. Doch so hilfreich diese Präparate im Kampf gegen die unangenehmen Erkältungsbeschwerden sein können: Viele beeinträchtigen die Konzentration und das Reaktionsvermögen und wirken schlaffördernd.

Viele Hustenstiller beeinträchtigen die Reaktionsfähigkeit

So auch der in Hustensäften häufig eingesetzte Wirkstoff Codein, der zudem die Fähigkeit der Augen verringert, sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einzustellen. Besonders nachts oder an dunklen Tagen kann das zum Problem werden. Experten raten daher, Hustenstiller am besten abends vor dem Zubettgehen einzunehmen. Oder das Auto stehen zu lassen.

Erkältungsmittel: Vorsicht bei diesen Wirkstoffen

Neben Codein können auch andere in Erkältungsmitteln eingesetzte Wirkstoffe zu Benommenheit und einer verlängerten Reaktionszeit führen. Dazu zählen unter anderem:

  • Dextromethorphan,
  • Diphenhydramin,
  • Doxylamin und
  • Pseudoephedrin.

Die Wirkstoffe muss man sich aber nicht alle merken: Die Hersteller müssen in der Packungsbeilage angeben, wenn ein Arzneimittel Auswirkungen auf die Fahrtüchtigkeit hat. Dann sollte man auf das Auto fahren verzichten.

Mit Medikamenten Auto fahren: Bei Kombipräparaten genau hinschauen

Auch bei Kombipräparaten sollte man genau hinschauen, da sie einen Mix verschiedener Wirkstoffe enthalten. Neben kurzzeitig aufputschenden Substanzen wie Koffein können auch beruhigende und schlaffördernde Wirkstoffe enthalten sein. Die Wahrscheinlichkeit, einen Wirkstoff einzunehmen, der die Konzentration am Steuer stört, ist groß.

Riskant am Steuer: Manche Schlafmittel wirken auch noch am nächsten Morgen

Was viele unterschätzen: Schlafmittel, die das Durchschlafen fördern, können am nächsten Morgen noch wirksam sein. Schwindel, Konzentrationsschwierigkeiten und Benommenheit sind mögliche Folgen. Im Straßenverkehr kann das gefährlich werden. Aber auch wenn Maschinen bedient werden müssen oder die kranke Person handwerklich tätig ist, ist das riskant.

Zwei mögliche Wirkstoffe, die in Schlafmitteln zum Einsatz kommen, sind Doxylaminsuccinat und Diphenhydramin. Diphenhydramin kommt auch gegen Übelkeit zum Einsatz. Pflanzliche Alternativen wie Baldrian und Hopfen können das Reaktionsvermögen ebenfalls beeinträchtigen. Wer Schlafmittel oder Präparate mit beruhigenden Wirkstoffen einnimmt, sollte im Beipackzettel genau nachlesen, wann er wieder fahrtüchtig ist.

Wechselwirkungen können beim Autofahren kritisch werden

Ein weiteres Risiko ist, dass sich verschiedene Medikamente gegenseitig verstärken. Ein Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Diclofenac in Kombination mit einem Benzodiazepin als Beruhigungsmittel könne die Reaktionsfähigkeit so stark herabsetzen, dass man in der nächsten Kurve einfach geradeaus weiter fahre, warnt der ADAC in seinem Ratgeber "Medikamente im Straßenverkehr".

Zudem vertragen sich viele Grippemittel nicht mit Blutdrucksenkern. Müdigkeit und Herzrhythmusstörungen können die Folge sein, wie Apotheker warnen. Wer bereits andere Medikamente einnehmen muss, sollte die Anwendung weiterer Präparate immer mit seinem Arzt absprechen, um Wechselwirkungen vorzubeugen. 

Erkältet? Auf keinen Fall sollte man Auto fahren, wenn …

  • im Beipackzettel steht, dass das eingenommene Medikament die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigt.
  • das Arzneimittel Alkohol enthält.
  • man sich erschöpft, müde, benommen und schwindelig fühlt.
  • man Fieber hat.
  • starke Schmerzen wie Kopf- und Gliederschmerzen auftreten.
  • starke Husten- und Niesanfälle sowie ständiges Naselaufen die Erkältung begleiten.
  • Übelkeit besteht.
  • man ein neues Medikament einnimmt oder die Dosierung anpasst und nicht weiß, wie der Körper reagiert.

In der Akutphase der Erkrankung bleibt man generell am besten im Bett. Dann ist die Konzentrationsfähigkeit auch ohne Medikamente stark eingeschränkt.

Wer unsicher ist, was die Fahrtüchtigkeit bei der Einnahme bestimmter Medikamente angeht, sollte seinen Arzt oder Apotheker fragen.

Verwendete Quellen:
  • Bundesverband der Arzneimittelhersteller e.V.
  • Eigene Recherche

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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