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Prämenstruelles Syndrom: Definition, Symptome & Behandlung

Prämenstruelles Syndrom  

PMS: Strategien gegen das nervige Monatsleiden

09.04.2018, 15:14 Uhr | t-online.de

Prämenstruelles Syndrom: Definition, Symptome & Behandlung. Schmerzen im Unterbauch gehören zu den klassischen Symptomen des Prämenstruellen Syndroms. (Quelle: imago / Rolf Kremming)

Schmerzen im Unterbauch gehören zu den klassischen Symptomen des Prämenstruellen Syndroms. (Quelle: imago / Rolf Kremming)

Die Tage vor der Regelblutung erleben viele Frauen als harte Belastungsprobe. Die einen sind niedergeschlagen und lustlos, andere klagen über ein schmerzhaftes Ziehen im Unterleib oder Spannungsgefühl in den Brüsten. Rund drei Viertel aller Frauen im gebärfähigen Alter sind davon betroffen. 

Das Prämenstruelle Syndrom - kurz PMS genannt - umfasst eine ganze Palette an Symptomen, die in unterschiedlicher Form und Intensität auftreten können. Doch woher kommen die Beschwerden und wie lassen sie sich behandeln?

Definition: Was versteht man unter dem Prämenstruellen Syndrom?

Unter dem Begriff Prämenstruelles Syndrom fassen Mediziner rund 150 verschiedene Symptome körperlicher und psychischer Art zusammen, die vier bis 14 Tage vor der Menstruation auftreten und spätestens am zweiten Tag der Regelblutung wieder verschwinden. PMS tritt besonders häufig bei Frauen über 30 auf. In einigen Fällen (5 Prozent) äußern sich die Beschwerden so heftig, dass sie zeitweilig zu Arbeitsunfähigkeit führen und das Alltagsleben stark belasten. In diesem Fall sprechen Mediziner von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDS). Sie sollte in jedem Fall ärztlich behandelt werden.

Das sind die typischen PMS-Symptome 

Welche Beschwerden in der Zeit vor der Regelblutung auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind, variiert nicht nur von Frau zu Frau, sondern auch von Mal zu Mal. Allerdings gibt es Symptome, die besonders verbreitet sind. Hierzu gehören:

  • Kopf-, Rücken- und Unterleibsschmerzen
  • Brustspannen
  • Ödeme (Wassereinlagerungen)
  • Müdigkeit. Schlaflosigkeit
  • Stimmungsschwankungen

Viele Frauen geraten von einem Moment zum anderen vollkommen ohne Grund in Trauer, entwickeln Angstgefühle oder werden zeitweilig sogar depressiv.  

PMS-Diagnose: Hormon-Test gibt Aufschluss

In der Regel reichen ein gutes Körpergefühl und ein Gespräch beim Gynäkologen aus, um die Diagnose Prämenstruelles Syndrom zu stellen. Hilfreich kann dabei sein, ein persönliches Tagebuch über mehrere Monatszyklen zu führen, in dem Art und Dauer der Beschwerden protokolliert werden. Je nach Art der Symptome ist auch ein spezieller Test beim Frauenarzt möglich. Dabei wird in der zweiten Zyklushälfte Blut entnommen, um den Hormonspiegel zu bestimmen und eine gezielte Therapie gegen die PMS-Symptome einzuleiten.

Wo liegen die Ursachen für das PMS? 

Das Prämenstruelle Syndrom weist ein sehr komplexes, teilweise sogar diffuses Krankheitsbild auf. Daher lassen sich nicht alle Beschwerden auf eine und dieselbe Ursache zurückführen. Mediziner sind sich einig, dass immer mehrere Faktoren zusammenkommen und sich unterschiedlich auf das körperliche und psychische Wohlbefinden auswirken.

Als unbestritten gilt, dass die Hormonschwankungen im weiblichen Zyklus ein wesentlicher Auslöser der Beschwerden sind. Sie führen zu einem Ungleichgewicht zwischen den Hormonen Östrogen und Progesteron (Gelbkörperhormon) nach dem Eisprung in der zweiten Zyklushälfte. Dann nämlich sinkt die Östrogenausschüttung, die Bildung von Progesteron dagegen steigt an. 

Wechselspiel zwischen Hormonen, Gehirn und Nervensystem

Die hormonellen Störungen wirken sich auch auf bestimmte Botenstoffe (Neurotransmitter) im Gehirn aus. Dadurch sinkt auch der der Spiegel von Serotonin (Glückshormon) und Noradrenalin, die unter anderem für das seelische Gleichgewicht wichtig sind. Studien deuten darauf hin, dass ein Wechselspiel zwischen dem vegetativen Nervensystem, dem Stoffwechsel im Gehirn und den Eierstöcken die PMS-Beschwerden auslösen. Zudem steigt in der zweiten Zyklushälfte das Hormons Prolaktin, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird. Das kann bewirken, die Brustdrüsen anschwellen und ein unangenehmes Spannungsgefühl verursachen. 

Veranlagung und Lebensstil spielen eine Rolle 

Neben den genannten hormonellen Schwankungen spielen auch genetische Veranlagungen vermutlich eine Rolle. Ebenso kann Stress die Beschwerden verstärken. Auch der persönliche Lebensstil hat Auswirkungen darauf, wie gravierend die Beschwerden des Prämenstruellen Syndroms sind. Als negative Faktoren gelten Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung mit hohem Fett- und Zuckeranteil sowie Genussmittel wie Alkohol, Nikotin und Koffein. 

PMS-Übelkeit: Woher sie kommt und was dagegen hilft

Bei vielen Frauen kündigt sich die Menstruation mit leichtem Unwohlsein bis hin zu Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung oder Appetitlosigkeit an. Aber auch Heißhungerattacken und Gelüste auf bestimmte Speisen werden in der zweiten Zyklushälfte häufig beobachtet. Für die Übelkeit können die Östrogene verantwortlich sein. Da Östrogene auch auf das Herz-Kreislauf-System, den Fett- und Zuckerstoffwechsel und den Darm wirken, sehen Mediziner hier die Ursache für zyklusbedingte Übelkeit. 

PMS-Depression: Das seelische Tief vor den Tagen 

Einige Wissenschaftler vertreten auch die Auffassung, dass es sich beim PMS um eine psychische Erkrankung handelt, die Formen der Depression aufweist. Ob diese These haltbar ist, werden weitere Forschungen zeigen. Fest steht jedoch, dass viele Frauen in den Tagen vor ihrer Periode in ein Stimmungstief fallen. Sie leiden unter Antriebslosigkeit und sind oft so nahe am Wasser gebaut, so dass oft schon bei belanglosen Anlässen die Tränen fließen. Diese depressiven Symptome sind Auswirkungen des hormonellen Ungleichgewichts und der reduzierten Seratonin-Produktion.

Verwechslungsgefahr: PMS oder schwanger?

In der frühen Schwangerschaft treten häufig Symptome auf, die auch typische Anzeichen für das Prämenstruelle Syndrom sind. Hierzu gehören beispielsweise das Ziehen im Unterbauch, das Spannungsgefühl in den Brüsten, Müdigkeit, Übelkeit oder auch Heißhungerattacken. Daher ist die Frage "Habe ich PMS oder erwarte ich ein Kind?" durchaus berechtigt. Gewissheit darüber erhalten Sie jedoch erst, wenn sich die nächste Monatsblutung einstellt oder ausbleibt. Dann erst ist ein Schwangerschaftstest aussagekräftig.  

Die richtige Behandlung: Medikamente & Co.

Da das Krankheitsbild des PMS sehr komplex und von mehreren Faktoren beeinflusst wird, ist eine gezielte Behandlung nicht leicht. Grundsätzlich ist die Therapie daher auf einzelne Symptome ausgerichtet, die das Wohlbefinden beeinträchtigen. Welches Mittel am besten wirkt, ist jedoch individuell sehr verschieden und sollte ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Dabei gilt es auch, bestehende Erkrankungen als mögliche Ursache für die Beschwerden, auszuschließen. Bei einer medikamentösen Behandlung stehen hormonelle Mittel wie beispielsweise die Antibabypille zur Auswahl, die regulierend in den Hormonhaushalt eingreifen und starke Schwankungen verhindern können. 

Zur medikamentösen Behandlung des PMS gehören auch Schmerzmittel, die der Arzt bei Kopf-, Rücken- oder Brustschmerzen verschreiben kann. Im Falle von Wassereinlagerungen (Ödemen) schaffen entwässernde Medikamente (Diuretika) Abhilfe. Bei starken depressiven Verstimmungen können Antidepressiva (so genannte Seratoninwiederaufnahmehemmer SSRI) helfen, die in der zweiten Zyklushälfte eingenommen werden. Allerdings haben diese zum Teil starke Nebenwirkungen, so dass die Patientin mit ihrem Arzt ausführlich das Für und Wider dieser Therapie besprechen sollte. 

PMS trotz oder gerade wegen der Pille?

Auch wenn die Einnahme der Pille in vielen Fällen durch die hormonelle Regulierung des Zyklus PMS-Symptome lindern kann, verträgt nicht jede Frau jedes Produkt gleich gut. So kann es gelegentlich vorkommen, dass Kopfschmerzen, Schwindelgefühl oder Brustspannen durch die Einnahme sogar noch verstärkt werden. In diesem Fall sollten Frauen ihren Gynäkologen aufsuchen und mit ihm besprechen, ob ein anderes Präparat für sie geeigneter ist. 

Natürliche Hilfe bei PMS-Beschwerden

Nicht jedes Prämenstruelle Syndrom ist so belastend, dass eine medikamentöse Behandlung notwendig ist. Sind die Beschwerden schwach oder treten nur ab und zu auf, können Hausmittel Linderung schaffen. Bei Bauchschmerzen wirken eine Wärmflasche oder ein warmes Kirschkernkissen wohltuend und können Krämpfe lösen, indem sie die Gefäße erweitern. Einen ähnlichen Effekt hat Ausdauersport. Dadurch werden außerdem Stresshormone abgebaut, was sich wiederum positiv auf das seelische Gleichgewicht auswirkt.

Auch ein warmer Aromawickel  mit Melissen- oder Lavendelöl beruhigt den verkrampften Bauch und hilft zudem, Wasser aus dem Gewebe zu ziehen. Wer unter Kopfschmerzen leidet, solle es mal mit einer sanften Massage oder Mini-Akupressur an der Schläfe oder Nasenwurzel versuchen. Oftmals ist hinterher keine Kopfschmerztablette mehr nötig.

Vorbeugen durch Ernährung und Bewegung 

Außerdem hängt viel von der Ernährung ab, wie gut Frauen durch die kritischen Tage kommen. Achten Sie auf eine fettarme, vollwertige und vitaminreiche Nahrung mit viel Ballaststoffen und Gemüse. Beschwerden im Magen-Darm-Trakt lassen sich auf diese Weise oftmals vermeiden.

Wer zu Übelkeit neigt, sollte grundsätzlich auf schwere, fettige Speisen verzichten und lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt zu sich nehmen. Dabei sollten Sie darauf achten, genug Vitamin D zu sich zu nehmen, das reichlich in Fisch, Steinpilzen und Champignons enthalten ist, aber auch durch das Sonnenlicht über die Haut aufgenommen wird. Dieses erhöht nämlich den Seratoninspiegel und stabilisiert auf diese Weise das seelische Gleichgewicht. Was außerdem hilft: Bleiben Sie in Bewegung! Denn Sport wirkt positiv auf den Hormonhaushalt ein, hebt die Stimmung und sorgt für ein gutes Körpergefühl sorgen.´



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